Lissy Trullie live: Schönheit des Seins

Das New Yorker Teilzeitmodell Lissy Trullie gastierte samt gleichnamiger Band diesen Samstag in Berlin, um die Debüt-Ep “Self-Taught Learner” vorzustellen.

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Als Vorband spielt das Londoner Quartett The XX intime, skizzenartige Songs, die größtenteils ohne Spannungsbogen auskommen. Wenn, sagen wir mal, Chairlift in etwa die neuen Belle & Sebastian sein sollten, dann wären The XX die nächsten Young Marble Giants.  Musik wie ein ruhiger Schwarz-Weiß-Film voller großartiger Bilder. Das wurde mit einer eingeforderten Zugabe bestätigt. Diese Band darf man sich gerne für die Zukunft in Erinnerung behalten.

An zuviel Ruhe ist es einer Gitarrenschrammelrockkombo eher nicht gelegen, deshalb verlieren Lissy Trullie dann auch nicht allzu viele Worte und starten ihr kurzes acht-Songs-Konzert. Da Gitarrist Eben D’Amico wenige Stunden zuvor krankheitsbedingt ausgefallen ist, steht Lissy, die eigentlich mit richtigen Namen Lizzy (sic!) heißt (kreativ muss man halt sein), nur mit Bassist Ian Fenger und Schlagzeuger Josh Elrod auf der Bühne. Und ja, hübsch ist sie tatsächlich. Man kann Modemagazine wie die “Elle” oder “Teen Vogue” zu ihren Shootings nur beglückwünschen. Irgendwie lebt auch das Konzert im Wesentlichen von der Spannung, dass das oben eine junge, gut aussehende Frau steht, die das Klischee des kessen, widerstrebenden Mädchen verkörpert, das zwar niemand vollkommen an sich heran lässt, aber das genau deshalb für alle interessant ist.

Lissy gibt sich also betont souverän und freundlich distanziert. Die “Self-Taught Learner” Ep zieht ohne große Ausreißer (nach oben wie nach unten) an einem vorbei, zwischendurch erfährt man, dass Berlin angeblich viel “cooler” als New York sei und erst mit den letzten drei Songs, darunter das Cover von Hot Chips “Ready for the Floor” und der Single “Boy Boy”, kommt doch irgendwie Stimmung auf. Dann ist aber alles schon vorbei, keine Zugabe, Licht an, Elektro-Disko. Da wäre mehr drin gewesen, das Potenzial dazu war erkennbar.

Fotos by Christoph Paul

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