Melt!: Fazit, Pics & 1. Namen für ’10

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Das Melt! Festival 2009 ist Geschichte und wir ziehen nach unserem Liveblog nochmal in Ruhe Bilanz. Was gefiel, was missfiel, wie darf man sich das alles bildlich vorstellen (Galerie am Ende) und erste Infos zu einem möglichen Headliner 2010!

Glücksmomente: Machen wir es kurz: Der Auftritt von Patrick Wolf war der beste PUNKT Energie und Publikumsaustausch von Anfang an, voller körperlicher Einsatz und Bad in der Menge. Bei “Damaris” dann gar Gänsehaut. Mehr kann man nicht rausholen.

Direkt dahinter folgen u.a. Kasabian, die das Rock’n'Roll-Feuer wieder lodern ließen. Dazu ein  wunderbares Spezial: Sänger Tom Meighan muss sich vor dem Auftritt ordentlich etwas reingeworfen haben, was erst langsam zu wirken begann. Des guten Meighans Grinsen wurde von Song zu Song breiter und am Ende vergaß er gar den Text.

Zum besten Song des Festivals geriet “Girl And The Robot”, den Röyksopp live mit Annelie Drecker in einen stampfenden Disco-Knaller verwandelten, getoppt von dem Roboterkostüm in dem Sven Berge dazu erschien.

Bei Fever Ray stimmten zwar Ort und Zeit nicht ganz (Zelt zu weiß und trotz 1-Uhr-Slot noch zu früh), dafür aber das Erlebniss. Ebenso grandios der Auftritt der etwas unterschätzten The Soundtrack Of Our Lives, die mit klasse Sound und großen Hymnen ganze Mauern einrissen. Auch Simian Mobile Disco legten unter der Gemini-Stage während des Regens ein famoses Set auf die Plattenteller.

Mit Bravour und Routine lösten auch Bloc Party, Phoenix, Travis, La Roux, Aphex Twin, die Klaxons und The Whitest Boy Alive ihre Aufgaben, während das gemeinsame Set von Erol Akan & Boys Noize, der Auftritt von Digitalism, die in Schönheit erstarrte Anna Ternheim und die gewinnenden Gossip mit unglaublichen Engagement nochmal herausstachen. Auch der Tiga schöpfte sein Potenzial ebenfalls voll aus und Crystal Castles waren ein dadaistisch-versoffenes Noise-Elektro-Gewitter wie eh und je.

Im Vergleich zu anderen Festivals muss man diesmal auch die Organisation vor Ort, die Parksituation und die ordentliche Sauberkeit in Anbetracht des gerade an selber Stelle stattgefundenen splash! Festivals loben. Der Ticketverkauf und Bändchentausch haben sich auch enorm verbessert (und wer keine Tickets mehr wegen Ausverkauf bekommen hat, ist irgendwie auch selbst schuld – das Festival ist ja stetig gewachsen).

Am Samstag wurde noch flix das Gemini-Stage-Dach ausgetauscht, dafür gibt es trotz erhöhter Wartezeiten an den Eingängen noch einen Pluspunkt. Die Kulisse aus Ferropolis und Deko war natürlich einmal mehr der helle Wahnsinn.

Achso und Noel hat das Oasis-Konzert gerettet. Danke dafür!

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Enttäuschungen: Die größte war dem dicken Line-Up geschuldet: Aufgrund der starken Konkurrenz von Phoenix und Fever Ray, haben wir es leider nicht geschafft auch nur einen kurzen Blick auf Buraka Som Sistema zu erhaschen. Herr Kavka nannte sowas mal “Timingsschwulitäten” (wofür er sich übrigens schämen sollte). Moderat soffen hingegen am Freitag im Regen ab. Ebenfalls sehr schade.

Es gab aber auch Konzerte, die man gerne freiwillig verließ. Allen voran der blutleere Auftritt von Polarkreis 18 und der von Glasvegas rund um einen scheinbar dauergeilen spätpubertierenden James Allen, Prädikat “peinlich”.

Bei PK18 gab es ja eine Ablenkung der besonderen Art, festgehalten auf Youtube: Ein junger Mann zog – warum auch immer (Wette verloren, Drogen etc.) – vor der Tribüne und der darauf sitzenden Menge blank und ließ sich minutenlang feiern. Dafür schnitt ihm dann die Security das Festivalbändchen ab. Das kann man vielleicht vertreten (oder eher nicht), aber dass die Intro – wir erinnern: “Melt! Festival ein Fest von intro” – sich online mit einer ganzen Fotostrecke des Flitzers brüstet, lässt einen dann doch die Stirn runzeln.

Lustig war auch, dass Festivalleiter Matthias Hörstmann das Übergießen einiger Gemini-Stage-Besucher mit mehren, angestauten Litern Regenwasser aus den Senkungen des Foliendaches als “echten Event” beschrieb. Eine einfache Regenrinne hätte hier Wunder bewirkt (Verbessungeren gab es ja, s.o.).

Den so Durchnässten blieben dann nur die Möglichkeiten sich wie Ölsardinen mit unter die Gemini-Stage zu zwängen oder sich auf die Klos (Geschlecht egal) zu flüchten. Von den Bussen war nirgendwo etwas zu sehen, dafür wurde das riesige Soundwave Zelt, in dem sicherlich mehrere tausend Leute im Trockenen hätten sitzen können, bereits gegen 1 Uhr nachts geschlossenund das Festival gegen 4:30 Uhr abgebrochen; suboptimal.

by Geert Schäfer/Melt! Festival

by Geert Schäfer/Melt! Festival

Achso und Liam war am Sonntag auch nicht der Rede wert.

Fazit: Alles in allem hat sich das Melt! nach dem Chaos Jahr 2008 rehabilitiert. Für das Wetter kann kein Veranstalter etwas und in diesem Jahr ist man da auch erheblich besser drauf eingegangen – wenn auch noch nicht perfekt. Ein wenig wurde der HipHop vermisst, dafür gab es unzählige tolle Konzerte, die sich in Hirn und Herz brannten. Ein Wiederkommen lohnt sich. Appropo Wiederkommen…

Spekulationen für 2010: Erstmal ein paar Fakten: Das Melt! 2010 findet vom 16. bis 18. Juli statt und zwar wieder auf der Ferropolis, an die es sich weiterhin langfristig gebunden hat. So und nun zum Headliner! Auf der Pressekonferenz am Sonntag verriet Chef Matthias Hörstmann, dass man für so einen Headliner-Auftritt schon 13 bis 15 Monate Vorlauf braucht, und dass man vor kurzem erst in London eine Frage kommende Band beobachtet hat! Es fielen im späteren Verlauf des Gespräches interessanter Weise noch die Namen Blur und Radiohead.

Wir haben mal ein paar in Frage kommenden Namen recherchiert, here we go: Radiohead haben in diesem Frühjahr leider nicht in London gespielt, fallen also raus (aber cool wäre es). Kings of Leon waren dafür am 15. Juni in der dortigen 02-Arena. Die Followills würden ja definitiv ins Melt!-Programm passen und wurden bisher schmerzlich vermisst, dieses Jahr wurden sie für das Benicassim gebucht, aber wären sie nicht derzeit zu groß für das Melt! ? (Oder doch nicht?)

MGMT werden ebenfalls noch vermisst, sind aber wohl noch nicht groß genug und spielten das letzte Mal Ende 2008 an der Themse. Sonic Youth waren dafür erst im April dort. Wir würden uns zwar riesig auf dieses Legenden freuen, aber für den Melt! Headliner-Slot reicht es vielleicht nicht ganz.

The Strokes und Arctic Monkeys waren bislang 2009 nicht auf Tour. Nachdem sich das splash! und das Melt! mehr aufeinander abstimmen wollen, kann man auch The Streets wohl abschreiben. So und nun kommt es. Wer hat vor wenigen Wochen seine großen Reunion-Gigs im Hyde Park gegeben? Wer würde nach Oasis 2009 wie die Faust aufs Auge (von Liam Gallagher) 2010 passen? Blur! So who knows… Wir wären ja für Daft Punk!

UPDATE: Wir haben noch ein wenig weiter gemacht. Die geschätzten Chemical Brothers waren leider nur zum DJ-Set im April in London. Coldplay und The Killers haben 2009 mehrmals London gespielt, wobei die Überschneidungen mit dem Melt! Publikum mittlerweile hier wohl eher gering ausfallen. The Killers haben zudem ja auch 2009 in Berlin gespielt. Da bräuchte Herr Hörstmann nicht extra an die Themse fliegen. Franz Ferdinand erfüllen auch die genannten Hinweis-Kriterien, aber die waren bereits 2008 ja schon quasi Co-Headliner. Dann gäbe es da natürlich noch The Prodigy (oh Schreck!), aber die spielen ja dieser Tage beim SonneMondSterne schon den Headliner, wäre also ungünstig für das Melt!.

UPDATE2: The Strokes und die Arctic Monkeys entfallen wohl vorerst auch, da sich beide das ganze Jahr im Studio befinden bzw. befanden oder – im Falle der Strokes – zusätzlich mit Soloprojekten beschäftigt waren. Dafür können wir zwei weitere Namen ins Rennen werfen: Sowohl Soulwax als auch Justice haben 2009 schon in London gespielt. Beide ohne Frage große Nummern, beide perfekt für das Melt! (aber eher Tagesheadliner).

Was meint ihr? Übrigens: Für das Melt! Forum soll es demnächst eine verbesserte Variante der bewährten KüntlerWunsch-Funktion geben. Was ein Headliner dann so kosten würde, findet ihr bei Dr. Pop von 78s. Natürlich können wir bei einem solch-großen Event nicht auf alles achten, das Melt! ist allerdings nicht umsonst als “Styler-Festival” bekannt – für die Melt!09-Trends in Fotos lohnt ein Blick bei Les Mads.

Hier noch zum in-Erinnerungen-Schwelgen die Fotogalerie von Christoph Paul zum Wochenende:

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1 Response

  1. [...] notwendigen Informationen findet ihr hier, unseren Liveblog und unser Fazit von 2009 hier bzw. hier. Auf 3min.de gibt es darüber hinaus nun jeden Mittwoch ein neues Video á la Melt! um die [...]

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