The XX : Interview

the xx sw

Alle lieben The XX, richtig? Wir tun es auf jeden Fall und eine wachsende Anzahl anderer Menschen auch. Vielleicht sind es gerade schon mehr als eine Million während du das hier liest, keine Ahnung. Was wir aber wissen ist, dass die Band gestern im Berliner Lido ein tolles Konzert gegeben hat. Es war ausverkauft und ihre erste Headlinershow hier nachdem sie damals im Frühling noch als Support-Act für Lissy Trullie aufgetreten waren. Schon dieser Auftritt war ganz großes Kino, diesmal konnten wir aber leider nicht dabei sein; andere Verpflichtungen. Dennoch wollen wir euch natürlich unser Interview mit der beneidenswert talentierten Sängerin und Autorin der Band, Romy Madley Croft, nicht vorenthalten.

Wir haben sie beim Offset Festival getroffen, leider nur für fünf Minuten. Schon damals war die Band sehr gefragt und irgendwie hat es dann doch nur für fünf kurze Minuten direkt nach ihrem Auftritt gereicht. In der Kürze der Zeit konnten wir dennoch herausfinden, dass die Band euch wohl nie grundlos nicht in die Augen schauen würde, sondern ausschließlich um eure Gutmütigkeit auszunützen und auf der Bühne vor sich hin zu meditieren und etwas Coolness aufzusaugen. Können wir ihnen das aber angesichts ihrer Musik verübeln?

Hej Romy, immer wenn ich euch live sehe, schaut keiner von euch ins Publikum, sondern auf den Boden oder einfach über alle drüber hinweg. Seht ihr da etwa irgendetwas besonderes?
Ich glaube wir sind alle etwas nervös, wenn wir auf der Bühne sind. Wenn ich jemandem in die Augen schaue, wühlt mich das ein bisschen auf. Ich habe lange Zeit versucht, anderen Leuten fern zu bleiben. Meine Songs habe ich nie jemanden vorgespielt und wenn ich etwas geschrieben habe, dann nur für mich. Ich glaube mit der Zeit werde ich fähig sein, Leuten in die Gesichter schauen zu können, aber die Lieder sind eben auch ziemlich emotional und persönlich, es ist mein Herzschmerz und noch dazu eine völlig neue Situation. Wenn du dann singst und jemanden in die Augen blickst…

Aber live aufzutreten gefällt dir doch trotzdem oder?
Ja, aber es fühlt sich halt noch neu an. Als ich mit dem Musikmachen angefangen habe, war das eine sehr geheime und persönliche Sache für mich. Allein die Idee, es jetzt vor Leuten singen zu müssen,  fühlte sich seltsam an. Ich lerne aber viel dabei.

Manche Leute stellen sich in solchen Situationen die Zuschauer einfach nackt vor.
Haha, was ich gerne an stressigen Tagen, wenn man zum Beispiel unterwegs ist, mache, ist tief in mich hinein zu horchen. Wenn du dann auf der Bühne stehst, herrscht dann in dir völliger Seelenfrieden, du denkst an nichts – oder besser gesagt – du denkst die Musik. Das mache ich, wenn ich auf die Bühne gehe, das funktioniert besser als sich die Leute auszuziehen.

Stört dich das nicht eigentlich, dass die Leute mittlerweile deine schönen, leisen Songs laut mitsingen?
Oh ich finde das großartig. Schon allein die Tatsache, dass sie mitsingen wollen, obwohl es vielleicht intim ist; aber hey, was soll’s? Das fühlt sich super an. Ich höre davon zwar nicht viel, weil ich mich immer sehr konzentriere. Jamie (drums) hat es mir aber erzählt.

Der musste ja meistens eh nur einen Finger zum Spielen benutzen, er hatte also Zeit. Apropos Zeit: Das eine Mädchen hinter mir meinte gerade, ihr würdet viel cooler aussehen als noch vor einem Jahr. Ist das was dran?
Cooler? Hm weißt du, wir sind jetzt so 20 und damals waren wir um die 18, 19 und ich glaube wann immer man ein Bild von sich von vor ein paar Jahren sieht, mag man sich darauf im Allgemeinen nicht wirklich. Man wird einfach ein Stück weit erwachsen. Es ist die normalste Sache der Welt als Teenager immer etwas cooler zu werden. Du beginnst dich besser zu fühlen, auch mit dir selbst. Und wenn man dann in einen Bus steigt und ein Jahr lang durchs Land fährt, fällt das den Leuten danach natürlich auf.

Jetzt sind wir zusammen fünf Minuten lang cooler geworden, danke. Du musst in deinen Bus.

The XX sind darzeit zwar noch auf Deutschlandtour, aber sie haben schon jetzt einen weiteren Berlin-Termin angekündigt; in einer größeren Hallen versteht sich. Die Tickets dürften dennoch recht schnell wieder werden.
2009

14.10. Grüner Jäger, Hamburg
15.10. Luxor, Köln
16.10. 59-1, München
02.11. Universum Club, Stuttgart
03.11. Nachtleben, Frankfurt

2010
22.01. Astra, Berlin

PS: Bei Intro.de findet ihr Bilder von unserer Freundin Sibilla Calzolari vom The XX Konzert im Lido und beim geschätzten Discodust gibt es Jamies fantastischen Remix von Florence And The Machines “You Got The Love” Cover

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1 Response

  1. [...] US-Jungs von Yeasayer, das berührend-intime UK-Trio The XX (unser Interview gibt es hier), die französischen Cosmicpopper Air (Interview), Animal Collectives Noah Lennox’ [...]

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