We recommend: Melt! Festival 2010

Vom 16. bis 18. Juli 2010 zieht es uns und tausend andere wieder zwischen fünf riesige Maschinen aus Stahl in einen alten, ostdeutschen Tagebau. Statt Schuften im Dreck steht aber einmal mehr ein dreitägiger Festivalmarathon bei der mittlerweile dreizehnten Ausgabe des Melt! Festivals auf der Ferropolis an.

Als Headliner für den Sonntag wurden die gerade mit dem Album Heligoland zurückgekehrten Massive Attack verpflichtet und auch ansonsten hat mensch sich allerhand Prominenz aus der elektronischen Musikszene eigeladen: Neben Altmeister Carl Craig sind unter anderem Tiga, Ricardo Villalobos, Joris VoornFour Tet, Booka Shade, Pantha du Prince, Tiefschwarz und Modeselektor unter den ersten Bestätigungen, wobei letztere nun, nachdem ihr Zweitprojekt mit Apparat namens Moderat im letzten Jahr regelrecht im einsetzenden Regen – mensch verzeihe den Ausdruck – ersoffen war, am Freitag mit der Melt!selektor Stage gleich einen ganzen Bühnenspielplatz nur für sich alleine bekommen und eine Parade selbstausgesuchter, hochkarätiger Künstler – darunter etwa Hyperdubs  Kode 9 vs. Matyrn – mit je einem gemeinsamen Auftritt mit dem Musikerzirkus von Bonaparte (sic) und eben den wiederbelebten Moderat (samt Paul St. Hilaire und Dellé) krönen werden. Bonaparte werden zudem noch einmal mit einer eigenen Show am … auf der … ihr neues Album … vorstellen.

Zu den weiteren Highlights gehören sicherlich auch die Sets von autoKratzA-Trak, Douster, Edu K, Fake Blood, Frake Falk, DJ Shadow (samt neuen Visualisierungen), Mathias Aguayo & Band, der Simian Mobile Disco und den Crookers (Interview) und die Kooperationen von Henrik Schwarz und Jesse Rose (alias Black Rose) bzw. von Lindstrøm und Christabelle. Mit dem Ostgut Ton Meltdown holen die FestivalveranstalterInnen zudem nicht nur das berühmt-berüchtigte Berghain auf das Melt!, sondern auch viele Künstler der ersten Stunde des Festivals.

Sein neues Dubstep-Soloprojekt wird Jamie von The XX (Interview) exklusiv auf dem Melt! vorstellen und gleichzeitig auch mit seiner Band dort auftreten.  Zudem wird mensch mit The Very Best und Schlachthofbronx die in den Vorjahren von Künstlern wie Buraka Som Sistema vorgestellten Ansätze bei globalen Musiktrends weiterdenken und -tanzen können.

Ruhigere Klänge schlagen da die zwei Norweger von Kings of Convenience an und werden so wohl – ähnlich wie Jónsi oder Midlake – für einige Momente des Innehaltens sorgen, inmitten unruhig zuckender, bisweilen dramatischer Popnummern wie Goldfrapp, Hurts und Jamie T.

Darüber hinaus setzt mensch vor allem auf Altbewährtes. Zwei Granden unter den deutschen Rockbands, Tocotronic oder Die Sterne, kehren ebenso nach Gräfenhainichen zurück, wie Dauergästin Ellen Allien (Markus Kavkas traditionelles Eröffnungsset entfällt dieses Jahr leider). Get Well Soon und Blood Red Shoes waren zuletzt anno 2008 mit von der Partie, WhoMadeWho sind auch wieder da und die Foals holen ihren ausgefallenen Auftritt von 2009 genauso wie Hercules and Love Affair (Interview) nach (beide sind auch mit neuen, zweiten Alben mit von der Partie). Auch das Hamburger Audiolith Label ist erneut kräftig vertreten und präsentiert u.a. den Audiolith-Pferdemarkt am Donnerstag (!), wo Egotronic, Bratze, Frittenbude und Saalschutz auftreten werden.

Aber zurück zur deutschen Sprachkunst, hirnwindungenverzwirbelnden Metaphern und sägenden Gitarrenriffs: Aus dem Süden bzw. dem benachbarten Österreich sind Ja, Panik vor ort, aus dem Norden stoßen Turbostaat dazu. Starke Konkurrenz kommt in persona von HEALTH (Interview), Holy Ghost und der brachial-begeisternden Punkband Fucked Up über den Teich geflogen.

Es riecht also stark nach den berühmt berüchtigten Zeitplanüberschneidungen (Link zum Plan s.u.) und mensch mag gar nicht bedenken, dass mit den Friendly Fires, den Post War Years und den Dirty Projectors sogar noch drei besonders gute Gruppen bisher unerwähnt blieben.

Die 3-Tagetickets für das Melt! kosten 94  € (zzgl. VVK-Gebühren und 5 € Müllpfand), die 2-Tagetickets (nur Freitag und Samstag) 74 € (zzgl. VVK-Gebühren und 5 € Müllpfand) und sind hier erhältlich.

Unser Liveblog vom letzten Melt! und die beiden Rückblicke auf 2009 (leider lagen wir mit unseren Headlinervorschlägen daneben) und 2008 findet ihr hier, die Festivalwebseite samt dem Zeitplan hier bzw. hier und das komplette Line-up nachfolgend.

Melt! Festival 2010 Line-up:
1000 Robota, A-Trak, Mathias Aguayo & Band, Ellen Allien, Almeida, Ata, An Horse, Archie Bronson Outfit, autoKratz, Beta, The Big Pink, Black Mountain, Black Rose (Henrik Schwarz & Jesse Rose live), Blood Red Shoes, Bonaparte, BonaparteBooka Shade, Boris, Bratze, Broken Bells, The Cheapers, Chromeo, Carl Craig feat. Mike Banks, Chris Cunningham, Clues, Crookers, Danger, Darwin Deez, Delphic, Dendemann, Marcel Dettmann, Dirty Disco Youth, Dirty Projectors, dOP, Douster, Edu K, Egotronic, Empro, Fake Blood, Fred Falke, Marcel Fengler, Fieber-Tanzparty, Roman Flügel, FoalsFour Tet, Frittenbude, Friendly Fires, Fucked Up!, Marius Funk, Sascha Funke, The Futureheads, Get Well Soon, Goldfrapp, Daniel Haaksman, HEALTH, Hemmann & Kaden live, Hercules and Love Affair, Holy Ghost, Nick Höppner, Hurts, Ja, Panik, Jackmaster, Jamie Lidell, Jamie T, Jamie XX, Jamaica, Johnossi, Jónsi, Markus Kavka, Sven Jozwiak, Karrera Klub, Kele, King Kong Kicks, Kings of Convenience, Ben Klock, Oliver Koletzki, Kode 9 vs. Matyrn, Kraushaar & Gradmann, Monika Kruse, Lindstrøm & Christabelle, Luna City Express, Mala, Massive Attack, Markus Meinhard, Melanie Melancholie, Midlake, Miike Snow, Modeselektor feat. Bonaparte (live), Moderat ft. Paul St. Hilaire & Dellé, ND Baumecker, Mutulu, Norman Nodge, Pantha Du Prince, Ewan Pearson, DJ Pete, Philipp Poisel, Popof (live), Post War Years, Prosumer, Ptterns, Radio & Fernseh, RemmiDemmi DJ Team, Revolver Club, Riton, Saalschutz, Schlachthofbronx, DJ Shadow, Shed (live), Shout Out Louds, Simian Mobile DiscoSinden, Skate, Slagmalsklubben, Steffi, Chrisitan Steiffen, Die Sterne, Tama Sumo, Team Recorder, Tiefschwarz, Matthias Tanzmann, Thomalla, Tobias Thomas, TigaTocotronic, Martin Topley Bird, Trashpop, Trip Fontaine, Turbostaat, Two Door Cinema ClubThe Very Best, Ricardo Villalobos, Joris Voorn (live), Wareika, WhoMadeWho, The WombatsYeasayerThe XX

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