We recommend: Øya Festival 2010

Einmal im Jahr, im August, werden die Geister der Gründerväter und -Mütter von Oslo von einer großen Masse tanzender Leute geweckt: Dieses seltsam anmutende Spektakel ist bei weitem kein okkulter, alter Brauch, sondern eines – was die Besetzung und Kulisse betrifft – besten Festivals Europas, das Øya. Vom 10. bis 14. August findet das Festival wieder im Mittelaterpark, in mitten der Ruinen des alten Oslos und zwischen dem malerischen Fjord und der Skyline des modernen Oslos, statt.

Hier und in dreißig weiteren Clubs innerhalb der Stadt werden insgesamt mehr als 200 Bands und Künstlers auftreten und dieses Mal wird das Festival gleich von einer Vielzahl legendärer Namen beehrt. So darf man hoffen, dass Iggy & the Stooges sowohl Untergrundhymnen wie  “I Wanna Be Your Dog” und “Gimme Danger” als auch “Search & Destroy” nach Skandinavien bringen. Die US-Punkheroen bekommen dabei tatkräftige Unterstützung aus Großbritannien vom Modfather Paul Weller und den immer noch halbwegs intakten Ska-Pionieren The Specials. Außerdem steigen Afrobeat-Genie Tony Allen (spielte mit Fela Kuti und zuletzt u.a. mit The Good, The Bad & The Queen samt Damon Albarn und Paul Simonon), die wiedergekehrten Pavement und der abgehobene, wohl nie endende Musikzirkus namens Wayne Coyne und seine Flaming Lips.

Und wo wir schon bei (US-)Legenden sind; nichts anderes als legendär sind die Raptalente von OUTKASTs Big Boi und Wu-Tangger Raekwon. Das Øya berücksichtigt somit auch die anspruchsvolleren Hip-Hop-Fans und stellt zudem den zwei Schwergewichten noch die südafrikanische Internetsensation (darf mensch das so sagen?)  von der ZefsideDie Antwoord, und die britische Rapperin und Sängerin M.I.A. zur Seite, wobei letztere nun, nach der Kontroverse um ihr Video für “Born Free”, wieder mit gelungenen Popnummern wie der neuen Single”XOXX” von sich reden macht.

Für Mathangi Arulpragasam alias M.I.A., könnte das Øya dabei ein kleines Familentreffen werden, da ebenfalls die Sleigh Bells von ihrem Label N.E.E.T. Recordings und ihr Ex-Freund und langjähriger (Co-)Produzent Diplo mit dabei sind. Letzterer wird u.a. mit seinem Major-Lazer-Kollektiv für passende Tanzhymnen sorgen. Damit gehört ML auch zu unseren persönlichen Empfehlungen. Die umfassen außerdem: Die fluoreszierenden US-Jungs von Yeasayer, das berührend-intime UK-Trio The XX (unser Interview gibt es hier), die französischen Cosmicpopper Air (Interview), Animal Collectives Noah Lennox’ Soloprojekt Panda Bear und die fantastischen, düsteren Psychrocker The Black Angels, die gemeinsamen mit Norwegens Motorpsycho (führen ihr epochales 1994er Album Timothy’s Monster noch einmal auf) und Kanadas Fucked Up! die Rockfront des Festivals bilden.

Aber zurück zur Girlpower: Neben M.I.A. wird es eine weitere, starke Popfraktion geben, die von niemand geringerem als der gerade wiederzurückgekehrten, schwedischen Fembot Robyn angeführt wird. Der blonden Muse und ihrem 2010er Stück “Dancing On My Own” folgen die überaus erfolgreichen, britischen Nachwuchstalente La Roux (Interview) und Marina Lambrini Diamandis alias Marina & The Diamonds.

Wer jetzt noch mehr überzeugende Gründe für das Festival braucht, dem/der seien The National, Sigur Ros’ Jónsi, Girls, Surfer Blood, Ariel Pink genannt. Alles vortreffliche Künstler und auch die Broken Bells und Miike Snow haben live einiges in petto.

Letztendlich wird natürlich auch für Disco-Fans gesorgt. So wird James Murphy seinen wahrscheinlich letzten Aufritt auf norwegischen Boden als LCD Soundsystem bestreiten (er will das Projekt nach dem aktuellen Album ja beenden) und mit der Øya Nightime darf in den umliegenden Clubs nach Beendigung des offiziellen Festivalprogrammes noch kräftig weitergefeiert werden. Hierfür sind u.a. Jamie XX (das Solo-Dubstep-Projekt von Jamie von The XX), Hyperdubs Darkstar, Four Tet und The Whip gebucht. Und auch während der Tageszeiten werden gerade die Norweger á la Lindstrøm & Christabelle oder diskJokke (gemeinsam mit Gamelan) ein ordentliches Set vorlegen.

Apropos NorwegerInnen: Natürlich gibt es beim Øya – anders als etwa bei deutschen Festivals – eine Vielzahl junger, heimischer Bands aus allen Genren zu hören. Ins Auge gefallen sind uns dabei vor allem die leicht verkopfte Electropop-Gruppe Pow Pow und die Metal-Formation Okkultokrati, die so ziemlich alles mitbringt, was man in diesem Genre für eine gute Band braucht.

Karten für das gesamte Festival kosten umgerechnet ungefähr 250 €. Ein- oder Mehrtagestickets sind bereits zu niedrigen Preisen erhältlich. Der Verkauf findet online hier. Weiter Informationen hält die Festivalwebsite parat und nachfolgend findet ihr noch einmal das komplette Line-up.

Alle Bestätigungen: Festival
1349, Against Me!, Air, Altaar, Ariel Pink (performing Haunted Grafitti), Baroness, Big Boi, The Black Angels, Blood Command, Broken Bells, Camp Sounds, Casiokids, CCTV, Converge, The Cumshots, Cymbals Eat Guitars, Die Antwoord, diskJokke + Gamelan, Djerv, Field Music, The Flaming Lips, Fool’s Gold, Fucked Up, The Gaslight Anthem, Girls, Iggy & The Stooges, Imperial State Electric, Ingeborg Selnes, Ingrid Olava, Invasion, John Olav Nilsen og Gjengen, Jónsi, Karpe Diem, Kenneth Ishak & The Freedom Machines, King Midas Sound, Kråkesølv, La Roux, Lars Vaular, LCD Soundsystem, LidoLido, Lillebjørn Nilsen, Lindstrøm & Christabelle, Local Natives, Lucy Swann, M.I.A., Major Lazer, Marina & The Diamonds, The Megaphonic Thrift, Mhoo, Miike Snow, Motorpsycho (performing Timothy’s Monster), The National*, Navigators, Necessary, Obliteration, Okkultokrati, Oslo Ess, Ost & Kjex, Panda Bear, Paul Weller, Pavement, Pow Pow, Purified In Blood, Raekwon, Robyn, Rubik, Serena Maneesh, Shining, Sleepy Sun, Sleigh Bells, Social Suicide, The Specials, Surfer Blood, Susanne Sundfør, Team Me, Thom Hell, Todd Terje & Dølle Jølle, Tony Allen, Torgny, Trash Talk, Tune-Yards, Wardruna, The XX, Yeasayer , Youth Pictures Of Florence Hendersom

Alle Bestätigungen: Clubprogramm
Darkstar, Diplo, Eskimo, Four Tet, Jamie XX, Get Dancy, Kyle Hall, Kumar, Omar-S, Øyvind Morken, Punani SS Soundsystem, Sommerstad, Telephones & Chmmr, The Whip

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2 Responses to “We recommend: Øya Festival 2010”

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