Cut Copy

Rundumschlag in Sachen Cut Copy: Seitdem wir über den ersten Vorgeschmack “Where I’m Going” der drei Australier zu ihrem neuen, dritten Album schrieben, hat sich so einiges angesammelt: Albumtitel (in doppelter Hinsicht), -Cover, -Veröffentlichungstermin, -Dokumentation, Tourdaten sowie eine neue Single samt – soviel sei vorweggenommen – famosem Remix. Aber der Reihe nach:

Zonoscope, der Nachfolger des mitreißenden Zweitwerks In Ghost Colours, wird im Mutterland am 4. Februar von Modular veröffentlicht und 7. bzw. 8. des Monats folgen dann Europa und Nordamerika. Zieren wird das Werk eine nahezu epische Photomontage des 2008 verstorbenen japanischen Künstlers Tsunehisa Kimura, der in seinem Zirkel Visual Scandals 1979, sprich: ganz ohne Photoshop, die New Yorker Skyline zwischen riesigen Wasserfällen halb verschwinden, halb emporragen ließ und somit jüngere Katastrophenfilme wie The Day After Tomorrow (2004) optisch vorwegnahm. Bereits auf dem 1984er Album Red Sails in the Sunset der ebenfalls australischen Midnight Oil war ein von Kimura in eine Kraterlandschaft versetztes Sydney zu sehen.

Zu hören sein werden auf Zonoscope insgesamt elf Stücke (Liste am Artikelende), allesamt von Cut Copys Dan Whitford selbst produziert. Sein Kollege Tim Hoey umschrieb gegenüber SPIN.com die neue Richtung: “We certainly are using all sorts of electronic instruments, more synthesizers, computers, all of that, but contrasted with more organic sounds, more organic percussion.”

Neben einer neu abgemischten Version von “Where I’m Going” (Hoey: “[It’s] more chant-y, kind of tribal, and probably less pop than the version that came out a couple of months ago.”) befindet sich auf dem Album auch die erste, bereits veröffentlichte Single “Take Me Over”, die exemplarisch für die musikalische Entwicklung steht und nicht nur dank gefälligem Gitarrenintro das noch florierende Popgespür des Trio unterstreicht, die damit anno 2010 auch einen erfrischenden Kontrastpunkt zum Pathos von HURTS setzen. Und Tim Goldsworthy, der das Debütalbum noch produziert hatte und Anfang des Jahres mehr oder weniger das Produktionsteam des New Yorker DFA Labels verließ, steuert diesmal als Thee Loving Hand noch einen raumgreifenden, zehneinhalbminütigen Remix des Stücks (Cut Copy: “[It’s] designed for a new futuristic main room that fits over the top of the old main room.”) bei, der alle Verheißungen des Titels schon vorab im Clubformat einlöst.


Cut Copy : Take Me Over (Thee Loving Hand Remix) (Download)


Cut Copy : Take Me Over (Albumversion; alternativ: Radio Edit)

Jetzt genießen sie noch den australischen Sommer, aber schon im europäischen Frühling sind Cut Copy auf dem alten Kontinent live zugegen. Die dabei zunächst noch ausgesparten Länder Polen, Spanien und Irland sollen später folgen. Alle Termine am Ende.

Wer sich bis dahin nicht gedulden mag, kann sich zudem noch die dreiteilige Videodokumentation “Skies of the Ape” über die Aufnahmen von Zonoscope anschauen, die das australische Musikvideofilmerduo Krozm gestaltet hat. Den ersten Teil gibt es nachfolgend zu sehen, Teil 2 und 3 hier bzw. hier. Eine “Artificial Interpreter” genannte Langfassung mit weiterem Material wird der Deluxe-Edition des Albums beiliegen. Krozm hatten zuletzt Miami Horrors “Holidays” realisiert, drehten aber auch schon für und mit u.a. Jet, Midnight Juggernauts und eben Cut Copy.

Cut Copy Zonoscope:
1. Need You Now
2. Take Me Over
3. Where I’m Going
4. Pharaohs & Pyramids
5. Blink and You’ll Miss a Revolution
6. Strange Nostalgia for the Future
7. This is All We’ve Got
8. Alisa
9. Hanging Onto Every Heartbeat
10. Corner of the Sky
11. Sun God

Cut Copy live 2011:
03.03. Glasgow, Death Disco Special
05.03. Manchester, Now Wave @ Quay House
06.03. London, The Forum
08.03. Oslo, Rockerfeller
09.03. Malmo, KB
10.03. Copenhagen, VEGA
11.03. Stockholm, The Strand
12.03. Helsinki, House of Culture
14.03. Tallin, Rock Café
16.03. Berlin, Lido
17.03. Cologne, Gebaeude 9
18.03. Amsterdam, Melkweg
19.03. Paris, Casino Nouveau
23.03. Lisbon, Coliseum

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