
Eine Hauptstadt zwischen Klassik und Falco: Wien, zu englisch: Vienna, ist vielleicht kein (pop)musikalischer Schmelztiegel, wohl aber noch immer gelegentliche Inspirationsquelle. Die Briten von Ultravox widmeten der Donaumetropole 1980 pathosreich gleich ein ganzes Album, vier Jahre später sang eine gleichnamige Gruppe “Say You Love Me (Tu As Juré)“. Zuletzt bot man Ja, Panik! kurzzeitig Heimstätte und Andy Butler nahm, angeregt durch seinen Produzenten Patrick Pulsinger und Künstler wie Wolfram (ehemals Diskokaine), das aktuelle Hercules & Love Affair Album Blue Songs hier auf.
Mit VIENNA, in Kapitalen, gibt es nun eine weitere Neugründung im Assoziationsreigen, diesmal allerdings aus Berlin. Musikalisch haben sie mit den oben Genannten wenig zu tun. Stattdessen versucht sich das gerne unerkannt bleibende Trio an minimalistischer Electronica und Synth-Pop. Das weiblich-männlich Duett schwelgt dazu im erratischen Lebensgefühl der Zeit; zwischen Exzess und hehren, aber unerfüllten Gefühlen. Und im Idealfall, wie etwa in “A Tourist”, ist man eh lediglich zu Besuch:
I want to be a tourist in your heart
A tourist in your heart again
To feel my pulse rise
Im zweiten bisher veröffentlichten Lied, “Blood”, ist dann das Tanzen Allheilmittel aller Wunden. Für beide Stücke gibt es auch simpel, aber effektvoll zusammengestellte Schwarz-Weiß-Videos. Als stillschweigendes Verbindungsstück dient ein gerahmtes Photo. Bei “A Tourist” erscheint zudem anfangs eine unvollendetes Gedicht in der Schreibmaschine:
Ich will von jeder deiner Poren lehren.
Ich will von deinen Lippen kosten,
und mich tief in ihnen versenken(?).
Will jedes deiner Haare,
auf meiner Brust wippen fühlen.
Doch der finale Kuss bleibt aus, die große Geste steht im leeren Raum. Diese ersten Kostproben von VIENNA gibt es nachfolgend dennoch als Video und Download.
VIENNA : A Tourist (Video) (Download)
VIENNA : Blood (Video) (Download)
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