Jägermeister Wirtshaus Tour x Frankfurt

Wenn die Jägermeister Wirtshaus Tour am 21. April im Frankfurter Yachtklub einkehrt, wird es wohl die wohl engste gemütlichste Sause der ganzen Tour geben. In rustikaler Haubootatmosphäre können diesmal 250 Gäste auch eine Premiere erleben: Mit den Münchenern von Frittenbude, Speerspitze der Audiolith-Jugendbewegung und geschätzte Remixproduzenten bzw. Liedumschreiber, spielt erstmals auch eine deutsche Band auf der Reise durch unsere Landen. Ihre zwei Alben Nachtigall und Katzengold bieten ein Gemisch aus adoleszenten und semi-gesellschaftskritischen Raptexten mit Ravebeats und Gitarrenklängen – ein sehr unterhaltsamer Musikentwurf, den sie selbst sich-den-Schubladen-verweigernd Schrabbel Brabbel nennen. (Morgen findet sich hier auch ein Interview mit FB.) Das anschließende DJ-Set liegt diesmal in den Händen von Big-Beat-Mann Tom Deluxx, der als notorischer 12″-Electro-Produzent seinem französischen Landsmann Yuksek nachfolgen wird.

Auch dieses Mal könnt ihr 1×2 Karten gewinnen, wenn ihr uns bis Montagmitternacht am 18. April uns einen Kommentar hinterlasst. Wie immer entscheidet dabei das Los, also viel Glück! Weitere Karten gibt es auf das-wirthaus.de/gaesteliste und Facebook.

Und als thematisch einstimmendes Schmankerl haben wir euch noch zehn Lieder über Wirtshäuser, Bars und Kneipen zusammengestellt. Von Brecht und Schubert bis Peter Alexander, von The Clash bis Pulp – die Bildung soll nicht zu kurz kommen:

Peter Alexander : Die Kleine Kneipe
Man redet sich heiß und spricht sich von der Seele
Was einem die Laune vergällt
Bei Korn und bei Bier findet mancher die Lösung
für alle Probleme der Welt
Im Original gesungen von Pierre “Vader Abraham” auf Holländisch gesungen (“In het kleine Café aan de haven”), wurde die deutsche Interpretation dieser Hymne der Geselligkeit 1976 zum größten Erfolg des vielleicht besten deutschen Unterhalters, obwohl sie in ihren 33 Wochen in den Charts nie über Platz zwei hinaus kam.

The Beautiful South : Liars Bar
Well, living with a lying man
Could never really hurt
But living with a drunk
Well, no-one deserves
Ebenso wie Norman Cook alias Fatboy Slim den legendären Housemartins entstammend, nahmen die britische Popband hier die einzelnen Typen von Barbesuchern einmal genauer unter die Lupe.

The Clash : (White Man) In Hammersmith Palais
But it was Four Tops all night with encores from stage right
Charging from the bass knives to the treble
But onstage they ain’t got no roots rock rebel
Wir schreiben das Jahr 1978 und auf der letzten (und selbst produzierten) Single vor The Clashs bahnbrechenden Debütalbum, macht Joe Strummer seiner Enttäuschung über eine Reggae-Nacht im West-Londoner Ballhaus Luft. Nicht jede Nacht endet gut.

The Doors : Alabama Song (Whisky Bar)
Oh, moon of Alabama
We now must say goodbye
We’ve lost our good old mama
And must have whisky, oh, you know why
Später auch von David Bowie gesungen, klang Brechts durch die Übersetzung von Elisabeth Hauptmann und Instrumentierung von Kurt Weill zu einem Teil des Songspiels

The Infadels : Stories From The Bar
To start where I know I’ll never end this
Path, here with all my vices, I
Laugh, as they drum to the sound of the monkey voices
Past, where I left my toysingers

Das Delirium waberte noch durch den Raum als The Infadels dieses murmelnde Ende ihres etwas unterbewerteten We Are Not The Infadels aufnahmen.

Muff Potter : Wir Sitzen So Vorm Molotow
Wir sitzen so vorm Molotow
Und trinken Cocktails
Auf die gute alte Zeit
Seit an Seit mit den Genossen
Und Hans Dampf in allen Gossen
Und wir seufzen bis zur Heiserkeit
Die mittlerweile aufgelösten Muff Potter verfielen der Melancholie mit einem Bier vor den Türen ihrer Lieblingsbar bzw. -Clubs in Hamburg. Eigentlich sehr britisch, wenn man es genauer bedenkt.

Pulp : Bar Italia
That’s what you get from clubbing it
You can’t go home and go to bed
Because it hasn’t worn off yet
And now it’s morning
There’s only one place we can go
In den Mittneunzigern wussten Pulp immer, wo man frühmorgens im Londoner Stadtteil Soho noch ein paar gute Stunden haben konnte.

Thin Lizzy : The Boys Are Back In Town
Friday night they’ll be dressed to kill
Down at Dino’s bar and grill
The drinks will flow and blood would spill
If the boys wanna fight you better let ‘em

Die Iren wussten schon immer, wie man ordentlich trinkt, und ebenfalls 1976 feierten Thin Lizzy hier die Heimkehr einer fiktiven Soldatentruppe mit einem der bekanntesten Gitarrenriffs aller Zeiten. Nur zehn Jahre später verstarb Sänger und Bassist Phil Lynott an den Folgen seiner jahrelangen Alkoholabhängigkeit.

Franz Schubert : Das Wirtshaus
O unbarmherz’ge Schenke,
Doch weisest du mich ab?
Nun weiter denn, nur weiter,
Mein treuer Wanderstab!

Es heißt, der junge Schubert habe seine Getränkerechnungen in den Wiener Gasthäusern und in Zeiten von Geldknappheit auch gerne mit schnell vor Ort komponierten Stücken beglichen. Seinem Protagonisten in diesem langsamen, todtraurigen Stück aus der 1827er Winterreise versagt er aber die Einkehr in das Gasthaus.

Tom Waits : I Hope That I Don’t Fall In Love With You
Well the room is crowded, there’s people everywhere
And I wonder, should I offer you a chair?
Well if you sit down with this old clown, take that frown and break it
Before the evening’s gone away, I think that we could make it
And I hope that I don’t fall in love with you
Waits hat viele großartige Stücke über Bars geschrieben. Eines sehr besten erzählt eine eher komplizierte Liebesgeschichte, die nicht sein soll.

In Zusammenarbeit mit Jägermeister.

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