Apparat : Black Water

Ob die Abbildung Sascha Rings alias Apparat auf dem Cover seiner neuen Single “Black Water” Goethes Dr. Faust nachempfunden wurde, bleibt zunächst ungewiss. Mode-historisch würde es nicht ganz passen, denkbar wäre es dennoch, wuchs der Berliner Produzent doch ursprünglich im Harz auf, jenem Gebirge, das den alten Dichter zu zahlreichen Episoden seines Hauptwerkes inspirierte. Vielleicht soll es aber auch die Symbiose von (ernster) Musik und chemischen Drogen wiederspiegeln, die die deutsche Technokultur so nachhaltig geprägt hat und prägt. Denn das neue vierte Album The Devil’s Walk (da klopft der Faust wieder an) des mittlerweile zur Band mutierten Projekts atmet ebenfalls diesen Geist; ab dem 23. September auch im hiesigen Plattenladen. Verantwortlich dafür ist diesmal das britische Archelabel für elektronische Musik, Mute, was wiederum bedeutet, dass Ring erstmals ein Apparat-Album nicht auf Shitkatapult veröffentlicht, nachdem er sich im Anschluss an sein Drittwerk Walls seiner Teilhaberschaft am Label entledigt hatte. Dafür gab es im Vorjahr einen Beitrag zur renommierten DJ-Kicks-Reihe von !k7, die das internationale Profil des Künstlers weiter schärfte.

Die ersten Skizzen der neuen Stücke sollen kurz zuvor im mexikanischen Surfer-Hotspot Sayulita entstanden sein, mit dabei: Joshua Eustis von Telefon Tel Aviv, dessen Bandpartner Charles Cooper 2009 verstorben war und der später für Rings DJ-Kicks auch das Exklusivstück “Lengthening Shadows” spendierte, sowie Alfredo Noguerira, seines Zeichens Studiomusiker bei TTA. Und so würden wir, neben den beeindruckenden Festivalerfahrungen, die Ring zuletzt mit Modeselektor gemeinsam als Moderat etwa beim Roskilde, Field Day, Berlin Festival oder Melt! sammeln konnte, vor allem die lateinamerikanische Sonne als Haupteinfluss auf “Black Water” und den bereits im April publizierten Vorgeschmack “Ash/Black Veil” verzeichnen, käme die Belehrung via Pressetext nicht umgehend. Demnach strickte Ring das “esoterische” Gewand der Musik erst nach einer kreativen Dürreperiode und wieder daheim in Berlin. Als Partner, Co-Produzent und Katalysator diente ihm dabei Patrick Christensen alias Nackt, ehemals bei der Shitkatapult-Band Warren Suicide.

Warm und melancholisch, großflächig wie tief erscheinen nur die ersten beiden Ergebnisse. Eindeutig strebt streben Apparat dabei nach dem kollektiven Schwelgen in Klangräumen, die man bereits am Donnerstag bei der Kölner c/o pop und bis September bei vier weiteren Liveterminen erleben kann. Bis dahin gibt es “Ash/Veil” und “Black Water”, das am 1. August bei Mute erscheint, nachfolgend als Gratisdownloads.


Apparat : Black Water (Download)


Apparat : Ash/Black Veil (Download)

Apparat live:
23.06. Köln, Philharmonie
30.06. Augsburg, Modular
15.07. Gräfenhainichen, Melt! Festival
29.09. Berlin. Berlin Festival
23.09. Hamburg, Reeperbahnfestival

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