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MS MR – Pop am Abgrund

Freitag, Juni 8th, 2012

Sie trifft ihn, er trifft sie, es funkt. Und weil allein schon diese wenigen Informationen das Kopfkino befeuern, Geheimnisse bekanntlich die Fantasie anregen, bleibt es bei MS MR aus New York (vorerst) auch bei dieser spärlichen Erzählung. Namen? Gesichter? Biografien? Alles Fehlanzeige! Nur drei Fotos auf ihrem Myspace-Profil belegen, dass es sich bei MS MR um ein Duo handelt. Dessen weiblicher Part hat scheinbar ein Faible für Flakons, sein männliches Pendant eins für das Schachspiel. Offensichtlich handelt es sich um eine young miss bzw. young mister. Allerdings, dort endet die gedachte Romanze bereits, denn in den Liedern von MS MR sind Selbstzweifel und Verbitterung die bestimmenden Themen.

“These are hard times for dreamers / and lovers, believers”, heißt es da in Bones, dem ersten Song der im Herbst eingestellten EP Ghost City USA. Wie es der post-apokalyptische Titel schon andeutet: Die namensgebenden Knochen sind natürlich kalte, kalkweiße Gebeine; der verbundenen Seele soll die Isolation gewährt werden, die Uhr zeigt Mitternacht. Ein weiteres Stück, Ash Tree Lane, wurde höchstwahrscheinlich von Mark Z. Danielewskis hintergründiger Horroerzählung House of Leaves (in Deutschland: Das Haus) inspiriert.

Dennoch handelt es sich bei MS MR nicht um eine Gothic-Formation. Eher ist ihre Musik schwermütiger bis dramatischer Synthpop mit Schlagzeugunterstützung, gesprengelt von kleineren Noisesamples. Die Stimme der unbekannten Sängerin erscheint zunächst leicht unterkühlt, packt den Hörer schließlich aber raumgreifend in den Griff von Sentiment und Melancholie.

Solche Klangentwürfe waren zuletzt vor allem in Großbritannien zu hören, bei Florence and the Machine etwa (An Welchs Stimme erinnert jene der MS MR-Sängerin in ihrer Eindringlichkeit auch.) oder bei Patrick Wolf. Dessen Abschiedsode Time Of My Life hat sich die Band angeeignet. Und sie wirkt ihnen wie auf den Leib geschneidert, wenngleich sich Songstruktur und Arrangement stark am Original orientieren.

Inhaltlich knüpft nun Hurricane, MS MR’s neuestes, gerade veröffentlichtes und bislang bestes Lied, an die Beziehungsaufarbeitung an. Auch hier bleibt die Protagonistin allein zurück, das Schicksal wurde allerdings notgedrungen selbst gewählt. Eine empfangene Liebe kann nicht erwidert, aus Angst vor den eigenen Dämonen wird das Herz verschlossen. Ein angenehm schwerer Kopfnickbeat und dezente Streicher lassen dabei jedoch nicht allzu Melancholie aufkommen – Pop von Format! Für 2012 sollte MS MR der Durchbruch ins Haus stehen, und siehe da: Im Vorprogramm von Marina and the Diamonds gilt es demnächst, die allerersten Liveauftritte zu absolvieren.

Dies ist ein durch Myspace Deutschland vermittelter Eintrag.

patten

Dienstag, August 23rd, 2011

[vimeo 27587374 nolink]

Die britische IDM-Hoffnung patten (vollständig in Minuskeln geschrieben) will am 26. September sein Debütalbum GLAQJO XAACSSO (vollständig in Kapitalen) vorlegen. Nachdem zuvor Werk Discs als potentielle Labelheimat des Londoners galt, erscheint der Langspieler nun bei den hiesigen Obskuritätenspezialisten von No Pain in Pop. Begleitet wird die frohe Kunde von einem neuen Video zu “Blush Mosaic” (siehe oben) und einem Remix.

patten, als Produzent noch gesichtslos, setzt dabei gerne auf die Überforderung und lässt etwa in “Blush Mosaic” Blue-Monday-eske Erweckungserlebnisse sich aus beinah überfrachteten Verschachtelungen von Glitch, House, Synthpop, chopped beats und Vokalfetzen direkt in das hörende Unterbewusstsein schälen. Das kristalline Video dazu drehte Jane Eastlight, die auch schon für Alak gearbeitet hatte. Als Remixer von “my love is the best” der Letzteren (ein Projekt der Kalifornierin Jocelyn Jade Noir) löst patten hingegen nur behutsam die hymnische Monotonie des Einstiegsloops, hebt sich körnige Claps und den nahezu banalen Gong fast bis zum endgültig entrückenden Schluss auf.

Es ist ein nicht enden wollendes Dickicht in das man sich hier voller Vorfreude auf detailverliebte Überraschungen stürzen. Auch seine Webseite ist in etwa so übersichtlich wie die Kritzelei-Flyer-Collagen Berliner Clubklotüren. Über die bloße Collagieren setzt er sich dabei aber spielerisch hinweg und so ist der gewählte Künstlername durchaus als sinnstiftende Metapher zu sehen: Als patten werden in der englischen Sprache nämlich jene Holzplateausohlen bezeichnet, die im Mittelalter die Füße der Bürger vor den Ansammlungen von Pferdedung, Müll und menschlichen Ausscheidungen auf den Straßen schützte, sie quasi darüber erhob.


ALAK : my love is the best (patten Remix) (Download)


patten : This sharpened mist (slow turn version) (Download)

patten GLAQJO XAACSSO
1. Ice
2. Crown 8vo
3. Words collided
4. a.m./soft focus
5. Blush mosaic
6. & our wild paths intersect
7. Fire Dream
8. Peachy swan
9. Out the coast
10. Ndi bem
11. Plurals
12. Rubylith film

Das oben verwendete Foto hat die Fotografin Mi Nguyen im Hafen von Amsterdam geschossen, wo sicherlich auch einige niederländische Klompen tagtäglich verschifft werden. Alle Rechte vorbehalten.

Gatto Fritto : s/tGatto Fritto : s/t

Mittwoch, Mai 18th, 2011

The press promo tries to mystify him, but already his alias perplexes. A lone walking around in the London Underground stations, that’s what Gatto Fritto, whose actual name is Ben Williams, is now described as, before locking himself away with numerous instruments to record his nameless debut album. And a fried cat is what you get, when you translate the moniker back from Italian to English, which again reminds of boring German T-shirt humour (shirt says, “I like cats! They taste like chicken.”) But these 54 minutes of beautiful music are a serious experience.

The LP just got released by International Feel, one of the many Wunderkinder of digitalised global music world, which hereby makes its album premier after releasing sixteen singles in the last two years, being as unerring as their fellow countrymen, Uruguay’s national football team in the 1920ies. The new insights into the detail-rich cosmos of Williams are manifold, with the heavenly association picked consciously, since Gatto Fritto has made the soundtrack to various remained-a-dream adventures lost in spaces.

Of course, this musically roots all back to the krautrock era, as a nostalgic futurism quasi, but in more current contexts, “The Hex” reminds one of the Chromatics and how could one not directly think of Studio, when a single guitar introduces you into the heavy eleven-minute-long trance that is  “Invisible College”. Though, but tracks already got released as singles via Andy Blake’s Dissident label or Williams himself between 2007 and 2008, so it’s actually more a parallel process. And when he sings, for instance in “The Curse” or “Lucifer Morning Star”, which both recently got accompanied by official vintage videos (watch below), the artist naturally uses a vocoder.

Eventually, we would love to launch the album into outer space, to every little corner of the universe, but with us in its tow, vanishing into the music.

Gatto Fritto Gatto Fritto is out now via International Feel / NEWS. Tonight, Gatto Fritto will play live at Soju Bar, Berlin, (programme below), and on Saturday at Elli Disco, Munich.


Gatto Fritto : Lucifer Morning Star


Gatto Fritto : The Curse (Video)


Gatto Fritto : Hex (Download)

Der Beipackzettel für die Presse bemüht sich noch um Mystifizierung, doch bereits der Name stimmt perplex. Ein, lange Zeit vor allem durch die Londoner U-Bahn herumwandelnder, Einzelgänger soll Gatto Fritto, der im echten Leben Ben Williams heißt, gewesen sein, bevor er sich mit allerhand Instrumenten in ein Studio einschloss, um sein gleichnamiges Debütalbum aufzunehmen. Frittierte Katze bedeutet der Künstlername, sofern man ihm aus dem Italienischen übersetzt, und erinnert damit (sicherlich unfreiwillig) an drögen deutschen T-Shirt-Humor. Seine Musik bleibt jedoch in jeder der insgesamt 54 Minuten eine ebenso ernsthafte wie erquickende Erfahrung.

Das Album ist gerade bei International Feel erschienen, einem Wunderkind der digitalisierten globalen Musikwelt, das sich erstmals an das Langspielformat heranwagt, nachdem es zuvor mit sechzehn Singles in zwei Jahren sich ähnlich treffsicher gezeigt hatte wie seine uruquayischen Landsmänner der Fußballnationalmannschaft der 1920er Jahre. Die neugewonnenen Einblicke in den detailverliebten Kosmos Williams’ sind mannigfaltig, wobei die Himmelsassoziation hier bewusst gewählt ist: Gatto Fritto legt den Soundtrack zu zahllosen traumgebliebenen Weltraumabenteuern vor.

Das ist natürlich alles bis weit in den Krautrock zurück verwurzelt, quasi ein nostalgischer Futurismus, erinnert aber in aktuelleren Bezügen bei “The Hex” an die Chromatics oder direkt an Studio, wenn eine Gitarre in die elfminütige Trance von “Invisible College” einführt. Allerdings waren beide Stücke bereits zwischen 2007 und 2008 als Singles bei Andy Blakes Dissident bzw. in Eigenregie erschienen. Es handelt sich somit vielmehr um eine musikalische Parallelentwicklung. Und wird einmal gesungen, etwa in “The Curse” oder “Lucifer Morning Star”, die beide bereits offiziell mit aus altem Filmmaterial zusammengeschnittenen Videos ausgestattet wurden (siehe unten), kommt selbstverständlich der Vocoder zum Einsatz.

Am liebsten würde man das Album letztendlich auf den Mond schießen; auf den Mond und in jede andere Ecke des Universums auch, sich selbst verlierend im Schlepptau.

Gatto Fritto Gatto Fritto ist bei International Feel / NEWS erschienen. Heute Abend spielt Gatto Fritto live in der Soju Bar, Berlin, (Programm: siehe unten), am Samstag dann in der Elli Disco, München.


Gatto Fritto : Lucifer Morning Star


Gatto Fritto : The Curse (Video)


Gatto Fritto : Hex (Download)

Tyler, The Creator : Pact of the wolvesTyler, The Creator : Pakt der Wölfe

Freitag, April 29th, 2011

I don‘t want to be the future of „L.A. Hip Hop“ I want to be the future of music“, Tyler, The Creator wrote on his Twitter account last month. And the consent between music press, listeners and other rappers such as Mos Def, Kanye West or Pharrell Williams demonstrates that he’s by now not only the future of the local scene anymore. Much more, it suggests that the 19-years-old has successfully refreshed the hip hop culture with his dark to ironic approach already.

Tyler sits on a bar stool . He wears a patterned shirt and a cap, looking just like the cute(?) post-pubertal skater boy he probably is. But it’s not cuteness, which you would associate with him, when the sharp sounds of „Yonkers“ and Tyler’s deep, blurred-by-darkness voice come on. He’s angry, uses fuck in exorbitantly high number, eats a cockroach, which makes him puke, wears black contact lenses, turning him into a sociopath in a patient chair, from which he hangs himself off at the end.  This as lyrically as visually brilliant work earned him more than 7m clicks on Youtube. But he doesn‘t give a shit. He just wants to make music to conquer the whole universe with.

I’m feeling like the Bulls, I’ve got a Gang of Wolves
Odd Future is children that’s fucked up on they mental
Simple but probably not, fuck them („Bastard“)

That Tyler’s favourite English word seems to be fuck, is not hard to guess from his lyrics or tweets. And yes, this might not be unique characteristic in the rap business, but seldom it’s embedded as viciously as the FUCK in his (con)texts. In the music of  Tyler, The Creators dark thoughts and insults just culminate into an alter ego that is his Mr. Evil.
The diabolically lyrical genius becomes visible between rapes and a fatherless childhood, both main themes of his first album Bastard, the genesis of the hip hop collective Odd Future (Wolf Gang Kill Them All), short: OFWGKTA. Here about ten artists from Los Angeles, or more precisely: the deprived area of Crenshaw, where Ice Cube was born and raised and Ice T grew up, collaborate, while presenting their talents via an own Tumblr, from which you can download free mixtapes and productions. But the free number of which might decline soon, since just this week, the collective sold its distribution rights to major label Sony RED. And while still earning complete artistic freedom, this should earn them lots of money from now on. Also May 6 will mark the official release of Tyler, The Creator’s next album Goblin via XL Recordings / Beggars. So the creator is already busy ironising the probable changes the undoubted future success might have on him with the fictional golf playing character of Thurnis Haley.

Odd Future includes video artists, rappers, djs and skaters, declaring intensity and viciousness to their constitutive features.  They not only write about raping and bitches, but with their extroverted TV appearances, such as on the Jimmy Fallon Show, and the personification as wolves they collective turns into a permanent extreme. Extremely loud, extremely musically and sometimes even extremely funny, like when being portrayed by Terry Richardson. It shouldn’t get boring with them soon.

On May 6 Tyler, The Creator and OFWGKTA will play at Cossiopaia, Berlin, alas, the gig is already sold out.  A good overview on the Odd Future works offers the feature Youth And Young Manhood by The Quietus.

I don‘t want to be the future of „L.A. Hip Hop“ I want to be the future of music“ schrieb Tyler, The Creator Ende April in sein Twitter-Profil. Der Konsens bei Musikjournalisten, Hörern und anderen Rappern wie Mos Def, Kanye West und Pharrell Williams zeigt auch alles andere, als dass er nur die Zukunft des HipHops in L.A. ist beziehungsweise sein wird. Der Konsens suggeriert viel mehr, dass der 19 Jährige die HipHop-Kultur mit seiner düster-ironisierten Art erfolgreich auffrischt.

Tyler sitzt auf einem Barhocker. Er trägt ein gemustertes Shirt und eine Kappe – er sieht eben aus wie ein niedlicher(?) Skater-Boy in der Postpubertät. Die schrillen Töne von „Yonkers“ und Tylers tiefe, von Düsterkeit belegte Stimme lassen den Zuschauer aber alles andere als Niedlichkeit mit ihm assoziieren. Er klingt wütend, benutzt fuck im exorbitanten Ausmaße, isst eine Schabe, woraufhin er sich übergeben muss, trägt schwarze Augenlinsen, die die ganze Attitüde noch mehr verdüstern, so dass Tyler aussieht wie ein Soziopath auf einem Patientenstuhl, von dem aus er sich am Ende selbst erhängt. Für dieses lyrische wie visuell geniale Video bekommt er fast 7. Mio. Klicks. He doesn‘t give a shit. Er möchte Musik machen und damit am besten das ganze Universum erreichen.

I’m feeling like the Bulls, I’ve got a Gang of Wolves
Odd Future is children that’s fucked up on they mental
Simple but probably not, fuck them („Bastard“)

Dass Tylers Lieblingswort fuck zu sein, ist nicht schwierig zu erraten, wenn man seine Lyrics sowie Tweets liest. Das ist im Rap freilich kein Alleinstellungsmerkmal, allerdings begegnen wir momentan keinem Rap-Musiker, der FUCK so bösartig in (Kon)texte einbettet wie er. In Tyler, The Creators Musik kulminieren alle bösen Gedanken und Beschimpfungen zu einem Alterego Mr. Evil.
Sein diabolisch-lyrisches Genius kommt in den Thematiken, beispielsweise Vergewaltigung, vaterlose Kindheit, auf seinem ersten Debüt-Album Bastard sowie in seinen Arbeiten mit dem HipHop-Kollektiv Odd Future (Wolf Gang Kill Them All), kurz: OFWGKTA, zum Ausdruck. Dieses Kollektiv, das aus ca. zehn Rappern besteht und ebenfalls aus Los Angeles, genauer gesagt wie auch Ice T oder Ice Cube, der hier aufwuchs, aus dem sozialen Brennpunkt Crenshaw, kommt, präsentiert sein Talent via Tumblr.
Hier können kostenlose Mitxtapes und Alben heruntergeladen werden. Deren Anzahl dürfte sich in Zukunft aber reduzieren, seitdem sich dieser Tage mit Sony RED, ein Major, die Vertriebsrechte an allen Gang-Produktionen sicherte. Und das lässt sogar ohne künstlerische Beschränkungen die Kassen demnächst kräftig klingeln. Auch Tyler, The Creators am sechsten Mai erscheinendes Nachfolgealbum Goblin wird nicht kostenlos, sondern am 6. Mai offiziell bei XL Recordings / Beggars erscheinen. Wie der zweifellose Erfolg ihn vermeintlich verändern könnte, ironisiert er bereits jetzt in seiner golfenden Kunstfigur Thurnis Haley.

Das Team Odd Future, bestehend aus Videoregisseuren, DJs und Skateboardern, hat sich Intensität und Bösartigkeit zu konstitutiven Merkmalen gemacht. Odd Future schreiben damit nicht nur böse Texte über raping und bitches, mit ihrem extrovertierten Auftreten bei Shows (z.B. Jimmy Fallon-Show) und dem Personifizieren mit Wölfen präsentiert sich das Kollektiv als Extrem. Extrem laut, extrem musikalisch und manchmal auch extrem lustig, wie bei einem Shooting mit dem Fotografen Terry Richardson. Es wird wohl nie langweilig um die Crew werden.

Am 6. Mai bestände ebenfalls die Möglichkeit Tyler, The Creator zusammen mit OFWGKTA im Cossiopeia in Berlin zu sehen, allerdings ist das Konzert bereits ausverkauft. Einen guten Überblick über das Kollektivschaffen bietet das Feature Youth And Young Manhood bei The Quietus.

Cat’s Eyes : Faris Badwans neuester Streich

Donnerstag, Januar 27th, 2011

After Lumina apparently did not progress well, Faris Badwan of The Horrors has founded new side-project Cat’s Eyes together with Canadian opera-singer Rachel Zeffira. And it already has illustrious supporters: The first EP Broken Glass will be released on February 28 by Polydor in the UK featuring artwork by no other than Chris Cunningham, who also directed the video for “Sheena Is A Parasite” by the Horrors; Steve Osborne, producer of New Order and Happy Mondays fame, went to studio with duo to record their debut album, which should be out on April 11.

And two songs have already been published. First, “Not A Friend” is a short, harmonic sixties jam with only Zeffira singing or the shy sister of the Beach Boy’s “God Only Knows”. You can stream it below or download it from catseyesmusic.com in exchange of an e-mail address. Second, “I Knew It Was Over” is a sad, sacral duet with even more harmony choruses. The song comes with a video that was allegedly shot live in the St. Peter’s Basilica of the Vatican, which would be quite a coup. Watch it below, there you also find the band’s first three live dates in the UK.


Cat’s Eyes : I Knew It Was Over (Video)


Cat’s Eyes : Not A Friend (Stream)

Cat’s Eyes live
14.02. Manchester, St Philips
15.02. Glasgow, St Andrews
18.02. London, Amadeus Centre

Nachdem sich Lumina wohl verlaufen haben, startet The-Horrors-Sänger Faris Badwan ein neues Projekt: Für Cat’s Eyes hat er sich mit der kanadischen Opernsängerin Rachel Zeffira zusammengetan und konnte schon illustere Unterstützer gewinnen. So wird die erste, am 28. Februar von Polydor in Großbritannien zu veröffentlichende EP Broken Glass von Chris Cunningham gestaltet sein, der auch schon das Video zur Horros-Single “Sheena Is A Parasite” gedreht hatte; zudem war der frühere Produzent von Größen wie New Order, The Happy Mondays oder Suede, Steve Osborne, mit der Band im Studio, um das am 11. April erscheinende Debütalbum aufzunehmen. Im März stehen drei erste Konzerte auf der Insel an.

Zwei Lieder wurden bereits öffentlich gemacht. Das erste, “Not A Friend”, ist eine kurze, harmonische Sixtiesode, die Zeffira alleine singt – in etwa die kleine, schüchterne Schwester von “God Only Knows” der Beach Boys, die sich nachfolgend angehört und unter catseyesmusic.com gegen eine E-mailadresse heruntergeladen werden kann. Das zweite, “I Knew It Was Over”, ist ein trauriges, sakrales Duett mit gar noch mehr Harmoniechören. Hierzu gibt es bereits ein Video, das vermeintlicher Weise nirgendwo anders als im vatikanischen St. Petersdom während einer Messe gedreht wurden sein. Angeblich soll Zeffira, die bereits im Dom gesungen habe, hierfür die nötigen Kontakte aufgewärmt haben, allerdings könnte es sich auch nur um einen geschickten Zusammenschnitt handeln, wirkt das Szenario doch zunächst unglaublich. Aber sehet selbst:


Cat’s Eyes : I Knew It Was Over (Video)


Cat’s Eyes : Not A Friend (Stream)

Cat’s Eyes live
14.02. Manchester, St Philips
15.02. Glasgow, St Andrews
18.02. London, Amadeus Centre

Cloud NothingsCloud Nothings

Dienstag, Januar 25th, 2011

To be fair: We didn’t drop a single word about Cleveland’s Cloud Nothings on our site last year, although the admirably unrestrained, harsh but indeed catchy as hell full-length Turning On of the back then just 18-years-old Dylan Baldi fasten onto our ears song-by-song like barely another record. Hence we recognise with regret that new and first single “Should Have” from the upcoming, nameless (or just Cloud Nothings called) second work already comes in a jot more smooth cut.

On the other side there’s already a superbly bizarre video by New York director John Ryan Manning. Here, girls and boys not only share one and the same haircut, but also do exchange lots of (sexually) oral endearment on their braids. In terms of disgust one could take this piece as a clean version of  Xiu Xiu’s “Dear God I Hate Myself“, not only because all actors are high school students.

Baldi recorded “Should Have” with the ten additional songs of the new long-player together with local producer Chester Gwazda (Dan Deacon, Future Islands) in the Copycat Building of Baltimore, a turned-to-stone open music and art community, comparable to Berlin’s Kunstquartier Bethanien. Furthermore he spent the times between the originally in 2009 released debut and the new recording sessions in August with split-EP he did with Campfires for the only-cassettes releasing Bathetic Records label.

On Cloud Nothings the lo-fi attitude is flown away now, but the sensational tempo with pop affiliation is still there. This means for the dynamics of the just 28 minutes of music, which will be released on January 28 via Wichita / Cooperative Music, a certain iffiness with the first listen, but already with the next round Dylan’s typical sense for good melodies erupts to our ears. Not every chorus ignites as the predecessor’s did, though. So the more proper production eventually results in transition instead of becoming a transistor.

February will see Cloud Nothings playing an UK-Tour, a single German gig then follows on March 2 at the former Bang Bang and now Levee Club in the middle of Berlin.


Cloud Nothings : Should Have (Video)

Cloud Nothings live:
15.02. Newcastle Cluny, Byker
18.02. York Fibbers, York
21.02. Barfly Camden, Camden Town
25.02. Camp Basement, London
25.02. Dempseys, Cardiff
02.03. Levee Club, Berlin

Zugegebenermaßen, wir haben im letzten Jahr kein Wort über Cloud Nothings aus Cleveland verloren, obwohl sich das herrlich wüste, schroffe und doch eingängige Debütalbum Turning On des damals noch 18-jährigen Dylan Baldi Lied für Lied in unseren Gehörgängen festgesetzt hatte wie kaum ein anderes. Da nehmen wir fast mit Bedauern zur Kenntnis, dass “Should Have”, die erste Single des titelosen (oder eben Cloud Nothings genannten) Zweitwerks schon einen Deut glattgestrichener daherkommt.

Andererseits entschuldigt dafür bereits ein herrlich skurriles Video des New Yorker Regisseurs John Ryan Manning, in dem Mädchen und Jungen nicht nur alle einunddieselbe Frisur haben sondern auch allerhand (sexuelle) Zärtlichkeiten oral mit an ihren Zöpfen austragen. Vom Ekelfaktor her könnte das Video auch als jugendfreie Version von Xiu Xius “Dear God I Hate Myself” gesehen werden, wurden doch als DarstellerInnen ausschließlich High-School-SchülerInnen eingesetzt.

Aufgenommen hat Baldi “Should Have” und die anderen zehn Stücke des neuen Albums gemeinsam mit dem hiesigen Produzenten Chester Gwazda (Dan Deacon, Future Islands) im Baltimorer Copycat Building, einer steingewordenen offenen quasi-Musikkommune bzw. einem Kunstquartier. Die Zeit zwischen dem in den USA bereits 2009 erschienen Debüt und dem Zweitwerk hatte er sich zuvor u.a. mit der Aufnahme eines Split-EP mit Campfires für das ausschließlich Kassetten veröffentlichende Label Bathetic Records vertrieben.

Auf Cloud Nothings ist die Lo-Fi-Attitüde ist nun verflogen, das reißerische Tempo mit Popanschluss ist hingegen verlieben. Für die Dynamik bedeutet das beim ersten Hören der gerade mal etwas mehr als 28 Minuten, die passender Weise am 28. Januar bei Wichita / Cooperative Music erscheinen werden, noch leichte Unentschlossenheit, schon im nächsten Anlauf schält sich allerdings Dylans unverkennbares Melodiegespür wieder hervor, wenn auch nicht jeder Refrain so zündet wie auf dem Vorgänger. Die Produktion also vorerst als Transition, statt Transistor; Übergang statt Verstärkung.

Im Februar sind Cloud Nothings auf Großbritannien-Tour, am 2. März folgt das bislang einzige Deutschlandkonzert im ehemaligen Bang Bang und jetzigen Levee Club inmitten von Berlin.


Cloud Nothings : Should Have (Video)

Cloud Nothings live:
15.02. Newcastle Cluny, Byker
18.02. York Fibbers, York
21.02. Barfly Camden, Camden Town
25.02. Camp Basement, London
25.02. Dempseys, Cardiff
02.03. Levee Club, Berlin

James BlakeJames Blake

Donnerstag, Dezember 23rd, 2010

We listen to many good things and write about far too few. Hence, there was one or the artists anno 2010 whose voice we didn’t make heard by our writing, although it would have been more than deserved. So instead of some half-baked top-of-the-year charts, we try to catch up for you and start with… James Blake:

A barely enlightened flat. Weightless fruits are floating around. Dreamy eyes wander through the room. The video to James Blake‘s most recent single, a cover of the Feist ballad “Limit To Your Love”, pictures despair and melancholic confusion. His mimic’s reduced, all in all the 22-year-old dubstep artist plays the distanced. But his voice is all the more intense, when it’s correlates with the piano.
The Brit knows, how to use his talents. Emotions are epically instrumentalised though his voice in connection with the sub-bass and the same piano. Besides fellow genre acts Mount Kimbie, Joy Orbison and Scuba, it’s also Blake, who’s letting vocals become a relevant sound device (again). (Mostly) left aside by the likes of Rusko, Rustie or Benga, they are now culminating in the works of Mount Kimbie (f.i. “Maybes”) and Blake (“Limit To Your Love”, “CMYK”). And the vocals as emotive extension do make the music more accessible for the listener. So you are even close to empathise with Blake, when he’s singing from his bed,  “there’s a limit to your care.”


James Blake : Limit To Your Love (Feist Cover) (Video directed by Martin de Thurah)

Whether described as post-dubstep, ambistep or post-classicism (?), the producer nourishes a fascinating potential of musical captivation (find the proof in “I Only Know (What I know now”), not easily letting the empathic listener go. Consequently, Blake is currently featured notfew 2010 charts.
First remixes as Harmonimix of Lil’ Wayne and Destiny’s Child and a first single “Air & Lack Thereof” under his real name were followed in this year by three extraordinary EPs. Before the both, Internet and music culture, polarising Klavierwerke EP (R&S Records), which with its blurry sounds recalled narcotic conditions, Blake already showed on The Bells Sketch (Hessle) and CMYK (again on R&S) his less emotional side.
Where he’s still orientating on r’n’b-like and rapider basslines on the predecessors, the Klavierwerke puts forward piano, bleeps and hushed vocals, suitably described with unexplainable dream sequences. And for his eponymous debut album, which will be released on February 7 by ATLAS/A&M Records (see artwork above and track listing at the bottom), one can expect more hazy sound elements vocal shreds. Furthermore, Blake told Pitchfork that the production was inspired by Bon Iver, Laura Marling and Joni Mitchell’s Blue.

And a first foretaste’s already promising: “Wilhelms Scream” is about nescience and sorrow, leading to pure hopelessness (“I’m fallin’, fallin’, fallin’”). Here Blake poetically arranges his voice with piano and ambient sounds again. The song is full of poetry and vulnerability. Once more, we reach a music therapeutic level though the artist:


James Blake : Wilhelm’s Scream (Stream)

Creative playing with one’s own voice, basses, synths plus piano (Blake) or guitar (Mount Kimbie) did and do characterise England’s young and rising dubstep artists. So one can be anxious to see what happens in 2011, as for instance the allegedly first live gigs by Blake on January 12 and 14 at Dutch EuroSonic Noorderslag Festival in Groningen and London’s Plan B – pre-sale is on. However, there was already a first and surprising live performance by the wunderkind in last week’s Manchester support slot for Everything Everything – watch the played beauts below (via The Fader):

James Blake James Blake:

1. Unluck

2. Wilhelm’s Scream

3. I Never Learnt To Share

4. Lindesfarne I

5. Lindesfarne II

6. Limit To Your Love

7. Give Me My Month

8. To Care (Like You)

9. Why Don’t You Call Me

10. I Mind

11. Measurements

Wir hören zu viel und schreiben zu wenig. Da wurde unsererseits und anno 2010 so manchem nicht schreibend Gehör verschafft, dass er oder sie doch absolut verdient hätte(n). Statt halbgarer Jahresbestenlisten nun also ein (nachgeschobener) Artikel zu… James Blake:

Eine kaum belichtete Wohnung. Schwereloses Obst schwebt umher. Ein verträumter Blick wandert durch die Zimmer. Das Video zu James Blakes jüngster Single “Limit To Your Love” (einem Feist-Cover) zeigt Verzweiflung und melancholische Konfusion. Seine Mimik ist reduziert, insgesamt gibt der 22-jährige Dubstep-Künstler sich distanziert. Seine Stimme ist dafür umso kraftvoller, wenn sie mit dem Piano korreliert.
Der Brite weiß, sein Talent einzusetzen. Seine Gefühle instrumentalisiert er auf epische Weise durch seine Stimme in Konnexion mit Subbasslines und Piano. Neben den Genre-Kollegen Mount Kimbie, Joy Orbison und Scuba lässt auch Blake die Vocals zu einem relevanten Klanginstrument avancieren. Diese, bei Rusko, Rustie, Benga und anderen Dubstep-Künstlern (zumeist) weggelassen, kulminieren nun bei Mount Kimbie (z.B. in “Maybes”) und ihm (“Limit To Your Love”, “CMYK”). Der Gesang als emotive Extension macht dem Hörer das Werk zugänglicher. Mit Blake empfindet man schon fast Mitleid, wenn er auf dem Bett sitzend singt: “There’s a limit to your care.”


James Blake : Limit To Your Love (Feist Cover) (Video directed by Martin de Thurah)

Ob Post-Dubstep, Ambistep oder Post-Klassik (?), der Produzent besitzt ein faszinierendes Bannungs-Potenzial (man höre: “I Only Know (What I know now”), was den empathischen Hörer nicht mehr loslässt. Folgerichtig ist Blake derzeit in nicht wenigen Bestenlisten des Jahres vertreten.
Auf erste Remixe von u.a. Lil’ Wayne und Destiny’s Child (damals noch als Harmonimix) und die erste Single “Air & Lack Thereof” folgten in diesem Jahr drei außergewöhnliche EPs. Vor der im Internet sowie in der Musikkultur polarisierenden Klavierwerke EP (R&S Records), die durch trübe, verschwommene Sounds an narkotisierte Zustände erinnert, zeigte Blake mit The Bells Sketch (Hessle) und CMYK (wieder R&S) bereits im Mai noch seine weniger emotive Seite.
Wo er sich auf den Vorgängen noch an R&B-artigen und rapideren Basslines orientiert, ertönen auf den Klavierwerken Piano, Bleeps und verhuschte Vocals, die man mit unerklärbaren Traumsequenzen beschreiben könnte. Und auch auf seinem gleichnamigen Debütalbum, das am 7. Februar nächsten Jahres auf ATLAS/A&M Records erscheinen wird (Cover oben zu sehen, Titelliste am Ende), dürfen nebulöse Klangelemente und Vokalfetzen erwartet werden. Inspirationen sollen bei der Album-Produktionen unter anderem Bon Iver, Laura Marling und Joni Mitchells Blue gewesen sein, wie Blake Pitchfork verriet.

Ein erster Vorgeschmack ist vielversprechend: In “Wilhelms Scream” geht es um Unwissenheit und Kummert, welche schlichtweg in purer Ausweglosigkeit münden (“I’m fallin’, fallin’, fallin’”). Auf poetische Weise arrangiert Blake erneut Stimme, Piano und Ambientsounds. Da steckt Poesie, da steckt Verletzlichkeit drin. Und wieder ist die musiktherapeutische Ebene erreicht, auf der uns James Blake mitnimmt:


James Blake : Wilhelm’s Scream (Stream)

Kreatives Spielen mit der eigenen Stimme, Bässen, Synthies plus Piano (Blake) oder Gitarre (Mount Kimbie) charakterisiert also die aufstrebenden jungen Dubstep-Künstler aus England. Man darf gespannt sein auf das nächste Jahr; stehen doch unter anderem die vermeintlich ersten Liveauftritt Blakes für den 12. bzw. 14. Januar beim Groninger EuroSonic Noorderslag Festival und im Londoner Plan B an – der Vorverkauf läuft bereits. Jedoch gab er erst letzte Woche und überraschenderweise im Vorprogramm von Everything Everything in Manchester erste Hörproben zum Besten – nachfolgend zu sehen (via The Fader):




James Blake James Blake:
1. Unluck
2. Wilhelm’s Scream
3. I Never Learnt To Share
4. Lindesfarne I
5. Lindesfarne II
6. Limit To Your Love
7. Give Me My Month
8. To Care (Like You)
9. Why Don’t You Call Me
10. I Mind
11. Measurements

Documentary: Making CONTAKT

Mittwoch, Mai 26th, 2010

Nowadays, when it seems to one that everything has already been done by someone else, somewhere else and some other time before, it gets harder and harder for an artist to make his or her live performance to feel like a still unique, eloquent one for the consumer. Especially electronic music artists often just disappear behind their console. Instead of mass-appealing, sweaty guitar fetishisms, they need to make shifts by constructing they own little, light-built magical worlds.

One of the most sophisticated, complex and indeed groundbreaking, recent attempts of these kind of visualisation came to life with the 2008 CONTAKT tour of British-Canadian DJ and producer Richie Hawtin together with his fellows Magda, Troy Pierce, JPLS, Gaiser and Hartthrob – who are all acts of Hawtin’s minimal techno label M-nus, which celebrated its 10th anniversary with the tour. Aligning forces with visual artist and old long-time friend Ali Demirel tried to serve club crowds across the globe with an audiovisual spectacle, which, too, allowed the viewers to participate in the whole live experience. So while the artist on stage entered new grounds then leaving the standard set-by-set concept aside to unite all together in one single, but big set played with shifting units, the crowd could interact with the visuals and musicians through a “magic” cube devise at the venue and through the internet.

Directed by Hawtin (the photo above shows him at the movies premier at ctm.10 in Berlin) and Demirel themselves, a tour documentary called Making CONTAKT was created with the help of Niamh Guckian and Patrick Protz. The film not only follows the minimal trek on the complete tour, but gives an interesting insight view into the complex plannings and technically ambitious synchronisation of all artists and units. Too it pictures all the highs and lows between Detroit, Europe, Buenos Aires and Tokyo and gives one the opportunity to (re)experience the complete show (once again) (see extracts filmed in London, Berlin and Buenos Aires at the end).

The documentary just got its exclusive digital release over at zero”, who accompany the release by giving away three of the very exclusive, much sought-after eißbegehrten M-nus memberships and ten iPhone versions of the documentary. You can win one of them by leaving your nicest, funniest comment at the zero” special.

But zero” made us a little present as well, so everyone who comments article (or its Facebook link) until Saturday 2pm (Berlin time) can win one of two downloads of either the documentary including the soundtrack or the iPhone one. Good luck!

In der heutigen Zeit, in der schon alles irgendwie, irgendwo, irgendwann einmal dagewesen zu sein scheint, wird es für KünstlerInnen immer schwieriger, sich in ihrem Liveauftritt von der Masse abzuheben. Das gilt im Besonderen für die elektronische Sparte, die zu meist visuell relativ effektarm hinter ihrem Pult verschwindet. Anstelle von publikumwirksamen, schweißgebadeten Gitarrenfetischismen behilft man sich hier allerdings nicht selten mit ganzen, eigens für die Show konstruierten, lichtgeworfenen Zauberwelten.

Einen der aufwändigsten, ausgefeiltesten und wohl auch richtungsweisendsten Ansätze derartiger Visualierung war sicherlich die CONTAKT Tour des britisch-kanadischen Produzenten und DJs Richie Hawtin anno 2008 gemeinsam mit seinen Kollegen Magda, Troy Pierce, JPLS, Gaiser und Hartthrob – allesamt vom Hawtins Minimaltechnolabel M-nus, das mit dieser Tour sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Gemeinsam mit dem Bildkünstler und alten Bekannten Ali Demirel versuchte die Gruppe hier nicht nur dem ZuschauerInnen ein audiovisuelles Spektakel zu servieren, sondern auch – ganz im Sinne moderner Social-Media-Ethen – selbst mit in die Musik und das Projekt mit einzubeziehen. So betraten nicht nur die Künstler auf der Bühne Neuland, als sie sich vom regulären Set-für-Set-Konzept abwandten und versuchten parallel bis abwechselnd ein einziges, großes Set gemeinsam zu gestalten, auch die Konzertbesucher konnten über Internet und vor Ort an einem Contakt-Cube erstmalig die Show live beeinflussen und mit den Künstlern (indirekt) kommunizieren.

Dabei entstand, unter der Regie von Hawtin (hier bei der Premiere im Rahmen des ctm.10 zu sehen) und Demirel selbst die Tourdokumentation Making CONTAKT. Gemeinsam mit Niamh Guckian und Kameramann Patrick Protz schaffen sie hier einen Einblick in die komplexe Planung und Synchronisation aller Beteiligten und Einheiten und zeigen die Höhen und Tiefen der Tour zwischen Detroit, Europa, Buenos Aires und Tokyo und geben dem Zuschauer die Gelegenheit, die Show erstmalig bzw. noch einmal (nach) zu erleben (Ausschnitte aus London, Berlin und Buenos Aires findet ihr weiter unten).

Digital ist die Dokumentation exklusiv bei zero” erschienen. Zugleich verlost mensch dort noch drei der heißbegehrten, exklusiven M-nus-Mitgliedschaften und zehn iPhone-Versionen des Films, die ihr mit eurem nettesten / lustigsten Kommentar auf der zero” Themenseite gewinnen könnt.

Aber auch uns hat zero” etwas überlassen: Wer uns bis Samstag 14 Uhr (29. Mai 2010) hier oder auf Facebook einen Kommentar hinterlässt, kann einen von zwei Downloads des kompletten Filmpaketes inklusive des Soundtracks (oder die iPhone-Version) gewinnen. Viel Glück!

Throw your own Berlin super party!Schmeißt eure eigene Superparty!

Donnerstag, März 4th, 2010

In dark times like ours it might look a bit decadent to throw a single party worth € 150.000, but hey, it’s not your money that will get spent, though it can turn into your very own event! The Smirnoff Experience Berlin gives you the opportunity to celebrate a huge nightout with your favourite acts and 1.500 1.499 other peopleat your fave location in Berlin. And since the event’s title already tells you, whose money will pay the whole thing for you, you can be assured, that vodka will pour at every corner.

Visit the SEB’s website over at our friends from Vice to put together a super line-up with one main and one support act, two dj sets on the main floor and another line-up organized by your favourite local promoter. Afterwards you have to decide, whether you want to throw the party either at .hbc, the Haus am Köllnischen Park or E-Werk in Berlin.

“Sadly” Simian Mobile Disco are already firm as main act, but who if not the British electro duo and hit machines could be a better setting for that slot? Too, you can invite such great artists like Afrikan Boy, These New Puritans, Telonious among others to play for you and our friends from Awesome to take care of the 2nd floor. Then you only need to create a cool poster for your party and enable it for the big vote, since the poster with the most votes will be the only one to get hosted. But hurry up! The application time is already ending on March 13.

Or you relax, lean back and vote only once for our party with the perfect disco setup featuring Danish long runners  WhoMadeWho, Finnish Renaissance Man in Berlin exile and the still really new and even hotter The C90s from London, and leave all the “stress” of electioneering for it to us. In addition to this Mr Hugo Capablanca and his friends will play nakedly on the 2nd floor – if he keeps promise.

Though we can understand, if you want to win the sweep yourself, since you will eleven exclusive VIP invites for the night (surely you want to bring some friends to celebrate with).  All other tickets will get spread among all registered users or here, because we are giving away 2×2 tickets for the 23rd of April among all comments under this article – equally where and with whom it will take place. Check the event’s website once again as well for more prices.

See a complete overview with all 31 (!) acts and promoters you can pick from below.

Supporting Act: Afrikan Boy, Bugati Force, The CocknBullKid, Metronomy, These New Puritans, WhoMadeWho

Main DJ: Boy 8-Bit, Renaissance Man, Shit Robot, Telonious, Zombie Disco Squad

Supporting DJ: Biffy, The C90s, Les Gillettes, Headman, Shir Khan

COOP, Beatproviders, Awesome, Team From Hell, Creathief, New Judas, keinemusik, Discos Capablanca, Whizzkids, Easyjetset, De:Bug, Bang Bang Berlin, Intro, Groove, Motor FM

In düsteren Zeiten wie der heutigen fühlt es sich fast schon dekadent an, eine Party für 150.000 € zu schmeißen, aber hey, es ist nicht euer Geld, dafür könnte es aber eure Veranstaltung werden! Bei der Smirnoff Experience Berlin könnt ihr euch euer eigenes Line-Up und eure eigene Location auswählen und zusammen mit 1.500 1.499 anderen Menschen dann am 23. April dort feiern. Und wo das ganze Geld dafür herkommt verrät ja der Titel der Veranstaltung (und das allerhand Wodka für euch fließen wird).

Auf der Webseite der SEB drüben bei den Kollegen und Freunden von der Vice könnt ihr eure Party mit einer Liveband, Support, zwei DJ-Sets auf dem Hauptfloor plus ein weiteres Line-Up auf einem zweiten Floor, ausgewählt von eurem Lieblingsveranstaltungsteam aus der Gegend, zusammenstellen und dann entweder im .hbc, dem Haus am Köllnischen Park oder dem E-Werk in Berlin steigen lassen.

“Leider” sind Simian Mobile Disco schon als Hauptact gesetzt, aber mit dem britischen Electro-Duo hätte man wohl kaum eine bessere Wahl treffen können oder? Dazu könnt ihr so feine Leute wie den Afrikan Boy, These New Puritans, Telonious oder unsere Freunde von Awesome (für den 2. Floor) einladen. Dann gilt es das Ganze ansprechend auf eurem eigenen Poster zu präsentieren und es zur Abstimmung freizugeben, denn nur die Party mit den meisten Stimmen von allen wird am Ende veranstaltet. Und da die “Bewerbungsphase” schon am 13. März endet, solltet ihr euch ranhalten.

Oder ihr lernt euch ganz entspannt zurück, votet einmal für unsere Party mit dem perfekten Disco-Line-up mit den dänischen Dauerbrennern WhoMadeWho, den finnischen Exil-Berlinern Renaissance Man und dem noch ganz frischen und deshalb unso heißerem The-C90s-Duo aus London, und überlasst so uns den ganzen “Stress” für die Party zu werben. Dazu wird Mr Hugo Capablanca den zweiten Floor schmeißen und zwar nackt – wenn er sein Versprechen hält.

Wenn ihr aber lieber selbst gewinnen wollt und dann auch solltet, wird man euch ganze elf VIP-Einladungen (ihr wollt ja bestimmt auch Freunde mitbringen) für die Nacht zukommen lassen.  Man kann übrigens auch für mehrere Parties gleichzeitig voten (um sich abzusichern etwa). Die restlichen Tickets werden unter allen registrierten Nutzern der Seite verlost, bzw. hier, denn wir verlosen 2×2 Tickets für den 23. April – egal mit wem und wo der Event steigt – unter allen Kommentaren unter diesem Artikel. Und guckt noch einmal auf die SEB-Seite, denn Vice verlost noch allerhand mehr Preise während des Wettbewerbs.

Nachfolgend noch einmal die Übersicht über alle 31 (!) zur Auswahl stehenden Künstler und Veranstalter:

Supporting Act: Afrikan Boy, Bugati ForceThe CocknBullKidMetronomy, These New Puritans, WhoMadeWho

Main DJ: Boy 8-Bit, Renaissance ManShit Robot, Telonious, Zombie Disco Squad

Supporting DJ: BiffyThe C90sLes Gillettes, HeadmanShir Khan

COOP, Beatproviders, Awesome, Team From Hell, Creathief, New Judas, keinemusik, Discos Capablanca, Whizzkids, Easyjetset, De:Bug, Bang Bang Berlin, Intro, Groove, Motor FM

The Greco-Roman InterviewDas große Greco-Roman Interview

Freitag, November 20th, 2009

greco-roman

If you’re following this site or are part of the cool kids scene around the globe you’re surely already aware of the new club sensation Greco-Roman Music. They started running secret parties in London some years ago, then doing nights across the globe and at Glastonbury and finally even putting out their own records. Next stop: total world domination.

It surely did help them that one of their founding members is Joe Goddard from Hot Chip, but what’s really special about Greco-Roman is their playful and open-minded attitude towards every good genre and music on this planet and a way of life not caring about money but about great fun and exploring new things. And with Drums of Death and Totally Enormous Extinct Dinosaurs they have two of the hottest talents we can think of at the moment under their wings.

So after -finally- surviving our first ever GR-night in Berlin earlier this summer we sat down for a chat with one of the label’s mastermind, Alex Waldron. Calling himself a professional A&R manager Alex surely already had his hands on at least one of your favourite records ever, since his quite impressive CV includes employments for the likes Island Records, 13Amp,  !K7 and currently XL Recordings in Berlin, the city which he calls home now.

Too, started the now infamous Über Alles nights and then went on deejaying together with Joe or solo as Half/Full Nelson – a fruitful cooperation leading into into Greco-Roman. According to his Myspace Alex is seeing himself in 30 years “wearing a Hawaiian shirt with a silver pony-tail and sunglasses [...] going on about [his] times with Tom Vek, Matthew Herbert, DJ Shadow, Hot Chip and Nine Black Alps”. That pretty much says it all. Or not?

When did you start the Greco-Roman label?
Three years ago, when we started doing the parties. We actually didn’t intend to be a record label, although we all had worked for or with ones, but the parties kind of had an own natural scene. Then there was David E. Sugar, who played on our parties and wrote this song about us. We thought: We have to put this out, it’s really good! So that’s how the record label started.
The record was going to be a flyer for the party as a record about a party. So if you bought the record, you could come to the party for free, we’re going to put some free ticket or so in it. It would be a white label. That was the idea. And then we got a remix done and Jesse Rose wanted to remix it and then Hot Chip. Suddenly we had all this remixes coming it, so it felt a little bit more official and we could sell it.That was it.

Who’s we in this case?
Well, I don’t make music. But Joe (Goddard) from Hot Chip will do his solo album. We’ll hopefully finish it next week. And then there will be one by Drums of Death. Obviously we want to release good music, but the idea behind the label is to release music that represents the parties we do. And therefore every artist we release has got a very strong personality. They always look really good, have a good light show. That’s really important to us, to see the show before you release something.
Hopefully the people now listen to this music and come to our parties. We experiment a lot on the parties. Joe plays a lot – he’s in a band, he deejays a lot – but he likes our party since it’s a bit more informal for him. It’s his party so he can do whatever he wants. We can experiment a lot more, play back-to-back with other artists or sometimes Alexis or Owen from Hot Chip come down and try out new tracks together, plugging in drum machines and other stuff and singing over the top, putting masks on and just doing some hot shit. It’s just trying out new material and being stupid sometimes. We are friends and you can only really do this with friends.

Joe has been pretty busy at the moment. He produced two tracks for Little Boots before she totally fucked the whole thing up.
Yeah, I know. He was quite happy he didn’t produce the whole album. Well, maybe he should have done it since it would have been a lot better than. But he wants to move into the more production stuff artists anyway. He’s producing Drums of Death. He’s not writing with him in the studio but helping him find his tunes.

Like Rick Rubin?
Maybe, I don’t really know this Rick-Rubin-style. Joe not only lends him his equipment but he also gives him a lot of tips about how to finish tracks. Finishing tracks is really the hardest thing for anybody. Drums of Death has not only one but five new ideas everyday. They are all amazing but he never actually finishes his particular track. But when he and Joe are together they can finish that stuff.
When Drums of Death started he was making just hard beats, they were really clubby – six minutes long beats – and worked really well as club tracks. The first EP was bit like that. But through the last months he’s really developed as songwriter. He’s really singing them and playing a lot more piano. The new single (“Got Yr Thing”) is quite a club track, but the other stuff on the album is a lot more song-based, a bit Gonzales-like.

Sounds cool, but let’s move back to the parties for a while. How got the first one set up?
It was spontaneous. Me and Joe deejayed as Greco-Roman for about a year, before Hot Chip became really big and before I moved to Berlin to work for !K7. We always really enjoyed it and we wanted to do our own party, since London is really shit – or it was it four, fives years ago. Clubs were really expensive and it was really difficult to get different styles in one. You had house in one club, techno in another and then drum’n’bass or hip-hop. But we like everything. It’s quite normal to say this now, but three and half year ago it was more interesting to put everything together.
So we did our own party and organized it three days before and announced it two days before. We did it in this warehouse in North-East London and thought no one would come. But it was amazing! About 400 people came. This is why Myspace is really powerful. Joe just put one Hot Chip post out saying he’d got some new material and wanted to test it out. And they all came!
But we were really disorganized and had only one turntable working the whole time. We didn’t have anyone on the door. Matthew Herbert turned up – I knew him and he knew all of us anyway – and he came in and said: You really need someone on the door! And then: Okay, I’ll do it for a bit. So he did the door for us about two hours, which is amazing! But he had just been on this weird country trip, where he and this quite famous TV guy went camping to a forest for about a week or two. They just ate worms and washed themselves in a river and survived. And he came back with this massive beard and really big hair doing the door for us. He really wanted something to drink because he hadn’t for about two weeks and was really exhausted, so he left the door later with the money box open and everyone came in for free.
And that was it but it was a really magic party, a very special one. So we did another one at the same place after some months and even more people came. That was again fucking awesome. David E Sugar played there and then we went to New York to do a party there in November and his a bit of a sound-clash record „OI NEW YORK THIS IS LONDON!“ was ment for this.

Was there no American response?
No, there wasn’t actually. They were really interested, lots of people came to our party. I think because it was a Hot Chip thing. When we go abroad the Hot Chip link it was people know us for since Joe, but it’s actually four people who do Greco-Roman. He’s only one quarter. But anyway, I wanted a „OI LONDON THIS IS NEW YORK“ record but it sadly never happened. But the idea is that the travel a lot as Greco-Roman naturally. We go to different parties in different countries.

You were for instance in Ulm, Germany, which left me quite confused seeing this.
I don’t know. It was a guy, who I knew from Berlin, who does some parties down there. So we went there with Drums of Death, me and Raf Daddy.

And you went to Austin, Texas.
Yeah, last November with Drums of Death and Joe from Hot Chip. That was almost the most amazing party. I didn’t go but they told me. Some guy had a swimming pool in his back yard and he likes doing parties and let us have one at his place. Then 650 people turned up, climbing over the walls trying to get in and then someone called the police.
[Some strangely looking guy from the desk beneath us turns around interrupting the chat talking about L.A. and doing parties over there. Alex met him afterwards for business.]
I’m really interested in doing something in L.A. Sorry, where were we?

Talking about your international parties. Where else did you go to?
It’s Moscow – fucking weird -, Lyon – that was great -, London – obviously -, Berlin. We shall go to Paris, too, and will do a party in Tel Aviv quite soon.

So you’re global players, I guess.
You know what we want to get across when we do this is… Well, this is a side project to all of us. It’s neither a Hot Chip nor a !K7 thing. We only play cities we really what to go to. So we’re currently really fascinated by Tel Aviv and so we go to Tel Aviv, do you know what I mean? Some parts of the club scene in Paris are really amazing, but they aren’t the most interesting places, where I want to party out. This is about exploring new places. Maybe Ulm isn’t the best example for this but it’s about going to Malmö instead of Stockholm when coming to Sweden.

So why do play festivals like Glastonbury then?
Because they are really good fun. We try to do all small version of our parties there. What we do is: we get three to four hours and then put everything from a London party into a few hours. We have too many DJs playing, live acts and even live acts emceeing over the DJ-sets to see if it works in front of a thousand people. You know, what I mean? It worked really well last year at Glasto but it didn’t at another London festival. It was a chaos, we were terrible. It was the worst Djs I’ve ever seen and it was us… But we do experiment a lot, play new track and friends join.

Are the crowds usually like your fan-base?
Sort of. I was working all the time and so I didn’t want to push it in the same way I push other things. I wanted the people to come to us and so we never advertised a party. So we heavily rely on word-of-mouth. And in London we can do that since so many people are involved there. We do a party, don’t advertise it and still get 500, 400 people. If I would that in Berlin I would have a problem since I don’t know that many people here and do all on my own. But it’s good that we can now take us and our music around the world.

So your current record is four releases in about two years. Doesn’t look very busy. I guess you want everything to grow naturally, don’t you?
Sort of. We had jobs as well. Until this time last year I was working for !K7 and everyone had job, too. So it was difficult to find time to put a record out. But now we’ll put out two albums and more. And, too, it’s not only about the music, it’s about the act. You don’t find people making amazing music, looking great and having fantastic live shows all the time. You have to wait for these people to come.

Well, I’m not so sure about this looking-fantastic thing. Totally Enormous Extinct Dinosaurs actually looks pretty weird.
Well, it may not be fantastic, but it looks interesting. I guess it’s that we’re all into live music and that’s what Hot Chip are. You can really tell they are a proper band. And we always want to have this. Also – after the first party we’ve done here in Berlin – I wanted to bring this Berlin-party-to-the-morning thing to London, because two or three years ago every club closed at two or three o’clock. At the same time I wanted to bring the eclectic thing of the London scene to Berlin.Because everywhere the Djs used to play for hours the same fucking beat. Or people played on laptops.

It’s not the real thing.
Yeah, I want a show. I want something to look at and our music to be different. We’ll always keep our music changing at Greco-Roman.

Ah, here’s your wrestler attitude. Where does the name actually come from?
Oh it was because when me and Joe once deejayed we felt like wrestlers. We were drunk. It was a really funny night. And then it stuck and so we kind of explored the wrestling thing a bit more. I like it because it’s not the stupid American wrestling. It’s…

Classic.
It’s indeed classic. It’s slow. It’s sweaty. It’s quite unsexy.

But it’s still erotic.
It is a bit erotic since it’s about sweating and hugging. That’s Greco-Roman.

And who does this fantastic cover-art for you?
It’s a guy called Lorenzo (Fruzza). He’s an illustrator in London. He’s amazing and was working in some advertising companies and then did our first sleeve. It was very, very good and so he kept doing them. And he’s getting better and better and people really do notice him as well. That’s cool. He’s really young and he needs a break. We are happy with the outlook.

Especially the new TEED-one.
Yeah, I think that’s his best yet. The Drums of Death one is really good as well.The idea there is that someone stole his heart and they put a drum machine in instead.

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Drums of Death deeyaing in London

So the record will be finished this fall?
It should be done two months ago. He went on tour with Peaches and I said: You know, when it’s not finished yet you will never finish it after the tour. And he was like: Yeah, yeah, I know. So he went on tour and left it unfinished. I’m going a bit mad. But it should be finished this week.

So he’s currently working on it with Joe?
Yeah, they’re doing it in his bedroom. Everyone in London is doing it in his bedroom since you don’t get any space like here in Berlin. Hot Chip got their own studio now. For the fourth album they finally managed to get their own studio. The first three were all done in Joe’s bedroom which is from here to here.
[Alex draws a tiny room in the air.]
It’s tiny. He’d a double bed for him and his wife there plus a desk for his computer and all his records. That’s it. And there they made all their albums til now. Drums of Death’s is the same. He’s got a desk, a bed and a chair. In fact they’re rooms are nearly identical.

There’s this theory that you make better music than you face tough conditions.
Maybe. At least you do make music quicker in that situation. Something I noticed about London is that there’s a lot more urgency in the air. People push it really hard. I don’t know if that’s better or not but the style is way different. There bits of both sides which I like but Drums of Death definitely needs the money. He makes the music for that reason. But rich people can make good music, too.

And why aren’t you doing your own records?
I don’t know.

Did you try?
Yeah, but I was really bad. This is why I always worked at record labels. I can’t make music myself but I always wanted to work with it. I always understood that it was about, what would look good and who would be interested by what.

You have a talent for this.
Yes, that’s, too, so good about Greco-Roman. One is a musician and record producer, one’s working for record companies, one’s managing artists and the guy works at bank. And then there’s the other two. One already runs a record label and the other is a radio host and dejays a lot. Everyone comes from different directions, which is wise. The only part missing is someone, who used to promote events. That’s why our parties are that great fun but we don’t get any money out of it, because we aren’t actually good in organizing parties. Well, we made a small amount with the first but then lost a lot of it as well, but that’s why it still feels like a party and not a club night.

And what about the records?
No, we loose money with them as well. But we get it through festivals. That’s one reason why we do them. They pay a lot better than anyone else.

So what about your future. Are you still looking for new artists?
I think we have already enough so we aren’t actively looking for new acts, but I always want to listen to new stuff. Also we want to release different music from different genres as well. We done an electro record, a disco-pop record, a rave record. I’d like to put out a dub-step record and a garage one. Two weeks ago we talked to an indie act, Wolf Gang, about a single, but it didn’t work out.

So in the future Greco-Roman will operate like Kitsuné?
Yeah, quite similar. They tour a lot and have a very distinct visual identity. We’re kind of doing what they do I guess, but we’re a bit more fun.

So how does your and the label’s future look like?
It involves me sitting in my swimming pool with a pony-tail. I don’t know. Lots of parties in lots of different cities. Lots of mistakes especially live.

And if you’d still be on the screen than mankind starts settling on Mars and you would be the first DJ-Team to go over, would you grab this chance?
I wouldn’t take Drums of Death with me since he would scare the Martians.greco-roman

Wer diese Seite hin und wieder besucht oder einfach ein sogenannter SzenemultiplikatorIn irgendwo auf dieser weiten Welt ist, dem / der wird Greco-Roman Music bereits ein Begriff sein. Dieses feine Clubprojekt begann mit ein paar geheimen Parties in London, reiste dann mit dem Konzept einmal um die halbe Erde und auf das Glastonbury und veröffentlicht mittlerweile sogar eigene Platten. Nächster Halt: Totale Weltherrschaft.

Natürlich war es dabei nicht gerade hinderlich, dass einer der vier Gründungsmitglieder Joe Goddard von Hot Chip ist, aber was Greco-Roman wirklich aus- und erfolgreich macht, ist ihr spielerischer, offener Zugang zu so gut wie heißem Musikgenre unserer Zivilisation. Und statt um Geld geht es hier vor allem um Spaß und das Entdecken neuer Sounds. Mit Drums of Death und Totally Enormous Extinct Dinosaurs haben sie zudem zwei der derzeit vielversprechendsten Talente der Szene unter ihre Fittiche.

Nachdem wir im letzten Sommer (endlich!) unsere allererste Greco-Roman-Nacht in Berlin überstanden hatten, haben wir uns noch einmal mit einem der Köpfe hinter dem Label, Alex Waldron, auf einen Plausch getroffen. Mit der offiziellen Berufsbezeichnung “A&R Manager” hat Alex sicherlich schon bei mindestens einem eurer Lieblingsalben seine Finger mit ihm Spiel gehabt, umfasst sein Lebenslauf doch (in chronologischer Reihenfolge) Anstellungen bei Island Records, 13Amp, !K7 und aktuell XL Recordings in Berlin, der Wahlheimat des Briten.

Nebenbei hatte er die berüchtigten Über-Alles-Reihe ins Leben gerufen und legte hin und wieder mit solo als Half/Full Nelson oder eben gemeinsam mit Joe Hot Chip auf – eine, wie sich herausstellen sollte, sehr fruchtbare Verbindung, die in Greco-Roman mündete. Laut Eigenaussage auf seinem Myspace, sieht sich Alex selbst in dreißig Jahren “wearing a Hawaiian shirt with a silver pony-tail and sunglasses [...] going on about times with Tom Vek, Matthew Herbert, DJ Shadow, Hot Chip and Nine Black Alps”. Das sagt doch schon fast alles oder?

Hallo Alex, alles hat einen Anfang. Wie entstand das Greco-Roman Label?
Vor drei Jahren als wir mit den Parties anfingen. Wir wollten ursprünglich gar kein Plattenlabel werden, obwohl wir uns damit ja alle bestens auskannten, aber die Parties hatten in gewisser Weise ihren eigenen Willen: Irgendwann schrieb David E. Sugar, der auf unseren Parties spielte, diesen Song über uns und wir dachten, dass es wirklich gut ist, wir es veröffentlichen müssten. Damit begann das Label.
Die Platte sollte ein Flyer für die nächste Party werden, sodass man freien Eintritt zu ihr erhielt, wenn man die Scheibe kaufte, die ein White Label werden sollte. Dann hatten wir aber den ersten Remix fertig und plötzlich wollten auch Jesse Rose und Hot Chip einen machen. Auf einmal hatten wir all diese Remixe im Postfach und damit fühlte sich alles etwas professioneller an, sodass wir die Single richtig und offiziell verkauften. Das war es.

Wer ist “wir” bei Greco-Roman?
Nun, ich mache selbst keine Musik, aber Joe wird ein Soloalbum machen, das wir hoffentlich diese Woche vollenden. Dann wird es noch eines von Drums of Death geben. Natürlich wollen wir in erster Linie gute Musik veröffentlichen, die eigentliche Idee ist aber, dass diese die Parties repräsentiert. Deshalb muss jeder veröffentlichende Künstler eine sehr starke Persönlichkeit haben. Sie sehen alle gut aus, haben eine gute Lichtshow etc. Es ist wirklich wichtig für uns, sie zuerst live gesehen zu haben, bevor wir etwas veröffentlichen.
Jetzt hoffen wir, dass die Leute die Musik hören und zu unseren Parties kommen. Wir experimentieren dort viel: Joe spielt viel. Er ist zwar in einer Band und legt oft auf, aber er mag die Parties, weil sie für ihn ungezwungener sind. Es sind seine Parties, also kann er machen, was er will. Wir probieren mehr aus, manchmal spielen wir back-to-back mit anderen Künstlern oder Alexis oder Owen von Hot Chip kommen vorbei und probieren zusammen neue Songs aus, während sie Masken tragen und sich einfach gehen lassen. Wir sind alle Freunde und man kann sowas auch nur mit Freunden machen.

Joe hat auch so gut zu tun. Gerade hat er zwei Stücke für Little Boots Debütalbum produziert, bevor sie es in den Sand gesetzt hat…
Ja, ich weiß. Er war ziemlich froh, nicht das gesamte Album produziert zu haben. Vielleicht hätte er es aber tun sollen – dann wäre es um einiges besser geworden. Aber er will sowieso verstärkt als Produzent arbeiten. Gerade produziert er Drums of Death’s Album. Er schreibt zwar nicht mit ihm, aber er hilft ihm, seinen Sound zu finden.

A la Rick Rubin?
Vielleicht. Ich kenne Rick Rubins Stil nicht wirklich. Joe leiht ihm sein Equipment und gibt ihm vor allem viele Tipps, wie er das Album vollenden kann. Das ist immer das schwierigste für jeden Künstler, aber Drums of Death hat nicht nur eine, sondern fünf neue Ideen am Tag – und sie sind alle unglaublich, aber er beendet nie einen entsprechenden Song. Wenn er aber mit Joe zusammen ist, kann er seinen Arbeit vollenden.
Als Drums of Death anfing, hat er noch nur harte Beats produziert, die clubigen, sechs Minuten langen Beats. Das hat sehr gut im Club funktioniert und seiner erste EP war in etwa von dieser Art. Aber über die Monate hinweg hat er sich als Songschreiber wirklich entwickelt. Er singt seine Lieder richtig und spielt viel mehr am Piano ein. Die neue Single (“Got Yr Thing”) ist zwar eine ziemliche Clubnummer, aber der Rest auf dem Album ist vielmehr songorientierter, wie bei Gonzales etwa.

Das klingt gut, aber lass uns nochmal auf die Parties zurückkommen. Wie habt ihr damals die erste organisiert?
Das war spontan. Joe und ich legten seit gut einem Jahr als Greco-Roman auf; noch bevor Hot Chip richtig groß wurden und ich nach Berlin zog, um bei !K7 anzufangen. Das machte uns immer einen riesen Spaß und wir wollten unsere eigenen Parties dafür organisieren. London ist echt mies – oder war es besser gesagt vor vier, fünf Jahren. Die Clubs waren sehr teuer und es war schwierig mehre Stile in einem zu finden. Es gab Clubs für House, für Techno, Drum’n’Bass und für Hip-Hop. Aber wir mochten alles. Heute ist es recht gängig, so etwas zu behaupten, aber vor dreieinhalb Jahren war es noch sehr interessant alles zu vereinen.
Also organisierten wir unsere Party, und zwar drei Tage vorher, und kündigten am nächsten Tag an. Wir waren in eine Lagerhalle im Londoner Nord-Osten gegangen und erwarteten eigentlich, das niemand aufkreuzen würde. Stattdessen tauchten 400 Leute auf! Und das alles nur, weil Joe auf Hot Chip’s Myspace geschrieben hatte, dass er ein paar neue Sachen ausprobieren wollte.
Allerdings waren wir so ziemlich unorganisiert und nur ein Turntable funktioniert durchgängig. An der Tür hatten wir auch niemand. Matthew Herbert, der uns sehr gut kennt und andersherum, tachte auf und meinte, wir würden jemanden für die Tür brauchen. Und dann hat er es selber gemacht, stand zwei Stunden da für uns – unglaublich! Aber Matthew war gerade von einem Naturausflug zurückgekommen, bei dem er mit einem berühmten Typen aus dem Fernsehen für ein, zwei Wochen im Wald gezeltet hatte, sich nur von Würmer ernährte, im Fluss badete und das auch noch überlebte. Also stand er da mit einer riesigen Bart- und Haarpracht an unserer Tür! Dann wollte er aber unbedingt etwas trinken, weil er noch erschöpft war, und verließ den Eingang irgendwann einfach, sodass unsere Kasse dort alleine rumstand und jeder umsonst reinkam.
Letztendlich war es eine magische Nacht, eine sehr besondere. Also haben wir noch eine an einem anderen Ort einige Monate später gemacht und noch mehr Leute kamen. That was again fucking awesome. David E Sugar spielte dort und dann gingen wir nach New York um dort im November eine Party zu veranstalten und sein etwas soundclashartiger Song „OI NEW YORK THIS IS LONDON!“ war extra dafür bestimmt.

Gab es eigentlich jemals eine US-amerikanische Antwort?
Nein. Sie waren wirklich interessiert und viele Leute kamen, wahrscheinlich wegen der Hot-Chip-Verbindung. Außerhalb Englands nimmt man uns vor allem durch Joe und Hot Chip war, aber eigentlich sind wir vier Personen bei Greco-Roman, er ist nur ein Viertel. Jedenfalls gab es das gewollte „OI LONDON THIS IS NEW YORK“, aber die Idee bleibt dennoch, dass wir möglichst viel als Greco-Roman reisen und unterschiedlichste Parties in unterschiedlichsten Ländern veranstalten.

In Deutschland hat euch das etwa nach Ulm verschlagen.
Ja, ich kannte den Veranstalter aus Berlin. Also sind wir bin ich mit Drums of Death und Raf Daddy dort hingefahren.

Und ihr wart in Austin, Texas.
Das war im letzten November mit Drums of Death und Joe; die vielleicht beste Party überhaupt. Ich war nicht dabei, aber sie erzählten mir davon. Jemand hatte einen Garten mit Swimmingpool in seinem Garten und veranstaltete dort gerne Parties, also ließ er uns dort eine machen. Am Ende kamen 650 Leute, kletterten sogar über die Mauern um rein zukommen und irgendjemand rief die Polizei…
[In diesem Moment unterbricht uns der fremde Mann vom Nachbartisch plötzlich und erzählt Parties, die er in L.A. Alex verabredet ein Gespräch mit ihm im Anschluss.]
Ich bin wirklich interessiert daran, in L.A. etwas auf die Beine zu stellen… Entschuldige bitte, wo waren wir?

Wir haben über eure internationalen Parties gesprochen. Wo wart ihr noch?
In Moskau – fucking weird -, Lyon – das war großartig -, natürlich London und Berlin. Wir sollen auch nach Paris gehen und werden bald in Tel Aviv eine Party veranstalten.

Ich vermute also, dass ihr Global Players seid.
Du weißt ja, was wir damit heraus tragen wollen… Es ist für jeden von uns ein Nebenprojekt und weder eine Hot-Chip-, noch eine !K7-Sache. Wir spielen also nur in Städten, in denen wir es auch wirklich wollen. Gerade fasziniert uns eben Tel Aviv, also gehen wir dort hin. Verstehst du, was ich meine? In Paris sind zwar manche Teile der Szene wirklich erstaunlich, aber dort gibt es nicht gerade die allerinteressantesten Plätze, wo ich feiern wollen würde. Hier geht es darum, neue Orte zu erkunden. Vielleicht ist Ulm dafür kein gutes Beispiel, aber wenn wir etwa nach Schweden gehen, gehen wir nach Malmö und nicht nach Stockholm.

Warum spielt ihr dann auf Festivals wie dem Glastonbury?
Weil sie viel Spaß bringen. Wir versuchen dort kleine Ableger unserer Parties zu veranstalten. Wir nehmen uns drei, vier Stunden für das Set und packen eine normale Londoner Party in diese paar Stunden. Da spielen dann viel zu viele Djs, dann noch Liveacts und sogar solche, die dann noch über die Dj-Sets mc’en, um zu sehen, ob es auch vor tausend Festivalbesuchern funktioniert.
Das hat letztes Jahr beim Glasto’ sehr gut funktioniert, aber bei einem anderen Londoner Festival dann auch nicht. Es war das totale Chaos, wir waren schrecklich. Es legten die schlechtesten Djs auf, die ich jemals gesehen haben, und wir waren diese Djs… Aber wir experimentieren dort eben viel, spielen neue Songs und Freunde stoßen dazu.

Und die Zuhörer sind dann für gewöhnlich eure eingeschworene Fangemeinde?
In gewisser Weise, ja. Ich arbeitete die ganze Zeit und wollte deshalb das nicht so vorantreiben, wie ich andere Dinge normalerweise vorantreibe. Ich wollte, dass die Leute zu uns kommen, also gab es nie Werbung. Wir sind sehr von Mundpropaganda abhängig. Und in London ist das kein Problem: Da so viele Leute involviert sind, tauchen trotz allem mehr als 400, 500 Leute auf. In Berlin hätte ich da aber ein Problem, weil ich hier nicht so viele Leute kenne und alles alleine mache. Aber es ist toll, dass wir jetzt mit unseren Künstlern und unserer Arbeit um die Welt reisen können.

Eure aktuelle Statistik zeigt vier Veröffentlichungen in zwei Jahren. Das sieht nicht gerade sehr rege aus. Ihr wollt bestimmt, dass alles natürlich wächst oder?
So in etwa. Wir hatten ja alle unsere Arbeit, ich bei !K7 und der Rest auch. Es war also schwierig, Zeit für die Veröffentlichungen zu finden. Aber jetzt werden wir zwei Alben und mehr raus bringen. Außerdem geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um den Auftritt. Man findet kaum Künstler, die fantastische Musik machen, gut aussehen und eine großartige Lichtshow haben. Auf solche Leute muss man warten.

Ha, über das Aussehen sollten wir nochmal reden: Totally Enormous Extinct Dinosaurs sehen eher seltsam, denn gut aus.
Nun, sie sehen vielleicht nicht großartig, dafür aber interessant aus. Ich glaube es geht darum, dass wir alle von Livemusik fasziniert sind, wie Hot Chip. Man muss wirklich festhalten, dass sie eine gute Band abgegeben. Außerdem wollte ich nach unserer ersten Party hier diese Wir-feiern-bis-in-den-frühen-Morgen-Mentalität nach London bringen, denn vor zwei, drei Jahren hat jeder Club noch um zwei oder drei Uhr bereits zugemacht. Auf der anderen Seite wollte ich das eklektische an London nach Berlin transferieren, denn hier spielen die DJs über all für Stunden den selben Beat oder legen gar mit Laptops auf.

Das ist nich das Wahre.
Genau, ich will eine Show haben. Ich will mir etwas anschauen können und unsere Musik soll anders sein. Bei Greco-Roman verändern wir unsere Musik stetig.

Ah, so langsam kommen wir zu eurer Wrestlerattitüde. Woher stammt der Name Greco-Roman?
Wenn Joe und ich auflegten, fühlten wir uns wie Wrestler. Wie waren betrunken. Es war eine sehr lustige Nacht. Und dann blieb das hängen und wir sind dem Ganzen etwas nachgegangen. Ich mag es, weil es nicht wie stupides US-amerikanisches Wrestling ist. Es ist eher…

Klassisch.
Es ist tatsächlich klassisch. Es ist langsam, schwitzig und ziemlich unsexy.

Aber immer noch erotisch.
Es ist etwas erotisch, weil es hier um Schwitzen und Umarmen geht. That’s Greco-Roman.

Und wer ist der Künstler hinter euren ganz modernen und fantastischen Artworks?
Er heißt Lorenzo (Fruzza) und ist ein Illustrator in London. Er ist unglaublich und arbeitete für ein paar Werbeagenturen, als er unserer erstes Cover gestaltete. Es war sehr, sehr gut, also durfte er weitermachen. Er wird auch immer besser und besser und die Leute nehmen ihn genauso wahr wie die Musik. Das ist cool, schließlich ist er noch sehr jung und wartet auf seinen Durchbruch.

Das TEED-Cover hat mir besonders gut gefallen.
Ja, ich glaube, das war bis dato sein bestes. Das Drums of Death ist ebenfalls wirklich gut. Die Idee dahinter war, dass jemand sein Herz gestohlen hat und man ihm stattdessen eine Drumcomputer eingesetzt hat.

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Drums of Death deeyaing in London

Also wird es das Album nun im Herbst geben?
Es sollte schon vor zwei Monaten fertig sein. Er ging mit Peaches auf Tour und ich meinte: “Du weißt, dass wenn du es jetzt nicht beendest, wirst du es nach der Tour niemals schaffen.” Aber er meinte nur: “Ja, ja, ich weiß.”, und ließ das Album halbfertig zurück. Ich werde schon langsam ein bisschen verrückt, aber es sollte diese Woche geschafft sein.

Also arbeiten er und Joe gerade daran?
Ja, sie werkeln an ihm in seinem Schlafzimmer. Jeder in London nimmt in seinem / ihrem Schlafzimmer auf, da man hier kaum einen Platz dafür wie etwa in Berlin bekommt. Hot Chip haben mittlerweile ihr eigenes, aber auch erst jetzt, für das vierte Album. Die ersten drei wurden alle in Joes Schlafzimmer gemacht und das ist sehr klein, etwa von hier nach da.
[Alex malt einen kleinen Raum in die Luft, in dem er auf die Stühle direkt links und rechts von uns zeigt.]
Wirklich klein. Er hat dort ein Doppelbett für sich und seine Frau, sowie einen Tisch mit seinem Computer und allen Platten stehen. Das war es. Und dort haben sie bis jetzt alle ihre Alben gemacht. Bei Drums of Death ist es das selbe: Er hat einen Tisch, ein Bett und einen Stuhl. Im Prinzip sind ihre beiden Schlafzimmer identisch.

Es gibt da diese Theorie, dass man angesichts schwierigerer Umstände bessere Musik macht.
Vielleicht. Zumindest macht man die Musik dann schneller. Etwas, das ich in London bemerkt habe, ist die Eile, der Druck, die in der Luft liegen. Die Menschen treiben alles wirklich sehr stark voran. Ich weiß nicht, ob das besser ist oder nicht, aber die Art ist eben verschieden. Mir gefallen da Teile beide Alternativen, aber Drums of Death macht die Musik, weil er das Geld braucht. Trotzdem können auch reiche Leute gute Musik machen.

Und warum machst du keine eigenen Platten?
Ich weiß es nicht.

Hast du es versucht?
Ja, aber ich war wirklich mies. Deshalb habe ich immer für Plattenfirmen gearbeitet. Ich kann selbst nicht Musik machen, wollte aber immer mit ihr arbeiten. Ich habe immer verstanden, worum es geht, was gut aussehen würde und werde daran interessiert sein würde.

Eine Gabe.
Das ist auch das Gute an Greco-Roman: Ein Musiker und Produzent, einen A&R-Manager, ein Künstlermanager und jemand, der bei der Bank arbeitet – mehr braucht es nicht. Dann haben wir noch zwei weitere Leute. Der eine betreibt schon eine Label und der andere ist Radiomoderator und DJ. Alle kommen aus verschiedenen Richtungen, was von Vorteil ist. Einzig jemand, der die Parties bewerben würde, fehlt. Daher sind die aber auch so ein großer Spaß. Allerdings verdienen wir damit kein Geld, denn wir sind nicht sonderlich gut darin. Naja, wir haben etwas Geld mit der ersten gemacht und es dann aber schnell mit den nächsten wieder verloren. Es fühlt sich dafür immer noch wie eine Party und nicht wie eine reguläre Clubnacht an.

Und wie sieht es mit den Veröffentlichungen aus?
Nein, mit denen verlieren wir ebenfalls Geld. Aber wir bekommen es durch die Festivalgagen, das ist auch ein Grund, warum wir dort spielen. Sie bezahlen besser als jeder andere.

Wagen wir einen Blick voraus: Sucht ihr noch nach neuen Künstlern?
Ich denke, wir haben schon genug und suchen deshalb auch nicht aktiv nach neuen, aber ich will mir immer neue Sachen anhören. Außerdem wollen wir auch unterschiedlichste Musik aus verschiedenen Genren veröffentlichen. Wir haben schon eine Electro-Platte gemacht, eine Disco-Pop- und eine Rave-. Ich würde gerne noch eine Dubstep- und eine Garage-Platte rausbringen. Vor zwei Wochen haben wir uns auch mit einem Indiekünstler, Wolf Gang, über eine Single unterhalten, aber sie kam nicht zustande.

Also wird Greco-Roman zu einer Art Kitsuné heranwachsen?
Ja, so ähnlich. Sie touren viel und haben eine sehr klare visuelle Identität. Wir machen ungefähr das selbe, nur mit etwas mehr Spaß.

Wie sieht deine Zukunft und die des Labels aus?
Ich werde mit Pferdeschwanz im Pool abhängen (gerade trägt Alex übrigens Glatze). Ach, ich weiß nicht. Ich würde sagen: Viele Parties in vielen, verschiedenen Städten und viele Fehler, gerade live.

Und wenn die Menschheit mal eines Tages den Mars besiedeln wird und ihr als erstes DJ-Team überhaupt rüber fliegen dürftet, wäret ihr an Board?
Ich würde wohl nicht Drums of Death mitnehmen. Er würde die Marsianer verschrecken.