Archive for the ‘new bands on the blog’ Category

The Sister Ruby Band

Sonntag, August 14th, 2011

[vimeo 27513401 nolink]

John Ruby ist der Mephisto seiner eigenen Zitatehölle. Ein Betörender, wohl gemerkt. Einer mit einer Stimme und Zeilen, die mensch nicht so schnell vergessen kann, nicht vergessen will. The Sister Ruby Band (Foto: Robert Felix) heißt das Einmannprojekt des 22-Jährigen aus Los Angeles. Morgen erscheint im Selbstvertrieb sein Debütalbum In Cold Blood, für heute aber sind “Graceland Smile” (Videoregisseur war der Londoner Fotograf Richard Nicholson vor hiesiger Kulisse, dem Barbican Centre) und der Gratisdownload “Rebecca (Just Take It From Me)” die unauslöschlichen Leuchtfeuer im grauen Sonntagsregen. Wohl, die letzten Werke der Gebrüder Gallagher hätten ruhig so klingen dürfen.

The Sister Ruby Band : Rebecca (Just Take It From Me) (Download - einen Monat gültig)

Family

Mittwoch, Juli 6th, 2011

Wieder einmal führt der Weg zum Licht über den Modus der Entschlüsselung. Family sind eine neue Band, genauer ein Quartett, aus London, das unseren Gefallen gefunden hat, allein aber schon durch seinen Namen jegliche Recherche erschwert. So bleiben zunächst nur eine Bandbesetzung aus “Art Tom Bru Lu Lu Ga Ga” (sic) und ein aus mehreren Bibelstellen frei zusammengesetztes Micromanifest von der gesichtslosen Formation:

GOD SPOKE TO MICHAEL
AND MICHAEL WEPT
BUT RIGHTEOUS PPL FLOURISH LIKE PALM TREES
AND GROW TALL LIKE CEDARS OF LEBANON
SO HAVE FAITH
THE KIDS ARE COMING
.

Family haben die Palme als ihre Ikone, als ihre visuelle Repräsentanz auserkoren. So ziert sie alle drei auf Bandcamp veröffentlichten Kompilationen, Family I, II und III. Zuletzt war die Band obendrein mit den nicht minder enigmatischen W U L Y F in Großbritannien auf Tour.

Warum wir das alles schreiben? Weil Family für sich eine umwerfend schöne Lo-Fi-Musik gefunden haben (sie selbst bemühen sich um mehr Attitüde, nennen die Musik Ho-Fi, also Huren-Fi). “Baba” etwa ist eine Hymne juveniler Zerrissenheit, die einen nicht mehr loslässt. Alle anderen sieben Lieder sind nicht weniger berührend. Da schlummert allerhand Talent und großes Gefühl in den Zwischentönen.

Einen Konzertrückblick samt Fotos aus London gibt es übrigens bei DEER BRAINS.



Lana Del Rey

Montag, Juli 4th, 2011

Baby, can’t you see that I’m danger? Mit Lana Del Rey, bürgerlicher Name: Lizzy Grant, sollte man sich besser nicht anlegen. Zumindest möchte einem das die in der ehemaligen Winterolympiaden(klein)stadt geborene Sängerin nur allzu gerne deutlich machen. Ihr Lebenslauf listet Stationen wie Alabama, New Jersey, zuletzt London und aktuell New York City, problemlos hätten sich aber auch Nashville und warum nicht auch der Sunset Boulevard in Hollywood dazugesellen können, denn mit ihren sinnlichen Lippen und der noch viel schöneren Stimme ist Del Rey ein kommender Star für alte Fans Nancy Sinatras und Marianne Faithfulls, heimliche (und offene) Anhänger Duffys, aber auch Besitzer des ein oder anderen Cat-Power-Albums. Nur handelt es sich hier eben um die bad girl Variante.

Diamonds on my wrist, whiskey on my tongue, lautet ihre Standortortbestimmung im Refrain des eingangs zitierten “Kinda Outta Luck”, kurz denken wir an Ke$ha, dann hat Lana uns bei eingängigem 60ies-Soul-Pop-Rhythmus wieder. Dem besungenen Liebsten (You made me nice for a while, but my darkside’s true.), droht Ungemach, das lyrische Ich will ihn erschießen. Der eigene Vater liegt da schon längst tot im Kofferraum. Natürlich funktioniert das Spiel auch andersherum, aus “Diet Mtn. Dew” (Demodownload am Artikelende) sprudelt die Unvernunft hervor: You’re not good for me, but baby, I want you, und: Maybe I like this rollercoaster, maybe it keeps me high - die Liebe als stetiger Adrenalinschub. Lana hätte sicherlich auch eine gute Bonnie Parker abgegeben. Die Synthese folgt mit der wundervollen Ballade “Video Games”: I heard, you like the bad girls only, is that true?, bringt sie sich in zunächst kokettierend in Stellung, am Ende verfällt sie ihrer eigenen gangster love story vollkommen und liefert sich aus: It’s you, it’s you, it’s all for you. Everything I do. I tell you all the time, heaven is a place on earth with you.

Untermalt wird das im Falle von “Kinda Outta Luck” und “Video Games” mit aus unterschiedlichsten Filmschnipseln zusammengesetzten Musikvideos. Zwischen 50er-Jahre-Werbung und -Kinofilmen in schwarz-weiß, Konzerten, Comicstreifen, TV-Nachrichtenausschnitten und allerhand mehr mischen sich Aufnahmen der singenden Lana Del Rey, von üppigen Locken gerahmt und in Webcam-Optik. Die scheinbare Zurückhaltung in den Produktionsmitteln ist aber wohl nur vorgeschoben, die Nachwuchskünstlerin besitzt bereits Pressevertretungen auf beiden Seiten des Atlantiks, hatte einen Gastauftritt bei Mando Diaos MTV Unplugged und nahm anscheinend ein paar eher lauwarme Stücke mit dem EMI-Texter Noah McNamara auf. Auch ein vor einem Jahr aufgenommenes, aber nie veröffentlichtes Album konnte nicht recht überzeugen. Laut Guardian sind ihre 19(!) neusten Stücke, darunter die oben genannten drei, aber von ganz anderer Qualität, was natürlich überaus vielversprechend ist. “Video Games” soll wohl die erste Single werden, derweil ist Nancy Sinatra bereits auf ihre potentielle Nachfolgerin aufmerksam geworden.


Lana Del Rey : Diet Mtn. Dew (Demo) (Download)

VIENNAVIENNA

Montag, März 21st, 2011

A capital between Classic and Falco: Vienna, might not be a (pop) musical melting pot anymore, but is still a steady source of inspiration for many artists. Ultravox devoted a pathos-full whole album to the Danube metropolis in 1980, while a group of the same name sang “Say You Love Me (Tu As Juré)” only four years later. Recently it was a short-time home to Ja, Panik! and Andy Butler recorded the new Hercules & Love Affair full-length Blue Songs here, artistically stimulated by his fellow-producer Patrick Pulsinger and colleagues as Wolfram (former Diskokaine).

With VIENNA, in suitable capital letters, there’s another new act in this roundel of associations, only this time from Berlin. Musically they’ve got only few intersections with the above. Instead, the anonymous trio merges both, minimal and melancholic electronica and synth-pop. The female-male vocal duet thereto bathes in the erratic zeitgeist, between excess and august, but unfulfilled feelings. And as we are told in “A Tourist”, ideally, one’s just on a visit:

I want to be a tourist in your heart
A tourist in your heart again
To feel my pulse rise

In the second of the already released tunes, “Blood”, it’s then dancing becoming the universal remedy of all wounds. Simple, but effective black-and-white videos were already made for both tracks. “Blood” is commences with an unfinished poem in a typewriter:

Ich will von jeder deiner Poren lehren. (I want to teach from every of your pores.)
Ich will von deinen Lippen kosten, (I want to taste from your lips,
und mich tief in ihnen versenken. (and deeply steep myself in.)
Will jedes deiner Haare, (Want to feel your every hair)
auf meiner Brust wippen fühlen. (whipping on my chest.)

But the final kiss fails to happen and the gesture is left back alone in the empty, grey space. You can watch and download the first two foretastes of VIENNA below.



VIENNA : A Tourist (Video) (Download)



VIENNA : Blood (Video) (Download)

Eine Hauptstadt zwischen Klassik und Falco: Wien, zu englisch: Vienna, ist vielleicht kein (pop)musikalischer Schmelztiegel, wohl aber noch immer gelegentliche Inspirationsquelle. Die Briten von Ultravox widmeten der Donaumetropole 1980 pathosreich gleich ein ganzes Album, vier Jahre später sang eine gleichnamige Gruppe “Say You Love Me (Tu As Juré)“. Zuletzt bot man Ja, Panik! kurzzeitig Heimstätte und Andy Butler nahm, angeregt durch seinen Produzenten Patrick Pulsinger und Künstler wie Wolfram (ehemals Diskokaine), das aktuelle Hercules & Love Affair Album Blue Songs hier auf.

Mit VIENNA, in Kapitalen, gibt es nun eine weitere Neugründung im Assoziationsreigen, diesmal allerdings aus Berlin. Musikalisch haben sie mit den oben Genannten wenig zu tun. Stattdessen versucht sich das gerne unerkannt bleibende Trio an minimalistischer Electronica und Synth-Pop. Das weiblich-männlich Duett schwelgt dazu im erratischen Lebensgefühl der Zeit; zwischen Exzess und hehren, aber unerfüllten Gefühlen. Und im Idealfall, wie etwa in “A Tourist”, ist man eh lediglich zu Besuch:

I want to be a tourist in your heart
A tourist in your heart again
To feel my pulse rise

Im zweiten bisher veröffentlichten Lied, “Blood”, ist dann das Tanzen Allheilmittel aller Wunden. Für beide Stücke gibt es auch simpel, aber effektvoll zusammengestellte Schwarz-Weiß-Videos. Als stillschweigendes Verbindungsstück dient ein gerahmtes Photo. Bei “A Tourist” erscheint zudem anfangs eine unvollendetes Gedicht in der Schreibmaschine:

Ich will von jeder deiner Poren lehren.
Ich will von deinen Lippen kosten,
und mich tief in ihnen versenken(?).
Will jedes deiner Haare,
auf meiner Brust wippen fühlen.

Doch der finale Kuss bleibt aus, die große Geste steht im leeren Raum. Diese ersten Kostproben von VIENNA gibt es nachfolgend dennoch als Video und Download.



VIENNA : A Tourist (Video) (Download)



VIENNA : Blood (Video) (Download)

Entrepreneurs : InterviewEntrepreneurs : Interview

Mittwoch, Dezember 15th, 2010

German music journalists once created the term of Beat-Bastler, a English-German alloy best translated with a person, creating electronic beats the DIY style partly by piecing fragments together. If performed well, you might find some cellotape residues here and there, but the result shakes your with joy as a kid shakes his money-fattened piggy bank. New master of the arts and another talent we want to feature with a proper introduction is Entrepreneurs.

Young UK musician and now solo producer Adam M. Crisp is here gluing together so many different interfaces (and genre rudiments), that naming them all would lead us to pretty much to nowhere, but we can say, that the sonic pile of shades, which are his remixes and own productions, project the must entertaining and diffuse, rainbow-like reflections on the back of our heads, we’ve come across recently. The rest of the story shall be told in the not too-serious (means: deadly serious) E-mail questionnaire Adam filled out for us below – thanks a lot for that!


Entrepreneurs : Revenge Platter (Stream)

Hi Adam! I hope, you are doing fine. For the beginning and to get to know you a bit better, please, imagine a US diplomat visiting one your shows. Which compromising details would the scandalmonger cable back to Barack and Hillary?
Hello, I’m doing great. Umm… I don’t know. But I do know that Bill Clinton played saxophone on the next Entrepreneurs release “Fuck Tactics”. Out sometime in the new year. But on a more serious note, all we can hope now is for Sarah Palin to steal the Presidency at the next election and the world can at last return to a much safer, gun toting, and entertaining place.

You’ve set a quite impressing pace with your productions and remixes recently, young Sir. Profanely, how many hours do you spend with music in any way per week and, philosophically, what does it mean to you?
I probably devote about 5 minutes to music every month. Philosophically, this is the only way to keep the art pure. As a rule of thumb I try to write a piece of music in half the time of its final track length. This is only possible through complex algorithmic programming, and filthy lies.


Entrepreneurs : Hunting Roger Rabbit (Stream)

What is your personal agenda then?
Glad you ask; I have a five point plan (mapped out using an inverted pentagram). Its very complicated and totally secret but I can reveal the ultimate goal is to instruct the individual by allegory and symbol in the profound mysteries of Nature, and thereby to assist all humans in the discovery of his or her own true identity.

There appear to be two streams in your work; a sunny, bubbling sound, which you seem to shift more and more to the remixes, and a more dark, rough and tricky one, which mostly fills your own productions. What is the background of this dualism and your general approach towards music?
Well for remixes I generally do a load of big beat wank that keeps people happy. I don’t like remixes. In general I fail to see the point in rehashing the same song twenty times. But then a lot of people would never have come across anything I’ve done if it wasn’t for the association with fantastic acts like Marina & The Diamonds.
I don’t really consider anything I do sunny or bubbling. Sometimes I find it amusing to write something well generic, just to try and prove some kind of point to myself. But on the whole, it’s all doom and gloom with me…


Marina & The Diamonds : Mowgli’s Road (Entrepreneurs Space-Hopper Remix) Download)

I’m sorry, but could you please explain this a bit more in detail?
Ya know, like a slow drawn out suicide. Naked. Surrounded by all your childhood bullies, pointing and laughing, with that new Black Eyed Peas song on repeat. That kinda vibe. True horror. Blood poring down the walls and everything. Jeremy Kyle‘s there. Since you asked.

Most of your tracks are around two or three crisp minutes long – or even shorter. Why is it good to keep things short?
People lead busy lives. How are they gonna pay attention to my music for more than a minute when their Facebook needs checking. But yeah, I like to cut to the chase. Maybe I have quite a short attention span. Maybe in pretentious terms, I just like to hang my musical ideas off the framework of the conventional pop song. I dunno.


Entrepreneurs : Bubblegunk (Stream)

Somehow, I hear musically intersection between your work and the one of Beck Hansen. Maybe this is pointless as a reference (please, correct me then) but at least I would be interested in your busy bee’s opinion on modern slackerism in 2010?
I’ve always been fairly impartial to Beck. Never owned an album. But I’ve heard the comparison before, and I think I see where people are coming from. No bad thing.
I fight a constant battle with laziness, so I empathise with slackerism. I think doing nothing is a perfectly valid activity. You won’t get any happier busting your balls 24/7. If everyone did nothing, everything would fall apart. And I think I’m quite up for that.

You used to play in the Brighton three-piece Elle Milano until 2008. What made you turn yourself towards music again two years later and did your home town Yateley play any specific role here?
Haha, two years later… I’ve never stopped making music. I just started from scratch after Elle Milano, so its been a slow process working out what I want to do. I’ve been quietly educating myself in various different production approaches etc. Experimenting. Yateley just happens to be where my Dad lives, and thus the only place I’ve been able to afford to live. I rarely leave the house to experience Yateley’s wide and varied offerings, so I’d say its had very little influence on my music. Of course what I mean to say is, the boredom of a soulless commuter town inspires me to dream and imagine a different life for myself (in another commuter town, a little further down the M3).


Feldberg : Dreamin’ (Entrepreneurs Saxual Eruption Remix) (Download)

Now, as Entrepreneurs, you are all on your own and last Wednesday was just your fourth gig under this moniker. How did you feel before and during your first live performance without the warming coat of a surrounding band and how have you evolved from there until now?
I thought, “This is total blag. It’ll be a small miracle if I don’t get laughed off the stage”. Luckily the stage lights were burning my eyes, and the bass was really fucking loud, so I couldn’t tell what the audience was doing either way. I’m confident with what I’m doing now. But I do intend to expand the line up in the new year, so watch out.

Last one: So what should the people put on their home stereo before leaving to an Entrepreneurs gig?
The Time (Dirty Bit)” by The Black Eyed Peas.


Penguin Prison : Something I’m Not (Entrepreneurs Candy Humper Remix) (Download)

Buy (or download for free – you choose, but choose wisely) Entrepreneur’s digital EP Uv Been Robbed (Joking, But Not) here and get yourselves the 7″ single Hunting Roger Rabbit / Six Severed from Stella Mortos on top. And listen to his probably best remix till now, a re-design of Everything Everything, here.


Entrepreneurs : Revenge Platter (Video directed by Kit Oates)

Im Deutschen wurde mal der Begriff des Beat-Bastlertums geprägt, der im Grunde im besten Denglisch nur aussagt, dass jemand sich in seinem Schlaf-/Wohnzimmer am Zusammensetzung feinster elektronischer Musik versuchte. Zur Perfektion geführt, mögen sich hier und da vielleicht noch ein paar Klebestreifenrückstände finden lassen, aber das Ergebnis schüttelt einen wie ein glückliches Kind das mit Geld gemästete Sparschwein. Der neuste Adept dieser Idee kommt einmal aus Großbritannien und soll hier als Entrepreneurs einmal ordnungsgemäß vorgestellt werden.

Der junge Musiker und neuerdings Soloproduzent Adam M. Crisp klebt hier nämlich so viele verschiedene Nahtstellen (und Genrerudiemente) zusammen, dass das Nennen ihrer aller müssig bliebe, sich wohl aber sagen lässt, dass der Scherbenhaufen seiner Remixe und Eigenproduktionen aber die schillerndsten, unterhaltsamsten und diffusesten Reflexionen an unsere Schädelinnenwände wirft, über die wir zuletzt gestolpert sind. Der Rest der Geschichte soll aber passender in den nachfolgenden, nicht allzu ernsten, sprich: todernsten, Antworten Adams auf unseren E-mail-Fragebogen erzählt werden – vielen Dank dafür!


Entrepreneurs : Revenge Platter (Stream)

Hi Adam! Ich hoffe, es geht dir gut. Stell dir, bitte, für den Anfang vor, dass ein US-Diplomat (oder Diplomatin) eines deiner Konzerte besucht. Welche kompromittierenden Details würde das Lästermaul Barack und Hillary anschließend in einem Kabel zu schicken?
Hallo, mir geht es großartig. Hmmm… Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass Bill Clinton das Saxophon auf der nächsten Entrepreneurs-Veröffentlichung “Fuck Tactics” eingespielt hat, die irgendwann im neuen Jahr erscheinen wird. Aber ganz im Ernst: Derzeit können wir doch nur hoffen, dass Sarahn Palin die Präsidentschaft an sich reißt und die Welt wieder zu einem viel sicheren, waffentragenden und unterhaltsameren Ort wird.

Du hast zuletzt ein sehr beachtliches Arbeitspensum an Remixen und eigenen Stücken vorgelegt. Profan gefragt: Wie viele Stunden verbringst du pro Woche mit der Musik; und philosophisch: Was bedeutet diese für dich?
Ich widme so wahrscheinlich ungefähr fünf Minuten eines Monats der Musik. In philosophischer Hinsicht ist das die einzige Möglichkeit, die Kunst rein zu halten. Als Faustregel versuche ich ein Lied in weniger als der Hälfte der Zeit seiner späteren Länge zu schreiben. Das ist natürlich nur durch komplexe Programmierung möglich. Und ein paar unverschämte Lügen.


Entrepreneurs : Hunting Roger Rabbit (Stream)

Was ist dann deine persönliche Agenda?
Ich bin froh, dass du mich das fragst. Ich habe einen Fünf-Punkte-Plan (entworfen als ein invertiertes Pentragram). Es ist sehr kompliziert und absolut geheim, aber ich kann verraten, dass es das finale Ziel ist, das Individuum durch Allegorien und Symbole in den profunden Mysterien der Natur zu unterrichten und dabei alle Menschen bei der Offenlegung ihrer wahren Identität zu unterstützen.

In deinem bisherigen Werk zeichnen sich zwei konträre Strömungen ab;  ein beinahe sonnig, blubbernder Klang, der du mehr und mehr auf deine Remixe verlagerst, und einen etwas dunkleren, knarzigeren und vertrackteren, der zuletzt größtenteils deine Eigenkompositionen erfüllte. Was ist der Hintergrund dieses Dualismus und deine grundlegende Herangehensweise an Musik?
Nun, für die Remixe beschränke ich mich oftmals auf ein ein bisschen Big-Beat-Getue, das die Leute eben glücklich macht. Ich mag Remixe nicht. Grundsätzlich sehe ich keinen Sinn darin, ein und dasselbe Lied zwanzigmal wiederaufzuwärmen. Aber andererseits wären auch viele Leute wohl nie auf meine Musik gestoßen, wenn es nicht durch die Assoziation mit so fantastischen KünstlerInnen wie Marina & The Diamonds gewesen wäre.
Ich betrachte übrigens nicht wirklich irgendetwas von mir als ‘sonnig’ oder ‘blubbernd’. Manchmal finde ich es einfach nur erheiternd, etwas recht Exemplarisches zu schreiben, nur um mir selbst diesen Denkansatz verdeutlichen zu versuchen. Aber im Großen und Ganzen ist es der reinste Weltuntergang mit mir…


Marina & The Diamonds : Mowgli’s Road (Entrepreneurs Space-Hopper Remix) Download)

Tut mir leid, aber könntest du das, bitte, detaillierter erklären?
Du weißt schon, wie ein in die Länge gezogener Suizid. Nackt. Umgeben von all den Schulhofschlägern deiner Kindheit, die lachend auf dich zeigen währen dazu dieses neue Lied der Black Eyed Peas in einer Endlosschleife läuft. Der wahre Horror. Mit an den Wänden hinunterrinnendem Blut und so. Jeremy Kyle ist auch da. Danke der Nachfrage.

Das Gros deiner Lieder ist zwischen knackigen zwei bis drei Minuten lang – oder sogar weniger. Warum ist es gut, die Dinge kurz zu halten?
Die Leute führen stressige Leben. Wie sollen sie meiner Musik mehr als eine Minute ihrer Aufmerksamkeit widmen, wenn Facebook nach einem Besuch verlangt? Aber ich komme gerne auf den Punkt, ja. Vielleicht habe ich selbst eine ziemlich kurze Aufmerksamkeitsspanne. Vielleicht, angeberisch gesprochen, will ich auch einfach nur meine musikalische Ideen aus dem Rahmen eines konventionellen Popsongs fallen lassen. Ich weiß es nicht.


Entrepreneurs : Bubblegunk (Stream)

Ich höre diverse musikalische Überschneidungen, etwa in Konzept wie Gesang, zwischen deiner Musik und der von Beck Hansen. Mag dieser Vergleich vielleicht noch so ziellos sein (korrigiere mich dann, bitte) aber ich möchte zumindest gerne deine Meinung über das moderne Leben als Slacker im Jahre 2010 wissen.
Ich war eigentlich immer recht unvoreingenommen von Beck, habe nie ein Album besessen. Aber ich habe diesen Vergleich schon zuvor gehört und meine zu sehen, was die Leute zu ihm bewegt. Nicht das Schlimmste, was einem passieren kann.
Ich kämpfe ständig mit meiner Faulheit, kann mich also in den slackerism hineinversetzen. Nichts zu Tun ist ein absolut gültige Tätigkeit. Sich rund um die Uhr den Arsch aufzureißen macht dich nicht glücklicher. Wenn jeder nichts tun würde, würden alles auseinanderfallen, und da wäre ich sehr dafür.

Du hast bist 2008 im Brightoner Trio Elle Milano gespielt. Nicht ohne Erfolg. Was hat dich nach zwei Jahren wieder zur Musik gebracht und spielte deine Heimatstadt Yateley dabei irgendeine Rolle?
Haha, zwei Jahre später… Ich habe nie aufgehört, Musik zu machen, habe nach Elle Milano von ganz von vorne angefangen. Von daher war es ein langsamer Prozess, herauszufinden, was ich eigentlich wollte. Ich habe mich etwa in vielfältigen Arten der Produktion weitergebildet, experimentiert.
Yateley ist einfach nur die Stadt, in der mein Vater lebt, und daher der einzige Platz, an dem ich es mir zu leben leisten kann. Ich verlasse das Haus allerdings nur selten, um die vielfältigen verschiedenen Angebote Yateleys zu nutzen, deshalb hatte es wohl eher nur einen geringen Einfluss auf meine Musik. Natürlich möchte ich damit nur sagen, dass die Ödnis einer seelenlosen Trabantenstadt mich zum Träumen von einem besseren Leben (in einer anderen Trabantenstadt weiter unten der M3 Autobahn) anregt.


Feldberg : Dreamin’ (Entrepreneurs Saxual Eruption Remix) (Download)

Nun bist du als Entrepreneurs ganz auf dich gestellt und hast am Mittwoch deinen ersten vierten Auftritt unter diesem Namen absolviert. Wie hast du dich vor und während deines ersten ohne den wärmenden Mantel einer Band gefühlt und wie hat sich alles seitdem entwickelt?
Ich dachte: “Das ist ein großer Bluff. Es wird an ein Wunder grenzen, sollte ich nicht von der Bühne gelacht werden.” Glücklicherweise haben mir die Bühnenscheinwerfer die Augen versengt und das Bass war unheimlich laut, so dass ich sowieso überhaupt nicht wahrnahm, wie es den Leuten erging. Mittlerweile habe ich Vertrauen in meine Arbeit, plane aber, die Besetzung demnächst auszubauen – also passt auf!

Zu guter Letzt: Was sollten sich die Leute also zuhause noch schnell vor einem Entrepreneurs-Konzert anhören?
The Time (Dirty Bit)” von The Black Eyed Peas.


Penguin Prison : Something I’m Not (Entrepreneurs Candy Humper Remix) (Download)

Kauft (Preis frei wählbar, einschließlich null – aber so wählet weise!) Entrepreneurs digitale EP Uv Been Robbed (Joking, But Not) hier und legt euch obendrein noch die 7″ Single Hunting Roger Rabbit / Six Severed via Stella Mortos zu. Seinen neusten und wohl bislang besten Remix, eine Überarbeitung von Everything Everything, könnt ihr euch hier anhören.


Entrepreneurs : Revenge Platter (Video von Kit Oates)

Fixers : Interview x Who Says BoysFixers : Interview x Who Says Boys

Dienstag, Dezember 7th, 2010


A collage representing our interview partners – see some proper live photos on their Facebook

They shipped us to “Amsterdam” and let us wash up at the West Coast, but their own journey began in the time-honoured university town of Oxford. 2010 saw the South-Eastern British quintet Fixers (Jack Goldstein, Jason Warner, Christopher Dawson, Roo Bhasin and Michael Thompson) first gaining national interest, then international (blog) love with all their dense atmosphere and deliriously harmonies. Now a bright future appears on the horizon line, lapped around by the first waves of expectations.

We took the chance to interview Fixers hence, getting sucked in to a botanic microcosm of variously obscure music, just before they play with the likes of The Shaves, Exlovers, Entrepreneurs, Vondelpark and more at the Young and Lost Club Christmas party tomorrow. You can win tickets for that one here, by the way. Also you’ll find the band’s brand new video for as new track “Who Says Boys” at the end. It’s another psychedelic and hushed but mesmerising ride through Fixers’ batik telescopes, so you better put away your tax return papers, re-focus and let yourselves go – enjoy!

You started with the band in 2006, got on BBC Introducing last year and cracked Hype Machine and the NME in 2010. Not to mention a decent bunch of good gigs. Was there anything that went massively wrong recently?
Jack: We were driving home from a studio and our van blew up. All the hot water in the engine began leaking into the passenger seat, causing the engine to dramatically overheat. We had to be towed away and I had to wear plastic bags on my feet for the remainder of the journey. Also, last month I mixed a song down to VHS only to discover I had accidentley (sic) recorded over Cocoon II: The Return (1988 sci-fi sequel with an old Don Ameche and a young Courteney Cox). It could be karma for when Roo stole a copy of Slanted & Enchanted as a child (find the whole story here on page 15 of issue #11).

But it all in all has been a quite successful year for you, hasn’t it?
It’s exciting and has been a very formative year – it’s great being busy because we have all got to know each other so well and I think our work ethic has really developed over the last three to four months. We have had to take the concentration we are used to only dedicating to rehearsing and performing and utilise it in a more universal sense. Playing with Best Coast earlier in the year was a lot of fun, most of our shows have been local this year apart from the two BBC Festivals we did in the summer. It will be cool to hopefully get into the great wide open in 2011.

Next step: total world domination. So please, imagine that you would get the chance by the NASA or ESA to stream an audio message to alien life into outer space. What would it sound like?
I’d refrain from anything too spaced-out. We wouldn’t want to strain any interplanetary relations by condescending them with laser blips or phaser swirls. I think something fundamentally cemented within the history of the earth would be more suited and would choose a time capsule of old American sea songs, Greek Delphic hymns and early Cajun/Creole music. I may succumb to temptation and stick Merak by Adrian Wagner in there, too.

If Fixers were a plant, how would it look like, and what effects would it cause, if we consume it as a drug? (This question is of course inspired by your love to Mort Garson.)
Codariocalyx Motorius, Darwin called it The Hedysarum. It’s often refered to as The Dancing Plant, responding best to the music of Arthur Russell or Todd Rundgren – this sounds like us. Consumed as a tea – our dancing leaves, once plucked and brewed, would be a vital source of antioxidants. It’s such a beautiful dream. Plantasia is definitely my favourite Mort Garson record: Musically, its a voyage beyond reality but its context is so humble and flattering that you don’t become entangled within the musicianship and instead just get swept away within the botany song cycle.
I think thats the way all love songs should be:

You released ‘Amsterdam’ not only as a free download EP, but on cassette. Too, you (or at least Jack) are open admirers of Brian Wilson. Are you timetravellers or just vintage lovers (or neither)?
The CD may well have been a big technological blip. Cassette tapes are durable, compact and very affordable. I download a lot of cassette tape rips off mutant sounds and in that sense I think we used the cassette tapes as a production tool. The sound of the tape rips are so amazing that we wanted to emulate it. The sounds exclusive to the cassette tape release are quite experimental, I suppose. They were experiments for us but we took influence from beautiful experimentation records like Marcos & Harry by David Fulton and The Power Of The Source by L Ron Hubbard & The Apollo Stars.

Wednesday will be your last gig in 2010. What can we expect from you in 2011?
Plenty more shows hopefully, we have our first seven inch single coming out in february, “Iron Deer Dream“. We are touring the UK in February which should be exciting too. Writing new material, working on our live show. We will most likely spend any “downtime” in a rehearsal room, drinking tea and sniffing incense sticks.

And finally; how will you spend this year’s Christmas?
I’m going to sled down a hill so slowly that by the time I reach the bottom christmas will be over and i’ll be anxiously looking new years in the eye.

You can pre-order Iron Deer Dream since today from the Young and Lost Club here. But first, here’s the promised new “Who Says Boys” video:


Fixers : Who Says Boys (Video)


Eine Collage, die unsere Interviewpartner repräsentiert – Livebilder gibt es hier

Sie haben uns nach “Amsterdam” verschifft und uns an US-Westküste wieder angespült, aber begonnen hat ihre ganz eigene Reise in der altehrwürdigen Universitätsstadt Oxford. In diesem Jahr gelang es des südostenglischen Quintett Fixers (alias Jack Goldstein, Jason Warner, Christopher Dawson, Roo Bhasin und Michael Thompson), zuerst landesweites, dann internationales Interesse zu wecken mit nichts mehr als einer herrlich dichten Klangstruktur und delierenden Harmonien. Nun zeichnet sich eine vorerst vielversprechende Zukunft am Horizont ab.

Wir haben die Chance des Fortschritts genutzt, um die Band erstmals zu interviewen und mit ihnen in einen botanischen Mikrokosmos obskurer Klänge einzutauchen. Außerdem werdet ihr am Ende noch das brandneue Video zum Stück “Who Says Boys” zu sehen kriegen. Es ist ein weiterer psychedelischer-verhuschter Trip durch das Batikteleskop der Band, deshalb empfehlen wir, einmal Weihnachtswunschzettel und Steuererklärung beiseite zu legen und sich einfach treiben zu lassen.

Ihr besteht als Band seit 2006, ward im letzten Jahr bei BBC Introducing  und habt anno 2010 Hypem und den NME geknackt. Nicht zu vergessen, die vielen guten Auftritte in den letzten Monaten.  Gab es eigentlich überhaupt irgendetwas, was so richtig schief gelaufen ist?
Jack: Wir fuhren gerade vom Studio nachhause als unser Wagen hochging. All das heiße Motorenwasser sog sich plötzlich in die Sitze, was den Motor sich dramatisch überhitzen ließ. Wir mussten abgeschleppt werden und ich für den Rest des Weges Plastiktüten an meinen Füßen tragen. Außerdem habe ich letzten Monat ein Lied auf eine VHS-Kassette aufgenommen, nur um im Nachhinein festzustellen, dass damit versehentlich Cocoon II: Die Rückkehr (Anm.: Ein 1988 Sci-Fi-Film mit einem bereits alten Don Ameche und einer noch jungen Courteney Cox). Es war wohl Schicksal als Rache dafür, dass Roo als Kind mal Slanted & Enchanted gestohlen hatte (was sich im Detail hiere auf Seite 15 der elften Ausgabe nachlesen lässt).

Aber insgesamt war es doch ein ziemlich erfolgreiches Jahr oder?
Es ist aufregend und war sehr prägend für uns. Es war großartig, weil wir uns alle so gut kennengelernt haben dadurch und ich denke, dass sich unsere Arbeitsethik hat sich in den letzten drei, vier Monaten wirklich weiterentwickelt. Wir mussten unsere gewohnte Konzentration ganz allein den Proben und Auftritten widmen und sie dadurch viel universeller einsetzen. Es hat Spaß gemacht, am Anfang des Jahres mit Best Coast zu spielen, ansonsten waren unsere Auftritte, von den zwei BBC Festivals einmal abgesehen, fast nur lokale. Es wäre cool, 2011 in die weite Ferne ausschweifen zu können.

Nächster Schritt: die weltweite Dominanz. Steht euch also bitte vor, dass euch die NASA oder ESA eine Audiobotschaft an mögliche Außerirdische für ihre Satelliten aufnehmen lässt. Wie würde diese klingen?
Ich würde mit allzu abgefahrenen Sachen zurückhaltend sein. Wir wollen jedwede interplanetare Beziehung nicht mit Laserechos und Phaserschwemmen belasten. Ich denke, dass etwas fundamentaler mit der Erdgeschichte Verbundenes da passender wär und würde eine Zeitkapsel aus alten, amerikanischen Seeliedern, altgriechisch-delphischen Hymnen und früher Canjun- und kreolischer Musik zusammensetzen. Ich dürfte ebenso der Versuchung erlegen, noch Merak von Adrian Wagner hinzuzufügen.

Ich habe gelesen, dass ihr Mort Garson verehrt. Wenn die Band eine Pflanze wäre, wie sehe diese dann aus und welche Auswirkungen hätte sie als Droge konsumiert auf uns?
Es wäre eine Codariocalyx Motorius, eine Telegraphenpflanze. Darwin nannte sie den Süßklee. Man bezeichnet sie oft auch als Tanzende Pflanze, die am stärksten auf Musik von Arthur Russell oder Todd Rundgren reagiert – das klingt sehr nach uns. Als Tee zu sich genommen, würden unsere einst tanzenden, nun gepflügten und aufgebrühten Blätter eine reichhaltige Quelle an Antioxidationsmitteln bilden.  Das ist ein wirklich schöner Traum. Plantasia ist neben mein absolut liebstes Album von Mort Garson: Musikalisch ist es eine Reise hinter die Grenzen der Realität, aber sein Kontext ist so bescheiden und schmeichelnd, dass man sich nicht im musikalischen Handwerk verfängt, sondern stattdessen direct von diesem botanischen Liederzyklus hinweggefegt wird. Ich glaube, dass alle Liebeslieder so klingen sollten:

Ihr habt ‘Amsterdam’ sowohl als Download-EP, als auch als Kassette veröffentlicht. Außerdem bekennt ihr euch offen zu eurer Bewunderung für Brian Wilson. Seid ihr am Ende des Tages Zeitreisende oder nur Anhänger des Alten?
Die CD mag vielleicht nur ein kurzes Feuer gewesen sein, aber Kassettenbänder sind langlebig, kompakt und sehr preiswert. Ich lade mir sehr viele, dadurch wiederum mutierte Rückaufnahmen von Kassetten herunter und in diesem Sinne haben wir die Kassetten auch als ein Produktionsmittel genutzt. Die Geräusche auf diesen  Bändern waren so famos, dass wir sie nachahmen wollten. Die nur auf der Kassettenveröffentlichung zu hörenden Klänge sind deshalb wohl sehr experimentell geraten. Für uns waren sie Versuche, die aber sehr stark von den Aufnahmen Marcos & Harry von David Fulton und The Power Of The Source von L Ron Hubbard & The Apollo Stars beeinflusst wurden.

Morgen spielt ihr euer letztes Konzert für 2010. Was können wir im nächsten Jahr von euch erwarten?
Hoffentlich eine Vielzahl neuer Auftritte. Dazu kommt im Februar unsere erste 7″ Single “Iron Deer Dream” heraus. Im Februar werden wir dann durch das VK touren, was recht aufregend sein sollte. Wir werden wohl unsere Auszeiten im Proberaum mit dem Trinken von Tee und Schnüffeln von Weihrauch verbringen, während wir an unseren Stücken arbeiten.

Zu guter Letzt; wie werdet ihr Weihnachten verbringen?
Ich werde einen Hügel so langsam herunterrutschen, dass Weihnachten vorbei sein wird, wenn ich den Fuß erreiche, so dass ich beklommen dem neuen Jahr direkt ins Auge schauen werde.

Ihr könnt euch Iron Deer Dream seit heute beim Young and Lost Club hier vorbestellen. Aber zuerst kommt nachfolgend noch das versprochene, neue Video “Who Says Boys”:


Fixers : Who Says Boys (Video)

Hot CityHot City

Mittwoch, August 11th, 2010

If you either ever think of most of its natives’ attractiveness (no offence!) or its daily weather forecast, then you probably wouldn’t list London among the hottest cities in the world, but in terms of bearing new promising talents (both, native and moved there) over night this little big spot is surely out of competition. No wonder, that there’s now a producing team called Hot City putting things straight. And if you’ve been following this site for a while now, you might already know that their beats not only feed from the metropolis’ rich garage / 2step and rave tradition, but are as punchy and vibrant as the young Muhammad Ali and as juicy as the apples in the Garden of Eden.

But don’t worry, this is a fruit you can taste without being banned from your sweaty club hour. Eventually, their remix work for Monarchy (The Phoenix Alive) and Robyn (Hang With Me) has been highly delicious. Too, on September 7 a Hot Chip Remix EP called We Have Remixes with a Hot City remix of “We Have Love” will see the light of day on Astralwerks. That makes a hot², doens’t it? And there’s Hot City’s “Head Work” (Highpoint Lowlife) doing a real mental cinema brainwash to you. Recent single “Another Girl” (Moshi Moshi) and 2009′s “Hot City Bass” (Ramp Recordings) both reside on the same high level.

No surprise (and that’s the simple reason for this post) that Moshi Moshi has signed a record deal with them  last week, preparing a debut LP for the nearer future. So check out some of Hot City’s works below, their upcoming tour dates on his Myspace – including a night in Hannover, Germany(!) – and look out for more HC on our site soon!


Hot City “Head Work”

Hot City by brilliantlydifferent

In puncto Attraktivität seiner (meisten) Einwohner (no offence!) und des Wetterberichts würde wohl kaum jemand London unter den heißesten Städten der Welt einordnen. Wenn es aber darum geht, mal eben über Nacht gleich ein Dutzend neuer Talente hervorzubringen, dann rangiert dieser Flecken Erde so ziemlich außerhalb jeglicher Konkurrenz. Kein Wunder also, dass es nun mit Hot City ein Produzententeam gibt, das alles wieder in das rechte Licht zu rücken weiß. Wenn ihr unsere Seite regelmäßig verfolgt, wisst ihr wohl bereits, dass sich ihre Beats nicht nur aus der reichen Garage-2step-Rave-Tradition der Metropole ernähren, sondern auch so schlagkräftig und wendig wie der junge Muhammad Ali und so saftig wie die Äpfel im Garten Eden sind.

Aber keine Sorge, dieser süße Frucht hier darf und will probiert werden. Die Verbannung aus dem verschwitzten Clubparadies droht keinesfalls, denn ihre Remixe für Monarchy (The Phoenix Alive) und Robyn (Hang With Me) waren schlichtweg vorzüglich und am 7. September erscheint auf Astralwerks die Hot Chip Remix EP We Have Remixes mitsamt des Hot City Remix von “We Have Love”. Das macht hot zum Quadrat, nicht wahr? Und dann wäre da noch Hot Citys Eigenwerk “Head Work” (Highpoint Lowlife), das euch einer regelrechten Gehirnwäsche unterzieht, und die ebenfalls hochqualitativen  “Another Girl” (Moshi Moshi) und “Hot City Bass” (Ramp Recordings, 2009).

Anlass dieses Post ist aber eigentlich der Plattenvertrag, den Hot City nun mit Moshi Moshi geschlossen hat und somit bald ihr Debütalbum in die Läden bringt. Also hört euch schon einmal ein paar ihrer Tracks nachfolgend an, guckt auf ihren Myspace für alle Tourdates – einschließlich einer Clubnacht in Hannover (!) – und haltet Ausschau für mehr Hot City an dieser Stelle in der nächsten Zeit!


Hot City “Head Work”

Hot City by brilliantlydifferent

oOoOOoOoOO

Montag, August 2nd, 2010

Oooooh! No, oOoOO! That’s the name of a new, interesting New Band on the Blog hailing from San Francisco. And actually that’s already quite everything that we know about them, except that it has probably turned from a one-man project into a proper duo, since oOoOO only seldom openly appear(s) in public. They (he) is a mystery finding its completion in highly symbolic artworks and promiscuous non-pop-but-pop songs. Mystical, hazy, somehow strange. Attributes, that awaken one’s interest. Too, there’s even something quite frenetic in oOoOO’s tracks. For instance, the female voice of his song ‚Seaww’ appears as a ghost sailing in from the off, battling with the mighty bass.


Video | “Seaww” by Daniel Lopatin (Oneohtrix Point Never)

Then again, pop elements cut their figure as well, temporarily reminding of the glory days of the Pet Shop Boys & Co. But it’s the apparent improvising with elements of the music’s meta level oOooO accents himself the most. And it’s what leads us to associations with Fever Ray, Demdike Stare and Salem, to  the inscrutable term of ‘goth electro’.

Currently the band’s working with the labels Emotion and Bathetic Records. For the latter they recently participated in the cassette mini compilation Dark As Night, the first released a split single of them and White Ring. Current news are that on September 27 oOoOO will release their debut EP of the same title via Tri Angle Records. We’ll keep an eye on it.

oOoOO oOoOO EP track list:
1. Mumbai
2. Burnout Eyess
3. Sedsumting
4. Hearts
5. Plains Is Hot
6. Burnout Eyes (Visions of Trees Remix)


oOoOO “Mumbai


oOoOO “Hearts


oOoOO “Sedsumting


oOoOO “NoShore

GERMAN by F. FINKENSTEIN / ENGLISH REVISION by T. VORREYER

Oooooh! Nein: oOoOO! So heißt eine neue interessante Band aus San Francisco, die an dieser Stelle unter „Neuentdeckungen“ zu erwähnen ist. Viel mehr als dass das aus San Francisco kommende Einmannprojekt vermutlich zu einem Duo angewachsen ist, erfährt man auch nicht aus der Medien- und Internetwelt über den persönlichen Hintergrund von oOoOO, der nur selten offen in Erscheinung tritt. Ein Mysterium, welches sich gleichzeitig durch eben undurchsichtige Artworks und Songs auszeichnet. Mystisch, nebulös, irgendwie strange. Prädikate, die Interesse wecken. oOoOOs Tracks haben ebenfalls etwas durchaus phrenetisches an sich. So klingt die feminine Stimme in ‚seaww’ wie ein Gespenst, das aus dem Off herein schwebt und dann vom Bass übertönt wird.


Video | “Seaww” by Daniel Lopatin (Oneohtrix Point Never)

Poppige Elemente, die kurzzeitig an Pet Shop Boys Hochzeiten erinnern spielen auch mit ein. Viel mehr akzentuiert sich oOooO aber durch ein scheinbares Improvisieren mit Elementen auf der Metaebene der aktuellen Musik. So können Assoziationen zu Fever Ray, Demdike Stare und Salem entstehen; Goth Electro. Derzeit arbeitet die Band mit den Labels Emotion und Bathetic Records zusammen. Bei letzterem waren sie kürzlich auf der Minicompilation Dark As Night vertreten, auf ersterem wurde eine Splitsingle mit White Ring veröffentlicht. Ganz aktuell des weiteren die Information, dass am 27. September diesen Jahres oOoOO gleichnamige Debüt-EP auf Tri Angle Records erscheinen wird. Wir bleiben dran.

oOoOO oOoOO EP Titeliste:
1. Mumbai
2. Burnout Eyess
3. Sedsumtin
4. Hearts
5. Plains Is Hot
6. Burnout Eyes (Visions of Trees Remix)


oOoOO “Mumbai


oOoOO “Hearts


oOoOO “Sedsumting


oOoOO “NoShore

Interview: MonarchyInterview: Monarchy

Mittwoch, Januar 20th, 2010

monarchy

Only a few artists recently grabbed our attention as irresistebly as Britain’s sensational but secret pop duo Monarchy did with their fantastic wide-screen pop smacking of sweet intoxicating mysteries. Actually tonight should be the date of their first live gig ever at London’s Hoxton Square Bar & Kitchen, but instead of showing up in East-London they’re currently sitting around in a studio somewhere in the US – to quote their press manager James Penycate, “they’ve been flown out to states to work with a couple of megastars.”

So we can expect even greater things to come. Til then we still have their debut single Black The Colour Of My Heart / Gold In the Fire, that will be released as 7″ via brilliant Neon Gold on February 1 (pre-order it from Pure Groove here). To bridge the time gap til then we loaded our spaceship with some questions and let it fly to the unknown galaxy*, where such cosmic music is made. This is what came back:

What inspired you to start MONARCHY?
We didn’t really decide to start Monarchy, it just chose us out of a series of random coincidences. Maybe it’s our birthright or destiny, or maybe an affliction from birth, maybe the stars aligned, however it happened, we ended up together making this music as Monarchy without conscious thought.

What is the highest moral concept you follow?
To be true to yourself. If you are honest with yourself and your deepest feelings, all else will follow.

Who’s your favourite person in history?
Genghis Khan.

What’s your favourite sonic gadget?
Protools. It’s also our least favourite. Microphones come in handy, too.

What’s your favourite sound?
The sound of galaxies imploding from a couple of million light years away, with the radiation spectrum transposed into auditory frequencies. Sounds lush. White noise is a close second.

What was the first music you ever listened to?
The sound of our mother’s womb, pulsating in the darkness, keeping us warm and nourished. It’s been a struggle ever since.

What do you see when you look into each other’s eyes?
Ourselves.

As experts of the hidden, what’s your favourite Halloween/carnival costume?
We don’t wear costumes.

Are you democratically organized as a band or is one of you the other’s Sun King?
We have our own form of democracy based on our personalities and how we interact with each other.

If MONARCHY would rule the world, what would be different than now?
Less apathy, less bureaucracy, higher literacy and individual awareness and freedom. Democracy today is a farce, it’s dead, a veneer of equality that has been undermined for decades until it’s a shell of its former self.

Which song of another artists would you wish to have written yourselves?
There’s so many, but ‘I’m Not In Love‘ by 10CC springs to mind.

After a decade of stylistic coexistence which music will dominate the next ten years?
I suspect free music will be very popular.

…and will the British ever stop loving their monarchy?
About the same time as there’s peace on Earth.

*We know that someone already discovered the band’s former project/name, but why don’t you look this up for yourselves? We don’t want to destroy this nice concept.monarchyKaum jemand hat uns in letzter Zeit derart fasziniert wie Britanniens aufsehneregendes, aber geheimes Popdou Monarchy, die uns mit fantastischen Popsongs der großen Gesten und dem süßlich-berauschenden Beigeschmack des Geheimnisumwobenen für sich gewannen. Eigentlich sollten sie heute auch ihren ersten Auftritt überhaupt in der Hoxton Square Bar & Kitchen in London spielen, doch statt in Ost-London aufzuschlagen, flog die Band in die USA, um ihren Pressemanager James Penycate zu zitieren: “They’ve been flown out to states to work with a couple of megastars.”

Da steht also noch größeres bevor. Bis dahin gibt es aber erstmal ihre Debütsingle Black The Colour Of My Heart / Gold In the Fire als 7″ beim ohnehin geschätzten Neon Gold Label, die für den 1. Februar ansteht (Vorbestellung sind via Pure Groove hier möglich). Wir wiederum haben deshalb unser Raumschiff mit ein paar Fragen beladen und in die unbekannte Galaxie* geschickt, in der solch kosmische Musik gemacht wird. Das kam zurück:

Was hat euch dazu inspiriert, Monarchy zu gründen?
Wir haben uns nicht wirklich dazu entschieden, Monarchy zu starten. Es erwählte uns einfach nach einer Reihe willkürlicher Zufälle. Vielleicht ist es unser Geburtsrecht oder Schiksal, oder vielleicht eine angeborene Krankheit oder die Konstellation der Sterne – wie auch immer es passierte, am Ende haben wir ohne bewussten Gedanken angefangen als Monarchy Musik zu machen.

Was ist eure höchste moralische Maxime?
Sich selbst treu zu Bleiben. Wenn du dir selbst und deinen tiefsten Gefühlen gegenüber ehrlich bist, nimmt alles andere seinen Lauf.

Wer ist eure historische Lieblingsperson?
Dschingis Khan.

Was ist euer liebstes InstrumentWas ist euer liebstes Instrument / eure liebste Anwendung?
Protools. Es ist zugleich auch unser unliebste Anwendung. Mikrophone kommen uns auch ganz gelegen.

Was ist euer Lieblingsgeräusch?
Der Klang von implodierenden Galaxien einige Millionen Lichtjahre entfernt, bei dem sich das Strahlenspektrum in hörbare Frequenzen transponiert wird. Das klingt abgefahren. Weißes Rauschen kommt dem sehr nahe.

Was war die erste Musik, die ihr jemals gehört habt?
Der Klang der in der Dunkelheit pulsierenden Gebärmutter unserer Mutter, die uns warm hielt und nährte. Seitdem war alles nur noch ein Kampf.

Was seht ihr, wenn ihr euch gegenseitig in die Augen blickt?
Uns selbst.

Als Experten des Verborgenen, was sind eure liebsten Halloween-/Faschingskostüme?
Wir tragen keine Kostüme.

Seit ihr als Band demokratisch organisiert oder ist einer des anderen Sonnenkönig?
Wir haben unsere eigene Form der Demokratie beruhend auf unseren Persönlichkeiten und der Art, wie wir miteinander umgehen.

Wenn MONARCHY die Welt beherrschen würden, was würde sich im Vergleich zu jetzt ändern?
Weniger Apathie, weniger Bürokratie, höhere Bildung und individuelle Erkenntnis und Freiheit. Die heutige Demokratie ist eine Farce, sie ist tot, eine Fassade von Gleichheit, die seit Jahrzehnten ausgehöhlt wurde bis nur noch die Hülle übrigblieb.

Welchen Song eines anderen Künstlers hättet ihr gerne geschrieben?
Da gibt es so viele, aber “I’m Not In Love” von 10CC fällt mir gerade ein.

Nach einer Dekade, in der vielfältige Musikgenre koexistierten; welche Musik wird nun die 2010er Jahre dominieren?
Ich vermute kostenlose Musik wird sehr beliebt sein.

…und werden die Briten jemals aufhören ihre Monarchie zu lieben?
Ja, zur selben Zeit, in der Frieden auf der Erde herrscht.

*Wir wissen, dass einige Leute bereits das frühere Projekt der Band aufgedeckt haben, aber warum sollte man ein solches Konzept hier schon jetzt einreißen?

spielen dort Britanniens aufsehneregende, aber geheime Popband Monarchy

Interview: Acid WashedInterview: Acid Washed

Freitag, Dezember 18th, 2009

acid washed

Nicolas Sarkozy is still in office, the recession hit the country and recently the news that national icon Johnny Hallyday was taken to hospital shocked the nation. If the French could still be proud of something in 2009, then it was the Parisian music label Record Makers. Their 2008 Sebastien Tellier album “Sexuality” kept going on filling the global dancefloors with some great remixes through this year, then Turzi released a new LP and now Acid Washed have entered the scene. The new RM signing deejayed a couple of times over here in Berlin and lately released the fantastic single “General Motors, Detroit, America” with an as fantastic hypnotic video by Anthony Burrill.

“Collaboration is the key to Acid Washed”, tells us their Myspace and so accordingly they’ve already teamed up with the likes of Xaver Naudascher, Gavin Russom, Christian Kreuz and Arnaud Rebotini among others. But apparently Andrew Claristidge and Richard D’Alpert are a very modest duo and gently enough to let their music get all the attention instead of themselves. So you’ll hardly find any live photos of their sets but – luckily – you have just hit upon our Q&A with the band. Enjoy!

What inspired you to start Acid Washed?
ANDREW: Acid Washed started a year and a half ago with a strong desire to make epic and beautiful “techno” music whilst trying to combine our major influences (Steve Reich, Moroder, Detroit music, Pop). Also needed to use all the vintage gear in my stony, old house in the French Cornwall!
RICHARD: Well, I guess, the desire to create music in a peaceful environment, far away from the clubs we’ve been spending a lot of time in over the last few years. We found this in Andrew’s studio, set in the beautiful countryside of Brittany, in France. It’s important to get a different perspective on the world. It’s a tormented landscape sometimes, magical often. It’s the land of the Celts. I’d like to think that in some tracks you can maybe feel the echoes of the Druids.

What is the highest moral concept you follow?
RICHARD: Being true to yourself. Whatever it takes. Whatever it costs.
ANDREW: Honesty and being real!

Your – refreshingly – bring together a bit of DFA and Italo Disco with Detroit Techno and Chicago House with your music. Are you old school gentlemen in real life, too?
RICHARD: Well, today, I’ve been reading the newspapers. I’m currently wearing a Ralph Lauren shirt & some Todd’s. I’m also listening “Scheherazade” from Rimsky-Korsakov. Does that make me an old school gentleman? I also love wearing tee-shirts, colorful scarves. Loads of different candys…strawberry shortcake.
ANDREW:  Yes I am. I’m surrounded by vintage furniture, vintage clothing with that old dusty smell. Most gentlemanly.

What’s your favourite sonic gadget?
RICHARD: My new KORG XL. In red!
ANDREW: Arp Odyssey. The ultimate vintage, analog synth!

What’s your favourite sound?
RICHARD: My cat, purring.
ANDREW: Cowbells.

What was the first music you ever listened to?
RICHARD: Probably my mother playing the piano, back in the days when I was still inside her!
ANDREW: Kraftwerk. My dad was listening to that when I was a baby.

What do you see when you look into each other’s eyes?
RICHARD: Someone I know way too well!
ANDREW: Lies or truth!

As experts of the hidden, what’s your favourite Halloween/carnival costume?
RICHARD: Definitely the mask from V like Vendetta!
ANDREW: I never wear costumes, I wear my own clothes. I wear masks to guard my soul. If I was to wear a costume I would dress as a white clown.

Acid washed jeans: do or don’t?
RICHARD: Do it! Definitely! Even though I don’t.
ANDREW: I did!  Now: I don’t! Part of the past, but a nice memory!

“Collaboration is the key to Acid Washed.“ Who’s on top of your artist-yet-to-cooperate-with list?
RICHARD: You mean, if a genie appeared, and asked me who to pick as a wish? Then, The London Symphonic Orchestra & the Daft Punk! For the rest, I don’t know, there are so many musicians I love, cherish and respect. Maybe Ingrid Caven.
ANDREW: My biggest wish would be to collaborate with Steve Reich. I am ambitious. But first we have to progress.

Which song of another artists would you wish to have written yourselves?
RICHARD: “Here comes the sun“. From the Beatles. It’s the perfect musical example of “less is more”.
ANDREW: “Trans Europe Express” by Kraftwerk and “Ashes to Ashes” by David Bowie

After a decade of stylistic coexistence which music will dominate the next ten years?
RICHARD: Norwegian Metal! And it’s about time!
ANDREW: Ultra electro: a new style which doesn’t exist yet!

… and will the French love for electronic music ever to come an end?
RICHARD: Come on’ guys! It was the French who invented electronic music! Like we invented nearly all the good things in this world, including the girls. But that’s another secret!
ANDREW: I think they will love electronic music forever… Electronic music is anyway so linked to French culture especially with institutions like IRCAM, bands like DAFT PUNK, producers like J.P. Massiera. Do you really think this LOVE is gonna stop? “LOVE CAN’T TURN AROUND“!

Acid Washed will deejay at Cookies, Berlin, on January 16.acid washed

Nicolas Sarkozy ist noch immer im Amt, die Rezession hat das Land erwischt und kürzlich schockte die Nachricht, dass die nationale Ikone und Rockmusiker Johnny Hallyday in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, die gesamte Nation. Wenn die Franzosen also 2009 wirklich noch auf irgendetwas stolz gewesen sein dürften, war es wohl das Pariser Musiklabel Record Makers. Deren 2008er Veröffentlichung “Sexuality” von Sebastien Tellier füllte auch in diesem Jahr noch mit zahlreichen famosen Remixen die Klubs, dazu erschien ein neues Album von Turzi und nun beglückt uns RM mit ihrem neuen Signing Acid Washed . Das Pariser Duo legte bereits des öfteren in Berlin auf und hat erst vor kurzem die fantastische Single “General Motors, Detroit, America” mit einem ebenso fantastischen und hypnotischen Video von Anthony Burrill veröffentlicht.

“Collaboration is the key to Acid Washed”, sagt ihr Myspace und dementsprechend hat man sich bereits mit Künstlern wie Xaver Naudascher, Gavin Russom, Christian Kreuz, Arnaud Rebotini und anderen zusammengetan. Allerdings sind Andrew Claristidge und Richard D’Alpert ein eher bescheidenes Duo und lassen höflicherweise in puncto Aufmerksamkeitsbefriedigung lieber ihrer Musik den Vortritt. Man wird also – vorerst – kaum Livefotos von ihren Sets finden. Glücklicherweise seit ihr aber gerade über unser kleines Emailinterview mit den beiden gestolpert.

Was und ist war eure Inspiration für Acid Washed?
ANDREW: Acid Washed begann vor anderthalb Jahren mit dem starken Verlangen, epische und schöne “Techno”-Musik zu machen und dabei unsere wesentlichen Einlüsse (Steve Reich, Moroder, Detroit Techno, Pop) zu vereinen.  Außerdem mussten wir auch unbedingt mal all das Vintage-Equipment in meinem alten Steinhaus im French Cornwall benutzen!
RICHARD: Nun ich würde sagen, es war das Verlangen, Musik in einer stillen Umgebung zu machen – weit weg von den Klubs, in denen wir in den letzten Jahren soviel Zeit verbracht hatten. Diese Möglichkeit bot uns Andrews Studio, das in der wunderschönen Landschaft der Bretagne gelegen ist. Es ist wichtig, auf einen anderen Blickwickel auf die Welt zu gelangen. Die Natur ist dort sehr zerklüftet und rau und nicht selten magisch. Es ist das Land der Kelten und ich mag den Gedanken, dass man in einigen unserer Tracks das Echo der Druiden hören könnte.

What ist eure höchste moralische Maxime?
RICHARD: Sich treu zu Bleiben, was auch immer dies benötigt oder kostet.
ANDREW: Ehrlichkeit und echt zu Bleiben!

Musikalisch vereint ihr auf erfrischende Weise DFA und Italo Disco mit Detroit Techno und Chicago House. Seit ihr auch im echten Leben Gentlemen der alten Schule?
RICHARD: Nun heute habe ich die Zeitungen gelesen. Gerade trage ich ein Ralph-Lauren-Shirt und ein Paar Tod’s. Ich höre dazu die “Scheherazade” von Rimsky-Korsakov. Macht das aus mir einen Gentleman der alten Schule? Ich liebe es außerdem, T-Shirts und farbige Schals zu tragen, und allerhand Süßigkeiten, etwa Erdbeertörtchen.
ANDREW: Ja, das bin ich. Ich bin umgeben von klassischen Möbeln und klassischen Klamotten mit diesem alten, staubigen Geruch. Äußerst vornehm.

Was ist euer liebstes Instrument?
RICHARD: Mein neuer KORG XL. In rot!
ANDREW: Arp Odyssey. Der ultimative klassische Analogsynthesizer!

Was ist euer Lieblingsgeräusch?
RICHARD: Das Schnurren meiner Katze.
ANDREW: Kuhglocken.

Was war die erste Musik, die ihr jemals gehört habt?
RICHARD: Wahrscheinlich meine Mutter am Klavier damals, als ich noch in ihr steckte!
ANDREW: Kraftwerk. Mein Vater hörte sie, als ich ein Baby war.

Was seht ihr, wenn ihr euch einander in die Augen schaut?
RICHARD: Jemanden, den ich viel zu gut kenne!
ANDREW: Lügen oder die Wahrheit!

Als Experten im Verstecken: Was ist eigentlich euer liebste Halloween-/Karnevalskostüm?
RICHARD: Definitiv die Maske von”V wie Vendetta”!
ANDREW: Ich trage nie Kostüme, ich trage meine eigenen Sachen. Ich trage aber Masken um meine Seele zu beschützen. Wenn ich ein Kostüm anziehen müsstem, würde ich als weißer Clown gehen.

Acid washed jeans: Do or don’t?
RICHARD: Do it! Definitiv! Selbst wenn ich sie nicht trage.
ANDREW: I habe sie mal getragen, jetzt aber nicht mehr, ein Teil der Vergangenheit, aber eine nette Erinnerung!

“Collaboration is the key to Acid Washed.“ Wer befindet sich ganz oben auf eurer Künstler-mit-denen-wir-noch-kollaborieren-wollen-Liste?
RICHARD: Du meinst, wenn mir ein Dschinn erscheint und ich einen Wunsch frei hätte? Dann wären das The London Symphonic Orchestra und Daft Punk! Es gibt so viele Musiker, die ich liebe, schätze und respektiere. Vielleicht Ingrid Caven.
ANDREW: Mein größter Wunsch wäre es mit Steve Reich zusammenzuarbeiten. Ich bin ehrgeizig. Aber zuerst müssen wir uns weiter verbessern.

Welchen Song eines anderen Künstlers hättet ihr gerne geschrieben?
RICHARD: “Here comes the sun” von den Beatles. Das perfekte musikalische Beispiel dafür, dass “weniger mehr ist”.
ANDREW: “Trans Europe Express” von Kraftwerk und “Ashes to Ashes” von David Bowie

Nach einer Dekade, in der vielfältige Musikgenre koexistierten; welcher Stil wird nun die 2010er Jahre dominieren?
RICHARD: Norwegischer Metal! Es wird langsam Zeit!
ANDREW: Ultra-Elektro – ein neuer Stil, der noch gar nicht existiert!

… und wird die französische Liebe für elektronische Musik jemals ein Ende finden?
RICHARD: Komm schon! Die Franzosen haben die elektronische Musik erfunden! Genauso wie wir so ziemliche alle guten Sachen auf dieser Welt erfunden haben, einschließlich der Frauen. Aber das ist eine andere Geschichte!
ANDREW: Ich denke, sie werden für immer elektronische Musik lieben… Sie ist sowieso sehr stark vernetzt mit der französischen Kultur besonders was Institutionen wie das IRCAM, Bands wie DAFT PUNK und Produzenten wie J.P. Massiera betrifft. Glaubst du wirklich, dass diese LIEBE enden wird? “LOVE CAN’T TURN AROUND“!

Acid Washed werden am 16. Januar im Cookies, Berlin, auflegen.