Archive for the ‘Musik’ Category

Apparat : The Devil’s Walk : Albumstream

Freitag, September 16th, 2011

Zuletzt waren Apparat bei der Noisey Party und auf dem Berlin Festival zu erleben, so langsam dürfte aber in gespannter Erwartungmit dem Füßen  gescharrt werden, steht die Veröffentlichung des neuen Apparat-Werks doch noch aus. Gemeinsam mit Simfy und ihrem Label Mute, wo The Devil’s Walk am 23. September erscheint, können wir euch nun fünf Stücke des Albums im Vorabstream präsentieren. Neben dem bereits bekannten “Song of Los” und “Black Water” sind das Eröffnungstück “Sweet Unrest”, “Goodbye” und “Candil de la Calle” ganz neu zu hören. Es handelt sich somit um die komplette A-Seite des Albums. Dazu gibt es das aktuelle Video zu “Black Water” zu sehen.



[vimeo 27726160 nolink]
Apparat : Black Water (Video)

La Stampa : Une Fille D’Officier (Download)

Dienstag, August 30th, 2011

Von Kritikern für KritikerInnen: La Stampa veröffentlichen im September eine neue 12″-Single, spielen in der Berghain Kantine, Berlin, und kollaborieren mit Monica Bonvincini und Jens Friebe.

Manchmal kann Wikipedia ganz unterhaltsam sein. Etwa wenn beim Lesen der dortige Biografie von La Stampa (Foto: Stefan Korte). Scheinbar eifrig vom eigenen Label zusammengetragen, überbieten sich hier Musikkritiker gegenseitig um möglichst neue Pop-Definitionen für das, was ihre Kunstkollegen Jan Verwoert und Jörg Heiser zusammen mit den Mitmusikern Günter Reznicek, Thomas Hug und Jons Vukorep virtuos auf dem Debütalbum Pictures Never End zusammengefügt hatten. Nun veröffentlicht das Quintett anderthalb Jahre später, am 28. September, die Vinyl-Dopple-A-Single “Une Fille D’Officier/Un Bel Innocent” bei Staatsakt und Hanseplatte.

Inhaltliche Triebfeder beim ersten Stück (unten zu hören und zu downloaden) war in diesem Fall der bosnische Schlagzeuger Vukorep. Von ihm stammen die Alltagsaufnahmen aus dem Leben irgendwo zwischen dem nördlichen Ende Nahorevo um 1983; eine sozialistische Halbidylle, in der schicke Offizierstöchter täglich auf dreckige Landkinder treffen. Statt auf Deutsch oder Englisch, singen die Berlin-Hamburger Internationalisten diesmal auf Französisch und Bosnisch.

Die weibliche Stimme, die sich unter den Kanon mischt, gehört dabei (wohl) der Fetischbildhauerin Monica Bonvincini, eine in Berlin lebende Italienerin, deren aufwühlende Werke (natürlich zwei an der Zahl und oben zu sehen) nun die beiden Seiten (das zweite, englisch-französische Stück “Un Bel Innocent” widmet sich modernen Schaustellern bzw. Verwirrungskünstlern wie Andreas “The Piano Man” Grassl)  zieren und den Stückpreis der auf 200 Exemplare reduzierten Platte entsprechend heben. Am besten zum Veröffentlichungstermin am 28. September direkt beim Konzert in der Berghain Kantine erwerben.

Demnächst und noch in 20011 soll ein weiteres Lied offeriert, gemeinsam mit Jens Friebe, und wie die zwei Single-Tracks bei den Aufnahmen im Frühjahr 2011 mit Norman Nitzsche und Ramin Bijan entstanden. Und für diesen beschwingenden Pop-zum-Quadrat haben La Stampa auch längst eine eigene, trefflich passende Umschreibung gefunden: Romantic Soundtrack Disco.


La Stampa : Une Fille D’Officier (Download)

Damals


La Stampa : Für den Moment (aus dem Album Picures Never Stop)

Feist : How Come You Never Go There

Sonntag, August 14th, 2011

Feist meldet sich mit ihrem neuen Album Metals und dem ersten Vorgeschmack “How Come You Never Go There” (Download unten) zurück. Für die mittlerweile zum internationalen Star aufgestiegene Kanadierin, deren “Limit To Your Love” zuletzt den covernden James Blake in ungeahnte Höhen hob (mittlerweile sind sie Majorlabelkollegen), ist es bereits der fünfte Langspieler. Im Studio nahe der kalifornischen Küste wurde sich diesmal der kanalisierenden Produktions- und Kreativfähigkeiten von Chilly Gonzales, Mocky und Valgeir Sigurðsson bedient. Erstere beiden standen auch Leslie Feist auch schon auf dem Vorgänger The Reminder zur Seite, Gonzales sogar bei Let It Die anno 2005. Audiovisuelle Einblicke in die kürzlichen Aufnahmearbeiten finden sich auf ihrer Webseite.

“How Come You Never Go There” untermauert die eigene Daseinsberechtigung im Rampenlicht, zeigt die Sängerin aber melancholisch mit ihrem Schicksal bzw. der Liebe hadernd. Worte sind eben nicht immer gleich Taten. Eine der einprägsamsten Weisheiten der jüngeren Zeit hat sie auch im Gepäck: The beat is never what it seems. Als folgsame Jünger sagen wir uns deshalb für den Moment von allen (musikalischen) Glaubensgrundsätzen los, behaupten hiermit das Gegenteil und richten unsere Aufmerksamkeit auf den 30. September. Dann soll Metals bei Universal erscheinen. Am am 22. Oktober spielt Feist zudem in Berlin. Noch gibt es Karten.


Feist : How Come You Never Go There (Download)

Feist Metals
1 The Bad In Each Other
2 Graveyard
3 Caught A Long Wind
4 How Come You Never Go There
5 A Commotion
6 Bittersweet Melodies
7 Anti Pioneer
8 Undiscovered First
9 Cicadas And Gulls
10 Woe Be
11 Comfort Me
12 Get It Wrong, Get It Right

Korallreven x Britney

Sonntag, August 14th, 2011

Der (digitale) Untergrund und die großen Billboard-Popstars, so richtig können sich beide Seite einander nicht entziehen. ceo coverte etwa Beyoncé, Lapalux remixteGwen Stefani, jetzt versuchten sich die Schweden von Korallreven an Britney Spears. Dabei gelingt Marcus Joons und Daniel Tjäder, was die ehemalige Schulmädchenikone vollmundig verspricht: der Sprung auf das next level. So wird auch wieder klarer, wofür diese Dame eigentlich verehrt wurde bzw. immer noch wird (ihre hervorragenden Gesangsqualitäten). Das angeschnittene Weltende rückt akustisch in greifbare Nähe, hinter dem Abgrund und Horizont warten je kommendes neues Mixtape und Album des Duos.


Britney Spears : Till The World Ends (Korallreven Version)

Foto: Randee St. Nicholas

Lapalux x Gwen Stefani

Montag, August 8th, 2011

Stuart Howard (auf dem Foto mit Schatz zu sehen) wird so langsam zu unserem Dauergast: Heute verhilft er Gwen Stefani zu höheren Blogweihen. Gerne würden wir deren aktuelle Karrierepläne hier ausbreiten, allerdings haben wir da in letzter Zeit immer beflissentlich weggehört*. Bei Lapalux‘ Bootleg Remix von “Luxurious” (Zitat: There’s platinum lightning in the sky/ Look I’m living like a queen.) aus dem Hollaback-Girl-Album und Solodebüt Love.Angel.Music.Baby geht das allerdings nicht so leicht. Glitzertaumel.


Gwen Stefani : Luxurious ( Lapalux’s Bootleg Remix) [Download]

*Stimmt natürlich nicht ganz, bestens informiert können wir sagen, dass Gwen Stefanis Solotage laut Entertainment Weekly “probably over” sind. Sei’s drum.

Jens Lekman : An Argument With Myself

Donnerstag, August 4th, 2011

[vimeo 21247919 nolink]

In the case “Jens Lekman vs. Jens Lekman”, we will look closer at the evidence presented – the photo I had carried in my breastpocket for a whole year, the pressed honeysuckle, the wind so rich on summer and so sweet – how are these things connected and why are they relevant?


Jens Lekman : An Argument With Myself (Download)

Neue Konzerttermine, eine neue EP und ein erster Vorbote: Jens Lekman bringt die eigene gespaltene Persönlichkeit, die inneren Teufel und Engel, den Verlassenen zwischen Widerstreben und Erhalten auf die große Bühne. An Argument With Myself heißt seine am 19. September von Secretly Canadian zu veröffentlichende EP, das gleichnamige Titelstück ist eine schöne Uptempo-Nummer, die in London handelt und u.a. mit einem bis auf ein Geißblatt leeren Portmonee und Reggae liebende Rucksacktouristen (samt musikalischer Einblendung) aufwartet.

Im Oktober ist der Schwede dann in einigen europäischen Städten zu sehen, etwa beim Düsseldorfer New Fall Festival (mit Ólafur Arnalds, Jochen Distelmeyer, Junip u.w.). Das wunderbare Livevideo oben haben die KollegInnen von TLOBF aufgenommen. Zuletzt hatte Lekman uns um das Lied “The End of the World Is Bigger Than Love” bereichert.

Jens Lekman live:
14.10. Nijmegen, The Vereniging
15.10. Düsseldorf, Schumannsaal Düsseldorf (New Fall Festival)
17.10. London, Heaven
19.10. Manchester, Band on the Wall
22.10. Stockholm, Södra Teatern
24.10. Köpenhamn, Jazzhouse
27.10. Milano Salumeria della Musica
29.10. Paris, Grande Halle de la Villette (Pitchfork Music Festival)

Four Tet : Locked

Dienstag, August 2nd, 2011

Am 19. September soll der neuste und insgesamt 59. Beitrag zur Mixreihe FabricLive des Londoner Club-Labels Fabric erscheinen. Für den verantwortlichen Künstler, Kieran Hebden alias Four Tet, stellt seine Kompilation Hommage und Neuland zugleich dar. Der Fokus liegt auf dem UK Garage und 2 Step Ende des vorletzten Jahrzehnts – für Hebden (wie auch die Besuche im Fabric) eine persönliche musikalische Zäsur, deren weiße Randflächen er nun selbst in einer Retrospektive auszufüllen versucht. So mussten viele der Stücke von ihm mühsam durch akribische Recherche und Kontakte erst selbst rückblickend neu entdeckt und beschafft werden, etwa die verschollene White-Label-Platte “Feel Da Vibe” vom britischen Produzenten Persian.

Ergänzt um Aufnahmen aus den Clubnächten des Fabrics bilden die hier versammelten 27 Titel einen bisweilen ruhigen und introvertierten, dafür aber ausgesprochen interessanten, höhepunktreichen Einblick in die Tiefe einer wahrlich produktiven wie kreativen Szene. Die Genki-Assoziation des humorvollen Covers war dabei wohl eher unbeabsichtigt.

Als Vorgeschmack wird nun das finale “Locked” von Four Tet persönlich als Stream offeriert.


Four Tet : Locked

Fabriclive 59 : Four Tet
01 Intro
02 Michel Redolfi – Immersion Partielle [INA-GRM]
03 Crazy Bald Heads – First Born [On-Tick]
04 Persian – Feel Da Vibe [Same People]
05 KH – 101112 [unreleased]
06 Youngstar (Musical Mob) – Pulse X [Inspired Sounds]
07 Crazy Bald Heads – First Born (Four Tet Remix) [unreleased]
08 Floating Points – Sais (Dub) [Eglo]
09 Apple – Mr Bean [Appsolute]
10 Manitoba (Caribou) – Webers [Leaf]
11 Big Bird – Flav (Urban Myths Remix) [Nice n Ripe]
12 Genius – Waiting [Kronik]
13 Four Tet – Fabric [unreleased]
14 David Borden – The Continuing Story Of Counterpoint, Part Nine [David Borden]
15 STL – Dark Energy [Something]
16 Percussions – Percussions One [unreleased]
17 C++ – Angie’s Fucked [Music For Freaks]
18 Burial – Street Halo [Hyperdub]
19 KMA – Cape Fear [KMA]
20 WK7 – Higher Power [Power House]
21 Ricardo Villalobos – Sieso [Cadenza]
22 Four Tet – Pyramid [Text]
23 Red Rack’em – How I Program [Bergerac]
24 Active Minds – Hobson’s Choice (Tune For Da Man Dem) [white]
25 Armando Gallop & Steve Poindexter – Blackholes [Muzique]
26 Outro
27 Four Tet – Locked [Text]

Fixers : Swimmhaus Johannesburg

Mittwoch, Juli 6th, 2011

Kaum sieben Monate liegt unser Interview mit der Oxforder Band Fixers zurück. Damals faszinierte uns die ätherische Psychedelica von “Amsterdam” und “Who Says Boys“. Dann folgte die astreine Popsingle “Iron Deer Dream“, der Electropubrock von “Another Lost Apache” und der noch bessere Afrowavebeat von “Crystals“. Und jetzt das: Ihre neue Single “Swimmhaus Johannesburg” ist ein dickauftragender 80ies-Discopop-Parforceritt aller erster Güte. Etwas Piano-House, eine zur Sirene verzerrte Gitarrenspur, Sänger Jack Goldstein darf den Mund ordentlich vollnehmen. Der Mix stammt von Alan Moulder, dessen Portfolio Arbeiten für U2, Smashing Pumpkins, Moby und Nine Inch Nails umfasst. Frankie Goes To Hollywood wären wohl neidisch auf dieses Lied gewesen.

Am 24. September spielen Fixers ihr erstes Deutschlandkonzert beim Reeperbahn Festival in Hamburg. Die Single erscheint am 22. August bei Vertigo in Großbritannien.


Fixers : Swimmhaus Johannesburg

Caged Animals x Teenage Desert

Dienstag, Juli 5th, 2011

Girls on medication, girls on remix, girls on valium. Beach-Fossils-Schlagzeuger Zachary Cole Smith arbeitet auch solo als Teenage Desert an Musik. “Girls On Medication“, die am Montag veröffentlichte neue Single der Band Caged Animals, hat er nun sedierend umgearbeitet. Uns gefällt das.


Caged Animals : Girls On Medication (Teenage Desert) (Download via IGIF)

Foto: “The Running Edge” Simone Sirgiovanni, CC

Seams : Focus Energy x Berlin

Dienstag, Juli 5th, 2011

Der Brite James Welsh alias Seams ist zurück und mit erfreutem Erstaunen nehmen wir seine musikalische Entfesselung wahr. Gut neun Monate nach der Veröffentlichung der Tourist EP bahnt sich nämlich der Wunsch des Produzenten, den BesucherInnen seiner Konzerte neben atmosphärischen Sampel- und Schnipselorgien auch genuin tanzbare Musik zu bieten, auf einer neuen Single via Pictures Music seinen Weg. Im Prinzip handelt es sich bei “Focus Energy” und “Motive Order” wohl um jene Katalyse eines urbanen Dauercluberlebnisses, die wir eigentlich schon von seiner letzten Veröffentlichung direkt im Anschluss an seinen mehrmonatigen Aufenthalt in Berlin erwartet hatten und die dann in “Hung Markets” doch nur angedeutet wurde. Jetzt wurden Euphorie und Ekstase allerdings keine Riegel mehr vorgeschoben, stattdessen versuchte sich Welsh an einem Experiment, das sich sehr nah an der Grenze zum Remix bewegt: Beide Stücke bauen bewusst auf den gleichen Klangelementen auf. James Holden überzeugte das jedenfalls, wie auch Gold Panda gehört er jetzt zur Seams-Anhängerschaft.

Einen echten Remix steuerte Welsh übrigens der neuen Tour-Remix-EP von Memory Tapes bei, dessen Album Piano Player am 15. Juli erscheint. Unter den drei Stücken (mit dabei sind noch Jensen Sportag und Naza Lines, die jeweils “Waint In The Dark” bearbeiteten) ist “Yes I Know (Seams Remix) eindeutig das Beste. Von Donnerstag bis Samstag ist er dann selbst auf Tour in Deutschland, spielt in Bremen, Hamburg und Berlin. Der Veranstaltungsort für die Hauptstadt ist aber noch geheim.


Seams : Focus Energy/Motive Order


Memory Tapes : Yes I Know (Seams Remix)

Seams live:
07.07. Mondial Club, Hamburg
08.07. Breminale Festival, Bremen
09.07. Berlin
17.07. Single Launch, Lock Tavern, London
20.07. Ten Feet Tall, Cardiff
22.07. Tramlines Festival, Sheffield
28.08. Ewer Street Carpark, London