Archive for the ‘Videos’ Category

Eugene McGuinness : Lion

01:10

[youtube zYuwmoFNH4g]

Vier Jahre ist es her, dass Eugene McGuinness dicke Sympathiepunkte sammelte, in dem er vor dem Computer verbrachte Nächte, unerledigte Aufgaben und seine Monsters Under The Bed besang. Ein sympathisch kreativer Slacker zum Knuddeln. Die Fenster aus denen wir blickten waren noch andere, die Straßenlaternen auch und die Bildschirme sowieso.

Der Brite veröffentlichte anschließend zwei Alben, dann kehrte Ruhe ein. Bis jetzt. Seine neues Lied Lion dürfte uns vielleicht einmal auf den Lippen liegen, wenn wir nun einmal des werktägigen Nächtens aus einer Bar stolpern. Das obige Video, vom namenhaften Pulse-Films-Duo ThirtyTwo (Dylan Southern und Will Lovelace) gedreht, wird dazu allerdings nicht vor dem geistigen Auge laufen. Zu vermeintlich künstlerisch, zu halb ironisch, zuviel unausgegoren ausgestellte Attitüde. Schade.

Das 2012 kommende EM-Album bei Domino landet aber im Hinterkopf. Lion gibt es für eine E-mail auf eugenemcguinness.net.

Nazca Lines : Compass Points

21:33

[vimeo 27622592 nolink]

Noch einmal Luft holen, grüne Augen, kurz schlucken, helle Lippen: Das Video “Compass Points” von Nazca Lines richtet seinen Fokus auf anatomische Details. Im Mittelpunkt des ansonsten mit (den namensgebenden künstlichen Linien in Peru nicht unanähnlichen) Fraktalen und Vektorenschneewüsten gespickten Geschehens bewegt sich dabei Michael Lovett, Londoner Musiker und als Nazca Lines (zunächst) quasi eine Metronomy-Ein-Personen-Variante. Den charakteristischen Synthesizer-Klang besorgt dabei jedoch der Produzent  Charlie Alex March mit einer Yamaha CS-60, erstmals 1977 aufgelegt. Als Regisseur produzierte James Houston (der Glasgower Videokünstler, nicht der bekannte Modefotograf) “Compass Points, nachdem er zuvor für die Official Secrets Act 2008 das ähnlich arrangierte “So Tomorrow” vorgelegt hatte. Die Single wird demnächst bei LoAF: (wo March zwei Alben veröffentlicht hat) erscheinen.


Nazca Lines : Compass Points

Friends : Friend Crush (Video)

18:30

Nicht sonderlich kreativ, aber hübsch anzusehen: Friends haben mit “Friends Crush” (das Lied ist ja ohnehin sehr hörenswert) ihr erstes Video vorgelegt. Es funkelt bunt, bietet Gruppenkuscheln und Glitzerorgien und gibt die Antwort darauf, ob es sich denn (optisch) lohnen würde, mit Sängerin Samantha Urbani befreundet zu sein. (Wir selbst lehnen solch oberflächliche Entscheidungsmuster natürlich prinzipiell ab.) Regie führte Matthew Caron.

Zuletzt gab es “Feelin Dank” von den New Yorkern zu hören.


Friends : Friend Crush

John Maus : Head For The Country

10:10

In ihrer obskur-idealistischen Fiktionsreportage „Der Marsch auf Jerusalem“ (DIE ZEIT, 26/2011) prägten Alice Bota und Bernd Ulrich zu retuschierter Flaggenfolklore den Begriff der Turnschuhdiplomaten für jene palästinensischen Frauen und Männer, die zu Tausenden in einem Akt des friedlichen Protestes die Grenzezu den besetzten Golanhöhen überschritten und ungestört bis in die heilige Stadt gelangen. Gerne hätten wir gewusst, was der promovierte Politikwissenschaftler John Maus zu so viel Realitätsverschiebung zu sagen wüsste, stattdessen stapft der US-Amerikaner im Video zu „Head For The Country“ selbst in Sneakern durchden Schnee, um seine Botschaft in die Welt zu übermitteln.

Zur 80er-Futurismus-Synthie-Hook singt Maus: „Somewhere is a crime, being committed.“, und überträgt seine Botschaft, sprich: Musik, via Magnetband und Satellitenschüssel in die ganze Welt. Passend dazu rotieren Telebilder von Paul Verhoevens Robocop durch die Szenerie. Ein weiterer Titel seines gerade bei Upset The Rhythm erschienenen Albums We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves heißt im übrigen „Copkiller“.

Gedreht wurde der weiße Soloritt von Jennifer Juniper Stratford und ihren Telefantasy Studios, die zuvor auch Maus’ „Believer“ und „Flashback“ von Ariel Pinks Haunted Graffiti, wo Maus mit musiziert hatte,verfilmte. Ort der Aufnahmen war die Heimat des Künstlers, die Kleinstadt Austin, wohlgemerkt: im nördlich gelegenen Minnesota und nicht im südlichen Texas. Zu sehen sind u.a. die Anlagen des kommunalen „not-for-profit“ Versorgers Austin Utilities.


John Maus : Head For The Country (Download)

William Fitzsimmons : Beautiful Girl

13:13

Vom Lido in den Postbahnhof ins Astra: Das Konzert von William Fitzsimmons am Dienstag (28. Juni) in Berlin übertrifft die gesetzten Erwartungen bei weitem, war bereits zweimal ausverkauft. Wir nutzen die Gelegenheit, euch auf noch verfügbare Karten hinzuweisen, um nachträglich das Video zu “Beautiful Girl”, dem vielleicht schönsten Fitzsimmons-Lied auf dem neuen Album Gold In The Shadow, einzubinden. Die Bewegtbilder nutzen ganz in schwarz und weiß ein klassisches Erzählmotiv, die weibliche Hauptperson wird in unterschiedlichen Episoden ihres Lebens gezeigt, ein Armband, eine Reminiszenz ihrer Kindheit, immer bei ihr.

Als Vorband an diesem Abend fungieren im übrigen Slow Runner und die Bright-Eyes-Kollaborateurin und ehemalige Azure-Ray-Hälfte Maria Taylor; ein rein US-amerikanisches Trio. Wir hoffen allerdings, dass der Star des Abends – im Gegensatz zum Hurricane Festival – seinen Humor wiedergefunden hat, spaßte er doch im Februar in der Berghain Kantine noch, was in ihm auslöste als im deutschen Dschungelcamp seine Songs gespielt wurden und zu welchen Szenen mit Katy Karrenbauer er sich das am besten vorstellen konnte. Hier noch einmal unser Interview vom gleichen Abend.

Yuck : Shook Down

15:56

Yuck haben das Video zu ihrer neuen Single “Shook Down” (als 7″ Doppel-A-Seite mit “Milkshake”) und es ihr wohl bestes bislang. Mit wenigsten Mitteln erzählt erneut Regisseur Michael Reich die Geschehnisse vor der biblischen Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies, der Verführung durch die Schlange und dem Kosten vom Baum der Erkenntnis. Besonders ist dabei allerdings, dass sich Nackenden sich aus Collagen mehrerer Einzelpersonen zusammensetzen, die Körper dadurch einerseits entfremdet werden, ihre übergreifende Menschlichkeit und Allgemeinheit aber vervollständigt wird. Wunderbar fügt sich auch der Liedtext in diesen (Bedeutungs-) Rahmen.

Das letzte Video “Get Away” zeigte die Band unterwegs auf Tour:

Friendly Fires : Hawaiian Air

11:37

Dass der alte Spruch vom Weg als Ziel nicht immer seine Gültigkeit hat, demonstriert das neue Video “Hawaiian Air” von den Friendly Fires und Regisseur Chris Cottam. In enge Flugzeugsitze gequetscht, durchlebt Ed Macfarlane die modernen Höllen eines Interkontinentalfluges bis er endlich in die Schönheiten der besungen Landschaft eintauchen und tief durchatmen darf. Das passt auch gleich viel besser zum gewohnt euphorischen Sound der Band.

Heute spielen die Friendly Fires beim Hurricane Festival in Scheeßel. Ihr aktuelles Album Pala ist gerade bei XL Recordings erschienen.

Memory Tapes : Yes I Know

23:52

Körperdeformation einmal subtraktiv statt (wie zurzeit beliebt) additiv: Das neue Video zu Memory Tapes‘ “Yes I Know” von Eric und Aaron Epstein ist eine Mischung aus optischer Täuschung und human(oid)er Leichtbauweise, und schlichtweg exzellent gemacht. Auch wenn Szenerie und Ästethik an “Ave Maria” von Mondkopf erinnern. Das zweite Album von Dayve Hawke namens Player Piano erscheint am 4. Juli bei Something In Construction und enthält neben “Yes I Know” und dem bereits Anfang des Jahres lancierten “Today Is Our Life” auch den aktuellen Gratisdownload “Wait In The Dark”. Alle drei Stücke finden sich nachfolgend in der Titelliste.

Memory Tapes Piano Player
1. Musicbox (in)
2.

Wait In The Dark (Download)
3.

Today is Our Life
4.

Yes I Know
5. Offers
6. Humming
7. Sun Hits
8. Worries
9. Fell Thru Ice
10. Fell Thru Ice II
11. Trance Sisters
12. Musicbox (out)

Memory Tapes live
05.07. Paris, Fleche D’Or Les Inrockupptible Club
06.07. London, XOYO
07.07. Manchester, Deaf Institute
08.07. Glasgow, Arches

Robyn : Call Your Girlfriend

10:19

Robyn tanzt im gewohnten Bühnenoutfit durch ihr neues Video zu “Call Your Girlfriend”. Die Sohlen: hoch, die Leggins: knallbunt und eng, das Oberteil: ausladend, die Sängerin als aufrichtige Affäre, die keine Scherben hinterlassen möchte. Am 15. Juli spielt Robyn beim Melt! Festival.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Trouble

15:10

Now you got me messed up, please believe me, singt Orlando Higginbottom in der neuen Totally-Enormous-Extinct-Dinosaurs-Single “Trouble” und guckt entsprechend konsterniert in die Kamera, trotz räkelnder Blondinen zu seiner Seite und obwohl sich das lyrische Blatt später wenden soll. Derlei Regungslosigkeit war man bereits aus den Vorgängervideos gewöhnt, hier gesellt sich jedoch eine ebenso blutleere wie feierwütige (US-amerikanische) Humankulisse zum Künstler, der Titel erscheint vorab im großen Lettern vor einem Landschaftspanorama. Ein bärtiger gut gebräunter Mittfünfziger tritt zudem als Orlandos späteres Alter Ego bzw. Sektenführer auf.

In Verbindung mit dem gefühlvollen Text ist das alles reichlich absurd.

Die am 20. Juni mit noch zu nennenden Remixen erscheinende Single (als Einzeldownload bereits erhältlich) ist die erste TEED-Veröffentlichung beim Major Polydor und Vorgeschmack auf das kommende Debütalbum des ehemaligen Greco-Roman-Künstlers. Und was es gemeint war, als es rund um unser gemeinsames Interview in Berlin vor einigen Monaten hieß, Orlando verfolge größere Pläne und Ziele, zeigt sich nun nicht nur in der aufwendigeren Videoproduktion, sondern gerade auf seinem Kopf: Der neue Kopfschmuck, paradoxer Weise gleichzeitig Abstraktion und Überzeichnung seines alten (der im Video auch getragen wird), wurde von den international u.a. von Vogue gefeierten Schmuckdesignern Yunus & Eliza mit Materialien von Swarovski Elements entworfen. Eine Minidokumentation dazu findet ihr unten.

Schade nur, dass “Trouble” musikalisch im Gesamtwerk vorerst eher als Verschnaufpause, denn Durchlauferhitzer verbleibt.

Am 16. Juni spielt Totally Enormous Extinct Dinosaurs sein bislang größtes Headlinerkonzert im Londoner Scala, am 7. Juli tritt er mit D.I.M. und Optimus Maximus bei der Jägermeister Wirtshaus Tour in Nürnberg auf und ist zudem im selben Monat u.a. beim Melt! zugegen.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Trouble