Posts Tagged ‘Patrick Wolf’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

Patrick Wolf verschenkt Song

10:25

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Patrick Wolf stellt sein Emailsystem um. Gut, das ist jetzt keine Riesennachricht, aber der britische Künstler hat mitgedacht und entschädigt die bisher eingetragenen Fans für die Mühen des Um- bzw. die sich neu eintragenden Fans für die Mühen des Eintragens mit einem Gratisdownload. Zur Verfügung steht ein Demo des zweiten Songs seines Debütalbums “Lycanthropy” – der “Wolf Song”. Wer sich jetzt an-/ummelden möchte klickt hier (und wer einfach den Song haben will, geht gleich hier hin).

FOTO: Christoph Paul, entstanden bei Wolfs Konzert im Berliner Astra.

Patrick Wolf im Berliner Astra

12:05

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Mit der eigenen Erwartungshaltung ist das immer so eine Sache, besonders wenn man sich nicht recht entscheiden kann, wie sie eigentlich aussieht: Patrick Wolfs Konzert im Berliner Astra stand an und es schien ungewiss, ob man einmal mehr den lächelnd vereinnahmenden Patrick W. vom Melt! Festival erleben würde, oder ob sich wieder der cholerische Wolf offenbaren würde, der auf der Kölner c/o Pop auf eine unschuldige Soundtechnikerin losging, nachdem dem ihm die Veranstalter – mit seinem vorherigen schriftlichen Einverständnis und aus ordnungsamtlichen Gründen wohlgemerkt – den Strom zwangsweise abstellen mussten. Hier im Berliner Herbst sollen beide Alter Nos ihren Auftritte erhalten

Gewohnt divenhaft stolziert er – nach der harmlosen Vorband The Deer Tracks und einem Intro – auf die Bühne, natürlich im grauen Union-Jack-Body, der das gespaltene Verhältnis zu seiner Heimat symbolisiert, natürlich mit dem schamanenartigen Federcape, der ihn auch bei den Pressefotos zum Album zierte. Etwas überraschend eröffnet er mit dem schweren, pathetischen “Who Will”, dass sich auf dem Melt! noch als fantastischer, allvereinender Schluss empfohlen hatte. Entsprechend gebremst fallen die Reaktionen aus. Wolf ist ganz Diva, gibt sich beinahe desinteressiert, unterkühlt und zickig. Das schöne “Bluebells” fällt seinen Launen zum Opfer.

Erst als er sich – nun schon ohne Cape und mit bis zur Scham geöffnetem Body – die Gitarre umhängt und verzögernd die ersten Akkorde von “Tristan” anspielt, schwingt (seine) Stimmung um: Der Wolf wird durch die Gitarre gezähmt, kann sich an dem Instrument abreagieren und seine Energie kanalisieren. Plötzlich steht da wieder Patrick Wolf auf der Bühne, eine der besten, da präsentesten Livekünstler unserer Zeit.

Zur Kampfansage “Battle” vom aktuellen Album entblößt er sich dann bis auf einen gesäßfreien Lederstring. Es überrascht nicht, aber er muss es tun, schließlich hat Wolf das nächste Level der Karriereleiter in diesem Sommer genommen; das Konzert wurde vom ausverkauften Lido ins größere Astra verlegt, die positiven Klischees und eben Erwartungshaltungen der neuen Fans müssen erfüllt werden. Auch er gefällt sich anscheinend selbst noch immer darin.

Danach ruft er zum Widerstand gegen alle Widrigkeiten auf, verpasst einem anwesenden Journalisten von der Bühne herab noch eine verbale Ohrfeige, wirft das Mikrofon ins Publikum und verschwindet zur Umkleide hinter die Bühne, um eine Minute später sich in goldenen Stoff gewickelt vor der Menge mit Makeupglitzer zu übergießen und “Bloodbeat” vom 2003er Album “Lycanthrophy” anzustimmen. Ein paar Stücke weiter erfährt der gerade in Mazedonien weilende Alec Empire – eine der Schlüsselfiguren hinter “The Bachelor” – eine persönliche Widmung, Patrick erinnert an sein erstes Berlin-Konzert vor 20 Leuten und begeht die Zugabe in einem mit bleistiftlangen Stacheln bestücktem Umhang. Der Vorhang einer guten Show fällt.

Am Merchandisestand steht Patricks nun nicht mehr ganz so neuer Freund, der ihn zu seiner Bachelor/Conqueror-Dilogie (Wolfs nächstes Album wird ihn in den verliebten “Conqueror” verwandeln) inspiriert hat, und verkauft Tragetaschen mit dem vom Künstler handgeschriebenem Zug “Bachelor for Life” samt Signum “PW”. Der Wolfsche Mikrokosmos ist und bleibt eben doch ein dualer.

FOTOS: Christoph Paul

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Das Dockville Festival 2009

13:30

wegweiser

Mit dem Zug nach Hamburg. Dann in die S-Bahn und in Wilhelmsburg ab in den Shuttlebus. Dieser fährt einen durch einen Stadtteil der gerade noch im Entstehen ist, wo riesige Container und Baukräne herumstehen, zahlreiche Speditionen ihren Sitz haben und wo sich jeder denkt, „In dieser Pampa kann doch nie und nimmer ein Festival stattfinden?! Wo bin ich hier nur gelandet?“. Doch dann kommt man an und denkt sich nur noch, „Geil! Das ist es!“. So ähnlich hatte es Ghost of Tom Joad Sänger Henrik Roger formuliert und tausende Festivalbesucher werden die Anreise zum mittlerweile dritten Dockville Festival wahrscheinlich genauso empfunden haben.

Direkt an der Elbe gelegen, umgeben von Rethespeichern, Sandbergen und Wald erstreckte sich das Festivalgelände im Süden der Hansestadt. 14500 Besucher am Samstag meldeten die Veranstalter, darunter 4500 Camper. Der Ansturm auf die restlichen Tageskarten für Samstag blühte in den letzten Tagen vor dem Festival noch richtig auf, so dass die Veranstalter am Samstag die Kassen schließen mussten und „ausverkauft“ ausriefen. Es war ein Andrang, mit dem nicht einmal die Verantwortlichen gerechnet haben.Das Festivalgelände wirkte Samstagabend regelrecht überfüllt, die Schlangen an den Imbissständen waren viel zu lang und die Getränke zu schnell ausverkauft. Trotz dieser Organisations-Fauxpas war der Samstag in musikalischer Hinsicht mit vielen Sahnebonbons bestückt, sodass sich nicht nur der Gute-Laune-Bär freuen durfte.

gute laune baer

Schmackhaft ging es aber schon Freitagnachmittag los. Als Opener des Festivals servierten die Veranstalter den Besuchern Hjaltalin. Dass Island noch mehr als Geysire und einer wunderschönen Landschaft zu bieten hat, wussten wir seit Björk und Sigur Ros schon längst. Mit Hjaltalin schickt uns die Insel nun einen weiteren musikalischen Leckerbissen aufs Festland. Dieses Jahr auf der Speisekarte des Eurosonic Festivals entdeckt, wussten die Isländer auch hier mit bezaubernd schöner Musik zu überzeugen. Mit Geige und Fagott garniert und einer erfrischenden Prise Humor gewürzt, weckte die Band bei ihren Zuhörern den Appetit auf mehr.

HEALTH

Mit HEALTH folgte ein Hollywood Blockbuster auf das vorangegangene Festmahl. Ein wahres Gewitter aus Tönen und Klängen tobte über die Bühne. Spannungs- und energiegeladen präsentierten sich vier Kalifornier. Wurde es kurz still und schien es, als würde die Band sich ausruhen, explodierten die vier danach umso mehr. Es war ein oscarreifer Auftritt mit Special Effects wie einem „zerstörten“ Monitor und mit vier brillanten Hauptdarstellern, die das Publikum von Anfang an fesselten und nicht mehr losließen.

Patrick Wolf

Wer HEALTH erlebt hatte, konnte anschließend noch zur restlichen halben Stunde Talkshow von und mit Patrick Wolf auf der Hauptbühne rüber zappen. Dieser präsentierte sich in absolut bester Laune, verriet vorher noch in einem Interview, dass er sich wie alle fünf Spice Girls zusammen fühle und unterhielt sich auch von der Bühne aus mit seinem Publikum. Er entschuldigte sich für sein miserables Deutsch und verspricht bis zum nächsten Jahr die Sprache fließend zu beherrschen, denn es gäbe für ihn nichts schlimmeres, als hier in Deutschland mit seinem Publikum Englisch sprechen zu müssen.

Außerdem erwähnte er etwas von einem Porno, den er veröffentlichen werde, wenn er wieder Single ist. Zum Abschluss bot er schon einmal eine kleine Vorschau in Form eines Ministrips. Dafür warf er diesmal keine Mikrofonständer über die Bühne. Musikalisch war der Auftritt top. Mr. Wolf sprach selbst von einem seiner besten Auftritte – auch wenn er zwischendurch mal Strophe und Refrain vertauscht hat. Die Menschen sangen, lachten und tanzten zusammen mit der Band und ihrem Leitwolf.

dockville crowd 2

Nach diesem musikalischen Glückserlebnis konnte selbst der langweilige Auftritt von These New Puritans auf der Dorfbühne die Stimmung kaum drücken. Eine schmerzhafte Programmlücke hinterließen allerdings Soap & Skin, die ihren Auftritt leider verletzungsbedingt kurzfristig absagen mussten.

Auf der Hauptbühne ging es mit einer Gartenshow zum Mittanzen, Mitsingen und Nachdenken weiter. Blumentopf zeigten, warum sie eins der Aushängeschilder des deutschen Hip-Hops sind. Mit einer sehenswerten Lichtshow boten sie eine klassische Hip-Hop-Show, bevor der Tag draußen mit Turbonegro auf der Hauptbühne und parallel dazu der Mediengruppe Telekommander auf der Dorfbühne vor allem laut zu Ende ging.

Rakete

Anschließend ging es zu Coma in die Halle, wo zuvor bereits Super 700 und Goldie Locks gespielt haben. Erstmals haben die Veranstalter dieses Jahr die alte Lager- und Bootshalle in eine große Tanzfläche verwandelt, in der es teilweise aber noch an der Feinabstimmung des Tons deutlich mangelte. Zurück zu Coma. Diese spielten ein ausgezeichnetes Set. Zu bedauern ist es aber, dass die Halle nur langsam voll wurde. Die Menschen, die da waren, konnten jedoch voll und ganz zufrieden sein.

Den darauf folgenden Samstagvormittag nutzten viele Festivalbesucher, um die Kunstobjekte auf dem Gelände genauer in Augenschein zu nehmen. Ein besonderes Highlight hierbei war das „Advances in living conditions“, ein Amphitheater in Form eines überdimensionalen Waldhorns (s. unten). An den selbstgebauten Instrumenten und Musikobjekten, die im Schallbecher des Horns installiert waren, konnten die Festivalbesucher miteinander musizieren, während die Ventilbögen einem die Möglichkeit gaben, sich im strahlendem Sonnenschein zu entspannen. Nachts wurde das Horn zur Tanzfläche umfunktioniert und DJs übernahmen das Musikmachen.

dockville horn

Beliebt war auch die „Bum Tschak Wippe“, die beim Wippen die Geräusche „Bum“ auf der einen und „Tschak“ auf der anderen Seite machte. Wer vom Wippen genug hatte konnte sich dann entweder auf der Schaukel „Gib noch ma Schwung“ und im „Kissenkino“ gemütlich machen oder am „Alpendröni“ und an der „Quadrorgel“ (s. unten), einem interaktiven Tasteninstrument, seine musische Seite weiter ausleben.

dockville quadrorgel

Musikalisch wurde der Festivalsamstag auf der Dorfbühne von Voltaire eröffnet. Mit neuem Album und neuem Schlagzeuger konnte die Band nur wenig überzeugen, was allerdings nicht unbedingt am neuen Album lag. Ein wenig Leben kam erst beim letzten Song auf die Bühne, als Frontman Roland Meyer de Voltaire und Bassist Philipp Gosch sich auch jeweils einen Drumstick schnappten und wild drauflos trommelten.

Mit einer geringeren Erwartungshaltung auf die nächsten Bands ging es weiter mit I-Fire. Bei Temperaturen wie auf Jamaika sorgte die off beat Truppe auf dem Festivalgelände für eine noch heißere Stimmung. Ihre Freude und ihren Spaß an der Musik übertrug sich in Windeseile auf das Publikum und ehe man sich versah, konnte man sich selber beim mithüpfen und mitsingen ertappen.

beat beat beat

Zeit zum Ausruhen gab es nicht. Mit Beat!Beat!Beat! spielte anschließend eine der besten Nachwuchsbands Deutschlands auf der Dorfbühne und wer hier nicht rechtzeitig da war, konnte sich das musikalische Spektakel von ganz weit weg anhören. Schon etliche Minuten vor Beginn war der Platz vor der Bühne restlos gefüllt und die vier sympathischen Jungs dankten dies ihrem Publikum mit einem berauschenden Auftritt. Fireworks, Stars und Diamonds at Night feuerten sie von der Bühne ins Publikum und brachten die Menschen in Bewegung. Wer diese Band bis jetzt noch nicht live gesehen hat, sollte sich unbedingt eines ihrer Konzerte der kommenden Tour anhören.

crystal antlers

Wer seine gute Laune behalten wollte, ist gleich bei der Dorfbühne geblieben und hat sich den sehr guten, frischen und abwechslungsreichen Auftritt der Crystal Antlers angehört. Allerdings war es hier deutlich leerer als noch bei Beat!Beat!Beat, da sich viele den Auftritt von Good Shoes anhören wollten oder viel mehr noch den Organisationsschwierigkeiten der Veranstalter zum Opfer gefallen waren und nicht mitbekommen haben, dass der Crystal Antlers Auftritt zeitlich und örtlich verlegt wurde.

Anschließend wurde es Zeit für eine große Portion Romantik. Nahezu perfekt gelegt war der Auftritt von Element of Crime. Vor einer herrlichen Kulisse spielten die junggebliebenen Altrocker einem wunderschönen Sonnenuntergang entgegen und boten vor und auf der Bühne eine richtige Party. Immer und immer wieder rief ein bestens aufgelegter Sven Regener laut „Romantik“ ins Mikrofon. Das Publikum sang die melancholischen Texte mit, hörte aufmerksam den Lieder vom neuem Album zu und am Ende ließen es sich Element of Crime nicht nehmen und kamen zweimal unter tosendem Beifall auf die Bühne zurück, um ihren Fans noch Zugaben zu geben. Romantik pur.

erlend whitest boy alive

Mittlerweile war die Sonne untergegangen als Captain Erlend Øye mit seinem Berliner Indietronic Schiff Whitest Boy Alive in Hamburg einlief. Eben noch klatschend durchs Publikum getanzt (s. oben), verbreitete der Captain auch von der Bühne gute Laune (s. unten). Die Berliner überraschten während ihres Auftrittes nicht nur das Publikum immer aufs Neue, sondern auch sich selber. Zum Beispiel wenn Keyboarder Daniel Nentwig plötzlich unerwartet einen gewaltigen Bass auf dem Synthesizer eingestellt hat oder man den Anfang von „Burning“ in Form eines spanischen Tanzes spielt. Währenddessen hatte Captain Erlend die Band und das Publikum aber immer im Griff, gab Kommandos und dirigierte. Ihren persönlichen Eisberg fanden Captain und Crew in Form der Verantwortlichen, die dem Schiff den Wind aus den Segeln nahmen und ganz einfach den Ton abdrehten.

whitest boy alive

Während auf den anderen Bühnen Frittenbude und Bonaparte schon ordentlich Gas gaben, warteten die Menschen vor der Hauptbühne nun geduldig auf den Headliner des Festivals. Unzählige Anstimmungsversuche von “Kids” deuteten schon vor dem Auftritt darauf hin, dass hier viele so genannte „Fans“ waren, die nur das eine Lied von MGMT kannten. Ein paar weniger kannten wohlmöglich noch “Electric Feel” und Time “To Pretend” und die wenigsten kannten vielleicht auch den Rest der Songs. Das alles äußerte sich zum Leidwesen der Stimmung.

mgmt

Für viele war der Auftritt der New Yorker Hippie Band enttäuschend – was wahrscheinlich auch daran lag, dass die Erwartungshaltung im Vorfeld immens groß gewesen war. Wer sich auf ausgefallene Kostüme und eine bunte und spektakuläre Bühnenshow gefreut hatte, wurde maßlos enttäuscht. Die fünf Musiker standen auf der Bühne und spielten ihr Set. Dieses taten sie dafür sehr gut. Ein besonderes Highlight des Auftritts war, wie nicht anders zu erwarten, „Kids“ am Ende des Sets. Dazu hatten sich die New Yorker Verstärkung von einigen Kindern aus Wilhelmsburg auf die Bühne geholt. Verkleidet und geschminkt führten diese eine farbenfrohe Choreographie auf. Jetzt freuten sich auch die so genannten „Fans“ und sprangen fröhlich auf und ab.

metronomy

Eindrucksvoll hingegen war der anschließende Auftritt von Metronomy. Geschmückt mit Lampen und mit einstudierten Choreographien begeisterten die fünf Londoner auf der Bühne. Ein atemberaubender Sound gespickt mit spektakulären Beats brachte die Menschen zum tanzen und sorgte für einen traumhaften Abschluss des Abends.

Am Sonntag wurde es noch einmal richtig heiß. Nicht nur, dass die Temperaturen weiter in die Höhe gingen, so servierten die Veranstalter dem Festivalbesucher auf den Bühnen ein paar weitere musikalische Leckerbissen. Heiß begann es mit der Dance-Rock Band I Am Austin. Deren testosterongeladener und energetischer Sound, vergleichbar mit dem von Death From Above, brachte die Menschen zum Kochen.

dockville crowd

Während auf der Hauptbühne mit Vincent van Go Go und Panteon Rococó den Temperaturen entsprechend Reggae und Salsa gefeiert wurden, erhöhten Ghost of Tom Joad auf der Dorfbühne weiter die Temperaturen. Anschließend wurde es ruhig. Zwei Männer mit ihren Akustikgitarren, dazu eine unheimlich sympathische, friedliche und ruhige Ausstrahlung, traumhaft melancholische Texte und unglaublich schöne Musik. Mehr brauchen William Fitzsimmons und sein Partner nicht um die Herzen sämtlicher Zuhörer zum schmelzen zu bringen. Bevor das Festival mit den Black Lips und Kettcar zu Ende gehen sollte, brachten drei junge Künstler die Menschen mit ihren witzigen literarischen Ergüssen beim Poetry Slam Finale zum Lachen.

black lips

Erstaunlich brav präsentierten sich die Black Lips auf der Bühne. Bekannt für ihre nicht jugendfreien Auftritte und Skandale konzentrierten sich die vier Amerikaner vorwiegend aufs Musizieren. Um das Bad-Band Image dennoch nicht zu vernachlässigen, nutzte Gitarrist und Sänger Cole Alexander jede Möglichkeit um dem Publikum zu zeigen, dass er mittlerweile sämtliche Rock Posen beherrscht. Teilweise wirkte es schon ziemlich lächerlich. Zwischendurch wurde er noch von Gitarrist Ian Saint Pé geküsst – mit Zunge versteht sich. Schließlich will man ein richtiger Rockstar sein. Letzterer zertrümmerte am Ende des Auftritts noch eine Bierflasche auf der Bühne. Das war dann ganz böse.

kettcar

Der Abschluss des Festivals gehörte dann voll und ganz dem Schlachtschiff der „Hamburger Schule“. „Home is were your heart is“. Nach diesem Motto präsentierte sich die aus HH-Wilhelmsburg kommende Band Kettcar. Unheimlich glücklich wieder einmal in der Hansestadt spielen zu dürfen, hat sich die Band etwas Besonderes für ihre Fans einfallen lassen. Fünf Streicher der Frankfurter Philharmonie wurden an Bord geholt und perfektionierten die ohnehin schon traumhafte Atmosphäre an der Elbe. Als kleines Sahnehäubchen spielten Kettcar noch ein Cover von The Cures „Close To Me“ und brachten das Festival schließlich mit einer fesselnden Version von „Balu“ und unter tosendem Beifall zu Ende.

dockville festival

Man kann gespannt sein, wie sich das Festival zum nächsten Jahr entwickelt. Viele Besucher beklagten den Verlust des gemütlichen Charmes durch den immensen Besucheransturm in diesem Jahr. Das Festival hat durch die hohe Besucherzahl viel eingebüßt. Zu viele Menschen auf zu engem Raum, dazu kaum Gelegenheiten sich in Ruhe zurückziehen zu können um zu entspannen, dazu die Organisationsschwierigkeiten, nicht angesagte Programmänderungen und ausverkaufte Getränke am Samstag haben dem Festival sehr geschadet. Man musste fast überall anstehen – sogar um aufs Campinggelände zu kommen oder wieder herunter. Dabei sind die Voraussetzungen für ein schönes Festival aufgrund der Lage und der aufwendigen Arbeit, die in Dekoration und Licht gesteckt wird, sehr gut.

Für das nächste Jahr bleibt nur zu hoffen, dass die Veranstalter es schaffen, mehr Platz zu schaffen oder einfach die Besucherzahl geringer zu halten und die Organisationspannen zu beseitigen. Ansonsten dürfte das Problem mit den wachsenden Besucherzahlen sich von selbst erledigen, indem viele der Besucher einfach von alleine wegbleiben. Musikalisch war es ein sehr gutes und abwechslungsreiches Festival. Und wenn man es geschafft hat, die ganzen negativen Seiten des Festivals auszublenden, konnte man das Dockville wenigstens musikalisch voll und ganz genießen und viel Gutes mitnehmen.

FOTOS: August Hoffmann

Robyn & Lykke Li covern Queen in Burkas

14:09

robyn lykke li

Während bei der Kölner c/o Pop Patrick Wolf der Strom aus bürokratischen Gründen abgedreht wurde (und er darauf so ziemlich seine guten Manieren verlor),  in Hamburg das Dockville angesichts des Sommers an das Mittelmeer verlegt schien und man in Haldern beim heimischen Festival kurz vor der niederländischen Grenze durch das Spiegelzelt tanzte, fand in Göteborg, Schweden, ein weiteres europäisches Festivalhighlight an diesem Wochenende statt.

Zwar waren wir leider nicht beim Way Out West mit so klangvollen Namen wie Antony and the Johnsons (samt Sinfonieorchester), My Bloody Valentine, Wolfmother, Fever Ray, Arctic Monkeys und und und, aber folgende Impression möchten wir euch dennoch nicht vorenthalten: Die sehr geschätzte Robyn wurde bei ihrem spätnachmittäglichen Auftritt von der ebenfalls sehr geschätzten Lykke Li unterstützt. Dafür haben sich die beiden aber gleich zwei Besonderheiten ausgedacht. Zum einen coverte man Queens “I Want To Break Free”, zum anderen trugen sie dazu passend graue Burkas, derer sie sich später noch entledigen sollten.

Video by MissSophiie, photo of Lykke Li by Andreas Öhlund

Patrick Wolf – 29.09.09 – Münster

20:19

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Nachdem Patrick Wolf bereits beim diesjährigen melt!-Festival für Gänsehaut beim Publikum gesorgt hat, darf man gespannt sein, was das Musikgenie auf der kommenden Tour, für seine Fans bereithält. Für fünf Konzerte hat sich Patrick Wolf in diesem Herbst angekündigt. Neben Festivalauftritten u.a. beim melt!, Highfield und dem Dockville werden dies die ersten Gigs in Deutschland sein, bei denen er sein neues Album “The Bachelor” live präsentieren wird.

Das aktuelle Werk ist bereits das vierte Album des jungen Briten, der 2003 mit “Lycanthropy” das erste Mal auf sich aufmerksam machte und sich seit dem eine stetig wachsende Fangemeinschaft erspielen konnte – welche ihm vor kurzem sogar das Album finanzierte. Seine Anhängerschaft begeistert er dabei nicht nur mit großartigen Texten, sondern auch mit einer Musikalität, die vom Piano übers Akkordeon bis zur Geige reicht.

Patrick Wolf – 04.10.09 – München

18:00

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Nachdem Patrick Wolf bereits beim diesjährigen melt!-Festival für Gänsehaut beim Publikum gesorgt hat, darf man gespannt sein, was das Musikgenie auf der kommenden Tour, für seine Fans bereithält. Für fünf Konzerte hat sich Patrick Wolf in diesem Herbst angekündigt. Neben Festivalauftritten u.a. beim melt!, Highfield und dem Dockville werden dies die ersten Gigs in Deutschland sein, bei denen er sein neues Album “The Bachelor” live präsentieren wird.

Das aktuelle Werk ist bereits das vierte Album des jungen Briten, der 2003 mit “Lycanthropy” das erste Mal auf sich aufmerksam machte und sich seit dem eine stetig wachsende Fangemeinschaft erspielen konnte – welche ihm vor kurzem sogar das Album finanzierte. Seine Anhängerschaft begeistert er dabei nicht nur mit großartigen Texten, sondern auch mit einer Musikalität, die vom Piano übers Akkordeon bis zur Geige reicht.

Patrick Wolf – 03.10.09 – Nürnberg

17:58

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Nachdem Patrick Wolf bereits beim diesjährigen melt!-Festival für Gänsehaut beim Publikum gesorgt hat, darf man gespannt sein, was das Musikgenie auf der kommenden Tour, für seine Fans bereithält. Für fünf Konzerte hat sich Patrick Wolf in diesem Herbst angekündigt. Neben Festivalauftritten u.a. beim melt!, Highfield und dem Dockville werden dies die ersten Gigs in Deutschland sein, bei denen er sein neues Album “The Bachelor” live präsentieren wird.

Das aktuelle Werk ist bereits das vierte Album des jungen Briten, der 2003 mit “Lycanthropy” das erste Mal auf sich aufmerksam machte und sich seit dem eine stetig wachsende Fangemeinschaft erspielen konnte – welche ihm vor kurzem sogar das Album finanzierte. Seine Anhängerschaft begeistert er dabei nicht nur mit großartigen Texten, sondern auch mit einer Musikalität, die vom Piano übers Akkordeon bis zur Geige reicht.

Patrick Wolf *INS ASTRA VERLEGT* Berlin

17:57

*ACHTUNG: KONZERT WURDE INS ASTRA VERLEGT*

Patrick Wolf – 30.09.09 – Frankfurt a.M.

17:56

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Nachdem Patrick Wolf bereits beim diesjährigen melt!-Festival für Gänsehaut beim Publikum gesorgt hat, darf man gespannt sein, was das Musikgenie auf der kommenden Tour, für seine Fans bereithält. Für fünf Konzerte hat sich Patrick Wolf in diesem Herbst angekündigt. Neben Festivalauftritten u.a. beim melt!, Highfield und dem Dockville werden dies die ersten Gigs in Deutschland sein, bei denen er sein neues Album “The Bachelor” live präsentieren wird.

Das aktuelle Werk ist bereits das vierte Album des jungen Briten, der 2003 mit “Lycanthropy” das erste Mal auf sich aufmerksam machte und sich seit dem eine stetig wachsende Fangemeinschaft erspielen konnte – welche ihm vor kurzem sogar das Album finanzierte. Seine Anhängerschaft begeistert er dabei nicht nur mit großartigen Texten, sondern auch mit einer Musikalität, die vom Piano übers Akkordeon bis zur Geige reicht.