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aufgemischt! präsentiert : Nordic By Nature Night

20:30

Berlin steht die nächste Woche über ganz im Zeichen der Berlin Music Week. Berlin Festival, Popkomm und zahlreiche andere Veranstaltungen werden die Hauptstadt für ein paar Tage rastlos machen. Ein ganz besonderer Abend findet direkt am Mittwoch im Magnet Club statt, wenn die Damen von Nordic by Nature insgesamt elf(!) unterschiedliche Bands und DJs aus Skandinavien zusammenbringen, um die Vielfalt des Nordens voll zur Geltung kommen lassen. Soviel Diversität, Geschmack (und auch Mut) an einem Abend war zuletzt selten zu erleben!

Wir verlosen 2×2 Karten unter allen Kommentaren auf Facebook (Alternative: E-mail an verlosung@aufgemischt.com) und stellen nachfolgend die wichtigsten Künstler kurz vor.

IKONS sind die vielleicht beste skandinavische Rockband und Dauergast auf dieser Seite. Optisch können die sieben Schweden -wie oben zu sehen- Brusthaar in allen Dichtestufen plus wahrlich galaktischer Visualisierungen bieten, musikalisch sind sie das wummernde Echo fremder Galaxien; ein wärmendes Rauschen im Raum-Zeit-Kontinuum, ein Feuerstrahl, der sich durch die Welten bricht. Es sei zum besseren Verständnis an ihre Videos “Africa” und “Slow Light” erinnert.

Marcus Price ist ein hervorragender Botschafter des Schwedischen und gehört sicherlich zur Crème de la Crème der hiesigen Hip-Hop-Szene. Mit seinem Jugendprojekt Fattaru heimste er noch als Minderjähriger gleich zwei schwedische Grammies, mittlerweile beherrscht er die komplette Clubklaviatur, beweist Humor (siehe das Video “Bubblegum“) oder schürft tief im Bassgrund (man höre “Mat Bira Kvinnor Weed“). Seine Beats sind in jedem Fall hoch infiziös. U.a. zählt er Diplo zu seinen Fans.

Sleep Party People: Hallo Donnie Darko! Brian Batz und seine fünf Mitstreiter kommen sehenswerter Weise in Hasenkostümen auf die Bühne und präsentieren hörenswerter Weise bisweilen tieftrauigen Weirdopop in Slow Motion, der vor allem reichlich Gefühlschaos evoziert. Made in Denmark.

Die Neue Mythologen (DJ) sind eigentlich ein Nebenprodukt der Pistol Disco, in Wahrheit aber ein entfesseltes Naturgewalt. Ihre Remixe, egal ob von R’n’B- und Hip-Hop-Größen wie Soulja BoyMissy Elliot und R. Kelly oder von Service-Labelkollegen wie Ikons und Embassy, pflügen direkt durch die menschlichen Glieder. Man höre “Deutsch-Afrikanische Freundschaft“.

Außerdem mit dabei – live: die schwedische Piano-Pop-Nachwuchshoffnung Edda Magnason, Zebra and Snake aus Finnland, die Norweger von Tôg, Dänemarks Chimes and Bells, sowie als DJs: die umtriebigen This Is Head, die Techno-House-Connaisseure von Am Track, die Lokalmatadore von Get Wavey, der Karrera Klub und natürlich Nordic by Nature persönlich, deren neuestes Mixtape nachfolgend zu hören ist.

Nordic by Nature – Berlin, Alles Ist Möglich (Sept mix) by Nordicbynature on Mixcloud

Wochenendplaner : Sauerkraut

13:17

Berlin: Im Taumel zwischen Novemberregen und Maifreuden bieten uns zwei Festivals Kurzzeitkonztanz an diesem als März getarnten Aprilwochenende.

DONNERSTAG

Von heute an bis Sonntag versucht die Performance-Assembly For The Time Being (Festival #1) durch vielfältige Präsentationsformen die sich in einem immer schnelleren Fluss befindliche Gegenwart greif- und reflektierbar zu machen. Ort des Geschehens ist die Kunstfabrik am Flutgraben; Unterstützung (und eine Programmübersicht) kommt von PlayBerlin.com.

FREITAG

Das Polyhymnia Festival (#2) bemüht sich um eine Aktualisierung von Prog und Krautrock, also jener ersten Avantgardemusik, die deutsche Musiker wie Can oder Neu! wesentlich und noch vor Techno weltweit prägen und definieren konnten. Aus dem zeitgenössischem Spektrum sind am ersten von zwei Abenden in der Maria die Berliner atelierTheremin, Schneider TM, die Kölner Discokrautproger Von Spar und die aus Joe Dilworth (ehemals Stereolab, Kissogram), Milo Smee (Chrome Hoof) und Florian Zwietnig (Mediengruppe Telekommander) bestehende Formation Zirkon live vertreten. Weitere Informationen bei Spex.de.

Eine gleichsam ambitionierte wie gute, gerne auch progressive, Rockformation spielt mit MF/MB/ im Crystal Club am Columbiadamm auf. Bereits im Jugendalter im schwedischen Provinzkaff Bollnäs gegründet, veröffentlicht man zu jeder Aufnahme auch gleich ein zumeist gelungenes Video und reiht sich musikalisch in die neue schwedisch-dröhnende Nüchternheit von This Is Head und Ikons ein. Das Stück “The Big Machine” haben wir noch immer hier zum Download, alle Videos seht ihr bei Vimeo. Eine Aftershowparty folgt standesgemäß mit Nordic by Nature.

Nicht ganz so neu im Schnitt wie sonst präsentiert sich Introducing im Magnet Club. Dafür kann man Goose endlich mal nicht auf irgendeiner gesponserten Exklusivpräsentationsmediaparty, sondern live und in echter Clubatmosphäre erleben. Neu ist zudem tatsächlich das Album Shift von Ira Atari, das selbige, von uns bereits mit ihrer 2009er-Rampue-Kollaboration vorgestellte mit Jakob Häglsperger von Frittenbude geschrieben hat und gerade von Audiolith veröffentlichen lässt. Und auch die mitunter gigantischen Battles aus den Staaten haben mit Gloss Drop ein neues Album in der Hinterhand. Da dieses aber erst im Juni erscheinen wird, reicht es am Freitag vorerst nur zu einem DJ-Set, die Kraft soll für die Tour gespart werden.

In der Bar Stereo 33 in der Krossenerstr. (selbe Nummer) legen Ian Tricus, Fresh Meat, das Schwedenduo Am Track und Schlechtest Boy Alive. Es handelt sich natürlich um ein Villa-Revival im Kleinen.

Eine weitere Ausgabe von Slow Motions Retro Futuro hat diesmal als Stargast den Römer Alan 1 im Gepäck, der zuletzt bei Gomma und Final Frontier veröffentlichte.

Shake Your Ass To Dirty Beats: The Seducers und The Smoking 44’s live, Finckobot, Tvyks (beide bekannt von Get Wavey) u.w. an den Reglern im Rosi’s.

Die Wasted Unicorns werden im Festsaal Kreuzberg von der Leine gelassen und u.a. sorgen Turmspringer, Robosonic und Cinthie für Techno deluxe.

SAMSTAG

Mathias Modica alias Munk hat ein neues Album namens The Bird and the Beat draußen und wagt sich damit nun hinaus aus München: Der Gomma-Co-Chef feiert die Veröffentlichung im Picknick zusammen mit Labelkollegen Cécile, Ed Banger’s Mickey Moonlight und Easy Jetset von der Vice. Der Club öffnet zudem erstmals wieder seinen Tunnel – hier spielen die wetterfesten schwedischen Rollerboys – in dieser Saison, so party on!

Beim zweiten und letzten Abend des Polyhymnia Festivals sind heute die italienischen Filmvertonungspezialisten von Goblin erstmalig in Deutschland zu Gast, während im Anschluss bereits die legitimen australischen Nachfolger von Night Terrors warten, bevor final das vielseitige Record Makers Wunderkind und Konzeptalbenfanatiker Turzi die Bühne der Maria übernimmt. Eingeleitet wird der Abend aber bereits um 16 Uhr im WAU mit der Podiumsdiskussion Sind Kraut und Prog im 21. Jahrhundert angekommen? - u.a. als Veteran dabei Hans-Joachim Irmler von Faust. Am Sonntagmittag folgt dann ebenfalls im WAU bzw. HAU2 die große Krautrockplattenbörse Krautopia samt Bespaßung.

Talentschau: Beim Finest Ego Weekend im Chez Jacki kommen Teebs und Jeremiah Jay vom kalifornischen Label Brainfeeder zu ihrem Deutschlanddebüt. Auch Blue Daisy, fLako und Comfort Fit sind neu im Land oder zumindest in der Stadt. Robot Koch leistet dafür live prominente lokale Unterstützung.

Eine Mischung aus Wave, schwerem Rock, Electro und (vielleicht auch) Okkultismus erwartet den Besucher bei der zweiten Ausgabe des von ANIAETLEPROGRAMMEUR und reliq ins Leben gerufenen Symbolclub im Raum20. Außer den zwei veranstaltenden Bands spielt auch das Berlin-Mailänder Duo Effter sowie ein reichliches DJ-Programm.

Mit den DJs Diamant, SWADANSI (Mixtape) und Worn Leatherette legt die For the Time Being (s. Donnerstag) vor dem letzten Veranstaltungstag noch eine nächtliche Feierunterbrechung ein.

Im Kreuzberger Festsaal versucht man die goldenen Zwanziger wieder auferstehen zu lassen und gleichzeitig mit modernem Techno und Electro zu verschmelzen. Das erinnert an Cyber-Punks, ist dann aber wohl weniger klischeevorbelasteter und dafür verspielter: Globalution bringen den Electro-Swing, der Cyclown Circus spielt akustisch auf und Alle Farben lockern den Maschinenpark auf.

Das gern gesehene und gehörte Jeans Team spielt ebenso wie Pier Bucci live bei der Pre-Party der Madrider Klubbers Day Festivals im Berliner Ritter Butzke, viele andere legen nebst auf.

PHOTO: “Sauerkraut abstract” by Mel Green (CC)

Wochenendplaner : Alles in einem

19:09

Wir haben keine Zeit, deshalb ganz kurz: Berlin ist dieses Wochenende etwas schizophren, hat gewissermaßen sich selbst und die halbe Welt gleichzeitig zu Gast. Das kann nur heiter werden!

Freitag

Was etwa allmontäglich in der Neuköllner Bar Sandmann bereits praktiziert wird, wird auch am Nordrand des Viertels konform: Muschi Kreuzberg besetzt die Heide 11 unweit des Hermannplatzes (passendes Veranstaltungsmotto: Du hast Angst vorm Hermannplatz!), um seine neusten modischen Vereinigungen von Neohipstertum (man verzeihe den Ausdruck) und alteingesessenen Berliner Originalen (siehe Foto) zu präsentieren.  Ab 21 Uhr gibt es betreutes Trinken, erst später folgt die Party – ideal zum Warmlaufen also.

Unsere Mixtape-Helden von Local Suicide sind heute im Rosis anzutreffen. Zeit für einen musikalischen Tapetenwechsel!

Mit den Kongolesen von Konono N°1 hat sich das Berghain lebende Legenden ins Haus geholt. Schon vor Jahrzehnten waren sie die afrikanischen Vorreiter jeglichen DIY-Ethos und ihr neumodisch Congotronics genannte Musik war schon damals nicht weniger visionär als die deutsche Krautrockbewegung dieser Zeit. Und die Ideen sind ihnen bis heute nicht ausgegangen, erst kürzlich erschien ein neues Album. Burnt Friedman und Shackleton gehören zu ihren hochkarätigen Unterstützern jüngeren Semesters und sind folgerichtig mit von der Partie.

Vor vierzig Jahren wären Konono N°1 übrigens wohl noch hier aufgetreten: Die REVOLUTION N°5 der Sick Girls stellt diesmal verwegen zwei Genre einfach gegenüber. Der Kampf heißt Grime Revisted! bzw. Grime vs. Dubstep, die Kombattanten im Chez Jacki u.a. DJ Absurd und Am Gunz.

Bei Nordic By Nature feiert man seinen ersten Geburtstag im Levee Club (Ex-Bang-Bang) und zwar mit den feinsinnig wuchtenden This Is Head und allerhand DJs wie u.a. Am Track.

Unserer Einleitung entsprechend konfus hat sich In Love With das New Yorker Duo(!) Mister Saturday Night in das Tausend geladen und sich für seine sophisticated disco vielleicht etwas im Tag geirrt. Oder ist Vorfreude die schönste Freude?

Samstag

Garantiert richtig verortet ist hingegen das ebenfalls New York entstammende Zweiergespann Blondes. Erst kürzlich im Picknick zugegen, ist die Wahl diesmal auf den Sameheads Laden in der Richardstraße gefallen. Das gleichzeitig tief furchende wie eloquente Programm wird von den DJs Preston G Parallax und Xorzyzt komplettiert.

Zünftiger geht es da nur bei der Calcium Release Party von BNR Trax im First Floor zu, die wir bereits hier empfohlen hatten.

DJ Supermarket hat ein neues eigenes (schon empfehlenswertes) Blog namens howdoyouare.com, das zwar schon seit einiger Zeit in Betrieb ist nun aber mit Ian Pooley, Hunee, Pony Pop und mehr seine offizielle Einweihungsfeier im Picknick erhält.