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Bag Raiders : Jägermeister WHT Interview

13:19

Nein, das obige Photo zeigt keine zwei einsamen (aber geschmackvollen) Robinson Crusoes, die glücklich ihre Rettung zelebrieren. Auch wenn die Palmen und Bärte das vermuten lassen. Es handelt sich um die Bag Raiders, ein australisches Gemeinschaftsprojekt von Chris Stracey und Jack Glass, stolze (kreative) Väter) einiger der besten Discostücke der letzten beiden Saisons, die sich auch auf ihrem demnächst ebenfalls international erscheinendem Debütalbum finden lassen. Bevor sie am Donnerstag mit der Jägermeister Wirtshaus Tour (und Peaches sowie aUtOdiDakT) in Stuttgart spielen, nahm sich Jack noch einmal die Zeit, um mit uns die ersten deutschen Erlebnisse, den Weg zum Erfolg (und Mobilfunkverträgen) und ihre künstlerischen Neigungen zu diskutieren. Ganz nebenbei bekannte er sich noch zur Liebhaberschaft einer sehr, sehr deutschen Spezialität.

Hi Jack, mittlerweile habt ihr drei Auftritte in Deutschland absolviert. Wie wurden sie vom Publikum aufgenommen?
Bis jetzt wirklich gut! Wir haben jetzt sogar schon vier Nächte hier gespielt. In München und Saarbrücken haben wir aufgelegt, in Berlin und letzten Samstag in Hamburg haben wir live gespielt.
Sie waren alle unglaublich auf ihre eigene Art und Weise, auch sehr verschieden. Wir waren in der Nacht nach Saarbrücken in München und es wäre schwierig, noch einmal zwei derart unterschiedliche Städte als diese zwei zu finden!

Es ist überhaupt eure erste Tour durch Europa. Was hat sich als genauso wie von euch erwartet erwiesen, was nicht?
Es so ziemlich das, was wir erwarteten. Ich habe mich immer darauf gefreut, hier einmal touren zu können (es hat ja ein paar Jahre gedauert), denn jede Stadt ist neu und aufregend hier. Ich liebe es etwa durch die USA zu touren, aber wenn du dort zehn Auftritte hast, sind die großen Städte aufregend, die kleinen seltsam und interessant, aber nichts ist großartig verschieden. In Europa sind wir an jedem Tag in einem anderen Land und erleben all diese erstaunlichen Städte mit ihren reichen Historien. Wir lieben das!

Habt ihr bereits ein deutsches Wirtshaus in Vorbereitung auf Stuttgart ausprobiert?
Ich denke nicht! Wir hatten allerdings zahllose Biere und Würste. Aber für das Echte kommen wir wohl besser etwas früher nach Stuttgart!

Einer eurer ersten Auftritte oder sogar der erste, soll im Empire von Brisbane stattgefunden haben, eine ähnlich kleine Lokation wie das Calwer Eck. Was sind eure Erinnerungen an diese Veranstaltung?
Das könnte korrekt sein. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern. Vielleicht war es unser allererster Auftritt außerhalb Sydneys. Ich erinnere mich daran, sehr aufgeregt gewesen zu sein, weil wir reisen und unser Ding machen durften, da Leute uns auch in anderen Städten hören wollten. Das begeistert uns noch immer, denke ich. Jedes Mal, wenn wir irgendwo neu hinkommen, gibt das ein gutes Gefühl…

Zuletzt haben Cut Copy und Empire of the Sun elektronische Musik aus Australien hier in Europa auf sein hohes Level der Beliebtheit gehoben, letztere habt ihr mit “Way Back Home” als Soundtrack einer großen Mobilfunkanbieterkampagne hierzulande abgelöst. Glaubt ihr, dass euch diese Künstler gewissermaßen den Weg nach Europa geebnet haben?
Ich bin mir da nicht wirklich sicher. In Australien jedenfalls nicht, da haben wir uns unseren Weg selbst geebnet. Und hier? Ich weiß es nicht. Ich meine, wenn die Leute solche Dinge sagen, klingt das für mich als ob sie sagen würden: “Empire of the Sun waren groß hier. Ihr macht ähnliche Musik und seid aus dem selben Land. Deshalb seid ihr jetzt beliebt.” Offensichtlicher Weise werde ich so etwas niemals zustimmen. Durch das Internet kann jeder alles aus jeder Ecke der Welt hören. Ich denke wirklich, dass es nichts bedeutet, von woher man kommt. Wenn die Musik gut ist, werden die Leute es mögen.


Bag Raiders : Shooting Stars (Video)

Wir sind erstmals 2008 bei der B-Seite der Turbo Love! Single, “Shooting Stars”, auf euch gestoßen. Zwei Jahre später habt ihr das Lied auch auf euer Debütalbum gepackt. Welche Beziehung habt ihr mittlerweile zu diesem Stück entwickelt?
Es ist ein großer Teil unserer Leben! Ich bin wirklich stolz darauf. Vielleicht macht es mich auch mal etwas krank. Haha. Aber immer wenn wir es live oder als DJs spielen, bekommt es die unglaublichsten Reaktionen. Dessen bin ich keineswegs überdrüssig!

Zu welchen Aktivitäten ist einer Album deiner Meinung nach ein guter Soundtrack?
Hoffentlich viele. Wir wollten ein Album machen, das Stücke für den Club hat (offensichtlicher Weise), aber auch für das Auto, das Wohnzimmer, das Schlafzimmer, die Küche, die Wäsche, was auch immer. Ich denke, wir das auch mehr oder weniger geschafft. Die Vielseitigkeit des Albums ist eines der Dinge, auf das ich am meisten stolz bin.

Um ehrlich zu sein, die Frontgestaltung des Albums erinnert uns an die Airbrush-Kunst getunter Autos. Welche Autotypen bevorzugt ihr und was war die Idee hinter dem Artwork?
Ha, da fragt ihr die falschen Leute. Keiner von uns ist einer Autonarr. Chris fährt einen Motorroller und mein Auto ist ein vermöbelter Haufen Mist (genau so, wie ich es mag)!
Wir mögen das Artwork, da es all die hunderten unterschiedlichen Einflüsse repräsentiert, die in unsere Musik einfließen. Polarbären, Surfer, Törtchen, sie alle stecken irgendwo da…

Das Video zu “Way Back Home” zeigt euch an bei der Arbeit an diversen Exponaten in einem Atelier. Seid ihr neben eurer Musik auch sehr künstlerisch veranlagt, zeichnet etwa in ein Skizzenbuch unterwegs?
Nicht besonders. Das Videoset wirkte auf mich eher wie ein Drogenlabor denn alles andere.  Wir beide lieben Kunst und Filme, aber ich denke, unsere Talente beschränken sich auf die Sphäre der Musik.


Bag Raiders : Way Back Home (Video)

Zu guter Letzt: Wir wissen kaum etwas über das australische Essen und Trinken, mit Ausnahme eines gewissen blauen Bieres (F…..’s). Habt ihr ein lokales Lieblingsgericht, dass ihr vielleicht sogar selbst kochen könnt?
Foster’s gibt es nur als Export. Man sieht es (glücklicherweise, denn es schmeckt wie Urin) nie Australien!
Die beliebtesten Biere sind solche wie VB, Tooheys New und Carlton Draught. Nichts besonders Aufregendes. Es gibt einige gute Biere von Kleinbrauereien und gute Weine. Aber um ehrlich zu sein, ich liebe Weißbiere und für gewöhnlich trinke ich deutsche Sachen wie Erdinger und Shöfferhoffer. Mmmm.

Bag Raiders Bag Raiders erscheint am 3. Juni bei Universal in Deutschland.


Bag Raiders : Sunlight


Monarchy : I Won’t Let Go (Bag Raiders Remix)

In Zusammenarbeit mit Jägermeister.

Jägermeister Wirtshaus Tour x Stuttgart

10:20

Stück für Stück färbt sich die Anfang Februar noch weiße Deutschlandkarte kräuterbraun. Nun verschlägt es die Jägermeister Wirtshaus Tour in den Süden der Republik: Am 19. Mai ist es im Calwer Eck zu Stuttgart für eine Nacht vorbei mit der Gemütlichkeit. In der ersten Hausbrauerei der Stadt, deren Speisekarte stilecht regional mit Flädlesuppe und Maultauschen eröffnet, wird nun das internationale Trio der Bag Raiders, Peaches und aUtOdiDakT gastieren.

Mit den Australiern von Bag Raiders haben sich die nächsten Hitgaranten aus Down Under auf die lange Reise gen Nordwesten begeben. Die B-Seite “Shooting Star” hievte sie vor zweieinhalb Jahren über Nacht auf jene große Aufmerksamkeitswelle, die sie mit “Sunlight” und ihrem (in Deutschland leider erst am 30. Juni erscheinenden) Debütalbum anschließend weiter erfolgreich um den Globus ritten. Gerade kann man ihren an Disco und Electronica fermentierten Pop dank des Werbesoundtracks “Way Back Home” auch außerhalb der Clubs kaum entkommen. Bereits mit einigen Terminen auf deutschem wie europäischem Boden warmgespielt, dürfte die Band nun die Konzertgäste sofort in den ekstatischen Schwitzkasten nehmen.

Auf selbiges Handwerk versteht sich Peaches solo ebenfalls blind. Ob als Musicalstar in ihrer eigenen Llyod-Webber-Adapation Jesus Peaches Christ Superstar und dem halb-autobiographischen Peaches Does Herself oder auf Tournee mit ihrem aktuellem Album I Feel Cream (XL Recordings), das im Zweifel auch mit Gipsbein aufgeführt wurde: Merrill Nisker können nur wenige das Wasser reichen. In Stuttgart kommt es am Donnerstag allerdings zu einem ihrer nicht minder aufregenden DJ-Sets, während sie sich im aktuellen Video “Mud” noch titelgerecht mit Schlamm besudeln lässt.

Lokalmatador aUtOdiDakT erklärt derweil alle Genres für dead, kennt er selbst doch nur die Sprache des Basses. Kein Wunder also, dass ihm persönlich auch die ehemaligen Wirtshaus-Tour-Künstler Proxy und Tom Deluxx besonders gefallen. Jetzt kann er selbst Teil der Ahnengalerie werden.

Wie immer könnt ihr auch diesmal 1×2 Karten für einen zünftigen Wirtshausabend gewinnen, wenn ihr uns bis Dienstag, dem 17. Mai, 14 Uhr, unten einen Kommentar hinterlasst. Es entscheidet das Los, also viel Glück! Weitere Karten gibt es auf das-wirthaus.de/gaesteliste und Facebook.


Bag Raiders : Way Back Home (Video)


Peaches : Mud (Video)

In Zusammenarbeit mit Jägermeister.