Posts Tagged ‘Bodi Bill’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

Berlin : Krakatau Labelnacht

13:35

Manchmal tragen die scheußlichsten Dinge die schönsten Namen: Im August 1883 tötete die Explosion des indonesischen Vulkans Krakatau nicht nur tausende Menschen, sondern verdunkelte mit ihrer Aschewolke auch nahezu die gesamte Erdatmosphäre für fast zwei Jahre. Wenn die Berliner Band der Stunde Bodi Bill allerdings ihr neues und eigenes Label gleichen Namens an den Start bringt, dann handelt es sicherlich in erster Linie um Erleuchtung denn Schatten.

Die erste Veröffentlichung war eine Remixsingle ihres alten Hits “I Like Holden Caulfield” (während das neue Album What? sie gerade das Berliner Lido an drei Tagen in Folge ausverkaufen ließ), doch zweite führte ein neues Talent ein. Gefilde stellt die Künste des jungen Berliner Produzenten Thomalla (Photo) aus. Ein Mann, der in den letzten Jahren auf scheinbar jeder guten Party vertreten war und dessen Pressetexteschreiber (die obige Einleitung scheinbar antizipierend) richtigerweise feststellen, bei den Geistern seiner Musik handle es sich um “Intelligenz und Romantik, Dunkelheit und Hoffnung” zugleich. Nun soll eine weitere Single von Freedarich folgen. Es wäre die erste Soloproduktion von Friedrich Greiling, bekannt von Mittekill und Freedarich & Stiggsen.

An diesem Samstag wird man alle drei Künstler sich im Tape Club vereinen sehen. Bodi Bill werden zwar nur in Form von DJ Bodi Bill, aber mit Lake People wird ein weiteres Mitglied der Labelfamilie ein spezielles Liveset spielen. Und ihr könnt nun 2×2 Einladungen gewinnen, wenn ihr uns einen Kommentar bis Freitagmittag hinterlasst. Die Gewinner werden vom Zufall erwählt, also viel Glück!


Thomalla : Gefilde (Clips)


Thomalla : Mit Vergnügen (DJ Mix)


Bodi Bill : I like Holden Caulfield (Freedarich Remix)


Lake People : Deep Tropical

Play Winter Festival in Hamburg

15:46

wmw2

Während wir bereits die ersten Festivals für den Sommer ankündigen und der CTM.10 bereits hinter us liegt, überbrückt ein weiteres Festival schon jetzt die Wartezeit: Diesen Freitag und Samstag (12. bis 13. März) steigt in den drei Hamburger Lokalitäten Prinzenbar, Docks und Neid Klub das Play Winter Festival 2010. Und das Line-up, dass man an die Elbmündung holt, birgt so manchen Leckerbissen.

Da wären am Freitag die DDs (Discodänen) von WhoMadeWho und internationale Bonaparte-Zirkus aus Berlin, die beide seit Jahren kontinuierlich an ihrer (Live-)Legendenbildung arbeiten. Auch der Mediengruppe Telekommander wird nach gesagt, dass sie einige Leute für brachialen Elektrorock (hier nicht als Worhülse zu verstehen) live nahezu abgöttisch verehren (von uns zuletzt ungläubig auf dem Melt! beobachtet). Zur Clubnacht laden darüberhinaus noch ein DJ-Set von den geschätzten Late of the Pier und auch Record Makers’ Kavinsky ist von den Toten auferstanden und hat seinen roten Ferrari Testarossa in Hamburg geparkt.

Und wer sich auf den Audiolith Pferdemarkt beim Melt! freut, kann ihn in Hamburg schon einmal vortesten (im DJ-Stall stehen diesmal: DJ MTDF, Krink, Torsun (Egotronic) und Rampue).

Samstags übernimmt dann das/die Berliner Snowhite-Label/Management-/Bookingagentur mit the Sounds, Zoot Woman, den Eight Legs und Popular Damage das Ruder. Mit Bodi Bill (neues Album im Gepäck), Schlachthofbronx und den Briten von Joe and Will Ask? gibt es dazu noch ordentlichen Nachschlag.

Tickets für das gesamte Wochenende kosten 42 €, für lediglich Freitag oder Samstag nur 25 bzw. 27 €. Weitere Informationen findet ihr www.play-festival.com und das komplette Line-up mit noch mehr Künstlern nachfolgend:

Line-up Freitag:
Who Made Who, Bonaparte, Mediengruppe Telekommander, Kavinsky, Shit Disco, Dancing Pigeons, Audiolith Pferdemarkt, Late Of The Pier (Dj-Set), Love Ravers, Boy Omega, Planting The Seed

Line-up Samstag:
The Sounds, Zoot Woman, Bodi Bill, Schlachthofbronx, Joe and Will Ask?, Eightlegs, Popular Damage, Herpes, Vierkanttretlager, Jenana, I Heart Sharks, Kristellar, M.O.M.O., Tanner

PHOTO: “WhoMadeWho, Berlin Festival 2010″ Christoph Paul

Intro Intim mit Hurts

16:58

Wer beherrscht schon Magie? Nun, durch die Hände von Adam Anderson und die Stimme von Theo Hutchcraft scheint sie tatsächlich zu strömen, denn als Hurts haben sie gleich eine ganzen Fächer an Zaubertricks parat. Da wäre das Geschick, mit einem möglichst schlichten Vokabular herrlich schöne, bewegende Texte zu erschaffen oder die Aufmerksamkeit eines Majorlabels (und dessen Geld) lediglich mit einem für 20 £ selbst produzierten Musikvideo auf sich zu ziehen, nur im nächsten (oder übernächsten) Moment bereits im Flieger nach Schweden zu sitzen, um dort das angeblich lauteste Instrumtent der Welt, die Tyfon Orgel, für das eigene Debütalbum aufzunehmen. Nicht zu vergessen wäre auch die Fähigkeit, den geneigten Zuhörer und Betrachter mit einer einheitlichen Schwarz-Weiß-Ästhetik in eine 3D-Version von Anton Corbjins schwermütigem Joy-Division-Biopic Control zu ziehen und zugleich optimistisch zu predigen: “Don’t let go! Never give up! It’s such a wonderful life.” (Wonderful Life) Und als Briten (sorry folks!) immer wie zwei perfekt, angemessen und mit allerhand Understatement gekleidete Herrenmodels aussehen, die obendrein noch von Hedi Slimane und seiner berühmten Kamera photographiert werden, gehört sicherlich auch nicht gerade zur Norm.

Jedes noch so winzige Detail bei Hurts verspricht einem eine klarerer, ernstere, aber eben auch schönere und bessere Welt. Und ein Duo aus Manchester, das derart perfekte Pophymnen wie “Wonderful Life” und “Blood, Tears & Gold” schreiben kann und zudem auch einen Major hinter sich weiß, hat große Chancen zur Popsensation des Jahres zu mutieren.

Angeblich haben sie sich damals sogar während eines Aufenthalts in Berlin entschieden, Sony Music zu ihrem neuen Heimathafen zu machen. Meistens fließen solche Nachrichten aber nur sehr spärlich, was durchaus Methode ist. Den Song “Unspoken” etwa gibt es bis heute nur als Notenblatt zu bestaunen. Letzte Woche tauchte dann ein Video Namens “Pellerin” auf ihrem Youtube-Kanal auf, dass die Band zusammen mit weiteren SängerInnen bei Studioaufnahmen zeigt, und Townsend Records fügten ein hurts (sic!) genanntes Album mit dem 16. August 2010 als Veröffentlichungsdatum zu ihrer Webseite hinzu.

Gestern Nacht spielten Hurts dann gar ein Konzert in einer Londoner Kirche und nicht nur Popjustice war danach ziemlich angetan davon (leider existieren noch keine Mitschnitte davon im Internet). Wir können also voll und ganz verstehen, warum die Kollegen von Intro und dem Melt! Booking Hurts für zwei weitere Intro Intim Konzerte nach Deutschland eingeladen haben. Am Freitag, den 26. Februar, werden sie im Berliner Magnet Club auftreten und am darauf folgenden Tag im Gebäude 9 zu Köln. An beiden Abenden werden die Neuseeländer von So So Modern zusätzlich ihr neues Album Crude Futures samt des Songs “Berlin” live vorstellen und DJ-Set von der Superzirkusgruppe Bonaparte, sowie Trashpop DJs (in Köln) und Bodi Bill, dem RemmiDemmi DJ Team und Thomalla (in Berlin) werden die Abende abrunden.

Karten (10 € zzgl. VVK-Gebühren) kann man immer noch hier erwerben.

Melt! Liveblog: Alle drei Tage

18:03

Drei Tage lang wütete das Melt! Festival wieder auf der Ferropolis. Wir waren die ganze Zeit vor Ort und haben live für euch Impressionen und Fotos hochgeladen, die ihr hier nochmal alle nachverfolgen könnt. Wer Zusammenfassungen schätzt, sollte sich unser abschließendes Fazit mit noch mehr (und diesmal überarbeiteten) Fotos und ersten Hinweisen auf den Headliner 2010 durchlesen. Dazu gibt es noch ein Interview mit der fantastischen Fever Ray vom Festival. Text: Thomas Vorreyer. Photos: Christoph Paul

Geht im Nebel auf: Kasabians Sergio Pizzorno

Geht im Nebel auf: Kasabians Sergio Pizzorno

Montag, 5:47 Uhr: Wir schließen unsere Liveberichterstattung vom Melt! Festival 2009 hiermit bereits aus dem heimischen Berlin. Zum Abschluss gibt es noch dieses tolle Foto vom umso besseren Kasabian Gig mit Sergio Pizzorno (bei Oasis haben wir einen der exklusiven Fotopässe leider knapp verfehlt; ein ander Mal). Es bleibt zu schreiben: Das Melt! ist nach einem wackeligen 2008 wieder voll da, allerdings gab es auch dieses Jahr Höhen und Tiefen, vor allem aber viele überragende Konzerte. Dazu heute Nachmittag einen geordneteren Überblick. Dann gibt es auch erste Spekulationen zum Headliner 2010… da wissen wir schon mehr. Gute Nacht & danke Melt! für drei tolle Tage!

PS: SCHREIBT UNS DOCH, WIE IHR DAS FESTIVAL FANDET! WIR FREUEN UNS ÜBER FEEDBACK!

Polarkreis 18 an einem lauen Sommerabend

Polarkreis 18 an einem lauen Sommerabend

Sonntag, 20:55 Uhr: So Polarkreis 18 haben die wohl letzten Sonnenstrahlen geschluckt und beenden gerade ihr Set in der Abendsonne. Nicht besonders erwähnenswert, Konzert wie immer, aber ein schönes Foto ist ja bereits dabei rausgesprungen. 21:30 beginnen Kasabian und dann folgen um 23 Uhr schon Oasis, die übrigens  – wie letztes Jahr Björk – den kompletten Backstage-Bereich abgeriegelt haben lassen. Ein wenig Offenheit gibt es trotzdem: Das Konzert wird frei und live auf meltfestival.de gestreamt!

melt so glasvegas

Glasvegas haben eindeutig Spaß

Sonntag, 20:11 Uhr: Arbeitsteilung: Thomas bei der Pressekonferenz mit Festival-Chef Matthias Hörstmann und Pressechef Dirk Völler, sowie Moderator Joko Winterscheidt von MTV (Chef-Booker Stefan Lehmkuhl plagte sich derweil mit Oasis); Christoph bei Glasvegas im Fotograben. Die hatten anscheinend ordentlich Spaß an ihrem eigenen Auftritt und luden wiederholt hübsche Mädchen und “dudes with a big dick” für die Schlagzeugerin in ihre Kabine ein. Vor der Bühne war der Spaßfaktor allerdings eher etwas mau.

Drinnen im Intro-Revolutionspalast erfuhren wir, dass ein Melt! Festival tatsächlich 15 Monate im Voraus zu Planen begonnen werden muss, und dass eine Hauptinsperationsquelle für die Bandauswahl das Eurosonic in Noorderslag ist. Auch dem Splash! Festival, dass ja kurzfristig vor einer Woche auf die Ferropolis verlegt worden ist, greift man in Freundschaft unter die Arme, genauso wie man zu den gleichzeitig stattfindenen Dour und Benicassim Festivals in Belgien bzw. Spanien gute Beziehungen unterhält und so den Konkurrenzkampf etwas abmildert. Achso ja, der Chef über das diesjährige Melt!: “Ich bin superglücklich”. “Ich höre häufig etwas von Rehabilitation.” Das “Melt hat sich einen Sonderstatus erschaffen” und ist “das größte Indie-Festival Deutschlands” geworden. Dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Btw: Das nächste Melt! findet vom 16. bis 18. Juli 2009 auf der Ferropolis statt und es wird weiterhin bei der einem Ticketlimit von 20.000 bleiben.

Patrick "It's gonna be a wonderful day" Wolf

Patrick "It's gonna be a wonderful day" Wolf

Sonntag, 18:24 Uhr: Patrick Wolf hat gerade den letzten Abend auf der Hauptbühne eröffnet und wie! Ohne Umschweife geht der Londoner Sänger auf die Lautsprecherboxen, animiert das Publikum und legt seine ganze Kraft in “The Bachelor” Es folgen: Alte Hits wie “Bluebells” und “The Libertine”, freundlicher Smalltalk, ausreichend Material vom aktuellen Album, darunter auch Gänsehaut bei “Damaris”, eine klatschende Massenchoreographie und ein halbnackter Patrick bei seinem letzten Song “Magic Position”, in dem er die Sonne ansingt, und diese dann tatsächlich auch durch die Wolken bricht. Ein magischer, fast perfekter Auftritt.

Jetzt im Anschluss spielen Glasvegas auf der großen Bühne.

Anna Ternheim: Schöne Sängerin zum schönen Konzert

Anna Ternheim: Schöne Sängerin zum schönen Konzert

Ein schaurig-schönes, intensives Erlebnis mit Geruch (leider nicht im Bild) : Fever Ray

Ein schaurig-schönes, intensives Erlebnis mit Geruch (leider nicht im Bild) : Fever Ray

Phoenix : Bescheidene Franzosen

Phoenix : Bescheidene Franzosen

Bloc Party: Routinierter, junger Tagesheadliner

Bloc Party: Routinierter, junger Tagesheadliner

Des Elektrojüngers beste Freunde : Digitalism

Des Elektrojüngers beste Freunde : Digitalism

Sonntag, 16:43 Uhr: Der Pressebereich, wo wir gespannt auf Patrick Wolf, Glasvegas, Kasabian und natürlich Oasis warten, hat uns zurück. Aus Zeitverzug deshalb schnell hier Bilder von den Konzerten von Anna Ternheim, Fever Ray, Phoenix, Bloc Party und Digitalism. Später gibt es ausführlichere Worte dazu, soviel sei aber gesagt: Alle haben überzeugt und manche noch eins drauf gesetzt. Wir müssen zu Patrick.

Samstag, 22:39 Uhr: Phoenix Interview: Wow, sind diese Jungs bescheiden geblieben. Sowas gibt es nur noch ganz, ganz selten. Bin beeindruckt, sehr sympathisch. So und auf zu den Bühnen!

The Whitest Boy Alive dirigieren die Menge

The Whitest Boy Alive dirigieren die Menge

Finden Sie diesen Duke Filthy genug?

Finden Sie diesen Duke Filthy genug?

Samstag: 21:53 Uhr: Phoenix sitzen schon in Sichtweite, aber nochmal zurück zum Tagesprogramm. Eben hatten wir die Filthy Dukes in der neuüberdachten Gemini Stage (toi toi toi). Haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Londoner, und wurden dafür auch belohnt, auch wenn anschließend Mediengruppe Telekommander den Bühnenvorplatz in ein mehr wippender Arme und bangender Köpfe verwandelten. Problemlos Begeisterungsstörme auslösen konnten auch gerade The Whitest Boy Alive auf der Hauptbühne. Ihr naiver, entwaffnender Charme ist der Band bis heute erhalten geblieben und Erlend Øye darf ruhig Tarzan spielen, die Menge folgt ihm gerne. Jetzt gleich fängt übrigens auch der Anna Ternheim.

Samstag, 21:20 Uhr: Nachtrag: Gleich Phoenix im Interview und jetzt Whitest Boy Alive auf der Main Stage. Filthy Dukes Fotos gehen gleich hoch!

Travis Fran Healy in seinem Element

Travis Fran Healy in seinem Element

Pop-Agitatorin Beth Ditto von Gossip

Pop-Agitatorin Beth Ditto von Gossip

Rauschebart Ebbot von The Soundtrack Of Our Lives

Rauschebart Ebbot von The Soundtrack Of Our Lives

Samstag, 21:20 Uhr: So zurück aus Karin Dreijers “Fever Ray” Gaderobe. Eine sehr nette, offene und zugleich sehr abwiegende Frau. Das Interview gibt es nächste Woche online, jetzt kommen wir zum gestrigen Nachtgeschehen:

Nach Röyksopp spielten gestern um Mitternacht Travis auf der Mainstage. Vor der es allerdings etwas luftig zuging, da die bereits angesprochenen Crystal Castles (s.unten) immer noch auf überraschend viel Neugierde und Begeisterung stoßen. Die Schotten waren dennoch gut auflegt, Neu-Berliner Fran Healy parlierte mit seinen gesammelten Deutschkenntnissen und spielt routiniert und selbst-euphorisiert durch ein kuschliges Set voller melancholischer altbekannter Hits, in die sich die neuen Songs allerdings auch sehr gut einfügen. Wobei die Stimmung dann doch erst gegen Ende aufkommt.

Mir persönlich ist das alles etwas zu harmlos, also folge ich dem Krach zu Crystal Castles und dann zu La Roux in das vor Überfüllung geschlossene Zelt. Elly Jackson und Band beweisen hier wie auch in Berlin, dass sie ihren Weg gefunden haben.

Nichts neues also für mich und somit wieder zurück zur Gemini Stage auf der die (wieder) gehypten Gossip spielen. Drei Jahre nach meinem ersten Konzert mit dem US-Trio muss ich anerkennend Frau Ditto & Co ob ihrer Weiterentwicklung Tribut zollen. Das was da vorne auf der Bühne geschieht führt Pop und Agitation in bester Manier zusammen. Dazu streut Beth auch einige Strophen aus Pop-Klassikern wie “Lady Marmalade” in ihre Songs. Wenn Andy Warhol noch leben würde, wäre die füllige Sängerin wohl genauso sein neues Darling, wie sie gerade für Karl Lagerfeld ist.

Dann wieder zurück zum Coca-Cola Soundwave Tent wo The Soundtrack Of Our Lives etwas genervt in einem halbvollen Zelt beginnen. Aber wenn ihre Show tatsächlich nur mit 50% Energie gespielt war, dann Gnade uns Gott vor gut aufgelegten TSOOL. Dieses Konzert hat die Messlatte für ganz große Rockkonzerte sehr hoch gelegt. Die Schweden um den bärtigen Ebbot Lundberg übertrumpfen damit nicht nur Travis, sondern bringen Oasis für Sonntag in erheblichen Zugzwang. Da kann man dann plötzlich noch Gefallen am eigenen Auftritt finden, denn Ebbot hatte schlußendlich doch Spaß.

Der vergeht uns wieder einmal an der Gemini Stage bei Simian Mobile Disco. Nicht dass SMD eine schlechte Show liefern, nein ganz im Gegenteil: Hier gibt es ein wunderbares Set auf die Ohren, in dem “It’s The Beat” den roten Faden legt, den  “Audacity Of Huge” als sein legitimer Nachgfolger minutenspäter erfolgreich aufnimmt. Was stört, ist das Wetter, sprich ein riesiges Gewitter, und das wieder nur mäßig vorbereitete Melt! Team. Stundenlang strömt es, Moderat können auf der völlig überfluteten Hauptbühne nicht spielen, während sich bei SMD die Menschen wie Ölsardinen unter das Dach quetschen, das später dann auch durchhängt und über der Menge entladen wird. Dabei hätten simple Regenrinnen am Dach gereicht. Bedenklich war es auch, dass das leere, tausende Menschen fassende Coca-Cola Soundwave Tent einfach geschlossen wurde, sodass die durchnässten Festivalgänger auf Bierstände und die Klos ausweichen musste. Um 4:30 wird dann das Festival abgebrochen, Deadmau5, Trentemøller u.w. entfallen ohne Ersatztermin. Schade. Heute hat es wieder ein paar Male geregnet. Eine Wolkendecke steht über der Stadt aus Eisen – es soll allerdings trocken bleiben. Wir drücken die Daumen.

Crystale Castles machten ihr Blitzlichtgewitter mal wieder selbst
Crystale Castles machten ihr Blitzlichtgewitter mal wieder selbst

Samstag, 19:36 Uhr: Da wir gleich zum Fever Ray Interview müssen, nur eine kurze Info zum Konzert der Crystal Castles. Die haben gestern von der Gemini Stage aus Travis auf der benachbarten Hauptbühne ordentlich die Show in puncto Aufmerksamkeit gestohlen. Irgendwie ist es immer wieder faszinierend wie tausende Menschen an der Lippen der wie immer blassen Alice Glass hängen, die wie ein Alien abwesend über die Bühne wirbelt. So Fotos und Infos zu Gossip, TSOOL, Travis, La Roux und SMD gibt es gleich, Frau Dreijer Andersson wartet.

Samstag, 19:05 Uhr: Wieder melden uns zurück vom Melt!, Tag #2. Aufgrund technischer Schwierigkeiten leider erst etwas verspätet. Ein Grund davon war auch das heftige Gewitter, das gestern Nacht auf das Festivalgelände herunterging und die Veranstalter dazu zwang gegen 4:30 Uhr das Festival für diesen Tag abzubrechen. Dazu gleich mehr Infos plus Bilder und Eindrücke von The Gossip, The Soundtrack Of Our Lives, Travis, Crystal Castles, Simian Mobile Disco und La Roux.

Ein Klaxon

Ein Klaxon

Bodi Bill: Positive Schwingungen

Bodi Bill: Positive Schwingungen

Röyksopp und ihr Bassist im Scheerenschnitt

Röyksopp und ihr Bassist im Scheerenschnitt

Die Menge liebt die neue "Partyvariante" von Röyksopp

Die Menge liebt die neue "Partyvariante" von Röyksopp

...und die Bagger lieben sowieso alle

...und die Bagger lieben sowieso alle

Freitag, 23:59 Uhr: Das Melt! läuft auf Hochtouren. Die Klaxons konnten am frühen Abend zwar nicht die komplette Zeit ihres Konzertes die Fläche vor der Hauptbühne bis zum Maximum füllen, dafür zeigten sie sich gut aufgelegt, ließen sich sehr (bzw. zu) gerne feiern und zeigten neben einigen sehr aggressiven neuen Songs auch die wahnsinnige Bandbreite an Hits, die ihr erstes Album an Land gespült hatte. Der Sound – besonders der Bass – an der Main Stage ist dieses Jahr übrigens um einiges verbessert worden.

Weiter zur Gemini Stage, die dieses Jahr zurück am alten Platz ist und erstmals ein durchsichtiges Folien- statt Blechdach bekommen hat; Bagger-Feeling nun auch hier. Tolle Sache! Bodi Bill sind auf der Bühne starten gut gelaunt und impulsiv, aber leider müssen wir auch schon weiter zu Röyksopp. Die beweisen mit einem fantastischen Set und viel Elan und Freude, dass sie mit ihrem neuen Album doch irgendwie den Schritt zur “Party-fähigen” Band gewagt haben. “Girl And The Robot” wird in einen mitreißenden Stampfer verwandelt, geführt von der packenden Sängerin Anneli Drecker und garniert mit einer Tanzeinlage von Svein Berge selbst im roten Roboterkostüm. Super auch die Lichtshow. Nun geht es zu La Roux, Crystal Castles und Travis.

Freitag, 20:20 Uhr: Gerüchte unter den Besuchern, wonach sowohl Digitalism als auch La Roux ausfallen würden, weißt das Festival Management zurück. Die Konzerte finden statt.

Die Leute vor der Converse Main Stage und...

Die Leute vor der Converse Main Stage und...

... Delphic live auf ihr

... Delphic live auf ihr

Einer der vielen kreativ-gekleideten Besucher, für die wir das Melt! so lieben

Einer der vielen kreativ-gekleideten Besucher, für die wir das Melt! so lieben

Freitag, 20:12 Uhr: Delphic geben gerade das zweite Konzert auf der Hauptbühne. Nach etwas schwerem melancholischen Poprock mit Stadiongestus gehen sie über zu ihren elektronischeren Songs und bringen damit die Menge erstmals in Wallung. Das gesamte Festivalgelände hat bei unserem Rundgang einen guten Eindruck gemacht, alles schön organisiert und aufgeteilt. Zwei Wehmutstropfen: Die Big Wheel Stage ist visuell-technisch etwas kleiner ausgefallen als zuletzt und der Red Bull Music Academy Floor musste auf den Platz des Sleeples Floor ausweichen. Dafür ist es weiterhin trocken.

Cold War Kids gewohnt emotional engagiert

Cold War Kids gewohnt emotional engagiert

Freitag, 18:02 Uhr: Die Cold War Kids spielen gerade “Hang Me Up To Dry” hinter mir. Band engagiert, Publikum verharrt noch etwas in Anspannung und skeptischer Erwartungshaltung.

Die Converse Main Stage bei den Vorbereitungen für Cold War Kids

Die Converse Main Stage bei den Vorbereitungen für Cold War Kids

Freitag, 17:58 Uhr: Angekommen, wir sind da und sitzen im Pressearea des Melt!. Wo fangen wir an? Die Location: Gigantisch und beeindruckend wie immer. Das Wetter: Gestern war es sehr heiß, heute bis -zum (angekündigten) Unwetter kurz nach 14 Uhr auch. Der Regen war aber schnell vorbei und jetzt sorgen die Wolken für zumindest etwas Abkühlung. Allerdings hat der Regen u.a. das Coca-Cola Soundwave Tent, das als Melt! Club, fungiert etwas in Mitleidenschaft gezogen, sodass das Festival leider erst mit einer Stunde Verspätung geöffnet werden konnte.

Markus Kavka legt nichtsdestotrotz schin fleißig an der Big Wheel Stage auf, allerdings gehören zu einem Festival auch einige Programmänderungen. So haben die Foals wegen Krankheit ihren heutigen Auftritt abgesagt, deshalb spielen die Cold War Kids jetzt um 18:00 Uhr und Delphic um 19:30. Metronomy haben ja bereits gestern wegen Fehlplanungen abgesagt, dafür kriegen James Yuill und Bodi Bill je 20 Minuten extra-Stagetime. Weiterhin entfällt TRG heute. MSTRKRFT wurden auf den Sonntag verschoben. Das Mikroboy-Konzert findet morgen erst um 20:30 Uhr statt, Clickclickdecker spielt 19:00 – 19:30 Uhr.

Achso, die Stimmung: Gut wie immer, auch der Regen konnte die Vorfreude nicht trüben. Ein erstes Highlight war bereits die Campingsplatz-Party gestern mit u.a Frittenbude. Tagesheadliner heute: Aphex Twin + Hecker. Den Headliner vom Sonntag, Oasis, gibt es übrigens live vom Melt! im Onlinestream u.a. auf der offiziellen Festivalwebseite!

RT @aufgemischt: #melt LIVEBLOG: Fotos & Bericht von der magic performance des Herren PATRICK WOLF online!  http://is.gd/1CjrA @meltfestival

Das vierte Berlin Festival hebt ab!

18:15

berlinfestival

Nach 85 Jahren und einem Wochenende technischer bzw. modischer Glanzleistungen (B&B) stehen nun zwei Tage musikalischer Höhenflüge für den Flughafen Tempelhof in Berlin an.Nach einem Jahr Pause kehrt das Berlin Festival am 7. und 8. August zur vierten Auflage zurück.

Mitten im Zentrum der Hauptstadt gelegen, bietet es einmal mehr den unglaublichen Vorteil bequem aus dem Hotel oder von zuhause täglich anreisen zu können, anstatt sich in einem Treibhaus-ähnlichen Zelt durch Hitze und/oder Regen und Schlamm quälen zu müssen. So oder so würde man aber auch dann nur zu einem Festival kommen, wenn das Lineup stimmt und genau das ist in diesem Jahr wieder der Fall.

Deichkind haben mittlerweile den Sprung von der kreativ-genialen Animateurentruppe zur Massen-bewegenden Headlinersupergroup geschafft und stehen damit folgerichtig an der Spitze für 2009. Daneben macht es sich Peter Doherty, hoffentlich nicht bequem, sondern nimmt die Herausfoderung an, (erstmal überhaupt zu kommen und) die Nordlichter mit Solo-Show in die Schranken zu verweisen.

Pulp-Mastermind Jarvis Cocker wird die ganze Sache wohl ohnehin gewohnt ernst nehmen. Während Rapper Dendemann für feinsinnige Ironie sorgen sollte. Die vier einsamen Musketiere komplettiert dann noch José Gonzales - es ist also für alle Geschmäcker etwas dabei.

health

Nach ihrem furiosen Berghain-Gig vor einigen Monaten werden HEALTH (s. Bild) – ich wiederhole mich: die wohl einzig wirklich innovative Gitarrenband unserer Zeit – ihr neues Album “Color” vorstellen, ebenso wie Zoot Woman, die ihr kommendes Werk “The Things Are What They Used To Be” im Koffer haben werden.

Mit Digitalism, Riton, Geheimtipp Aeroplane und den Junior Boys ist das Berlin Festival auch elektronisch ganz weit vorne mit dabei und wem das noch nicht reicht, dem sollte diese Überdosis guter Namen zu denken geben:

Unsere Londoner-Lieblinge These New Puritans samt deutscher Epigone 1000 Robota sind dabei, Telepathe kommen, The Rifles, die Kilians mit wiedergenesenem Simon, die packenden The Thermals, die fantastischen WhoMadeWho, Saint Etinne, Peaches am DJ-Pult und Bonaparte, I Might Be Wrong und Bodi Bill auf der Bühne…

Ein allerletzter Vorteil: Das Festival findet gleichzeitig komplett im Freien und doch regensicher übderdacht statt, da alle Bühnen locker unter die riesigen Dächer des Hangar passen. So und jetzt Karten kaufen gehen!

MELT!Festival auf der Ferropolis

01:30

Das MELT!Festival hat sein Lineup für 2009 heute komplettiert. Wieder einmal treffen ein sorgfältig und breit ausgewähltes Lineup und eine wirklich atemberaubende Kulisse – die alten, riesigen Kohletagebaubagger der Ferropolis - aufeinander. Große Namen wie Oasis, Aphex Twin + Hecker, Bloc Party oder Digitalism sollen dabei zusammen mit über hundert weiteren (vor allem jungen) Bands und DJs an die lange und erfolgreiche Festivaltradition anknüpfen.

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Das Melt! von 2009 ist nun die zweite Auflage der “großen” Festivalvariante: 2008 wurde erstmals die maximalmöglichen 20.000 Tickets ausgegeben (und ausverkauft) und erstmals wurde das Festival auf drei Tage ausgedehnt, was mit dem Auftritt von Superstar Björk – wohl einer der wichtigsten des letzten Jahres überhaupt – würdig gefeiert wurde. Überhaupt glänzten 2008 besonders die Frauen, allen voran Robyn und Roisin Murphy. Weniger glänzen tat hingegen das Wetter, dessen heftige Regenfälle und der enorme Menschenandrang die Veranstalter damals vor einige Probleme stellte. Mit der Lehre aus diesen zahlreichen Erfahrung kann 2009 eigentlich nur das beste MELT!Festival überhaupt werden, mit einem entsprechenden Lineup wurde dafür schon mal vorgesorgt.

So ahne ich den großen Kampf um den DJ Olymp im Freistil vorraus: Mit den Duos Digitalism, MSTRKRFT, Simian Mobile Disco, Boys Noize vs. Erol Alkan im exklusiven Duett und Röyksopp messen sich die Solisten Paul Kalkbrenner, DJ Phono (Deichkind), DJ Koze, Matthew Herbert (DJ Set), MELT!Stammgast Ellen Allien, Tiga, Trentemøller, Yuksek so wie unser persönlicher Geheimfavorit Deadmou5 aus Kanada: Hierzulande wartet die auflegende Maus noch auf den ganz großen Durchbruch, aber 2008 heimste er vier Beatport Awards ein und wurde in Ibiza zum besten DJ des Jahres gewählt. Nicht drumherrum kommen wird man wohl auch um das Set von Moderat (Modeselektor + Apparat). Mögen die Götter mit ihnen sein!

Magische Momente wird auch die Performance von Fever Ray verbreiten. Ob die Crystal Castles dafür wieder einen weiteren Auftritt hinrotzen werden? Wir werden sehen. Patrick Wolf jedenfalls wird sich sicherlich große Mühe für eine tolle Show geben. Genauso wie Berlins aktuelle Lieblingsband Bonaparte. Allerdings werden Aphex Twin + Hecker bestimmt auch nicht hinten anstehen wollen, wenn es um die beste Show des Festivals geht.

*Promofilm zum Festival (der Autor dieser Zeilen steckt sogar hinter den hier gezeigten Besucherinterviews)

Für die Gitarrenfraktion wurde die halbe britische Musikszene eingeladen: Angefangen bei den Altmeistern Oasis und Travis, beide gerade in ihrem zweiten Frühling und somit top in Form, über die Oasis-Buddies Kasabian, die zurückkehrenden Bloc Party und Klaxons, die Afrikan Beat Rumpler von !!! (chk chk chk) und den Foals hin zu den düsteren Schotten von Glas Vegas. Gossip werden mal wieder bei einem Festival vorbeischauen, ob Karl Lagerfeld sich mit Beth Ditto in den Schlamm begeben würde? Eher nicht. Dazu gibt es für die großen Gefühle Polarkreis 18, für die Füße die Filthy Dukes und für alles unsere Lieblinge Phoenix und The Whitest Boy Alive.

Wenn man noch empfehlen kann? Das Duo Thunderheist, Bodi Bill, Großbritanniens neues Popsternchen La Roux, die unglaublichen Buraka Som Sistema und und und… Es kann nur für dieses Festival sprechen, dass gerade noch nicht mal die Hälfte aller Gäste aufgezählt wurde. Und auch, dass die Veranstalter wieder zum Bühnenaufbau von 2007 zurrückgekehrt sind, wird wohl von vielen positiv aufgenommen werden. Wenn man jetzt noch für möglichen Regen vorsorgt, wird es ein grandioses Festival.