Posts Tagged ‘City Slang’

Verlosung : Tu Fawning auf Tour

18:30

Als spannungsgeladen, hochdramatisch und nie langweilig kann das Debütalbum Hearts On Hold von Tu Fawning auf dem hiesigen City Slang umschrieben werden. Ziemlich gut würde es aber auch treffen. Vom emotionalen Blutstau des Titels ist hier jedenfalls nicht viel zu hören, vielmehr pulsieren die Gefühle gleich vierfach und exaltiert durch alle Stücke. “I Know You Know” und “The Felt Sense” waren da nur die spitze eines funkelnden Eisberges.

Das Quartett rund um Joe Haege (bekannt von 31Knots und Menomena) hat nun –  durchaus trickreich, wie unten zu sehen – seine Koffer gepackt und will sich erneut durch unsere Lande begeben. Am Sonntag (10. Juli) eröffnen die US-Amerikaner ihre Tour in Berlin und spielen mit Esben and the Witch (Interview) und Deerhoof beim Spielzeitabschiedskonzert (sic) der Volksbühne. Danach geht es solo vom Osten in den Norden, hinab in den Süden und später in den Westen der Republik. Alle Termine gibt es am Artikelende.

Wir verlosen insgesamt 2×2 Karten und zwar für jeweils eine Stadt eurer Wahl (Berlin eingeschlossen). Schreibt uns einfach auf Facebook einen Kommentar mit eurem Wunschort, die Gewinner werden ausgelost. Viel Glück!

Tu Fawning live:
10.07.2011 Berlin, Volksbühne
11.07.2011 Jena, Cafe Wagner
12.07.2011 Dresden, Scheune
13.07.2011 Osnabrück, Kleine Freiheit
14.07.2011 Wiesbaden, Schlachthof
16.07.2011 Freiburg, White Rabbit
19.07.2011 Stuttgart, Schocken
20.07.2011 Oberhausen, Druckluft
21.07.2011 Köln, Blue Shell
23.07.2011 Hannover, Cafe Glocksee

Foto: Sarah Meadows

Herman Dune : Interview x Verlosung

19:00

Mit Strange Moosic haben David-Ivar “Yaya” und “Cosmic” Néman Herman Dune dieser Tage ein sommerliches und erquickendes Pop- und Folkalbum mit großartigen Texten vorgelegt, das schnell eine große Hörerschaft finden dürfte. Das gelang zwar schon vielen der insgesamt acht Vorgängeralben des französisch-schweizerischen Duos, selbstverständlich wäre es deshalb noch lange nicht. Schließlich wagten sie dieses Mal das Experiment und nahmen sich vor den Albumaufnahmen in Portland ihre erste echte Auszeit von der Band in mehr als zehn(!) Jahren. Wir haben mit Herman Dune über die Erkenntnis von Bedürfnissen, Reisen, den Einfluss der US-Kultur und ihr neues Video zusammen mit Mad-Men-Schauspieler Jon Hamm gesprochen.

Vorab aber noch eine Information: Derzeit sind Herman Dune auf auf Europatournee, spielen etwa heute Abend in London und am 14. Juni mit Waters und Wye Oak beim City Slang Summer Slang “Strange Moosic” im Festsaal Kreuzberg, Berlin. Wir verlosen noch 2×2 Karten für diesen Abend. Wie immer entscheidet dabei das Los, nur diesmal bitten für euch um einen Kommentar auf unserer Facebook-Seite. Viel Glück!

-Interview-

David, Néman, wie geht es der Familie der blauen Yetis?
DAVID-IVAR: Ziemlich gut. Sie hatten Ausstellungen und so weiter. Baby Blue ist im neuen Video zu sehen. Es ist viel los.
NÉMAN: Sie waren in Texas und Kalifornien und sind richtige Globetrotter geworden.

Einer ist auch auf dem Cover von Strange Moosic zu sehen. Die zweidimensionale Gestaltung erinnert an Videospiele wie Farmville oder Zoo Tycoon. Was für Spiele spielt ihr?
D: Ja, es ist eine Sim-City-artige Gestaltung, aber ich wollte dort eine Waffle-House-Filliale zeichnen. Ich bin jedenfalls ein großer Nintendo-Fan, spiele viel Mario Cart. Aber das ist nichts, was ich weiterempfehlen würde, denn ich habe recht viel Zeit mit dem Spielen verschwendet. Ich kann etwa zwei Stunden mit Zoo Keeper, einem großartigen Spiel, verbringen, aber könnte in der Zwischenzeit auch schon drei Lieder geschrieben haben. Und die Arbeit macht ja Spaß, wenn du ein Texter bist und einen Refrain entwirfst. Wenn du aber wiederum deine Arbeit hasst, dann geht es dir wohl mit Videospielen tatsächlich besser.
N: Spiele können mich sehr schnell begeistern, aber ich spiele sie nie sehr lange, werde nicht süchtig danach.
D: Néman hatte ohnehin nie eine Suchtpersönlichkeit, was ihn für mich zu einem Schutzschild werden lässt. Ich kenne ihn seit Jahren und beispielsweise kann er rauchen ohne davon abhängig zu werden. Als ich aber mit Super Mario World anfing, musste ich es vollenden. Es war schwierig, aber eines der besten Spiele überhaupt. Es hat mich verrückt gemacht.

Also hast du noch nicht eine Sucht gegenüber der Musik selbst, Néman?
N: Das ist lustig. Wenn ich meine Eltern in ihrem Sommerhaus in den Schweizer Bergen besuche, ist das wohl die einzige Zeit und der einzige Ort in der bzw. an dem ich keine zu hören brauche. Normaler Weise habe ich immer Platten um mich herum und kaufe auch viele davon. Dann hält mich aber schon das bloße draußen Sein, das Klettern oder Schwimmen davon ab, süchtig zu werden.

David, du meintest gerade, drei Stücke in nur zwei Stunden schreiben zu können. Das wiederum klingt nach einer nahezu suchtartigen Schreibgeschwindigkeit.
D: Das weiß man nie. Zu manchen Lieder kann man oftmals wiederkehren, jenen Teil oder jenen Reim zu ersetzen zu versuchen oder an der Melodie arbeiten. Aber manche kommen auch sehr schnell. Du kannst etwa eine schlaflose Nacht haben, einfach nur mit deiner Gitarre und voller Inspiration.

“Ich bin jetzt 44 und es gab nie ein Jahr, zudem ich zurückkehren möchte.”

Der besondere Umstand des Albums ist, dass ihr euch zum ersten Mal Zeit für eine wirkliche Pause vom Touren und Aufnehmen gegönnt habt, bevor ihr euch mit ihm auseinandergesetzt habt. War es schwierig, wieder in den Rhythmus zu kommen?
D: Nein, es hat Spaß gemacht. Zu etwas zurückzukehren bedeutet, dass du es tatsächlich und wirklich gewollt und gebraucht hast, was du vorher gar nicht wissen konntest. Es war toll diese Pause zu nehmen und diese Bedürfnis wiederkommen zu spüren, gerade da wir für so lange konstant am Stück gespielt haben. Die Pause war eine gesunde Entscheidung.

Es war also eine Art Selbsttest?
D: Die Musik war nie ganz weg. Ich haben jeden Tag gespielt. Aber wir mussten wissen, ob zum Aufnehmen eines Albums und Spielen des selben auf Konzerten, wirklich noch das war, was wir wollten. Und für mich war es eben tatsächlich immer gut und das, was ich wollte.

Habt ihr eure Entscheidungen in der vorangegangenen Dekade des permanenten Touren und Aufnehmens jemals zuvor derart infrage gestellt?
D: Es war eine durchweg gute Zeit. Es gab nur wenige Male, an denen wir uns erschöpft fühlten, an denen ich dachte, es wäre vielleicht besser ein Studiomusiker zu sein und mit dem Hund zuhause zu bleiben, oder eher ein Produzent und Texter statt eines tourenden Künstlers zu sein.
N: Es braucht viel Energie, aber ich habe es nie bereut. Die letzten zehn Jahren waren die besten meines Lebens und ich hoffe, dass sie andauern werden. Ich könnte es mir nicht vorstellen, irgendetwas Anderes als Musik mit meinem besten Freund zu machen, auf Tour zu sein und alle diese unterhaltsamen Menschen zu treffen. Wir sind sehr glücklich.
D: Es ist ein toller Beruf, gleichwohl aber auch allerhand Arbeit. Der kreative Teil nimmt sehr viel von dir.  Und viele Leute, die ich kenne und die es wohl so niemals direkt sagen würden, denken, dass ihre beste Jahre, jene in der Schule oder an der Universität waren. Das spüre ich an der Art, wie sie reden. Aber für mich war bisher jedes einzelne Jahr besser als das davor. Ich bin jetzt 44 und es gab nie ein Jahr, zudem ich zurückkehren möchte.

Eine sehr lebhafte Thematik in Strange Moosic sind auf road trips gesammelten Erfahrungen, in “Ah Hears Strange Moosic”, “Be A Doll And Take My Heart”, “Just Like Summer”, “Lay Your Head On My Chest”. Seid ihr auch während der Pause weiter herumgereist?
D: Jetzt, wo du es sagst, verbarg sich dahinter wohl ein Freud’scher Wille, wieder auf Tour gehen zu können oder meinerseits wie Willie Nelson singen und schreiben zu können, ha. Herumzufahren ist fantastisch, man. Etwa für Wörter und Melodien ist es ein großartiges Mittel, um zu neuen gelangen. Und wenn ich nicht auf Tour bin, liebe ich es einfach, irgendwohin zu fahren.

Ohne Ziel?
D: Mal mit einem, mal ist es auch der Weg wichtiger als das. Und dabei spreche ich nicht von Flugzeugen, denn die gefielen mir nie. Es ist ein Stress wie wenn man in einem Bus sitzen würde für zehn Stunden.
N: Flughäfen sind am schlimmsten. Aber Autofahren oder auf einem Boot und in einem Zug sind gute Wege, um irgendwohin zu kommen.

Was für Autos fahrt ihr? Ältere Modelle wie jenes aus dem Video zu “Tell Me Something  I Don’t Know”?
D: Ich würde liebend gerne so einen alten Chevy fahren. Ein Malibu war das beste Auto, das ich jemals gefahren habe, aber für gewöhnlich fahre ich einen Honda. Auf Tour sind es dann Transporter von Mercedes oder Volkswagen.

Chevrolet ist eine US-amerikanische Ikone, Strange Moosic wurde zudem in Portland, Baltimore, aufgenommen. Welchen Einfluss hatten die USA und die Reisen durch sie hindurch auf den auf den kreativen Prozess?
D: Für mich sind Amerika und die Vereinigten Staaten sehr wichtig. Meine Kultur stammt von dort. Ich liebe es, dahin zu fahren, Englisch zu sprechen, die Landschaft zu sehen, durch Missouri oder Kalifornien zu fahren. Wenn wir in den USA waren, hatten wir immer Spaß und alle waren nett zu uns. Ich fühle mich dort zuhause, gerade da es die Geburtsstätte des Rock’n’Roll ist. Das lässt immer Erinnerungen an bestimmte Lieder hochkommen.

“Warum verbringen manche ein Leben damit, auf ein Wunder zu warten, wenn alles um dich herum eines ist?”

Kannst du einen solchen Moment bitte beschreiben?
D: Venice, Los Angeles, lässt mich an Orson Welles’ Touch of Evil denken, das dort gedreht wurde. Oder ich denke an the Doors, die dort gelebt haben. Und erst New York… Alles zwischen Woody Allen, Seinfeld, Bob Dylan erscheint. Es fühlt sich gut an, nach Chicago zu kommen mit der Vorstellung, dass Chuck Berry und Muddy Waters dort vor dir gespielt haben.

Dem Lied “Monument Park” gelingt es sogar, die Atmosphäre der USA in den 1950ern einzufangen. Andererseits singt ihr in “Tell Me Something I Don’t Know”: “Every new band sounds like I heard them before.” War das nur ironisch gemeint?
D: Wahrscheinlich ist es das. Wir mögen es, ältere Geräten zu benutzen, meine Gitarre ist etwa von 1954. Aber wir mögen nur die Klänge, wir wollen nichts reproduzieren.
N: Sogar die Synthesizer, die wir benutzen, sind mittlerweile Vintage.

Es gibt auf dem Album zwei Stellen, wo Natur als ein Wunder beschrieben wird. Woher rührt diese Ansicht?
D: Meine Aufmerksamkeit wurde durch das Lesen von Büchern darauf gerichtet. Dort wurde alles als ein Wunder angesehen. Allein die Tatsache, dass die Natur so schön ist, ist ein Wunder für sich. Warum verbringen manche ein Leben damit, auf ein Wunder zu warten, wenn du erkennen könntest, dass alles um dich herum, zum Beispiel der wehende Wind, eines ist?


Herman Dune : Tell Me Something I Don’t Know (Video)

Wer hatte die Idee Jon Hamm für das Video “Tell Me Something I Don’t Know” zu besetzen?
D: Als ich das Skript schrieb, wollte ich bereits, dass ein Komiker den Fahrer spielt. Das würde am besten funktionieren, denn alles würde sehr leise sein und ich wollte, dass die Person lustig ist und eine starke Mimik besitzt. Zuerst dachte ich, es wäre total komisch, Laura David in das Auto zu setzen. Aber als ich mit (unserem Regisseur) Toben (Seymour) nochmals am Skript saß, schlug er Jon Hamm vor – nicht wegen seiner Rolle in Mad Men, aber wegen30 Rocks, wo er sehr lustig ist. Er hat ein tolles Gesicht und als ein großer Fan von Hitchcock denke ich, dass er etwas von Cary Grant oder James Stewart, diesen klassischen Typ Mann, hat. Es war eine famose Idee, aber ich glaubte nicht wirklich daran, weil er zu bekannt war. Aber Toben hat ihn einfach gefragt und er sagte Ja.

“Am Set gab es einen Haarstylisten nur für Jon, aber er hat sich auch um den Yeti gekümmert.”

Konnte euch Jon ein paar Dating-Tipps geben?
D: Meinst du etwa, wir würden solche brauchen?

Das nicht direkt, deshalb besser formuliert: Konntet ihr euch mit ihm über Dating-Tipps austauschen?
D: Er hat die Frauen definitiv angezogen. Er ist tatsächlich sehr stattlich, nicht wie all diese Schauspieler, die im echten Leben viel kleiner sind als im Film. Es ist groß und sehr stark, sieht gut aus, hat eine sehr männliche Stimme. Aber das ist natürlich keine eigentlicher Tipp, gut auszusehen. Wenn ich jedenfalls ein Mädchen wäre, würde ich ihn wohl attraktiv finden. Ich weiß zumindest, dass meine Freundin es tut. Ich möchte nicht über sein Privatleben reden, aber von dem, was er uns erzählt hat, schien er nicht wie ein zweiter Jack Nicholson zu sein, sondern eher ruhiges Liebesleben zu führen.

Zurück zum Yeti, einem sehr haarigen Monster. Gibt es irgendeine Verbindung zwischen seinem Haar und Davids langem Bart?
D: Ich male diesen Charakter jetzt schon über eine sehr lange Zeit hinweg und meistens war er da ein Alter Ego, ein Abbild meinerselbst. Wenn ich mich selbst in meinen Träumen sehe, war ich der Blue Yeti. Deshalb habe ich ihn so gemalt, in Visionen und traumartigen Szenen. Aber im Video ist es sein Sohn, Baby Blue Yeti, der wiederum meines Traum-Ichs Kind wäre. Ich denke nicht, dass er auch nur im Ansatz aussieht wie ich, aber er ist ein cooler kleiner Kerl.

Aber ihr trimmt den Yeti nicht oder?
D: Doch, als die Puppe gemacht wurde. Sie (das Furry Puppet Studio) haben dafür sehr langes Haar genommen, das sie dann schneiden mussten, um alles wie auf den Zeichnungen aussehen zu lassen. Es ist überall das gleiche Haar, nur um die Augen etc. eben sehr kurz getrimmt, um da ein Gesicht entstehen zu lassen. Am Set gab es einen Haarstylisten nur für Jon, aber er hat sich auch um den Yeti gekümmert.

Kam zu einem Haarkampf zwischen den beiden?
D: Ich glaube, der Yeti hat knapp gewonnen.

Herman Dune Strange Moosic ist bei City Slang erschienen. Ein Interview mit Jon Hamm zum Videodreh findet sich beim Interview Magazine. PHOTO: Estelle Hanania


Herman Dune : Tell Me Something I Don’t Know

Herman Dune live:
Monday, June 6th: LONDON UK at Xoyo
Tuesday, June 7th: AMSTERDAM NL at Paradiso
Wednesday, June 8th: BRUXELLES BL at La Maison Des Musiques
Thursday, June 9th: PARIS FRANCE at LE TRIANON
Tuesday, June 14th: BERLIN D at Festsaal Kreuzberg
Wednesday, June 15th: VIENNA Austria at Chelsea
Thursday, June 16th: GAMBETTOLA IT at Tressessanta Club
Saturday, June 18th: LUZERN Switzerland Festival B side
Thursday, June 30th: EGERSUND Norway Vidfestival
Saturday, July 2nd: CAEN / HEROUVILLE, FR Festival Beauregard
Tuesday, July 5th: CALVI CORSICA at Calvi On The Rocks
Thursday, July 7th: LIÈGE BL at Festival Des Ardentes
Saturday, July 9th: TOURS FR Festival Terre Du Son
Friday, July 15th: BENICASSIM FIB Spain
Wednesday, July 20th: GENT BL at Boomtown
Saturday, July 23rd: METZ FR at Centre George Pompidou

Dear Reader : MONKEY

13:15

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Und plötzlich war sie allein: Wenn ein Brief Lied mit Dear Reader beginnt, dann unterschreibt am Ende nur noch Cherilyn MacNeil, denn Darryl Tor ist nunmehr ebenso wenig Teil der Band wie das südafrikanische Johannesburg ihre Heimstätte ist. MacNeil hat es nach Berlin verschlagen, das unterschwellige Nachtreten im Pressetext hätte man sich aber sparen können, spricht der erste Vorgeschmack ihres neuen Albums Idealistic Animals doch für sich.

“MONKEY (You Can Go Home)” wurde wie der Rest der am 2. September bei City Slang (seit gestern mit neuer Webseite ausgestattet) erscheinenden Platte mit Fritz Brückner in Leipzig aufgenommen, wo Dear Reader bereits 2009 mit ihrem Debütalbum Replace Why With Funny auftraten und Katrin Huth für uns das obige Photo schoss (die komplette Galerie von damals findet sich hier). Mit dabei war damals auch die Band Ramona Falls rund um Brent Knopf, der vor kurzem seine Stammband Menomena verließ und nun Idealistic Animals produzierte. Abgemischt wurde das Album in Portland, ein dort beheimateter Shape-Note-Chor und weitere Musiker aus drei Kontinenten unterstützten die beiden im Studio.

Entsprechend dramatischer (und auch schwerer) im Vergleich zum Vorgänger entwickelt sich das Album, das mit dem Konzept Arche nicht nur die zahlreichen Kreativen vereint, sondern auch Tier und Mensch die einzelnen Stücke repräsentieren lässt – eine ähnliche Symbolik hatte zuletzt auch u.a. iamamiwhoami verwendet. Passend dazu setzt sich eben “MONKEY” damit auseinander, what it takes to be great. Großartig ist dabei vor allem der Verbindung MacNeils mit Knopf, dessen Einfluss wohl die reichhaltige Instrumentierung und das Menomena-artig zerspringende Ende des Stück zu verdanken sind.


Dear Reader : MONKEY (You Can Go Home Now) (Download)

Dear Reader Idealistic Animals
1. FOX (Take Your Chances)
2. MONKEY (You Can Go Home)
3. MOLE (Mole)
4. EARTHWORM (All Hail Our Ailing Mother)
5. GIRAFFE (What’s Wrong With Us)
6. MAN (Idealistic Animals)
7. CAMEL (Not Black or White but Camel)
8. WHALE (BooHoo)
9. BEAR (Young’s Done In)
10. ELEPHANT (Hearter)
11. KITE (Soon We’ll Light Up)

Waters : For The One

00:11

Vor wenigen Wochen gab die kalifornische Folkband Port O’Brien ihre Auflösung bekannt, nun wagt sich Sänger Van Pierszalowski, ehemals auch bei The Morning Benders zugegen, als Waters mit einem neuen Projekt vor, an dem er wohl schon längere Zeit gearbeitet hatte. Wer am Samstag beim Immergut Festival weilte, konnte ihn bereits live erleben. Nun soll bald das Debütalbum Out In The Light bei TBD (USA) und City Slang (Europa), wo auch bereits die Port O’Brien Werke erschienen, veröffentlicht werden.

Geschrieben hat Pierszalowski die (voraussichtlich) zwölf Stücke über drei Monate hinweg in New York. Seine Bandkollegen, “multi instrumentalist” Nikolai Haukeland und Schlagzeuger Zygmunt Ko?niewski, fand er allerdings in seiner neuen Wahlheimat Oslo. (Der Hund im Photo oben scheint nur Teilzeitmitglied zu sein.) Letztendlich aufgenommen wurde das Album dann in Dallas, Texas, mit John Congleton, der gerade auch Clap Your Hands Say Yeah! produzierte (wir berichteten).

Das nun als erstes zu hörende Lied, “For The One”, erweist sich als fantastischer schnörkelloser Staatenrock, der es in sich hat. Van, der hier die gemachten Erfahrungen in Erwartung der einzig Wahren, the one, zu verarbeiten versucht, scheint ja ohnehin für die Bühne bestimmt zu sein, wie ein Artikel aus Kindertagen belegt. Und das kann demnächst auch live nachvollzogen werden, wenn Waters ihre Labelkollegen von Wye Oak auf ihre Europatournee begleiten.


Waters : For The One (Download) [via]

Waters live (mit Wye Oak):
07.06. Amsterdam, Paradiso
08.06. Gent, Vooruit
09.06. Hamburg, Molotow
10.06. Gronigen, Vera
11.06. München, Atomic Cafe
12.06. Wien, Chelsea Club
13.06. Frankfurt, Sinkkasten
14.06. Berlin, Festsaal Kreuzberg
16.06. London, Hoxton Bar & Grill

PHOTO: Amber Chavez

Barbara Panther : Empire (Lorn Remix)

19:32

Empire” von der in Berlin lebenden Sängerin Barbara Panther war sicherlich eine der unkonventionellsten Singles des letzten Jahres, klaustrophobisch zuckend und monumental zugleich. Und auch wenn man es in die Remix-Hände von Lorn im fernen US-Bundesstaat Milwaukee legt, sollte man keine radiotaugliche Stromlinien(um)formung erwarten. Denn ganz konträr dazu hat der Produzent vom aufsteigenden Ast herab das Imperium erzittern und erschüttern lassen wie ein Titan, der aus dem Schlaf von Äonen erwacht. Der Künstler von Flying Lotus’ Label Brainfeeder hat gerade zudem eine 38 Lieder starke Kompilation zum freien Download ins Netz gestellt. Panthers von Matthew Herbert produziertes Debütalbum wird am 3. Juni bei City Slang erscheinen. Das poetische Cover seht ihr oben, die Titelliste findet sich unten. Ein Video für “Moonlight People” wird demnächst folgen.


Barbara Panther : Empire (Lorn Remix) (Download)


Barbara Panther : Empire


Lorn : Until There Is No End


Lorn : Tomorrow

01 Rise Up
02 Moonlight People
03 Unchained
04 Voodoo
05 Wizzard
06 Empire
07 A Last Dance
08 Oh Captain
09 Dizzy
10 Ride to the Source

Stream : Altrice : Stem (Caribou Remixe)

18:38

Langsam sich nach oben schraubend, kreist das Lied durch unsere Köpfe bis nach gut einer Minute erstmals der einsilbige, refraingeratene Titel erstmals fällt und sich von da an zwei Minuten eine wundervolle Klangkarthasis, so schön und vertrackt wie ein Schweizer Uhrwerk, vollzieht. “Only What You Gave Me”, der Remix von Caribous übermächtigen, erlösungsgleichen “Sun” von Altrice, schaffte es nicht nur die Schönheit des Originals einzufangen, sondern sie auch in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen.

Folgerichtig gewann das verantwortliche Talent Mike Sadatmousavi aus Arizona, USA, damit den ausgerufenen Remixwettbewerbas und ebenso folgerichtig müsste es Dan Snaith sehr leicht gefallen sein, ihm die stems des kompletten Albums Swim, also jene Kernteile der Lieder, für eine vollständige Remixüberarbeitung seinerzeit zu überlassen. Und von dem heute bei Merge und City Slang (zunächst nur digital) erschienem Stem sollte Snaith höchst erfreut sein.

Stem schafft es Kreativität und Niveau des ersten Extrakts auf alle neun Stücke auszudehnen. Ob “Abe” (vom ohnehin unzerstörbaren “Bowls”), das nun herrlich fließende Ambientwerk “Modern Song” (“Found Out”) oder die nahezu perfekt sakrale Erscheinung “We Are Not Forever” (“Leave House”) als des Albums neues Kronjewel: Sie alle sind hervorragend gelungen und ein ebenbürtiger Nachwuchs ihrer musikalischen Ursprünge.

Und die guten Nachrichten reißen nicht ab: Oneohtrix Point Never wurde als zweite Vorband neben Emeralds für die Berliner Ausgabe von Caribou & Friends gewonnen – die Karten finden derzeit bereits reißenden Absatz.

Altrice : Strem [Originaltitel von Swim]
1. Siphon Away [Odessa]
2. Only What You Gave Me [Sun]
3. Peace Of Minds [Kaili]
4. Modern Song [Found Out]
5. Abe [Bowls]
6. We Are Not Forever [Leave House]
7. House Feels Empty [Hannibal]
8. Elsa [Lalibela]
9. The Man [Jamelia]

Kraut & Raven : Die City Slang Disko

13:43

Seit gestern heißt es nun ganz offiziell: Happy Birthday City Slang, alles Gute zum Zwangzigsten! Zwar fand das erste von drei Jubiläumskonzerten im Berliner Admiralspalast gestern zwar mit Calexico und Get Well Soon, leider aber ohne The Notwist statt, da sich Micha Acher am Knie verletzte. Ein für TicketinhaberInnen kostenloser Ersatztermin ist aber mit 27. Januar im Huxley’s bereits gefunden worden (alle Infos dazu hier) und außerdem gibt es, neben dem Konzert von MenomenaTortoise und Broken Social Scene heute und Alexi MurdochYo La Tengo und Lambchop morgen, heute auch noch einen ganz besonderen, feucht-fröhlichen Pflichttermin.

Die offizielle City Slang Disko Kraut & Raven lädt ab 23 Uhr ins Cookies und hat sich ordentlich Verstärkung eingeladen. Neben unseren Freunden von Local Suicide, der labeleigenen DJ-Komboniation Menomena vs. Le savy sev vs. Jan Schwarzkamp und anderen Berliner Größen wie Shir Khan und Jack Tennis (gemeinsam als Jacki Khan), Coop und Reznik ist unter anderem der umtriebige Zeremonienmeister der britischen Ravekultur, Erol Alkan, mit anbord. Auch Ewan Pearson und Trevor Jackson geben sich die Ehre, so dass wir uns am nächsten Morgen wohl gut an die letzten zwanzig Jahre, unter Umständen aber nicht mehr an die letzte Nacht erinnern können.

Nenbei interessant für die Platten- und Musiksammlung: Das Label hat die Alben Hot Rail und Feast of Wire von Galexico sowie Neon Golden von The Notwist und Lambchops Nixon and Is a Woman samt reichhaltigen Bonusmaterial erneut veröffentlicht. Dazu später noch einmal mehr. Auch eine Remix-Compilation ist via Cityslang.com kostenlos erhätlich.

Tu Fawning : I Know You Know

18:54

Wir möchten dem Quartett Tu Fawning aus Portland aufrichtig danken. Danken dafür, dass wir nun wieder beim Anblick US-amerikanischer backyards nicht mehr an einen dicken, blassen und cholerischen, rothaarigen Jungen denken, der sich wahlweise als Zauberer verkleidet, zur Koloniegründung von Rothaarigen aufruft oder M.I.A. und South Park oder so ziemlich alles verflucht.

Stattdessen werden wie diese kleine Postrezessionsode im Hinterkopf behalten, in der der männlichen Hälfte (Joe Haege von 31Knots und Menomena-Tourmitglied sowie Toussaint Perrault) eine moderne Opfergabe scheinbar misslingt und der weibliche Gegenpart (Corrina Repp und Liza Rietz) telepathisch und im Duett, frei nach einem deutschen Volkslied, proklamiert: Die Instrumente sind frei.

Bereits 2008 erschien die erste Scession EP, nun folgen dank City Slang im Januar 2011 die obige Single und das dazugehörige Debütalbum Hearts on Hold (in den USA bereits heute erschienen), aus dem wir nachfolgend einen weiteren starken Song namens “The Felt Sense” als Download haben. Tourdaten sollen Anfang des nächsten Jahres folgen.


Tu Fawning : The Felt Sense [Download]

Norman Palm : Tour x Verlosung

11:32

Nicht ganz von Shore To Shore, wohl aber von der Hamburger Alster bis ins schweizerische Bern im tiefen Süden, ist Norman Palm derzeit im deutschprachigen Raum unterwegs. Mit sich bringt der Wahlberliner dabei ein aussgesprochen gelungenes Zweitwerk, auf dem er mit gewohnt warmer, doch fragiler Stimme die Lieben und Ängste zweier Herzen zwischen Mexiko-Stadt und der deutschen Hauptstadt besingt. Da dürfen diesmal musikalisch auch einige elektronische Wellen geritten werden. Die Eingängigkeit der Stücke wird dadurch sogar noch unterstrichen, die ohnehin große Halbwertszeit der Musik gar mindestens verdoppelt.

Station macht Palm u.a. auch am Donnerstag, den 16. September, im Marburger KFZ, und wir verlosen ausnahmsweise für dieses und nicht ein Berliner Konzert 2×2 Karten. Erwartungsfreudige Hessen_innen sollten deshalb bis um 10 Uhr des Konzerttages uns hier (oder auf Facebook) einen Kommentar hinterlassen haben. Das Los entscheidet dann – viel Glück!


Norman Palm Shore to Shore


Norman Palm “Easy” (Video: Frank Höhne)


Norman Palm “Easy (Renaissance Man Remix)

Norman Palm live:
10.09. Berlin, Berlin Festival
11.09. Hamburg, Uebel & Gefährlich
12.09. Köln, Studio 672
13.09. Frankfurt a.M., Brotfabrik
14.09. Dresden, Societätstheater
15.09. Nürnberg, Musikzentrale
16.09. Marburg, KFZ
17.09. München, Atomic Cafe
18.09. Bern, Kleine Schanze
19.09. Schorndorf, Manufaktur
20.09. Vienna, Chelsea
21.09. Graz, ppc
22.09. Innsbruck, Weekender Club
23.09. Leipzig, F-Stop Festival
24.09. Erfurt, Klangerüst
25.09. Heidelberg, Chop Suey Club

Barbara Panther : Empire EP

00:02

Sie war die “Snake” für Acid Washed, coverte mit Kid606 die Talking Heads und sang für Sneaky, Jahcoozi, die Rhythm Monks und T.Raumschmiere. Nun wagt sich die Wahlberlinerin Barbara Panther erstmals solo in das Rampenlicht und präsentiert ihre Debüt-EP Empire zunächst auf City Slang. In die Produzentenrolle ist dafür niemand Geringeres als der britische Tüftler Matthew Herbert geschlüpft, mit dem Panther hier zuckende Klanggebilde entwirft und der wohl auch besser zu ihr passt, als Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic) es noch vor einem Jahr tat.

Auf Empire erscheinen Musik, Gesang und Stimmung auf den ersten Blick zufällig konstituiert und offenbaren sich erst in der näheren Betrachtung als im stetigen Kampf – mal untereinander, mal mit sich selbst – befindlich. Da dröhnt der Beat stumpf, wird verzerrt, metallen verschachtelt und klirrend, fiepend oder puckernd aus dem Takt geworfen. Derweil spielt Panther mit ihren Texten. Statt Wah-Wah-Gitarren lautmalt sie: “I don’t care if that makes me a wa-wa-wa-witch!”, die Stimme überschlägt sich, Herbert tobt sich exzessiv am Lautstärkeregler aus. Und zwischendurch gibt es immer wieder fast schon befremdlich warme, lichte Momente in diesem wild verwurzelten Mahagoniunterholz des Klangs; eben noch als sperrig wahrgenommene Refrains wirken da plötzlich tanzbar.

Dabei gerät die EP gleich in zweierlei Hinsicht zu einem (durchweg erfreulichen) Antithese zum gerade vorherrschenden Menschmaschinenideal im Frauen-Pop (Vgl. dazu Wibke Wetzkers “Die Menschmaschinnen” in der Spex 09-10/2010): Musikalisch, im angeführten Zerfall der Technik, und textlich, wenn Panther im Titelstück die Naturherrschaft einfordert oder im anschließenden “Voodoo” Doktor Frankenstein zum Erwecker des Bösen in ihr stilisiert. So schließt sich auch der Assoziationskreis zu Björk oder einer Karin Dreijer-Andersson, an die der äußerst facettenreiche Gesang der in Ruanda geborenen Künstlerin unweigerlich erinnert; heisere Kinderstimme und stimmgewaltige Diva in einem, und das unerwarteter Weise wie Panther im Pressetext selbst nahe legt: “I may also create a futuristic and mystic feeling because I’m black and the music doesn’t sound black at all”.

Nun mag sie nicht die erste die schwarze Nicht-Soul/R’n’B-Künstlerin im Popbetrieb sein, indirekt wird diese Beobachtung aber auch unterstützt, wenn sowohl dem Label als auch den Medien in puncto ihrer eigenwilligen Liveperformance nur Grace-Jones-Vergleiche einfallen. Das neue Livekonzept von Barbara Panther und Band kann mensch jedenfalls am Freitag beim Berlin Festival und im November, Anfang Dezember als Vorprogramm von Caribou erleben, während das von Nexus-Regisseur Woof Wan-Bau gedrehte “Empire”-Video bereits nachfolgend begutachtet werden kann. Nach der Jahreswende soll dann das dreizehn-Stück-starke Debütalbum folgen, so dass der “Last Dance”, zu dem Panther am Ende der Empire EP bittet, in jedem Fall eben nicht der letzte bleiben wird.

Empire erscheint am 10. September digital bei City Slang.

Barbara Panther Empire EP Titelliste

01 Empire

02 Voodoo

03 Deeper Purple
04 A Last Dance

Barbara Panther live:
10.09. Berlin Festival – Flughafen Tempelhof, Berlin
14.10. Club Gargar-in, Moskau (Russland)
08.11. Feierwerk, München
14.11. Central Theater, Leipzig
15.11. Uebel & Gefährlich, Hamburg
16.11. Enjoy Jazz Festival, Heidelberg
29.11. Gloria, Köln
04.12. Fluc, Wien (Österreich)
05.12. Mounsonturm, Frankfurt a.M.