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Jägermeister Wirtshaus Tour : Frankfurt

15:23


Eine Premiere unter Zeitdruck: Kaum fand in Frankfurt ein Stopp der Jägermeister Wirtshaus Tour nicht zu Land, sondern an Deck der Hausbootlocation Yachtklub statt, engte der anschließende Karfreitag samt Tanzverbot bereits die Feierlichkeiten auf ein verfrüht-mitternächtliches Ende ein. Die Münchener Frittenbude ließ sich davon jedoch keineswegs irritieren und gab als Tageslosung aus, das Boot “kentern” zu wollen. Bei allem Einsatz blieb ihnen zumindest dieser Erfolg (Gott sei Dank?) versagt. (Luft)feucht wurde es trotzdem – ein verfrühtes Ostergeschenk für die Konzertbesucher, Wildjagd statt Fliegenfischen. Da musste Tom Deluxx im Anschluss nur noch das Steuer an sich reißen und gekonnt abräumen; auch er bestand seine Seepferdchenprüfung.

Am 19. Mai gibt es im Stuttgarter Calwer Eck gleich drei Auftritte zu sehen, Bag Raiders, Peaches und aUtodiDakt sind mit von der Partie. Die Fotos aus Frankfurt schoss Geert Schäfer und das Team von i-ref hat vor Ort sogar gefilmt:

In association with Jägermeister.

Frittenbude : Jägermeister WHT Interview

15:10

Ah endlich: Wie gestern erwähnt spielt nun auch mal eine deutsche Band bei der Jägermeister Wirtshaus Tour in Frankfurt und die kommt auch noch aus Bayern. Frittenbude sind also der ideale (E-mail) Gesprächspartner für süddeutsche Spezialitäten und Spätzelreiben. Irgendwo dazwischen kommen natürlich auch ernsthaftere Themen wie Bollywood, das Heimatlabel Audiolith sowie die ideale Ratio von Feierei und Alter zur Geltung. Und Sänger/Rapper Johannes “Strizi” verrät, dass es bald wohl ein eigenes Projekt von ihm zu hören gibt!

Servus miteinander! Dieses Jahr heißt es: Fünf Jahre Frittenbude – wir gratulieren! Kommt zur Feier des Tages (außer Fritten) vielleicht eine bayrische Spezialität auf den Tisch?
MARTIN: Bayrisch, ich sollt’s eigentlich wissen als Metzgersjunge – Lebakaas? Blutwurst? Leberspätzle? Obatzda?
JAKOB: Vielleicht trinken wir “Hirn”.
STRIZI: Da wir drei zunehmend verfetten, gibt’s definitiv nichts von oben genanntem. Ich wär ja schwer für dieses neuartige Fleisch, das keins ist, aber genauso schmeckt. (Anm. des Verfassers: Tofu?)

Kochen ist bei Männern wieder groß im Kommen. Kocht ihr auch mal für einander?
M: Ein eindeutiges NEIN.
S: Ich koche sehr gerne, leider meist zu viel und wie man mir bestätigt auch viel zu gut. Daher rührt auch der exorbitante Bierbauch, der eigentlich ein Fleischbauch ist. Aber für die zwei Bengel koche ich nicht. Das wär ja noch schöner…
J: Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Martin besser bestellen kann als kochen. Und falls es wirklich mal soweit ist, dass er für mich kocht, würde ich zweimal überlegen. Aber von Strizi hab ich schon eine Bolognese gegessen und er erzählt ab und zu von seiner Nudelpresse und den Spätzlereiben. Ich bin ganz zufrieden damit, wenn man nicht so genau weiß, ob ich kochen kann. Wenn man aber Weißwurst warm machen zum Kochen zählt, haben wir uns auch schon des öffteren bekocht.

Die Weißwurst ist außerhalb Bayerns verpönt, führt ein Schattendasein. Könnt ihr bitte ein Plädoyer für das Kalbskopfgericht halten?
M: Ich genehmige mir diese Weißwurst alle drei Wochen. Jeder sollte sie zumindest mal probiert haben. Unser FOH-Mann aus Ostfriesland hatte auch viel Angst, als er gezwungen wurde, das Zeug zu essen. Aber er war begeistert! Und wollte dasselbe nächste Woche nochmal und ist vielleicht sogar schon süchtig…
J: Genau… unser Mischer hat das als “runde Mahlzeit” betitelt. Egal was da drinnen ist, es schmeckt geil! Was ich mich aber frage ist, warum die Wurst weiß ist.
S: Jeder der gerne Fleisch isst, mag Weißwürste. Das ist einfach so. Mir ist es schleierhaft, warum sich Leute davor ekeln. Vielleicht weil immer behauptet wird, dass sie aus Gehirn besteht. Dazu kann ich nur sagen: Leute kuckt mal in eure Wiener rein, was da so alles drin ist. Die Kombi aus Weißwurst, Bretzn, süßem Senf und einem Weißbier, oider!

Zuletzt haben Jakob und Martin sicherlich viel Zeit mit Ira Atari bzw. pandoras.box verbracht. Was hat Johannes getan, um Einsamkeit und Langeweile zu bekämpfen?
M: Hannes? Bist du traurig und einsam?
S: Nein, die hatte ich nicht. Es gibt auch noch andere Dinge, die neben der Musik Spaß machen. Ich musste auch mal komplett abschalten, um auf das letzte Jahr klar zu kommen, hab alte Freunde besucht und mir im Delta del Ebro Flamingos und Eisvögel angesehn. Außerdem war ich durchaus produktiv, vielleicht gibt’s bald mal was zu hören – falls ich zufrieden damit bin.


Frittenbude : Bilder mit Katze (Video)

Wovon wurde die Massenchoreographie im Video zu “Bilder mit Katze” inspiriert? Bollywood?
M: Ähhm nee, eher so von der Vogelhochzeit und dem Regenbogenfisch…
S: Ja, definitiv von der Vogelhochzeit.

In der Eingangszene auf der Straße seid ihr auch als Freunde des Hauptdarstellers zu sehen (wenn wir uns nicht verguckt haben). Ist das die generelle Position, die ihr gerne für eure Fans einnehmen würdet?
S: Da habt ihr euch verguckt. Das sind die wirklichen Freunde des Hauptdarstellers und Cpt. Clepto. Wir tauchen später im Video in der Regionalbahn kurz auf. (Anm.: Gut, wir haben uns verguckt aber, das haben wir zumindest auch gesehen.) Ich seh mich mehr als großen Bruder unserer Fans und knuddel mit ihnen und steh ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
J: Ja, da habt ihr euch verguckt. Martin kommt sogar gar nicht im Video vor, weil er wie üblich gedoubelt wird.

Heutzutage wird der Begriff “kultig” inflationär gebraucht. “Bilder mit Katze” ist auch eine Hymne auf euer Label Audiolith. Gab es Bedenken, dass diese vielleicht doch etwas zu viel des Guten ist oder brauchte die “Familie” solch ein Lied?
M: Ja, die gab es anfangs, aber die Liebe ist ehrlich und aufrichtig. Die vermeintliche “Familie” braucht sowas natürlich nicht, es stärkt aber jedenfalls die Identifikation mit dem ganzen Audiolith-Ding. Auch für uns.
S: Ehrlich gesagt, haben wir darüber nicht nachgedacht. Im Nachhinein hätte ich das heute auch nicht mehr so geschrieben. Eher sowas wie: “Du kaufst der Frau, die du liebst, ein Shirt von Frittenbude, aber das, das doppelt so teuer ist als die anderen, und dir selbst auch noch zwei…”

Nochmal zu Bollywood: Was läuft bei euch im Tourbus (Video und Musik)?
M: Äh, wir haben im Schweizer Fernsehen bei Papa Wango eine Entspannungs- und Liebesenergie CD ROM gewonnen, mit spirituellen Instrumenten wie Gitarre und Flöte. Die hören wir wenn wir wieder mal schlecht drauf sind. Ansonsten cocoont sich jeder immer in seinen Ipod…
S: Word!
J: Manchmal leg ich auch Walgeräusche oder diverse Meditations-CDs auf. Die Musik da drauf klingt fast so wie der momentan hippste und fresheste Sound.

In “Und Täglich Grüßt Das Murmeltier” heißt es (wenn auch in anderem Kontext): “Doch wir sind längst schon über den Zenit hinaus.” Eure Musik nährt zu einem großen Teil von den nächtlichen Erlebnissen im Club. Glaubt ihr, dass ihr dafür jemals zu alt sein werdet?
M: Ja, in meinen Augen leider früh genug.
S: Wir betrachten das alles sehr objektiv und nüchtern. Ich werde dieses Jahr 30, da macht man sich zwangsläufig Gedanken. Aber das Feiern kann man mir nicht austreiben, das ist mir viel zu wichtig. Außerdem macht es sich am besten Party mit nicht nur alterstechnisch bunt gemischten Grüppchen…
J: Manchmal wird man eben im Leben auch wieder jünger.

Am 21. April spielen Frittenbude mit Tom Deluxx für die Jägermeister Wirtshaus Tour im Yachtklub zu Frankfurt am Main. Karten dafür könnt ihr bei uns und auf das-wirthaus.de bzw. Facebook gewinnen.

In association with Jägermeister

Jägermeister Wirtshaus Tour x Frankfurt

13:54

Wenn die Jägermeister Wirtshaus Tour am 21. April im Frankfurter Yachtklub einkehrt, wird es wohl die wohl engste gemütlichste Sause der ganzen Tour geben. In rustikaler Haubootatmosphäre können diesmal 250 Gäste auch eine Premiere erleben: Mit den Münchenern von Frittenbude, Speerspitze der Audiolith-Jugendbewegung und geschätzte Remixproduzenten bzw. Liedumschreiber, spielt erstmals auch eine deutsche Band auf der Reise durch unsere Landen. Ihre zwei Alben Nachtigall und Katzengold bieten ein Gemisch aus adoleszenten und semi-gesellschaftskritischen Raptexten mit Ravebeats und Gitarrenklängen – ein sehr unterhaltsamer Musikentwurf, den sie selbst sich-den-Schubladen-verweigernd Schrabbel Brabbel nennen. (Morgen findet sich hier auch ein Interview mit FB.) Das anschließende DJ-Set liegt diesmal in den Händen von Big-Beat-Mann Tom Deluxx, der als notorischer 12″-Electro-Produzent seinem französischen Landsmann Yuksek nachfolgen wird.

Auch dieses Mal könnt ihr 1×2 Karten gewinnen, wenn ihr uns bis Montagmitternacht am 18. April uns einen Kommentar hinterlasst. Wie immer entscheidet dabei das Los, also viel Glück! Weitere Karten gibt es auf das-wirthaus.de/gaesteliste und Facebook.

Und als thematisch einstimmendes Schmankerl haben wir euch noch zehn Lieder über Wirtshäuser, Bars und Kneipen zusammengestellt. Von Brecht und Schubert bis Peter Alexander, von The Clash bis Pulp – die Bildung soll nicht zu kurz kommen:

Peter Alexander : Die Kleine Kneipe
Man redet sich heiß und spricht sich von der Seele
Was einem die Laune vergällt
Bei Korn und bei Bier findet mancher die Lösung
für alle Probleme der Welt
Im Original gesungen von Pierre “Vader Abraham” auf Holländisch gesungen (“In het kleine Café aan de haven”), wurde die deutsche Interpretation dieser Hymne der Geselligkeit 1976 zum größten Erfolg des vielleicht besten deutschen Unterhalters, obwohl sie in ihren 33 Wochen in den Charts nie über Platz zwei hinaus kam.

The Beautiful South : Liars Bar
Well, living with a lying man
Could never really hurt
But living with a drunk
Well, no-one deserves
Ebenso wie Norman Cook alias Fatboy Slim den legendären Housemartins entstammend, nahmen die britische Popband hier die einzelnen Typen von Barbesuchern einmal genauer unter die Lupe.

The Clash : (White Man) In Hammersmith Palais
But it was Four Tops all night with encores from stage right
Charging from the bass knives to the treble
But onstage they ain’t got no roots rock rebel
Wir schreiben das Jahr 1978 und auf der letzten (und selbst produzierten) Single vor The Clashs bahnbrechenden Debütalbum, macht Joe Strummer seiner Enttäuschung über eine Reggae-Nacht im West-Londoner Ballhaus Luft. Nicht jede Nacht endet gut.

The Doors : Alabama Song (Whisky Bar)
Oh, moon of Alabama
We now must say goodbye
We’ve lost our good old mama
And must have whisky, oh, you know why
Später auch von David Bowie gesungen, klang Brechts durch die Übersetzung von Elisabeth Hauptmann und Instrumentierung von Kurt Weill zu einem Teil des Songspiels

The Infadels : Stories From The Bar
To start where I know I’ll never end this
Path, here with all my vices, I
Laugh, as they drum to the sound of the monkey voices
Past, where I left my toysingers

Das Delirium waberte noch durch den Raum als The Infadels dieses murmelnde Ende ihres etwas unterbewerteten We Are Not The Infadels aufnahmen.

Muff Potter : Wir Sitzen So Vorm Molotow
Wir sitzen so vorm Molotow
Und trinken Cocktails
Auf die gute alte Zeit
Seit an Seit mit den Genossen
Und Hans Dampf in allen Gossen
Und wir seufzen bis zur Heiserkeit
Die mittlerweile aufgelösten Muff Potter verfielen der Melancholie mit einem Bier vor den Türen ihrer Lieblingsbar bzw. -Clubs in Hamburg. Eigentlich sehr britisch, wenn man es genauer bedenkt.

Pulp : Bar Italia
That’s what you get from clubbing it
You can’t go home and go to bed
Because it hasn’t worn off yet
And now it’s morning
There’s only one place we can go
In den Mittneunzigern wussten Pulp immer, wo man frühmorgens im Londoner Stadtteil Soho noch ein paar gute Stunden haben konnte.

Thin Lizzy : The Boys Are Back In Town
Friday night they’ll be dressed to kill
Down at Dino’s bar and grill
The drinks will flow and blood would spill
If the boys wanna fight you better let ‘em

Die Iren wussten schon immer, wie man ordentlich trinkt, und ebenfalls 1976 feierten Thin Lizzy hier die Heimkehr einer fiktiven Soldatentruppe mit einem der bekanntesten Gitarrenriffs aller Zeiten. Nur zehn Jahre später verstarb Sänger und Bassist Phil Lynott an den Folgen seiner jahrelangen Alkoholabhängigkeit.

Franz Schubert : Das Wirtshaus
O unbarmherz’ge Schenke,
Doch weisest du mich ab?
Nun weiter denn, nur weiter,
Mein treuer Wanderstab!

Es heißt, der junge Schubert habe seine Getränkerechnungen in den Wiener Gasthäusern und in Zeiten von Geldknappheit auch gerne mit schnell vor Ort komponierten Stücken beglichen. Seinem Protagonisten in diesem langsamen, todtraurigen Stück aus der 1827er Winterreise versagt er aber die Einkehr in das Gasthaus.

Tom Waits : I Hope That I Don’t Fall In Love With You
Well the room is crowded, there’s people everywhere
And I wonder, should I offer you a chair?
Well if you sit down with this old clown, take that frown and break it
Before the evening’s gone away, I think that we could make it
And I hope that I don’t fall in love with you
Waits hat viele großartige Stücke über Bars geschrieben. Eines sehr besten erzählt eine eher komplizierte Liebesgeschichte, die nicht sein soll.

In Zusammenarbeit mit Jägermeister.

Webtipp: Konzertvideos aus aller Welt via Noisey

16:13

Nachdem das VICE-Netzwerk bereits mit den Partnerfirmen Intel und Dell das Creators Project bzw. Motherboard ins Leben gerufen hatte, gibt es nun mit noisey.com ein weiteres Portal. Noisey widmet sich halb-dokumentarisch dem Konzerterlebnis, bietet Filmaufnahmen ohne verwackelte Handykameraqualität und führt Hintergrundinterviews mit den Beteiligten und ihrem Umfeld. Der Fokus liegt auf jungen Bands und Künstlern aus elf Ländern (von den USA bis nach China) wie etwa Das Racist, Yuck oder Pictureplane.

Aus Deutschland sind u.a. Frittenbude, die am 21. April bei Jägermeister Wirtshaus Tour in Frankfurt auftreten werden, mit einem Konzert aus dem Berliner Astra im Dezember dabei. Das erste von insgesamt fünf Videos dazu könnt ihr euch nachfolgend angucken, alle anderen hier: