Posts Tagged ‘Greco-Roman’

Wochenendplaner : Berlin : Allerlei

18:57

Wer nicht beim Secret Island Nation Festival in Schweden oder beim Jenseits von Millionen weilt oder sich aus Angst vor dem erneut eingekehrten Regen zuhause zwischen Spandau und Köpenick vergräbt, der mag vielleicht an diesem Wochenende etwas erleben. Tanzen, Geist und Geld befreien, sich als BloggerIn ausgeben und Eindruck schinden etc. Hier das gewährende Programm dazu. Bitte, Danke.

Donnerstag: Wie bereits erwähnt, beginnt heute das Puschenfest im Festsaal mit Washed Out, Yacht und Star Slinger. Ersterer hat nun einen Mix zur Verfügung gestellt, der vielleicht auch noch die letzten Zögerlichen umstimmen könnte – unten zu hören.

Gleichzeitig eröffnet aber auch das ebenfalls zweitägige Endorcism Festival im King Kong Klub. Das dortige Line-up umfasst C V L T SDream Boat und Jef Barbara sowie DJ-Sets von u.a. xorzyzt, eine insgesamt also etwas düstere Abendgestaltung.

Freitag: Die Festivals vom Vortag gehen in Runde zwei, die Lokalitäten bleiben die selben, nur diesmal spielen Polvo, Chad VanGaalen, Oneida und Suuns bzw. Light AsylumMushy und Drugs For Drunks auf. Ideal also für alle die LA vor kurzem noch im Chez Jacki verpasst hatten.

Der anschließende Höhepunkt wird dann am Alex präsentiert: The Magician legt im What?! mit viel- bzw. behändiger Unterstützung auf. Wir verlosen noch immer Karten für die Veranstaltung.

In der Kreuzberger Soju Bar ist DJ Alex vom Voices Collective mit Johnny Chingas zugegen; Londoner Untergrunddisco deluxe im japanischen Ambiente also.

Samstag: Eine ganz feine Melange hat sich da im Picknick zusammengetan. Auf der einen Seite Matias Aguayo und sein Label Cómeme aus Chile, auf der anderen Greco-Roman, unser liebstes Label zwischen London und Berlin. Unterm Strich bedeutet das ein Liveauftritt von Aguayo (mittlerweile zum globalen Star gereift) selbst, den allerersten Deutschlandabstecher des britischen Soundtüftler Dam Mantles (aktuelles Video “Not A Word” unter zu sehen) überhaupt, ein exklusives DJ Set von niemand geringerem als Gold Panda und weitere von u.a. den südamerikanischen House-Frontfiguren Ana Helder und Diegors. Unser Tagestipp, der zwischen Melancholie und Euphorie in ihren jeweils schönsten Ausprägungen schwelgen sollte.

Eher deftiger wird es da im Backyard zugehen. Curry Rotweiss heißt eine hiesige neue Veranstaltungsreihe, den basslastigen Lokalkolorit präsentieren zunächst Cinthie, bekannt von ihren verschwitzten Sets in der Villa, Brax Moody von unseren Local-Suicide-Freunden und schließlich Sven Weizenegger, besser bekannt als Heldenbrand (Stichwort: U-Bahn-Spontanparties). Das sich selbst unter den drei DJs sogenannte Zugezogene finden, werten wir als Wink mit dem ironischen Zaunpfahl, trotz Berliner-Rabatts an der Tür. Und es wird tatsächlich auch Currywurst angeboten.

Wer es verpasst hat, Traxx am letzten Samstag zu seinem 40. zu gratulieren, kann es jetzt zumindest nachtragen: Der Sir legt mit Hunee bei dessen eigener Nacht in der Soju Bar auf. Für Traxx wird es der vorerst letzte Auftritt anno 2011 sein.

[youtube 67iTTv24cik nolink]


Local Suicide : FRIEDRICHSKREUZ MENSA – LIVE AT BERGHAIN KANTINE (DJ SET 06/2011) (Download)

(Foto: “Confetti” ADoseOfShipBoy, CC)

Enchante : Reggay

17:23

Es “erweist sich (namenstechnisch irreführend) als feinster Skweee-2step” schrieben wir im Mai über die zweite A-Seite “Reggay” der North End EP von Greco-Roman-Neuling Enchante. Leider war die EP nur durch ein Versehen öffentlich gemacht worden und ebenso schnell wieder von Soundcloud verschwunden. Es folgte jedoch ein intensives wie vielfältiges DJ Set im Berliner Picknick noch in der selben Woche. Abeano durfte das Stück heute nun offiziell präsentieren. Unsere Meinung hat sich indes nicht geändert, “Reggay” sollte in der just angebrochenen Frischluftsaison und darüberhinaus ordentlich Früchte tragen. Mittlerweile ist die EP etwa via Bleep erhältlich.


Enchante : Reggay (Download)

Zugabe

Ein noch besseres Stück für diese Jahreszeit ist allerdings Ossie gelungen. Ebenfalls wie Enchante von London aus operierend, lässt er mit seiner EP auf Hyperdub, Set The Tone, keinen Fuß ruhig verbleiben und sprudelt uns im Titelstück euphorisch um die Ohren. Ab dem 20. Juni ist das Werk erhältlich.


Ossie : Set The Tone

Enchante : North End EP

14:32

Greco-Roman heißt einen neuen Künstler in seinen Reihen willkommen: Der Londoner Produzent Enchante veröffentlicht demnächst, nach ersten Auftritten bei lokalen Veranstaltungen des Kollektivs, seine Debüt-EP North End und tritt am Samstag u.a. nebst Azari & III (DJ-Set) bei der nächsten Berliner Labelnacht im Picknick auf. Der von Greco-Roman gewohnten Diversität stehen seine Produktionen dabei in nichts nach: Die Eröffnungsnummer “Ego” bietet tief schürfenden UK Garage, “Reggay” erweist sich (namenstechnisch irreführend) als feinster Skweee-2step.

Es gab wohl ein Missverständnis zwischen Künstler und Label, die Lieder wurden wieder von Enchantes eigener Soundcloud-Seite entfernt. Wir melden uns wieder zurück, sobald sie erneut und ordentlich verfügbar sind.

Beide A-Seiten-Titel könnt ihr mitsamt eines älteren Mixes unten anhören. Die B-Seiten “A45″ und “Swaynes Lane” findet ihr auf seiner Soundcloud-Seite.

Enchante : Reggay

Enchante : Ego

 


Enchante : Enchante’s Loose Trax DJ Mix (Download)

Berlin: Greco-Roman im Picknick

19:56

Ihr habt sicherlich schon woanders gehört oder gelesen, dass James Blake, der geschätzte Justin Bieber Posterboy der elektronischen Musik, im Anschluss an sein morgiges, umgehend ausverkauftes Berghain-Konzert im Picknick auflegen wird. Die meisten Quellen unterschlagen dabei aber anscheinend, dass er nicht grundlos, sondern als Teil der nächsten Clubnacht unseres liebsten Berlin-London-globalen Wrestlingteams und Labels, Greco-Roman, erscheinen wird.

Nachdem dieses etwa die damals noch blutjungen Arctic Monkeys oder erst kürzlich Dan Snaith von Caribou bei seinen Veranstaltungen begrüßen konnte, ist Blake nur der nächste logische Schritt. Neben ihm und Grecos eigenem Full Nelson, gibt es ein weitere illustere Schar der Wettkämpfer: Wild Geese (vielleicht erinnert ihr euch noch an seinen Remix von Hot Chips “Hand Me Down Your Love”), Paul Mogg (ein weiterer Berlin-via-London-Star am Pult), Paul Spymania (aus der Villa bis ins Berghain…), Andy No Andy von der großartigen Band Thieves Like Us, Delfonic, Mr Mentsh und schließlich TAS. Wie immer dürfte es schwitzig werden.

Zur Einstimmung reichen wir den jüngsten Greco-Roman-Mix, den Joe Hot Chip und Full Nelson für Trax gemacht haben. Den darauf prominent immer wiederkehrenden Totally Enormous Extinct Dinosaurs hatten wir zuletzt hier für euch interviewt.


Full Nelson & Joe Goddard : Trax 143 Mix


Wild Geese : Touch

Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Interview

20:57

Solltet ihr jemals auf der Straße einen Mann in einem Dinosaurierkostüm antreffen, der behauptet, sein Vater sei Professur in Oxford und die schönste Musik aller Zeiten wurde vor gut 300 Jahren in der deutschen Provinz geschrieben, dürft ihr wohl nicht zu unrecht den Wahn hinter seinen Augen vermuten. Anders würde sich die selbe Begebenheit aber im Club des Vertrauens ausnehmen; dann solltet ihr besser aufpassen, was ihr Orlando Higginbottom alias Totally Enormous Extinct Dinosaurs entgegnet. Seitdem vor rund anderthalb Jahren alles mit der übersprudelnden Debüt-EPAll In One Sixty Dancehalls begann, ist die Anhängerschaft des Talents aus dem Oxfordshire stetig gewachsen. Unter anderem avancierte das Video zu seinem Duett mit Louisa Gerstein, “Garden”, zu einem Semihit auf Youtube.

Und er ist nicht das gewöhnliche next big thing von drüben. Was nicht nur an seinem breiten musikalischen Fachwissen und Interesse liegt, einschließlich einer mit Francesco Tristano geteilten Leidenschaft für Johann Sebastian Bach einerseits und seiner mit der kongeniale Labelheimat Greco-Roman verbundenen Liebe für jede mögliche Unterart elektronischer Musik andererseits. Nein. Und auch nicht allein an seiner Fähigkeit, unterhaltsamen, klugen und zugleich frischen Electro-House produzieren zu können. Viel mehr ist es seine kondensierte musikalische Hauptthese: Popmusik ist eine Tragödie.

Es war schlicht an der Zeit diesen Zugang, die Maskerade und die Zukunft zu besprechen. Schließlich finden wir unweit einer alten Videokonsole im Backstage des Berliner Magnet Clubs zusammen:

“Hey, entschuldige bitte! Ich habe seit Jahren nicht mehr Sonic 2 auf einer echten SEGA gespielt.”

Schön, dass du dich amüsiert hast! Warst du früher ein Computer- oder Videospielfanatiker?
Nein, aber dieses Spiel Civilisation für Mac war verdammt großartig. Die Idee, die ganze Welt zu erobern, fand ich als mit sechs, sieben Jahren ziemlich cool. Und durch das Spiel konnte ich in diesem Alter bereits eine Karte der Welt zeichnen, also war es wohl auch lehrreich.

Letzten Endes bist du, statt eines zweiten Napoleons, Musiker geworden und dich dabei auf deinen ersten drei EPs sukzessive weiterentwickelt. Die dritte und aktuelle Household Goods EP wirkt da gewissermaßen wie der Hybrid der beiden Sixty Dancehalls EPs zuvor.
Ja, die dritte EP war ebenso Teil der Serie und somit war das abzusehen. Ich sehe sie und die zweite als eine Vereinigung, da sie sich in der gleichen Klangwelt für mich bewegen. Aber meine Musik ist nie geplant. Ich schaue einfach immer, welche Lieder ich gerade zur Veröffentlichung bereit habe.

Trotzdem scheinst du dabei deinen Sound gefunden zu haben. Und obwohl die drei Stücke auf der EP einen noch stärkeren, gemeinsamen Kern zu haben scheinen als ihre Vorgänger, unterscheiden sie sich doch stilistisch erneut sehr stark.
Für mich ist es wichtig das Dance Music sich nicht nur in einer einzigen BPM-Rate bewegt. Alle Stile sind gut und alle untereinander verbunden. Es gibt immer einen Bass, Drums und eine Melodie. Und wenn es dann ein gutes Lied ist, dann ist eben ein gutes Lied. Es sollten noch mehr Produzenten sich am Schreiben in anderen Stilen versuchen, denn ich denke, sie würden fantastische Musik machen. Stell dir einmal Skream mit einem Tech-House-Stück vor. Das wäre absolut abgefahren.

Oder möglicherweise das komplette Gegenteil.
Das kannst du nie wissen. Was kann schon schiefgehen? Ich glaube, dass die Fans heutzutage gelassener sind und die Produzenten sich selbst herausfordern hören wollen. Durch das Internet und Annie Mac haben sich die Dinge gewandelt. Ich spüre, dass einem heute mehr durchgelassen wird. Als ich mit meinen ersten Sets anfing, hatte ich noch Angst, dass die Leute es hassen könnten. Durfte ich zum Beispiel nicht mehr Electro-House spielen? War es plötzlich so uncool geworden? Und dann habe ich mir gesagt: Fuck it!

Wie fühlt es sich, Annie Mac oder Greco-Romans Joe Godard (Hot Chip) als Unterstützer hinter sich zu wissen?
Die Szene ist sehr freundlich und umsorgend. Die Leute bemühen sich, sich um dich zu kümmern. Annie Mac und die anderen BBC Radio 1 DJs haben mich unter ihre Fittiche genommen, ob bewusst oder nicht, und das fühlt sich erstaunlich an. Aber gerade in Großbritannien haben sich die Leute schon immer mehr für Untergrundsachen interessiert, also könnte es durchaus härter werden, sobald ich Erfolg habe, haha.

“Ich versuche, fröhliche Lieder zu schreiben, aber sobald ich einen Synthesizer oder ein Klavier spiele, wird es tragisch.”

Dort werden auch Untergrundgenre sehr schnell und oft in ebenso blutleere wie paradoxerweise erfolgreiche Abziehbands kanalisiert. Gerade etwa Modstep in puncto Dubstep.
Sein Gesicht bei dem Namen verziehend: Da kannst du nicht das Geringste dagegen machen. Wenn du 13 bist und anfängst Radio zu hören, dann kennst du die ganze musikalische Vorgeschichte nicht und springst direkt dorthin, wo sich alle gerade aufhalten. Das ist normal und auch der Grund, warum sich alles so schnell weiterentwickelt. Gruppen wie Modstep wird es immer geben und dann wieder eine Gegenreaktion darauf. Aber für viele Leute, die dem Dubstep anhängen, kann eben mit einem einzigen Künstler alles vorbei sein. So war es auch mit Pendulum und Drum’n’Bass. Das war der Punkt, an dem viele Leute, mich eingeschlossen, die das Genre jahrelang gemocht haben, sich abwendeten. Ich selbst will einfach nicht jemals ein Album zurückhalten müssen, nur weil es den Leuten nicht mehr gefallen könnte. Vielleicht muss ich das mal, aber ich hoffe nicht.

Stattdessen nimmst du dir – wie auch James Blake und andere hoffnungsvolle Neulinge – viele unterschiedliche Stile und Einflüsse zur Brust. Glaubst du, dass dieser Ansatz genuin für eure Generation von Musikproduzenten ist?
Vielleicht. Ich weiß, dass das passiert, aber ich bin nicht sicher, warum es das tut. Wenn du heute als Jugendlicher Musik machen willst, brauchst du keine Band mehr, sondern nur einen Computer für den Anfang. So begeistern sich Abertausende dafür. Hier steckt eine Menge Liebe drinnen und das spüren die Leute. Sie sehen die Sorgfalt, die auf das Schreiben und Aufnehmen der Musik verwendet wird. Das wird allgemein unheimlich wertgeschätzt, gerade bei James Blake, denn er ist nicht nur wirklich talentiert, sondern bemüht sich um jeden einzelnen Klang. Es ist einfach eine gute Zeit gerade.

TEED hingegen waren auch einmal ein Duo.
Nicht ganz. Am Anfang war ich es allein, dann hat Boxman (Edmund Finnis*) mich ein Jahr live unterstützt. Jetzt ist er Komponist seriöser Musik für Orchester und Opern. Ich wiederum habe nun Tänzerinnen auf der Bühne und manchmal ist Louisa (von Lulu and the Lampshades) aus “Garden” mit dabei.
*Finnis und Higginbottom sangen bereits als Kinder gemeinsam im Choir of New College Oxford, der von Orlandos Vater Edward angeleitet wurde.

Dieses Lied ist ein perfektes Beispiel für die Besonderheit deiner Musik, abgesehen von der Diversität: Es gibt immer einen gewisses Sentiment der Melancholie.
Ich versuche, fröhliche Lieder zu schreiben, aber sobald ich einen Synthesizer oder ein Klavier spiele, wird es tragisch. Und ich denke, dass etwas Tragisches in sowohl dem Clubben als auch der Popmusik liegt, ebenso in der Tatsache, du und ich zu sein.

Was bedeutet das für dich genau?
Vereinfacht gesagt: Du gehst für eine Nacht feiern mit den Träumen dieser Nacht im Kopf: Ich werde mich betrinken, ein Mädchen küssen, eine famose Nacht haben… bla, bla. Meistens passiert das aber eben nicht und du kommst leicht enttäuscht nachhause. Und selbst wenn du eine tolle Nacht hattest, bist du zwei Tage später bereits traurig, dass sie vorbei ist. Für mich ist Dancemusic voller Nostalgie, was ein sehr starkes Gefühl ist und wie sich hoffentlich auch meine Musik anfühlt. Am besten hörst du sie an einem Mittwoch nach dem Wochenende. Das Ausgehen ist so schnell vergangen und man bleibt Musik über Erlebnisse schreibend im Studio zurück, unfähig sich dieser wirklich zu erinnern.

“Ich verkleide mich als Dinosaurier, ich kann nicht cool sein!”

Gewissermaßen widerspricht das dem Geist der Konzerte.
Ja, das ist einfach so passiert. Ich weiß nicht warum, hoffe aber, dass es funktioniert.

Wie viele Dinokostüme besitzt du? Mittlerweile müssten sie sehr verschwitzt sein.
Die sind noch in Ordnung. Die der Mädchen sind schlimmer. Zudem sind meine waschbar, da sie einen Schwanz haben; aber nur von Hand. Es sind insgesamt zwei grüne und je ein schwarzer, hellblauer und afrikanisch bedruckter Anzüge. Der Schwarze ist mein Favorit. Nina (Rebina), die auch bei mir tanzt, entwirft die Kostüme, daher ich rufe ich sie immer an sobald ich hundert Pfund zusammen habe.

Und sie lassen dich auch bisweilen modisch aussehen. Gab es schon Anfragen aus der Modeindustrie für eine Kooperation? Zufälliger Weise bist du ja auch immer genau zur Modewoche in Berlin.
Ja, ich habe mit Designern zusammen meine Kopfbedeckung entworfen, aber ich habe nie Modeaufnahmen oder dergleichen gemacht. Ich sage ja auch nicht, dass ich modisch bin oder das hier cool ist. Ich verkleide mich als Dinosaurier! Ich kann so nicht cool sein und ich versuche es auch nicht. Eigentlich versuche ich genau das Gegenteil indem ich den Konzertbesuchern sage: Seid ihr selbst, entspannt euch und habt Spaß, denkt nicht über irgendetwas nach, denn der Typ auf der Bühne macht einen Affen aus sich, weil er als Dinosaurier verkleidet ist.

Das Ganze erinnert mich an Max und sein Wolfkostüm in Where the Wild Things Are. Siehst du das spielerische Verkleiden auch als eine Flucht vor irgendetwas?
Eskapismus? Wahrscheinlich, ja. Musik ist oft auch Eskapismus und das spielt hier wohl mit rein. Manchmal glaube ich, dass ich Musik schreibe, die eine Fluchtmöglichkeit ist. Aber ich weiß nur, dass ich sie genieße und mich in der Lage, das auch noch ein paar Jahre weiter so zu machen. Ich kann Geld verdienen und die Leute mögen es, so läuft das. Es gibt keine große Philosophie dahinter.

Keine Agenda, keinen Subkontext?
Natürlich nicht.

Wieso natürlich nicht? Warum verweigern sich mittlerweile selbst konzeptionell durchdacht agierende Künstler, wie du es auch bist, jeder Art persönlicher oder ästhetischer Agenda?
Vielleicht brauchen wir mehr Poeten, aber ich… Okay, pass auf! Wenn ich eine Agenda habe, dann ist es die, zu unterhalten. Aber es gibt keine tiefere Bedeutung oder Klischees in meinen Texten. Ich hoffe nur, dass die Leute irgendwo gerade meine Lieder summen. Wenn ich ernste Musik schreiben wollen würde, wäre das zeitgenössische klassische Musik. Die schönste Musik der Welt stammt von Bach und warum sollte ich versuchen, mich daran zu messen? Wenn ich versuchen würde tief und bewundernswert zu sein, dann würde ich nur Klavier und die Musik anderer Leute spielen.

“Greco war das perfekte Zuhause für mich, aber es gibt ein anderes Label für mich.”

Rührt das alles von deinem Vater Edward her, der Professor für Chormusik an der Universität Oxford ist?
Von meinem Vater und meiner Mutter. Ich lernte schon sehr früh, einen CD-Spieler zu benutzen, und habe Unmengen Alben gehört. Ich liebte es, Klavier zu spielen, sang als Kind im Chor. Das war alles sehr wichtig für mich. Die klassische Musik ist eine ernste und unglaubliche Angelegenheit, aber ich mache etwas Leichtes. Die Melancholie, die Tragödie meiner Musik… sie ist heftig, aber sie passiert eben einfach. Ich denke darüber nicht nach.

Tauschst du dich mit deinem Vater über deine Musik aus?
Ja, er will, dass ich sie stärker verändere, Ideen weiterentwickle. Für ihn macht ein einziger Loop, der sich durch ein ganzes Lied zieht, was ja schließlich gute Dancemusic ausmacht, keinen Sinn. Er liebt Minimalismus, Reich und Cage, aber ich glaube, dass Techno jenseits seiner Verständnismöglichkeiten liegt. Aber gerechterweise muss man sagen, dass wenn jemand sein ganzes Leben der klassischen Musik gewidmet hat, dann fühlt sich Techno mit Sechzig-plus absolut wesensfremd an. Ich kann hingegen die Energien von beiden spüren, aber wie willst du das nun wieder erklären?

Es sind nahezu identische Ansätze, aber unterschiedliche Techniken. Wo wir beim Komponieren sind; wie steht es um dein Debütalbum?
Das Album wird gerade geschrieben und ich muss es in drei Wochen fertig haben, so dass es im Sommer erscheinen kann. Vielleicht wird es ein paar Gastbeiträge geben. Gerade nehme ich ein paar Leute auf und sehe, wohin das führt. Man muss die Dinge ausprobieren. Nun machst du ein Album, einen ganzen Querschnitt. Viele Leute werden sich das anhören. Wie präsentierst du das? Es hat mich seit einigen beschäftigt, also muss es jetzt richtig werden, die richtige Botschaft vermitteln.
Und ich werde für das Erste nicht weiter bei Greco veröffentlichen, denn es gibt ein neues Label, einen Major. Aber sie waren das perfekte Zuhause für mich, haben mich dazu befähigt dieses kuriose Projekt umzusetzen.  Ich bin mir sicher, dass wir noch einige Parties und dergleichen zusammen machen werden.

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Später erzählt uns Greco-A&R Alex Waldron, dass Orlandos Pläne einfach zu groß für das kleine Budget des Labels waren, weshalb wir umso gespannter das neue Machwerk erwarten. Auch die Kollaboration mit Riton ist nicht eingeschlafen, allerdings wurden erst zwei Lieder aufgenommen. Ab heute sind Totally Enormous Extinct Dinosaurs aber erstmal als Support von Darwin Deez in Großbritannien und Deutschland unterwegs – alle Termine findet ihr hier. Zusätzlich empfehlen wir ein Interview mit Nina Rebina über ihre Arbeiten in Amelia’s Magazine.

Totally Enormous Extinct Dinosaurs Household Goods EP ist bei Greco-Roman erschienen.


The 2 Bears : The Lunatics (Totally Enormous Extinct Dinosaurs Remix) (Stream)


Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Household Goods (Justin Martin vocal remix) (Stream)

T.E.E.D. : Household Goods

13:09

Orlando Higginbottom hat nicht nur einen der wohlklingsten Namen im aktuellen, elektronischen Produzentgeschäft, sondern auch eine nicht ungehörige Portion Talent. Mit seinem Stück “Household Goods” gelingt Totally Enormous Extinct Dinosaurs nun die Synthese aus dem herrlich melodisch-melancholischen Electropop der letzten Single “Garden” (siehe unten) mit Luisa Gerstein und voranpreschenden, knarzigen Frühproduktionen wie etwa “Moon Hits the Mirrorball” von der All In One Sixty Dancehalls EP als es noch zwei Dinosaurier gab. Well done.

Die All In One Sixty Dancehalls EP und All In Two Sixty Dancehalls EP (mit “Garden) sind bei Greco-Roman erschienen, die Household Goods EP erscheint am 8. November ebenfalls dort.

Lesetipp: Unser großes Greco-Roman Interview.


Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Household Goods [Stream]


Totally Enormous Extinct Dinosaurs : Garden [Video]

Totally Enormous Extinct Dinosaurs live:
13.10. In The City/Contort Yourself, Manchester
16.10. Razzmatazz, Barcelona
22.10. AMP @ O2 Academy, Oxford
28.10. CYNT @ Clwb Ifor Bach, Cardiff
29.10. Relentless Freeze Festival @ Battersea Power Station, London
05.11. Greco Roman @ Social Club, Paris
11.11. AMP @ Digital, Brighton
12.11. AMP @ Motion, Bristol
13.11. Mixmag Uk Tour @ The Plug, Sheffield

Greco-Roman erklimmen den Olymp

19:19

Wir können uns an kaum eine Party erinnern, die uns derart vorab in Entzückung versetzt hat, wie die kommende vom Greco-Roman International Sonic Wrestling Team (kurz: Greco-Roman) diesen Samstag (13. März) in der Villa, Berlin. Denn diesmal ist es Alex, einer von vier kreativen Köpfen hinter dem Label und seine Ständige-Ein-Mann-Vertretung in der deutschen Hauptstadt – dazu sei hier die Lektüre unsere 2009er Interviews mit ihm über Greco-Roman und seine Arbeit empfohlen -, ist es gelungen, fast die gesamte Greco-Roman-Familie für eine Nacht in Berlin zu vereinigen, einschließlich Labelmitbegründer Joe Goddard und den weiteren Hot Chips Alexis Taylor, Felix Martin und Al Doyle (der fünfte, Owen Clarke, wird sicherlich ebenfalls anwesend sein).

Einen Tag nach Hot Chip’s bereits ausverkauftem, heutigen Konzert im Berliner Astra werden Felix und Al einmal mehr ein flamboyantes Techno-DJ-Set vorlegen, während sich Alexis und Joe, der vor kurzem sein gelungenes Soloalbum Harvest Festival auf dem Label veröffentlichte, sich gleichzeitig nicht nur DJ-battlen werden, sondern auch ihr altes Nebenprojekt Booji Boy High exklusiv von den Toten wiederaufstehen lassen werden. Der namensgebende Booji Boy, ist ein Charakter in der stilprägenden Art- / Postpunkformation Devo, die auch auf die Musik der beiden großen Einfluss hatte. BBH bislang einzige Veröffentlichung reicht bis in den Januar 2007 zurück, also damals als Myspace noch total cool war und Dinge wie Soundcloud und Twitter noch in den Sternen standen, und ist die bei DFA herausgebrachte Doubleshaw Single, die man sich noch hier anhören kann.

Für noch mehr Familienerinnerungen wird euch Rob Smoughton alias Grovesnor, seines Zeichens ehemaliger Schlagzeuger bei Hot Chip, bescheren, der in seinem DJ-Set wohl auch sein neues Album Soft Return unterbringen wird. Greco-Romans Clubmonster Drums of Death wird ebenfalls vor Ort sein, während der Berliner DJ Jan Mir und der wundervolle Daniel Snaith von Caribou, der ebenfalls demnächst das Album Swim veröffentlichen und auf Deutschlandtour gehen wird. Also hört euch seinen nicht minder tollen Remix für die Dänen von Oh No Ono und “Eleanor Speaks” nachfolgend an und ladete ihn euch, genau wie einen ebenfalls gelungenen, 30-minütigen Greco-Roman-Soundsystem-Mix, den Alex für Shir Khans Radioshow Soundgarden bei fritz gemacht hat (Download hier), bei Pitchfork herunter.

Nicht vergessen darf man, aber dass es sich hier offiziell um eine Recordreleaseparty handelt, also widmen wir uns noch einmal der göttlichen From the Seat of Mount Olympus Compilation, die selbst den guten, alten Homers und Herodots noch so manche Geschichte erzählen könnte. De facto handelt es sich hier um den Rerelease der ersten fünf Greco-Roman-Vinylsingles als Fünferpack-CD-Box.

Da hätten wir zuerst die offizielle Labelymne “Oi New York, This Is London” von David E. Sugar, der auch bei Kitsuné veröffentlicht, dem französischen Label, das Greco-Roman bald überflügeln könnte. Mit im Paket sind Remixe von Hot Chip, dem damals noch “jungen” prä-La-Roux-In-For-The-Kill-Remix Skream und Made To Play’s Mastermind Jesse Rose, die alle ihre Sache ordentlich machen. Besonders interessant ist aber die Vorgeschichte, unter der die Single und damit auch das Label erst entstand; nachzulesen und erklärt von Alex selbst im Interview.

Dann haben wir noch Grovenors fantastisches “Drive Your Car“, eine sinnlich-süße, betörende, allerdings tanzbare Discosoulnummer (Souldisconummer?) zu der unsere Ohren das allererste Mal griechisch-römisch verführt wurden. “Kalemba” der angolanisch-portugiesischen Kuduru-Botschafter von Buraka Som Sistema hat eine interessante Entwicklung verlaufen: Während die B-Seite, der Hot-Chip-Remix, bereits im Sommer 2008 durch die Blogosphäre wanderte, tauchten das Original Ende 2009 plötzlich in den spanischen Singlecharts auf und hielt sich dort für ganze 14 (!) Wochen, davon fünf auf Position, in den Top 10, leider hatten GR keine Lizenssrechte mehr. Round 4 blieben solche Reisen verwehrt, allerdings ist Drums of Dums mit seiner cluborientieren Breathe EP wohl noch immer das oberste Aushängeschild des Labels.

Last but not least, steuerte auch Totally Enormous Extinct Dinosaurs drei diverse, frickelnd, puckernd vor sich hin blubbernde Songs bei, die nicht uns zu einer kompletten Rezension der EP veranlassten, sondern auch die UK-Hardcore / Techno-Veteranen 2 Bad Mice zu einer als Remix getarnten Zeitreise in das Jahr 1992. Und wo wir schon einmal bei TEED sind: Ihr solltet euch definitiv einmal die neulichen,wirklich außergewöhnlich hochwertigen Liveaufnahmen aus London-Camden hier anschauen.

Das wäre es soweit – kauft euch ein Stück kommende Musikgeschichte und feiert mit Greco-Roman und uns am Samstag in der Villa.

Ein paar ausgewählte Läden wie Rough Trade führen die Compilation übrigens schon in ihrem Sortiment, der kürzeste und günstigste Weg auf den Mount Olympus führt allerdings über den labeleigenen Greco-Roman-Store. Hier noch einmal die kompletten Tracklistings:

Round1 – David E. Sugar
1. Oi New York, This Is London
2. Oi New York, This Is London (Hot Chip vs. Ragga Twins Remix)
3. Oi Berlin, This Is London (Skream Remix)
4. Oi Berlin, This Is London (Jesse Rose Vocal Remix)

Round2 – Grovesnor
1. Drive Your Car
2. Drive Your Car (Grovesnor’s Rebel Quarter Version)
3. Drive Your Car (Hot Chip Remix)
4. Drive Your Car (Oliver $ Remix)

Round3 – Buraka Som Sistema
1. Kalemba
2. Kalemba (Hot Chip Remix)

Round4 – Drums of Death
1. Breathe
2. Breathe (Drop The Lime Run Ur Pockets Remix)
3. Cursed By Magick
4. Midnight Stalker

Round5 – Totally Enormous Extinct Dinosaurs
1. Bournemouth
2. Moon Hits The Mirrorball
3. Sickly Child
4. Moon Hits The Mirrorball (2 Bad Mice Lost ’92 Remix)

Das große Greco-Roman Interview

23:08

greco-roman

Wer diese Seite hin und wieder besucht oder einfach ein sogenannter SzenemultiplikatorIn irgendwo auf dieser weiten Welt ist, dem / der wird Greco-Roman Music bereits ein Begriff sein. Dieses feine Clubprojekt begann mit ein paar geheimen Parties in London, reiste dann mit dem Konzept einmal um die halbe Erde und auf das Glastonbury und veröffentlicht mittlerweile sogar eigene Platten. Nächster Halt: Totale Weltherrschaft.

Natürlich war es dabei nicht gerade hinderlich, dass einer der vier Gründungsmitglieder Joe Goddard von Hot Chip ist, aber was Greco-Roman wirklich aus- und erfolgreich macht, ist ihr spielerischer, offener Zugang zu so gut wie heißem Musikgenre unserer Zivilisation. Und statt um Geld geht es hier vor allem um Spaß und das Entdecken neuer Sounds. Mit Drums of Death und Totally Enormous Extinct Dinosaurs haben sie zudem zwei der derzeit vielversprechendsten Talente der Szene unter ihre Fittiche.

Nachdem wir im letzten Sommer (endlich!) unsere allererste Greco-Roman-Nacht in Berlin überstanden hatten, haben wir uns noch einmal mit einem der Köpfe hinter dem Label, Alex Waldron, auf einen Plausch getroffen. Mit der offiziellen Berufsbezeichnung “A&R Manager” hat Alex sicherlich schon bei mindestens einem eurer Lieblingsalben seine Finger mit ihm Spiel gehabt, umfasst sein Lebenslauf doch (in chronologischer Reihenfolge) Anstellungen bei Island Records, 13Amp, !K7 und aktuell XL Recordings in Berlin, der Wahlheimat des Briten.

Nebenbei hatte er die berüchtigten Über-Alles-Reihe ins Leben gerufen und legte hin und wieder mit solo als Half/Full Nelson oder eben gemeinsam mit Joe Hot Chip auf – eine, wie sich herausstellen sollte, sehr fruchtbare Verbindung, die in Greco-Roman mündete. Laut Eigenaussage auf seinem Myspace, sieht sich Alex selbst in dreißig Jahren “wearing a Hawaiian shirt with a silver pony-tail and sunglasses […] going on about times with Tom Vek, Matthew Herbert, DJ Shadow, Hot Chip and Nine Black Alps”. Das sagt doch schon fast alles oder?

Hallo Alex, alles hat einen Anfang. Wie entstand das Greco-Roman Label?
Vor drei Jahren als wir mit den Parties anfingen. Wir wollten ursprünglich gar kein Plattenlabel werden, obwohl wir uns damit ja alle bestens auskannten, aber die Parties hatten in gewisser Weise ihren eigenen Willen: Irgendwann schrieb David E. Sugar, der auf unseren Parties spielte, diesen Song über uns und wir dachten, dass es wirklich gut ist, wir es veröffentlichen müssten. Damit begann das Label.
Die Platte sollte ein Flyer für die nächste Party werden, sodass man freien Eintritt zu ihr erhielt, wenn man die Scheibe kaufte, die ein White Label werden sollte. Dann hatten wir aber den ersten Remix fertig und plötzlich wollten auch Jesse Rose und Hot Chip einen machen. Auf einmal hatten wir all diese Remixe im Postfach und damit fühlte sich alles etwas professioneller an, sodass wir die Single richtig und offiziell verkauften. Das war es.

Wer ist “wir” bei Greco-Roman?
Nun, ich mache selbst keine Musik, aber Joe wird ein Soloalbum machen, das wir hoffentlich diese Woche vollenden. Dann wird es noch eines von Drums of Death geben. Natürlich wollen wir in erster Linie gute Musik veröffentlichen, die eigentliche Idee ist aber, dass diese die Parties repräsentiert. Deshalb muss jeder veröffentlichende Künstler eine sehr starke Persönlichkeit haben. Sie sehen alle gut aus, haben eine gute Lichtshow etc. Es ist wirklich wichtig für uns, sie zuerst live gesehen zu haben, bevor wir etwas veröffentlichen.
Jetzt hoffen wir, dass die Leute die Musik hören und zu unseren Parties kommen. Wir experimentieren dort viel: Joe spielt viel. Er ist zwar in einer Band und legt oft auf, aber er mag die Parties, weil sie für ihn ungezwungener sind. Es sind seine Parties, also kann er machen, was er will. Wir probieren mehr aus, manchmal spielen wir back-to-back mit anderen Künstlern oder Alexis oder Owen von Hot Chip kommen vorbei und probieren zusammen neue Songs aus, während sie Masken tragen und sich einfach gehen lassen. Wir sind alle Freunde und man kann sowas auch nur mit Freunden machen.

Joe hat auch so gut zu tun. Gerade hat er zwei Stücke für Little Boots Debütalbum produziert, bevor sie es in den Sand gesetzt hat…
Ja, ich weiß. Er war ziemlich froh, nicht das gesamte Album produziert zu haben. Vielleicht hätte er es aber tun sollen – dann wäre es um einiges besser geworden. Aber er will sowieso verstärkt als Produzent arbeiten. Gerade produziert er Drums of Death’s Album. Er schreibt zwar nicht mit ihm, aber er hilft ihm, seinen Sound zu finden.

A la Rick Rubin?
Vielleicht. Ich kenne Rick Rubins Stil nicht wirklich. Joe leiht ihm sein Equipment und gibt ihm vor allem viele Tipps, wie er das Album vollenden kann. Das ist immer das schwierigste für jeden Künstler, aber Drums of Death hat nicht nur eine, sondern fünf neue Ideen am Tag – und sie sind alle unglaublich, aber er beendet nie einen entsprechenden Song. Wenn er aber mit Joe zusammen ist, kann er seinen Arbeit vollenden.
Als Drums of Death anfing, hat er noch nur harte Beats produziert, die clubigen, sechs Minuten langen Beats. Das hat sehr gut im Club funktioniert und seiner erste EP war in etwa von dieser Art. Aber über die Monate hinweg hat er sich als Songschreiber wirklich entwickelt. Er singt seine Lieder richtig und spielt viel mehr am Piano ein. Die neue Single (“Got Yr Thing”) ist zwar eine ziemliche Clubnummer, aber der Rest auf dem Album ist vielmehr songorientierter, wie bei Gonzales etwa.

Das klingt gut, aber lass uns nochmal auf die Parties zurückkommen. Wie habt ihr damals die erste organisiert?
Das war spontan. Joe und ich legten seit gut einem Jahr als Greco-Roman auf; noch bevor Hot Chip richtig groß wurden und ich nach Berlin zog, um bei !K7 anzufangen. Das machte uns immer einen riesen Spaß und wir wollten unsere eigenen Parties dafür organisieren. London ist echt mies – oder war es besser gesagt vor vier, fünf Jahren. Die Clubs waren sehr teuer und es war schwierig mehre Stile in einem zu finden. Es gab Clubs für House, für Techno, Drum’n’Bass und für Hip-Hop. Aber wir mochten alles. Heute ist es recht gängig, so etwas zu behaupten, aber vor dreieinhalb Jahren war es noch sehr interessant alles zu vereinen.
Also organisierten wir unsere Party, und zwar drei Tage vorher, und kündigten am nächsten Tag an. Wir waren in eine Lagerhalle im Londoner Nord-Osten gegangen und erwarteten eigentlich, das niemand aufkreuzen würde. Stattdessen tauchten 400 Leute auf! Und das alles nur, weil Joe auf Hot Chip’s Myspace geschrieben hatte, dass er ein paar neue Sachen ausprobieren wollte.
Allerdings waren wir so ziemlich unorganisiert und nur ein Turntable funktioniert durchgängig. An der Tür hatten wir auch niemand. Matthew Herbert, der uns sehr gut kennt und andersherum, tachte auf und meinte, wir würden jemanden für die Tür brauchen. Und dann hat er es selber gemacht, stand zwei Stunden da für uns – unglaublich! Aber Matthew war gerade von einem Naturausflug zurückgekommen, bei dem er mit einem berühmten Typen aus dem Fernsehen für ein, zwei Wochen im Wald gezeltet hatte, sich nur von Würmer ernährte, im Fluss badete und das auch noch überlebte. Also stand er da mit einer riesigen Bart- und Haarpracht an unserer Tür! Dann wollte er aber unbedingt etwas trinken, weil er noch erschöpft war, und verließ den Eingang irgendwann einfach, sodass unsere Kasse dort alleine rumstand und jeder umsonst reinkam.
Letztendlich war es eine magische Nacht, eine sehr besondere. Also haben wir noch eine an einem anderen Ort einige Monate später gemacht und noch mehr Leute kamen. That was again fucking awesome. David E Sugar spielte dort und dann gingen wir nach New York um dort im November eine Party zu veranstalten und sein etwas soundclashartiger Song „OI NEW YORK THIS IS LONDON!“ war extra dafür bestimmt.

Gab es eigentlich jemals eine US-amerikanische Antwort?
Nein. Sie waren wirklich interessiert und viele Leute kamen, wahrscheinlich wegen der Hot-Chip-Verbindung. Außerhalb Englands nimmt man uns vor allem durch Joe und Hot Chip war, aber eigentlich sind wir vier Personen bei Greco-Roman, er ist nur ein Viertel. Jedenfalls gab es das gewollte „OI LONDON THIS IS NEW YORK“, aber die Idee bleibt dennoch, dass wir möglichst viel als Greco-Roman reisen und unterschiedlichste Parties in unterschiedlichsten Ländern veranstalten.

In Deutschland hat euch das etwa nach Ulm verschlagen.
Ja, ich kannte den Veranstalter aus Berlin. Also sind wir bin ich mit Drums of Death und Raf Daddy dort hingefahren.

Und ihr wart in Austin, Texas.
Das war im letzten November mit Drums of Death und Joe; die vielleicht beste Party überhaupt. Ich war nicht dabei, aber sie erzählten mir davon. Jemand hatte einen Garten mit Swimmingpool in seinem Garten und veranstaltete dort gerne Parties, also ließ er uns dort eine machen. Am Ende kamen 650 Leute, kletterten sogar über die Mauern um rein zukommen und irgendjemand rief die Polizei…
[In diesem Moment unterbricht uns der fremde Mann vom Nachbartisch plötzlich und erzählt Parties, die er in L.A. Alex verabredet ein Gespräch mit ihm im Anschluss.]
Ich bin wirklich interessiert daran, in L.A. etwas auf die Beine zu stellen… Entschuldige bitte, wo waren wir?

Wir haben über eure internationalen Parties gesprochen. Wo wart ihr noch?
In Moskau – fucking weird -, Lyon – das war großartig -, natürlich London und Berlin. Wir sollen auch nach Paris gehen und werden bald in Tel Aviv eine Party veranstalten.

Ich vermute also, dass ihr Global Players seid.
Du weißt ja, was wir damit heraus tragen wollen… Es ist für jeden von uns ein Nebenprojekt und weder eine Hot-Chip-, noch eine !K7-Sache. Wir spielen also nur in Städten, in denen wir es auch wirklich wollen. Gerade fasziniert uns eben Tel Aviv, also gehen wir dort hin. Verstehst du, was ich meine? In Paris sind zwar manche Teile der Szene wirklich erstaunlich, aber dort gibt es nicht gerade die allerinteressantesten Plätze, wo ich feiern wollen würde. Hier geht es darum, neue Orte zu erkunden. Vielleicht ist Ulm dafür kein gutes Beispiel, aber wenn wir etwa nach Schweden gehen, gehen wir nach Malmö und nicht nach Stockholm.

Warum spielt ihr dann auf Festivals wie dem Glastonbury?
Weil sie viel Spaß bringen. Wir versuchen dort kleine Ableger unserer Parties zu veranstalten. Wir nehmen uns drei, vier Stunden für das Set und packen eine normale Londoner Party in diese paar Stunden. Da spielen dann viel zu viele Djs, dann noch Liveacts und sogar solche, die dann noch über die Dj-Sets mc’en, um zu sehen, ob es auch vor tausend Festivalbesuchern funktioniert.
Das hat letztes Jahr beim Glasto’ sehr gut funktioniert, aber bei einem anderen Londoner Festival dann auch nicht. Es war das totale Chaos, wir waren schrecklich. Es legten die schlechtesten Djs auf, die ich jemals gesehen haben, und wir waren diese Djs… Aber wir experimentieren dort eben viel, spielen neue Songs und Freunde stoßen dazu.

Und die Zuhörer sind dann für gewöhnlich eure eingeschworene Fangemeinde?
In gewisser Weise, ja. Ich arbeitete die ganze Zeit und wollte deshalb das nicht so vorantreiben, wie ich andere Dinge normalerweise vorantreibe. Ich wollte, dass die Leute zu uns kommen, also gab es nie Werbung. Wir sind sehr von Mundpropaganda abhängig. Und in London ist das kein Problem: Da so viele Leute involviert sind, tauchen trotz allem mehr als 400, 500 Leute auf. In Berlin hätte ich da aber ein Problem, weil ich hier nicht so viele Leute kenne und alles alleine mache. Aber es ist toll, dass wir jetzt mit unseren Künstlern und unserer Arbeit um die Welt reisen können.

Eure aktuelle Statistik zeigt vier Veröffentlichungen in zwei Jahren. Das sieht nicht gerade sehr rege aus. Ihr wollt bestimmt, dass alles natürlich wächst oder?
So in etwa. Wir hatten ja alle unsere Arbeit, ich bei !K7 und der Rest auch. Es war also schwierig, Zeit für die Veröffentlichungen zu finden. Aber jetzt werden wir zwei Alben und mehr raus bringen. Außerdem geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um den Auftritt. Man findet kaum Künstler, die fantastische Musik machen, gut aussehen und eine großartige Lichtshow haben. Auf solche Leute muss man warten.

Ha, über das Aussehen sollten wir nochmal reden: Totally Enormous Extinct Dinosaurs sehen eher seltsam, denn gut aus.
Nun, sie sehen vielleicht nicht großartig, dafür aber interessant aus. Ich glaube es geht darum, dass wir alle von Livemusik fasziniert sind, wie Hot Chip. Man muss wirklich festhalten, dass sie eine gute Band abgegeben. Außerdem wollte ich nach unserer ersten Party hier diese Wir-feiern-bis-in-den-frühen-Morgen-Mentalität nach London bringen, denn vor zwei, drei Jahren hat jeder Club noch um zwei oder drei Uhr bereits zugemacht. Auf der anderen Seite wollte ich das eklektische an London nach Berlin transferieren, denn hier spielen die DJs über all für Stunden den selben Beat oder legen gar mit Laptops auf.

Das ist nich das Wahre.
Genau, ich will eine Show haben. Ich will mir etwas anschauen können und unsere Musik soll anders sein. Bei Greco-Roman verändern wir unsere Musik stetig.

Ah, so langsam kommen wir zu eurer Wrestlerattitüde. Woher stammt der Name Greco-Roman?
Wenn Joe und ich auflegten, fühlten wir uns wie Wrestler. Wie waren betrunken. Es war eine sehr lustige Nacht. Und dann blieb das hängen und wir sind dem Ganzen etwas nachgegangen. Ich mag es, weil es nicht wie stupides US-amerikanisches Wrestling ist. Es ist eher…

Klassisch.
Es ist tatsächlich klassisch. Es ist langsam, schwitzig und ziemlich unsexy.

Aber immer noch erotisch.
Es ist etwas erotisch, weil es hier um Schwitzen und Umarmen geht. That’s Greco-Roman.

Und wer ist der Künstler hinter euren ganz modernen und fantastischen Artworks?
Er heißt Lorenzo (Fruzza) und ist ein Illustrator in London. Er ist unglaublich und arbeitete für ein paar Werbeagenturen, als er unserer erstes Cover gestaltete. Es war sehr, sehr gut, also durfte er weitermachen. Er wird auch immer besser und besser und die Leute nehmen ihn genauso wahr wie die Musik. Das ist cool, schließlich ist er noch sehr jung und wartet auf seinen Durchbruch.

Das TEED-Cover hat mir besonders gut gefallen.
Ja, ich glaube, das war bis dato sein bestes. Das Drums of Death ist ebenfalls wirklich gut. Die Idee dahinter war, dass jemand sein Herz gestohlen hat und man ihm stattdessen eine Drumcomputer eingesetzt hat.

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Drums of Death deeyaing in London

Also wird es das Album nun im Herbst geben?
Es sollte schon vor zwei Monaten fertig sein. Er ging mit Peaches auf Tour und ich meinte: “Du weißt, dass wenn du es jetzt nicht beendest, wirst du es nach der Tour niemals schaffen.” Aber er meinte nur: “Ja, ja, ich weiß.”, und ließ das Album halbfertig zurück. Ich werde schon langsam ein bisschen verrückt, aber es sollte diese Woche geschafft sein.

Also arbeiten er und Joe gerade daran?
Ja, sie werkeln an ihm in seinem Schlafzimmer. Jeder in London nimmt in seinem / ihrem Schlafzimmer auf, da man hier kaum einen Platz dafür wie etwa in Berlin bekommt. Hot Chip haben mittlerweile ihr eigenes, aber auch erst jetzt, für das vierte Album. Die ersten drei wurden alle in Joes Schlafzimmer gemacht und das ist sehr klein, etwa von hier nach da.
[Alex malt einen kleinen Raum in die Luft, in dem er auf die Stühle direkt links und rechts von uns zeigt.]
Wirklich klein. Er hat dort ein Doppelbett für sich und seine Frau, sowie einen Tisch mit seinem Computer und allen Platten stehen. Das war es. Und dort haben sie bis jetzt alle ihre Alben gemacht. Bei Drums of Death ist es das selbe: Er hat einen Tisch, ein Bett und einen Stuhl. Im Prinzip sind ihre beiden Schlafzimmer identisch.

Es gibt da diese Theorie, dass man angesichts schwierigerer Umstände bessere Musik macht.
Vielleicht. Zumindest macht man die Musik dann schneller. Etwas, das ich in London bemerkt habe, ist die Eile, der Druck, die in der Luft liegen. Die Menschen treiben alles wirklich sehr stark voran. Ich weiß nicht, ob das besser ist oder nicht, aber die Art ist eben verschieden. Mir gefallen da Teile beide Alternativen, aber Drums of Death macht die Musik, weil er das Geld braucht. Trotzdem können auch reiche Leute gute Musik machen.

Und warum machst du keine eigenen Platten?
Ich weiß es nicht.

Hast du es versucht?
Ja, aber ich war wirklich mies. Deshalb habe ich immer für Plattenfirmen gearbeitet. Ich kann selbst nicht Musik machen, wollte aber immer mit ihr arbeiten. Ich habe immer verstanden, worum es geht, was gut aussehen würde und werde daran interessiert sein würde.

Eine Gabe.
Das ist auch das Gute an Greco-Roman: Ein Musiker und Produzent, einen A&R-Manager, ein Künstlermanager und jemand, der bei der Bank arbeitet – mehr braucht es nicht. Dann haben wir noch zwei weitere Leute. Der eine betreibt schon eine Label und der andere ist Radiomoderator und DJ. Alle kommen aus verschiedenen Richtungen, was von Vorteil ist. Einzig jemand, der die Parties bewerben würde, fehlt. Daher sind die aber auch so ein großer Spaß. Allerdings verdienen wir damit kein Geld, denn wir sind nicht sonderlich gut darin. Naja, wir haben etwas Geld mit der ersten gemacht und es dann aber schnell mit den nächsten wieder verloren. Es fühlt sich dafür immer noch wie eine Party und nicht wie eine reguläre Clubnacht an.

Und wie sieht es mit den Veröffentlichungen aus?
Nein, mit denen verlieren wir ebenfalls Geld. Aber wir bekommen es durch die Festivalgagen, das ist auch ein Grund, warum wir dort spielen. Sie bezahlen besser als jeder andere.

Wagen wir einen Blick voraus: Sucht ihr noch nach neuen Künstlern?
Ich denke, wir haben schon genug und suchen deshalb auch nicht aktiv nach neuen, aber ich will mir immer neue Sachen anhören. Außerdem wollen wir auch unterschiedlichste Musik aus verschiedenen Genren veröffentlichen. Wir haben schon eine Electro-Platte gemacht, eine Disco-Pop- und eine Rave-. Ich würde gerne noch eine Dubstep- und eine Garage-Platte rausbringen. Vor zwei Wochen haben wir uns auch mit einem Indiekünstler, Wolf Gang, über eine Single unterhalten, aber sie kam nicht zustande.

Also wird Greco-Roman zu einer Art Kitsuné heranwachsen?
Ja, so ähnlich. Sie touren viel und haben eine sehr klare visuelle Identität. Wir machen ungefähr das selbe, nur mit etwas mehr Spaß.

Wie sieht deine Zukunft und die des Labels aus?
Ich werde mit Pferdeschwanz im Pool abhängen (gerade trägt Alex übrigens Glatze). Ach, ich weiß nicht. Ich würde sagen: Viele Parties in vielen, verschiedenen Städten und viele Fehler, gerade live.

Und wenn die Menschheit mal eines Tages den Mars besiedeln wird und ihr als erstes DJ-Team überhaupt rüber fliegen dürftet, wäret ihr an Board?
Ich würde wohl nicht Drums of Death mitnehmen. Er würde die Marsianer verschrecken.

Boysnoize Rec vs Greco-Roman

12:06

joe goddard

Hm, könnte das die Party des Winters werden? Die zwei geschätzten Labels Greco-Roman und Boysnoize Records haben sich für eine einmalige Sause in Berlin zusammengetan. Zu feiern gibt es bei beiden genug: Greco-Roman feiert den ersten Album-Release seiner noch jungen Geschichte – “Harvest Festival” von niemand geringerem als Joe Goddard von Hot Chip -, und Boysnoize Records freut sich auf die “Delta Disco EP” von Strip Steve, einem ihrer heißesten Eisen.

Dazu gesellen sich von beiden Seiten noch Greco-Roman Mitbetreiber Full Nelson, Tom Mangan (Made To Play), Djedjotronic, Das Glow (Institube) und COOP Berlin, deren Hände man angesichts einen solchen Line-Ups sowieso schon im Spiel vermutet hatte. Da man bei COOP ja weiß, dass alles immer schnell größer höher und schöner wird, sollte man sich in jedem Fall am Samstag in die Villa, Berlin, begeben.

Ich glaube es wird eine dieser Parties werden, von der später eine Million Leute behaupten werden, sie seien dort gewesen. Tatsächlich anwesend zu sein macht sich da natürlich um einiges besser.

greco roman vs boys noize

Drums of Death “Got Yr Thing”

13:27

drums of death got yr thing

Wenn ihr bei Twitter folgt, könnt ihr euch vielleicht noch erinnern, wie sehr wir uns nach der Ankündigung Drums of Deaths Video zu “Got Yr Thing” (sic) gefreut hatten. Heute, unzählige Wochen später, hatte die Dazed Digital das Vergnügen das gute Stück exklusiv vorzustellen. Und was sollen wir sagen? Natürlich hat sich das Warten gelohnt.

Geschaffen von John Major’s Daughters dürft ihr wie bei einem guten Horrorfilm einer jungen, hübschen Discogängerin über die Schulter gucken, wie sie in der Drums-of-Death-Disco einen vertonten Alptraum erlebt; GastGeistauftritt von Joe Goddard von Hot Chip inklusive. Selbiger wird am 2. November (UK) sein eigenes Soloalbum “Harvest Festival” beim selben Label, dem fantastischen Ex-Geheimbund von Greco-Roman, veröffentlichen. Drums of Deaths kommendes Album soll wurde wiederum “Generation Hexed” getauft.

Bei  Dazed Digital findet ihr eine Fotogalerie vom Videodreh und ein Interview mit dem Künstler. Ein Interview mit Greco-Roman Mitgründer Alexander Waldron (alias Lord/Half/Full Nelson) über das Label und deren Clubnächte wird es in den nächsten Tagen hier geben.