Posts Tagged ‘Lana Del Rey’

Lana Del Rey

13:03

Baby, can’t you see that I’m danger? Mit Lana Del Rey, bürgerlicher Name: Lizzy Grant, sollte man sich besser nicht anlegen. Zumindest möchte einem das die in der ehemaligen Winterolympiaden(klein)stadt geborene Sängerin nur allzu gerne deutlich machen. Ihr Lebenslauf listet Stationen wie Alabama, New Jersey, zuletzt London und aktuell New York City, problemlos hätten sich aber auch Nashville und warum nicht auch der Sunset Boulevard in Hollywood dazugesellen können, denn mit ihren sinnlichen Lippen und der noch viel schöneren Stimme ist Del Rey ein kommender Star für alte Fans Nancy Sinatras und Marianne Faithfulls, heimliche (und offene) Anhänger Duffys, aber auch Besitzer des ein oder anderen Cat-Power-Albums. Nur handelt es sich hier eben um die bad girl Variante.

Diamonds on my wrist, whiskey on my tongue, lautet ihre Standortortbestimmung im Refrain des eingangs zitierten “Kinda Outta Luck”, kurz denken wir an Ke$ha, dann hat Lana uns bei eingängigem 60ies-Soul-Pop-Rhythmus wieder. Dem besungenen Liebsten (You made me nice for a while, but my darkside’s true.), droht Ungemach, das lyrische Ich will ihn erschießen. Der eigene Vater liegt da schon längst tot im Kofferraum. Natürlich funktioniert das Spiel auch andersherum, aus “Diet Mtn. Dew” (Demodownload am Artikelende) sprudelt die Unvernunft hervor: You’re not good for me, but baby, I want you, und: Maybe I like this rollercoaster, maybe it keeps me high - die Liebe als stetiger Adrenalinschub. Lana hätte sicherlich auch eine gute Bonnie Parker abgegeben. Die Synthese folgt mit der wundervollen Ballade “Video Games”: I heard, you like the bad girls only, is that true?, bringt sie sich in zunächst kokettierend in Stellung, am Ende verfällt sie ihrer eigenen gangster love story vollkommen und liefert sich aus: It’s you, it’s you, it’s all for you. Everything I do. I tell you all the time, heaven is a place on earth with you.

Untermalt wird das im Falle von “Kinda Outta Luck” und “Video Games” mit aus unterschiedlichsten Filmschnipseln zusammengesetzten Musikvideos. Zwischen 50er-Jahre-Werbung und -Kinofilmen in schwarz-weiß, Konzerten, Comicstreifen, TV-Nachrichtenausschnitten und allerhand mehr mischen sich Aufnahmen der singenden Lana Del Rey, von üppigen Locken gerahmt und in Webcam-Optik. Die scheinbare Zurückhaltung in den Produktionsmitteln ist aber wohl nur vorgeschoben, die Nachwuchskünstlerin besitzt bereits Pressevertretungen auf beiden Seiten des Atlantiks, hatte einen Gastauftritt bei Mando Diaos MTV Unplugged und nahm anscheinend ein paar eher lauwarme Stücke mit dem EMI-Texter Noah McNamara auf. Auch ein vor einem Jahr aufgenommenes, aber nie veröffentlichtes Album konnte nicht recht überzeugen. Laut Guardian sind ihre 19(!) neusten Stücke, darunter die oben genannten drei, aber von ganz anderer Qualität, was natürlich überaus vielversprechend ist. “Video Games” soll wohl die erste Single werden, derweil ist Nancy Sinatra bereits auf ihre potentielle Nachfolgerin aufmerksam geworden.


Lana Del Rey : Diet Mtn. Dew (Demo) (Download)