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Le Corps Mince de Françoise : Heute live im Magnet und Album zu gewinnen

18:44

Le Corps Mince de Françoise, oder kurz: LCMDF, sind zwei junge Finninnen und Neu-Berliner Szenekennerinnen mit dem richtigen Händchen für guten elektronischen Pop. “Take Me To The Mountains”, “Future Me” oder “Gandhi” (Video unten) sind schnittige Hits für das heißgehörte Ohr. Die Fieberkurven ihrer Konzerte zeigen stets steil nach oben, Hipsterjungs schwitzen sich dort in der ersten Reihe glücklich. Noisey hat Emma und Mia kürzlich bei einem solchen gefilmt (siehe oben), heute Abend wartet nun der nächste Auftritt, gemeinsam mit den sehr empfehlenswerten Jungs von MIT und Fuck Art Let’s Dance, beim Introducing im Magnet Club, Berlin.

Zur Wochenendversüßung verlosen wir dazu passend noch einmal eine Ausgabe des aktuellen LCMDF-Albums Love and Nature. Wer seinem Losglück vertraut, sendet einfach eine E-mail mit Betreff “LCMDF” an verlosung@aufgemischt.com – viel Glück!

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LCMDF : Gandhi (Video)

Intro Intim mit HEALTH, Drogen u.m.

21:29

health05

Es ist Mittwoch, der Arbeitsalltag ist eingekehrt, manche Arbeitskollegen, Kommilitonen oder andere Mitmenschen gehen einem schon wieder auf die Nerven und man freut sich bereits aufs Wochenende. Eine Situation die eigentlich prädestiniert dafür ist, früh ins Bett zu gehen und sich dem Wochenende entgegen zu schlafen. Gegen diese Mittwochsdepression gab es aber in den letzen beiden Wochen zumindest in Leipzig das richtige Gegenmittel: Gute Live-Musik wie sie unterschiedlicher nicht hätte sein können – frei nach dem Motto: Raus aus dem Alltag, rein in die Nacht!

Den Anfang machten The Wave Pictures vor zwei Wochen. Nachdem die drei Engländer im letzten Winter vor einer handvoll Menschen im beschaulichen mittlerweile geschlossenem Café Panam gespielt haben, verzauberten sie dieses Mal die Menschen im gut gefülltem UT Connewitz. Bei etwas fröstelnden Temperaturen lag es vor allem an den Musikern die Menschen mit Wärme zu erfüllen. Den Konzertabend eröffnete die junge Französin Clemence Freschard begleitet von The Wave Pictures und Stanley Brinks am Saxophon. Rotwein trinkend verpasste sie hier und da einen Einsatz und torkelte etwas beschwipst im französisch legeren Stil über die Bühne. Dem einen kam dies vielleicht ein wenig unprofessionell vor, aber zusammen mit ihrem niedlichen Auftritt und ihren Songs, vergleichbar im Stil mit Belle and Sebastian, bekam ihr Auftritt ein schönes wärmendes Gesamtbild.

Nach einer kurzen Pause wurde die musikalische Heizung ein Stückchen wärmer gedreht. Falls jemand zu spät gekommen sein sollte, staunte dieser nicht schlecht: Stand dort auf einmal ein Mann mittleren Alters Saxophon spielend auf der Bühne und sang zwischendurch auf eine Art und Weise mit der man bei jeder Casting Show sofort rausgeflogen wäre. Alle anderen kannten ihn schon von vorher, waren aber zunächst bestimmt ebenfalls erstaunt. Dieser Mann, Stanley Brinks, übernahm den zweiten Part des Abends. Nach seinem ersten Song holte er sich The Wave Pictures auf die Bühne. Mit wunderschönen Saxophonsoli und seiner etwas eigenen Typus, der teilweise an einen gealterten Erlend Oye erinnerte, fesselte er sofort das komplette Publikum.

Den letzten Teil des Abends übernahmen The Wave Pictures dann weitestgehend alleine und drehten die musikalische Heizung auf die vollste Stufe auf. Die Engländer übernahmen die Fesseln, die Stanley Brinks bereits um das Publikum geschnürt hatte, zogen diese noch fester, verpackten alles in einen warmen Mantel und ließen ihre Zuhörer nicht mehr los. Während bei den ersten beiden Künstlern die Zuhörer noch auf den Stühlen saßen, tanzten und wippten die meisten spätestens beim zweiten Lied „Bye Bye Bubble Belly“. Dass The Wave Pictures nicht nur die ruhige Band ist, wie man sie von ihren Alben kennt, zeigten sie mit Beginn von „I love you like a madman“. Übergehend in ein minutenlanges atemberaubendes Schlagzeug Solo von Drummer Jonny Helm endete die ‚harte Phase’ der Briten mit „Red Wine Teeth“, einem Song der an diesem Abend perfekt zu Clemence Freschard gepasst hat. Diese stolperte zwischendurch noch ein paar Mal auf die Bühne um die Band auf äußerst charmante Weise mit ihrer Stimme zu unterstützen. Gänsehautfeeling gab es noch einmal als Stanley Brinks ein traumhaftes Saxophon Solo während eines Wave Pictures Songs von der Empore im Rücken der Zuschauer gab. Nach einer Zugabe und insgesamt knapp zwei und einer viertel Stunde Musik war dieser nahezu perfekte Musikabend vorbei und die Mittwochdepression durch musikalische Herzenswärme verdrängt.

Eine Woche später gab es die nächste Möglichkeit am Mittwochabend dem Alltag zu entfliehen: Im Conne Island versammelten sich Pictureplane, Le Corps Mince de Francoise, Fuck Buttons! und HEALTH um ihren Fans ordentlich einzuheizen. Die Wärme war im Conne schon vorher gegeben. Deswegen sollte es diesen Mittwoch richtig heiß werden und im Gegensatz zur Vorwoche zudem durchgängig laut.

Im Vergleich zu den beiden Hauptacts des Abends wirkten Pictureplane und Le Corps Mince eher wie lauwarme Wärmedecken. Der Auftritt von Picturplane, keineswegs schlecht, litt ein wenig unter der anfänglich geringen Zuschauerzahl. Die darauf folgenden drei finnischen Mädchen von Le Corps de Mince pendelten mit ihrer Musik, eine Mischung aus Elektronik und R’n’B, auf einem Niveau, das von High School Musical R’n’B bis hin zu einer Qualität von Timberland Produktionen reichte.

Fuck Buttons waren da schon ein ganz anderes Kaliber. Innerhalb weniger Minuten hoben die Briten die Temperatur im Conne um etliche Grade an. Wer jetzt noch mit seinen Gedanken woanders war, muss entweder taub gewesen sein oder war eindeutig bei der falschen Veranstaltung. Äußerst professionell überzeugten Fuck Buttons mit ihrem experimentellen elektronischen Stil und brachten ihre Zuhörer an mehreren Stellen zum Staunen.

Den Schlusspunkt des Abends setzten HEALTH. Zu den vier Kaliforniern muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. HEALTH ist eine Band, die man erlebt haben muss. Explosiv sowie implosiv, sowohl auf der Bühne als auch in ihrer Musik; herrscht kurz Ruhe, bricht die Band nach kürzester Zeit sofort wieder aus dieser Stille aus und donnert umso lauter über die Bühne. Dies zeigten sie auch im Conne Island. Weghören und Weggucken war unmöglich. Es ist als hätten alle vier die gleiche Droge genommen. Aber bei jedem Bandmitglied hat sie eine unterschiedliche Wirkung.

Während die Droge auf Jake und vor allem auf Jupiter eine ruhigere Wirkung hat, bringt sie BJ am Schlagzeug und noch viel mehr John am Bass zum toben. Das Schlagzeugpodest wackelt ununterbrochen und Jake nutzt jeden Zentimeter der Bühne zum Rumspringen. Geht man einen Gedankensprung weiter, könnte man sagen, dass die vier keine Droge genommen haben. Sie sind die Droge, eine Droge die in jedem Zuschauer im Conne Island sofort eine unterschiedliche Wirkung hervorgerufen hat. Während die einen konsterniert auf die Bühne starrten und nicht glauben konnten, was sie gerade erleben, tanzten die anderen wild vor der Bühne, befreit von allen alltäglichen Gedanken und wie in einer anderen Welt. Die drei Fixpunkte, die das Grundgerüst ihres Auftritts darstellten, waren “Crimewave” als zweites Stück, “Die Slow” in der Mitte und zum Schluss die Zugabe mit der die Band noch mal alles aus sich herausholte. Und dann war auf einmal Schluss. Stille. Doch die Droge HEALTH schien auf viele Leute noch zu wirken. Erschöpft und beeindruckt von dem, was viele gerade gehört und gesehen haben mussten sich viele der Zuhörer erst einmal erholen um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.

Es war ein sehr heißer und energiegeladener Musikabend im Conne, untypisch für einen Mittwoch, aber unbeschreiblich gut. Fazit: HEALTH ist wohl die gesündeste Droge, die es zurzeit gibt.

Intro Intim – FOTOS: René Berger

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