Posts Tagged ‘Metronomy’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

The Very Best Gratis-Download

20:05

the very best

Vor einiger Zeit haben wir euch The Very Best [Myspace] (Radioclit und Esau Mwamwaya) schon einmal ausführlicher vorgestellt. Nun sind es allerdings noch immer über fünf quälende Wochen bis zur Albumveröffentlichung am 4. September. Zumal wir uns die Zeit bis dahin auch nicht – wie gerade die USA – mit einer Tour des Trios verkürzen können.

Deshalb müssen wir anders Abhilfe schaffen und machen das mit einem Download-Spezial zum Very Best Song “Warm Heart Of Africa”, der auf dem gleichnamigen Album enthalten sein wird. Neben dem wunderbaren Original, das zusammen mit Ezra Koenig von Vampire Weekend aufgenommen, haben wir noch zwei Remixe des Songs von Metronomy bzw. Architecture In Helsinki für euch.

Erstere geben dem Stück einen Discofunk-Anstrich, als Dank für die zwei fantastischen Remixe die Radioclit dereinst für “Radio Ladio” (noch auf dem Radioclit Myspace hörbar) gemacht haben. Architecture In Helsinki beantworten das Sample ihres “Heart It Races” für Very Bests “Kamphopo” (auf dem The Very Best Mixtape) mit einem entspannten Instrumentalremix. Man kennt sich.

The Very Best “Warm Heart Of Africa” [download mp3]

The Very Best “Warm Heart Of Africa (Metronomy Remix)” [download mp3]

The Very Best “Warm Heart Of Africa (Architecture In Helsinki Remix)” [download mp3]

Alle Songs in einer Playlist abspielen:

Mit freundlicher Genehmigung von Cooperative Music Deutschland.

Melt! Liveblog: Alle drei Tage

18:03

Drei Tage lang wütete das Melt! Festival wieder auf der Ferropolis. Wir waren die ganze Zeit vor Ort und haben live für euch Impressionen und Fotos hochgeladen, die ihr hier nochmal alle nachverfolgen könnt. Wer Zusammenfassungen schätzt, sollte sich unser abschließendes Fazit mit noch mehr (und diesmal überarbeiteten) Fotos und ersten Hinweisen auf den Headliner 2010 durchlesen. Dazu gibt es noch ein Interview mit der fantastischen Fever Ray vom Festival. Text: Thomas Vorreyer. Photos: Christoph Paul

Geht im Nebel auf: Kasabians Sergio Pizzorno

Geht im Nebel auf: Kasabians Sergio Pizzorno

Montag, 5:47 Uhr: Wir schließen unsere Liveberichterstattung vom Melt! Festival 2009 hiermit bereits aus dem heimischen Berlin. Zum Abschluss gibt es noch dieses tolle Foto vom umso besseren Kasabian Gig mit Sergio Pizzorno (bei Oasis haben wir einen der exklusiven Fotopässe leider knapp verfehlt; ein ander Mal). Es bleibt zu schreiben: Das Melt! ist nach einem wackeligen 2008 wieder voll da, allerdings gab es auch dieses Jahr Höhen und Tiefen, vor allem aber viele überragende Konzerte. Dazu heute Nachmittag einen geordneteren Überblick. Dann gibt es auch erste Spekulationen zum Headliner 2010… da wissen wir schon mehr. Gute Nacht & danke Melt! für drei tolle Tage!

PS: SCHREIBT UNS DOCH, WIE IHR DAS FESTIVAL FANDET! WIR FREUEN UNS ÜBER FEEDBACK!

Polarkreis 18 an einem lauen Sommerabend

Polarkreis 18 an einem lauen Sommerabend

Sonntag, 20:55 Uhr: So Polarkreis 18 haben die wohl letzten Sonnenstrahlen geschluckt und beenden gerade ihr Set in der Abendsonne. Nicht besonders erwähnenswert, Konzert wie immer, aber ein schönes Foto ist ja bereits dabei rausgesprungen. 21:30 beginnen Kasabian und dann folgen um 23 Uhr schon Oasis, die übrigens  – wie letztes Jahr Björk – den kompletten Backstage-Bereich abgeriegelt haben lassen. Ein wenig Offenheit gibt es trotzdem: Das Konzert wird frei und live auf meltfestival.de gestreamt!

melt so glasvegas

Glasvegas haben eindeutig Spaß

Sonntag, 20:11 Uhr: Arbeitsteilung: Thomas bei der Pressekonferenz mit Festival-Chef Matthias Hörstmann und Pressechef Dirk Völler, sowie Moderator Joko Winterscheidt von MTV (Chef-Booker Stefan Lehmkuhl plagte sich derweil mit Oasis); Christoph bei Glasvegas im Fotograben. Die hatten anscheinend ordentlich Spaß an ihrem eigenen Auftritt und luden wiederholt hübsche Mädchen und “dudes with a big dick” für die Schlagzeugerin in ihre Kabine ein. Vor der Bühne war der Spaßfaktor allerdings eher etwas mau.

Drinnen im Intro-Revolutionspalast erfuhren wir, dass ein Melt! Festival tatsächlich 15 Monate im Voraus zu Planen begonnen werden muss, und dass eine Hauptinsperationsquelle für die Bandauswahl das Eurosonic in Noorderslag ist. Auch dem Splash! Festival, dass ja kurzfristig vor einer Woche auf die Ferropolis verlegt worden ist, greift man in Freundschaft unter die Arme, genauso wie man zu den gleichzeitig stattfindenen Dour und Benicassim Festivals in Belgien bzw. Spanien gute Beziehungen unterhält und so den Konkurrenzkampf etwas abmildert. Achso ja, der Chef über das diesjährige Melt!: “Ich bin superglücklich”. “Ich höre häufig etwas von Rehabilitation.” Das “Melt hat sich einen Sonderstatus erschaffen” und ist “das größte Indie-Festival Deutschlands” geworden. Dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Btw: Das nächste Melt! findet vom 16. bis 18. Juli 2009 auf der Ferropolis statt und es wird weiterhin bei der einem Ticketlimit von 20.000 bleiben.

Patrick "It's gonna be a wonderful day" Wolf

Patrick "It's gonna be a wonderful day" Wolf

Sonntag, 18:24 Uhr: Patrick Wolf hat gerade den letzten Abend auf der Hauptbühne eröffnet und wie! Ohne Umschweife geht der Londoner Sänger auf die Lautsprecherboxen, animiert das Publikum und legt seine ganze Kraft in “The Bachelor” Es folgen: Alte Hits wie “Bluebells” und “The Libertine”, freundlicher Smalltalk, ausreichend Material vom aktuellen Album, darunter auch Gänsehaut bei “Damaris”, eine klatschende Massenchoreographie und ein halbnackter Patrick bei seinem letzten Song “Magic Position”, in dem er die Sonne ansingt, und diese dann tatsächlich auch durch die Wolken bricht. Ein magischer, fast perfekter Auftritt.

Jetzt im Anschluss spielen Glasvegas auf der großen Bühne.

Anna Ternheim: Schöne Sängerin zum schönen Konzert

Anna Ternheim: Schöne Sängerin zum schönen Konzert

Ein schaurig-schönes, intensives Erlebnis mit Geruch (leider nicht im Bild) : Fever Ray

Ein schaurig-schönes, intensives Erlebnis mit Geruch (leider nicht im Bild) : Fever Ray

Phoenix : Bescheidene Franzosen

Phoenix : Bescheidene Franzosen

Bloc Party: Routinierter, junger Tagesheadliner

Bloc Party: Routinierter, junger Tagesheadliner

Des Elektrojüngers beste Freunde : Digitalism

Des Elektrojüngers beste Freunde : Digitalism

Sonntag, 16:43 Uhr: Der Pressebereich, wo wir gespannt auf Patrick Wolf, Glasvegas, Kasabian und natürlich Oasis warten, hat uns zurück. Aus Zeitverzug deshalb schnell hier Bilder von den Konzerten von Anna Ternheim, Fever Ray, Phoenix, Bloc Party und Digitalism. Später gibt es ausführlichere Worte dazu, soviel sei aber gesagt: Alle haben überzeugt und manche noch eins drauf gesetzt. Wir müssen zu Patrick.

Samstag, 22:39 Uhr: Phoenix Interview: Wow, sind diese Jungs bescheiden geblieben. Sowas gibt es nur noch ganz, ganz selten. Bin beeindruckt, sehr sympathisch. So und auf zu den Bühnen!

The Whitest Boy Alive dirigieren die Menge

The Whitest Boy Alive dirigieren die Menge

Finden Sie diesen Duke Filthy genug?

Finden Sie diesen Duke Filthy genug?

Samstag: 21:53 Uhr: Phoenix sitzen schon in Sichtweite, aber nochmal zurück zum Tagesprogramm. Eben hatten wir die Filthy Dukes in der neuüberdachten Gemini Stage (toi toi toi). Haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Londoner, und wurden dafür auch belohnt, auch wenn anschließend Mediengruppe Telekommander den Bühnenvorplatz in ein mehr wippender Arme und bangender Köpfe verwandelten. Problemlos Begeisterungsstörme auslösen konnten auch gerade The Whitest Boy Alive auf der Hauptbühne. Ihr naiver, entwaffnender Charme ist der Band bis heute erhalten geblieben und Erlend Øye darf ruhig Tarzan spielen, die Menge folgt ihm gerne. Jetzt gleich fängt übrigens auch der Anna Ternheim.

Samstag, 21:20 Uhr: Nachtrag: Gleich Phoenix im Interview und jetzt Whitest Boy Alive auf der Main Stage. Filthy Dukes Fotos gehen gleich hoch!

Travis Fran Healy in seinem Element

Travis Fran Healy in seinem Element

Pop-Agitatorin Beth Ditto von Gossip

Pop-Agitatorin Beth Ditto von Gossip

Rauschebart Ebbot von The Soundtrack Of Our Lives

Rauschebart Ebbot von The Soundtrack Of Our Lives

Samstag, 21:20 Uhr: So zurück aus Karin Dreijers “Fever Ray” Gaderobe. Eine sehr nette, offene und zugleich sehr abwiegende Frau. Das Interview gibt es nächste Woche online, jetzt kommen wir zum gestrigen Nachtgeschehen:

Nach Röyksopp spielten gestern um Mitternacht Travis auf der Mainstage. Vor der es allerdings etwas luftig zuging, da die bereits angesprochenen Crystal Castles (s.unten) immer noch auf überraschend viel Neugierde und Begeisterung stoßen. Die Schotten waren dennoch gut auflegt, Neu-Berliner Fran Healy parlierte mit seinen gesammelten Deutschkenntnissen und spielt routiniert und selbst-euphorisiert durch ein kuschliges Set voller melancholischer altbekannter Hits, in die sich die neuen Songs allerdings auch sehr gut einfügen. Wobei die Stimmung dann doch erst gegen Ende aufkommt.

Mir persönlich ist das alles etwas zu harmlos, also folge ich dem Krach zu Crystal Castles und dann zu La Roux in das vor Überfüllung geschlossene Zelt. Elly Jackson und Band beweisen hier wie auch in Berlin, dass sie ihren Weg gefunden haben.

Nichts neues also für mich und somit wieder zurück zur Gemini Stage auf der die (wieder) gehypten Gossip spielen. Drei Jahre nach meinem ersten Konzert mit dem US-Trio muss ich anerkennend Frau Ditto & Co ob ihrer Weiterentwicklung Tribut zollen. Das was da vorne auf der Bühne geschieht führt Pop und Agitation in bester Manier zusammen. Dazu streut Beth auch einige Strophen aus Pop-Klassikern wie “Lady Marmalade” in ihre Songs. Wenn Andy Warhol noch leben würde, wäre die füllige Sängerin wohl genauso sein neues Darling, wie sie gerade für Karl Lagerfeld ist.

Dann wieder zurück zum Coca-Cola Soundwave Tent wo The Soundtrack Of Our Lives etwas genervt in einem halbvollen Zelt beginnen. Aber wenn ihre Show tatsächlich nur mit 50% Energie gespielt war, dann Gnade uns Gott vor gut aufgelegten TSOOL. Dieses Konzert hat die Messlatte für ganz große Rockkonzerte sehr hoch gelegt. Die Schweden um den bärtigen Ebbot Lundberg übertrumpfen damit nicht nur Travis, sondern bringen Oasis für Sonntag in erheblichen Zugzwang. Da kann man dann plötzlich noch Gefallen am eigenen Auftritt finden, denn Ebbot hatte schlußendlich doch Spaß.

Der vergeht uns wieder einmal an der Gemini Stage bei Simian Mobile Disco. Nicht dass SMD eine schlechte Show liefern, nein ganz im Gegenteil: Hier gibt es ein wunderbares Set auf die Ohren, in dem “It’s The Beat” den roten Faden legt, den  “Audacity Of Huge” als sein legitimer Nachgfolger minutenspäter erfolgreich aufnimmt. Was stört, ist das Wetter, sprich ein riesiges Gewitter, und das wieder nur mäßig vorbereitete Melt! Team. Stundenlang strömt es, Moderat können auf der völlig überfluteten Hauptbühne nicht spielen, während sich bei SMD die Menschen wie Ölsardinen unter das Dach quetschen, das später dann auch durchhängt und über der Menge entladen wird. Dabei hätten simple Regenrinnen am Dach gereicht. Bedenklich war es auch, dass das leere, tausende Menschen fassende Coca-Cola Soundwave Tent einfach geschlossen wurde, sodass die durchnässten Festivalgänger auf Bierstände und die Klos ausweichen musste. Um 4:30 wird dann das Festival abgebrochen, Deadmau5, Trentemøller u.w. entfallen ohne Ersatztermin. Schade. Heute hat es wieder ein paar Male geregnet. Eine Wolkendecke steht über der Stadt aus Eisen – es soll allerdings trocken bleiben. Wir drücken die Daumen.

Crystale Castles machten ihr Blitzlichtgewitter mal wieder selbst
Crystale Castles machten ihr Blitzlichtgewitter mal wieder selbst

Samstag, 19:36 Uhr: Da wir gleich zum Fever Ray Interview müssen, nur eine kurze Info zum Konzert der Crystal Castles. Die haben gestern von der Gemini Stage aus Travis auf der benachbarten Hauptbühne ordentlich die Show in puncto Aufmerksamkeit gestohlen. Irgendwie ist es immer wieder faszinierend wie tausende Menschen an der Lippen der wie immer blassen Alice Glass hängen, die wie ein Alien abwesend über die Bühne wirbelt. So Fotos und Infos zu Gossip, TSOOL, Travis, La Roux und SMD gibt es gleich, Frau Dreijer Andersson wartet.

Samstag, 19:05 Uhr: Wieder melden uns zurück vom Melt!, Tag #2. Aufgrund technischer Schwierigkeiten leider erst etwas verspätet. Ein Grund davon war auch das heftige Gewitter, das gestern Nacht auf das Festivalgelände herunterging und die Veranstalter dazu zwang gegen 4:30 Uhr das Festival für diesen Tag abzubrechen. Dazu gleich mehr Infos plus Bilder und Eindrücke von The Gossip, The Soundtrack Of Our Lives, Travis, Crystal Castles, Simian Mobile Disco und La Roux.

Ein Klaxon

Ein Klaxon

Bodi Bill: Positive Schwingungen

Bodi Bill: Positive Schwingungen

Röyksopp und ihr Bassist im Scheerenschnitt

Röyksopp und ihr Bassist im Scheerenschnitt

Die Menge liebt die neue "Partyvariante" von Röyksopp

Die Menge liebt die neue "Partyvariante" von Röyksopp

...und die Bagger lieben sowieso alle

...und die Bagger lieben sowieso alle

Freitag, 23:59 Uhr: Das Melt! läuft auf Hochtouren. Die Klaxons konnten am frühen Abend zwar nicht die komplette Zeit ihres Konzertes die Fläche vor der Hauptbühne bis zum Maximum füllen, dafür zeigten sie sich gut aufgelegt, ließen sich sehr (bzw. zu) gerne feiern und zeigten neben einigen sehr aggressiven neuen Songs auch die wahnsinnige Bandbreite an Hits, die ihr erstes Album an Land gespült hatte. Der Sound – besonders der Bass – an der Main Stage ist dieses Jahr übrigens um einiges verbessert worden.

Weiter zur Gemini Stage, die dieses Jahr zurück am alten Platz ist und erstmals ein durchsichtiges Folien- statt Blechdach bekommen hat; Bagger-Feeling nun auch hier. Tolle Sache! Bodi Bill sind auf der Bühne starten gut gelaunt und impulsiv, aber leider müssen wir auch schon weiter zu Röyksopp. Die beweisen mit einem fantastischen Set und viel Elan und Freude, dass sie mit ihrem neuen Album doch irgendwie den Schritt zur “Party-fähigen” Band gewagt haben. “Girl And The Robot” wird in einen mitreißenden Stampfer verwandelt, geführt von der packenden Sängerin Anneli Drecker und garniert mit einer Tanzeinlage von Svein Berge selbst im roten Roboterkostüm. Super auch die Lichtshow. Nun geht es zu La Roux, Crystal Castles und Travis.

Freitag, 20:20 Uhr: Gerüchte unter den Besuchern, wonach sowohl Digitalism als auch La Roux ausfallen würden, weißt das Festival Management zurück. Die Konzerte finden statt.

Die Leute vor der Converse Main Stage und...

Die Leute vor der Converse Main Stage und...

... Delphic live auf ihr

... Delphic live auf ihr

Einer der vielen kreativ-gekleideten Besucher, für die wir das Melt! so lieben

Einer der vielen kreativ-gekleideten Besucher, für die wir das Melt! so lieben

Freitag, 20:12 Uhr: Delphic geben gerade das zweite Konzert auf der Hauptbühne. Nach etwas schwerem melancholischen Poprock mit Stadiongestus gehen sie über zu ihren elektronischeren Songs und bringen damit die Menge erstmals in Wallung. Das gesamte Festivalgelände hat bei unserem Rundgang einen guten Eindruck gemacht, alles schön organisiert und aufgeteilt. Zwei Wehmutstropfen: Die Big Wheel Stage ist visuell-technisch etwas kleiner ausgefallen als zuletzt und der Red Bull Music Academy Floor musste auf den Platz des Sleeples Floor ausweichen. Dafür ist es weiterhin trocken.

Cold War Kids gewohnt emotional engagiert

Cold War Kids gewohnt emotional engagiert

Freitag, 18:02 Uhr: Die Cold War Kids spielen gerade “Hang Me Up To Dry” hinter mir. Band engagiert, Publikum verharrt noch etwas in Anspannung und skeptischer Erwartungshaltung.

Die Converse Main Stage bei den Vorbereitungen für Cold War Kids

Die Converse Main Stage bei den Vorbereitungen für Cold War Kids

Freitag, 17:58 Uhr: Angekommen, wir sind da und sitzen im Pressearea des Melt!. Wo fangen wir an? Die Location: Gigantisch und beeindruckend wie immer. Das Wetter: Gestern war es sehr heiß, heute bis -zum (angekündigten) Unwetter kurz nach 14 Uhr auch. Der Regen war aber schnell vorbei und jetzt sorgen die Wolken für zumindest etwas Abkühlung. Allerdings hat der Regen u.a. das Coca-Cola Soundwave Tent, das als Melt! Club, fungiert etwas in Mitleidenschaft gezogen, sodass das Festival leider erst mit einer Stunde Verspätung geöffnet werden konnte.

Markus Kavka legt nichtsdestotrotz schin fleißig an der Big Wheel Stage auf, allerdings gehören zu einem Festival auch einige Programmänderungen. So haben die Foals wegen Krankheit ihren heutigen Auftritt abgesagt, deshalb spielen die Cold War Kids jetzt um 18:00 Uhr und Delphic um 19:30. Metronomy haben ja bereits gestern wegen Fehlplanungen abgesagt, dafür kriegen James Yuill und Bodi Bill je 20 Minuten extra-Stagetime. Weiterhin entfällt TRG heute. MSTRKRFT wurden auf den Sonntag verschoben. Das Mikroboy-Konzert findet morgen erst um 20:30 Uhr statt, Clickclickdecker spielt 19:00 – 19:30 Uhr.

Achso, die Stimmung: Gut wie immer, auch der Regen konnte die Vorfreude nicht trüben. Ein erstes Highlight war bereits die Campingsplatz-Party gestern mit u.a Frittenbude. Tagesheadliner heute: Aphex Twin + Hecker. Den Headliner vom Sonntag, Oasis, gibt es übrigens live vom Melt! im Onlinestream u.a. auf der offiziellen Festivalwebseite!

RT @aufgemischt: #melt LIVEBLOG: Fotos & Bericht von der magic performance des Herren PATRICK WOLF online!  http://is.gd/1CjrA @meltfestival

MELT!Festival auf der Ferropolis

01:30

Das MELT!Festival hat sein Lineup für 2009 heute komplettiert. Wieder einmal treffen ein sorgfältig und breit ausgewähltes Lineup und eine wirklich atemberaubende Kulisse – die alten, riesigen Kohletagebaubagger der Ferropolis - aufeinander. Große Namen wie Oasis, Aphex Twin + Hecker, Bloc Party oder Digitalism sollen dabei zusammen mit über hundert weiteren (vor allem jungen) Bands und DJs an die lange und erfolgreiche Festivaltradition anknüpfen.

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Das Melt! von 2009 ist nun die zweite Auflage der “großen” Festivalvariante: 2008 wurde erstmals die maximalmöglichen 20.000 Tickets ausgegeben (und ausverkauft) und erstmals wurde das Festival auf drei Tage ausgedehnt, was mit dem Auftritt von Superstar Björk – wohl einer der wichtigsten des letzten Jahres überhaupt – würdig gefeiert wurde. Überhaupt glänzten 2008 besonders die Frauen, allen voran Robyn und Roisin Murphy. Weniger glänzen tat hingegen das Wetter, dessen heftige Regenfälle und der enorme Menschenandrang die Veranstalter damals vor einige Probleme stellte. Mit der Lehre aus diesen zahlreichen Erfahrung kann 2009 eigentlich nur das beste MELT!Festival überhaupt werden, mit einem entsprechenden Lineup wurde dafür schon mal vorgesorgt.

So ahne ich den großen Kampf um den DJ Olymp im Freistil vorraus: Mit den Duos Digitalism, MSTRKRFT, Simian Mobile Disco, Boys Noize vs. Erol Alkan im exklusiven Duett und Röyksopp messen sich die Solisten Paul Kalkbrenner, DJ Phono (Deichkind), DJ Koze, Matthew Herbert (DJ Set), MELT!Stammgast Ellen Allien, Tiga, Trentemøller, Yuksek so wie unser persönlicher Geheimfavorit Deadmou5 aus Kanada: Hierzulande wartet die auflegende Maus noch auf den ganz großen Durchbruch, aber 2008 heimste er vier Beatport Awards ein und wurde in Ibiza zum besten DJ des Jahres gewählt. Nicht drumherrum kommen wird man wohl auch um das Set von Moderat (Modeselektor + Apparat). Mögen die Götter mit ihnen sein!

Magische Momente wird auch die Performance von Fever Ray verbreiten. Ob die Crystal Castles dafür wieder einen weiteren Auftritt hinrotzen werden? Wir werden sehen. Patrick Wolf jedenfalls wird sich sicherlich große Mühe für eine tolle Show geben. Genauso wie Berlins aktuelle Lieblingsband Bonaparte. Allerdings werden Aphex Twin + Hecker bestimmt auch nicht hinten anstehen wollen, wenn es um die beste Show des Festivals geht.

*Promofilm zum Festival (der Autor dieser Zeilen steckt sogar hinter den hier gezeigten Besucherinterviews)

Für die Gitarrenfraktion wurde die halbe britische Musikszene eingeladen: Angefangen bei den Altmeistern Oasis und Travis, beide gerade in ihrem zweiten Frühling und somit top in Form, über die Oasis-Buddies Kasabian, die zurückkehrenden Bloc Party und Klaxons, die Afrikan Beat Rumpler von !!! (chk chk chk) und den Foals hin zu den düsteren Schotten von Glas Vegas. Gossip werden mal wieder bei einem Festival vorbeischauen, ob Karl Lagerfeld sich mit Beth Ditto in den Schlamm begeben würde? Eher nicht. Dazu gibt es für die großen Gefühle Polarkreis 18, für die Füße die Filthy Dukes und für alles unsere Lieblinge Phoenix und The Whitest Boy Alive.

Wenn man noch empfehlen kann? Das Duo Thunderheist, Bodi Bill, Großbritanniens neues Popsternchen La Roux, die unglaublichen Buraka Som Sistema und und und… Es kann nur für dieses Festival sprechen, dass gerade noch nicht mal die Hälfte aller Gäste aufgezählt wurde. Und auch, dass die Veranstalter wieder zum Bühnenaufbau von 2007 zurrückgekehrt sind, wird wohl von vielen positiv aufgenommen werden. Wenn man jetzt noch für möglichen Regen vorsorgt, wird es ein grandioses Festival.