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on3 Festival : München im Herbst

23:02

Der Festivalsommer ist vorbei, die bunten Blätter fliegen durch die Luft und mit ihnen schwingt ein Hauch von Herbstgefühlen durch die Straße. Wenn, dann muss aber nur temporär in Sentimentalität und Melancholie verfallen werden. Denn es gibt eine musikalische sowie freudige Empfehlung an diesen kalten Tagen: das on3-Radio-Festival in München. Der Jugendsender des Bayrischen Rundfunks lädt wieder mal Ende November – am 27. – in das Münchener Funkhaus ein.

Wo letztes Jahr FM Belfast, Creme Fresh und Speech Debelle bewegende Shows lieferten und manch Journalist meinte, Pete Doherty (aufgrund dieser Aktion) ridikül zu zerreißen, sind dieses Jahr auch wieder einige gute Künstler am Start. Beispielsweise das kanadische Trio Born Ruffians, das dieses Jahr bei Warp ihr zweites Album Say It heraus gebracht haben. Mit ein bisschen Gebrüll und mal ruppigen mal zarten Gitarrenklängen arrangieren die Herren ein harmonisches Klangverhältnis.

Surreal und elektronisch im Sound wird es dann mit den Crystal Fighters, die schon rapider und tanzbarer sind. Außerdem zusagt haben Kele Okereke von Bloc Party (oben live beim Melt! Festival von Christoph Paul fotografiert), der dieses Jahr ein durchaus hörenswertes Soloalbum geschaffen hat, Telekinesis, MIT, Roman Fischer sowie die jungen Panda People und weitere (das komplette Line-up findet ihr nachfolgend).

Berlin Festival 2010

19:16

Stadt, Location und natürlich nicht zu vergessen: das LineUp. Alles Argumente, die für das Berlin Festival 2010 sprachen und die meisten der großen Erwartungen wurden auch erfüllt.

LCD Soundsystem, EDITORS, Robyn, Gang of Four und Zola Jesus waren nur einige der vielen Acts, die den Weg nach Berlin gefunden hatten. Adam Green holte sich für seinen Auftritt sogar einen besonderen Gast mit auf die Bühne: Macaulay Culkin performte mit ihm auf der Mainstage. Weniger herausragend war die Organisation der Bühnenzugänge. Mit den aktuellen Ereignissen der Loveparade im Hinterkopf unterbrachen die Veranstalter das Festival am Freitag, da der Zugang zu Hangar 4 dem großen Ansturm nicht stand hielt. Trotz der Folgen für das LineUp (der Auftritt von Fatboy Slim und den 2manydjs viel aus) und die Stimmung bot das Berlin Festival musikalisch alles was man sich wünschen konnte.

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Foto: Christoph Paul

MITten in der Welle

16:39

mit live rosis by katharina poblotzki

MIT waren letzte Woche für einen kurzen Gig im Berliner Rosi´s. So musste man auch im Sommer 2009 nicht auf das Trio verzichten. 16 Monate nach der Veröffentlichung des Debütalbums Coda hat die Band an diesem Tag aber schlechte Neuigkeiten für die Anwesenden im verwinkelten Friedrichshainer Club: Sänger Edi entschuldigt sich, krank und heiser zu sein.

Davon merkt man aber auf der Bühne kaum etwas. Während Tamer konzentriert im Hintergrund bleibt, zuckt Edi manisch hin und her, wälzt sich über den Boden, zugleich bearbeitet Felix energisch und verschwitzt sein Schlagzeug. War hier an selber Stelle noch vor kurzem über MITs Sound zu lesen, er seie “eine schwarze Welle, die dich überrollt”, so erleben wir jetzt die Verkörperung dieses Bildes: Das Licht ist stark gedimmt, hinter dem in alle Ecken des Saales wabernden Kunstnebelschwaden zeichnen sich drei schwarze Silhouetten ab, die eine zerreißend-intensive Klangwand herauf ziehen; unterlegt mit famosen Songs wie “Rauch” oder “Park”.

Gegen Ende verschmilzt “Gebaut” mit der Vorabsingle “Was War Es”. Als Schnittstelle fungiert ein enthusiatisches Zitat aus Wighfields “Saturday Night“, dem – Gott sei Dank – jegliche Eurodance-Affinität genommen wird. Der Höhepunkt eines Konzertes, dessen Publikum – trotz angeschlagenem Sänger – nach einer Zugabe verlangt und mit selbiger belohnt wird.

mit live rosis 3 by katharina poblotzki

Es bleibt die Erkenntnis zurück, dass Mit auch live viele gute und sehr gute Songs besitzen. Das tun andere Bands allerdings auch. Was sie trotzdem von vielen deutschen wie sonstigen Künstlern unterscheidet ist, dass sie für sich ein Klangkonzept gefunden haben, das eigen aber in sich schlüssig ist. Viele ähnliche Versuche ersticken schnell in Stumpfheit (siehe die zweite Vorband I Heart Sharks), doch davon sind die Kölner weit entfernt.

Somit sollte sich nun auf das zweite Album gefreut werden, für das man sich wohl aber noch gedulden muss: Laut Tamer werden zwar gerade neue Stücke geschrieben, zum Aufnehmen sei es aber noch nicht gekommen. Dafür wird es eine Remix EP geben, an der u.a. auch die von uns hochgeschätzten Crystal Fighters beteiligt sein werden.

Photos by Katharina Poblotzki

Mit mit Neave (UK) im Rosi’s

04:42

mit

Mit sind wieder in der Stadt! Am Freitag, den 24. Juli 2009, spielen sie gemeinsam mit unseren Freunden von Neave sowie I Heart Sharks im Rosi’s beim popmonitor.berlin.live. Wer deutsche Musik für generell großen Mist erklärt, der kann nur dann für voll genommen werden, wenn er Mit gehört hat und selbst dann eigentlich nicht, denn Mit sind der absolute Gegengebeweis dieser These. Sie sind Köln und ihr Sound eine schwarze Welle, die dich überrollt.

Ihr Debütalbum “Coda”, ein düsteres, fiebrig-zappelndes Werk, sorgte 2008 vor allem in Großbritannien für viel Wirbel und das ohne die überragende Vorabsingle “Was war es” zu enthalten. Gerade arbeitet das Trio an neuen Songs, von denen wir uns hoffentlich schon teilweise in Berlin überzeugen können. Ansonsten bleiben da ja auch noch ihre Livequalitäten, die sie ins Vorprogramm von Gossip, Test Icicles oder den Golden Zitronen spülte.

Neave hingegen können mit Supportslots für Crystal Castles und The Presets aufwarten. Auch keine schlechte Duftmarke. Die unterlegen Neave Merrick und Charlie Feinstein auf der Bühne mit viel Exaltiertheit und wabernden Synthies und Dark-Wave-Hooks. Kann man sich als die Zappelphilipp-Variante von A Place To Bury Strangers vorstellen.

neave

Photos by Sibilla Calzolari (1), Neave (2)