Posts Tagged ‘Monarchy’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

Monarchy : Maybe I’m Crazy

14:21

Monarchy (Interview) veröffentlichen am 8. August endlich ihr Debütalbum bei 100% Records (OMD, Matisyahu) in Großbritannien. Der bereits im letzten Jahr geleakte Langspieler wurde nun umsortiert, in Around The Sun umbenannt und mit zwei neuen Stücken ausgestattet. Neben früheren Großtaten wie “Gold In The Fire”, “The Phoenix Alive” und “I Won’t Let Go” wird auch das eher durchschnittliche “Jealous Guy” (nachfolgend zu hören) darauf vertreten sein.

Die neue, weiter unten ebenfalls zu hörende Auskopplung “Maybe I’m Crazy” soll erst am 22. August erscheinen, dafür dann mit Remixen von Michael Woods, Linus Love, Azari & lll, Disjokke, Joe And Will Ask und Dreamtrak Diamond Sound – da sollte für jeden etwas dabei sein. Am 16. Juli tritt die Band beim Melt! Festival auf, am 17. beim Lovebox.


Monarchy : Maybe I’m Crazy


Monarchy : Jealous Guy

Monarchy : I Won’t Let Go / MNDR : Cut Me Out

00:36

Das britische Popduo Monarchy hat sein neues Video für “I Won’t Let Go” veröffentlicht. Als Regisseur dafür verantwortlich zeichnet sich Stamp Films’ Roy Raz, der hier wie auch schon im seinem Vorgängerwerk The Lady Is Dead, das später gar zum offiziellen Video seines begleitenden Liedes (“In His Shirt” von The Irrepressibles) wurde, den Fokus auf Sexualität und Gender legt. Während aber gerade die gleichgeschlechtliche Liebe im Erstling offen das Bild bestimmte, tritt sie im neuem Video erst spät als kryptischer Schlüssel zu Tage.

Die Hauptfigur ist ein äußerst feminin erscheinender junger Mann, der an das androgyne australisch-serbische Männer-und-Frauenmodell Andreij Pejic erinnert, der kürzlich zum Aushängeschild der neuen geschlechtslosen Mode erhoben und u.a. von Jürgen Teller für das ZEIT Magazin porträtiert wurde. In “I Won’t Let Go” unterzieht er sich nun einer operativen Geschlechtsumwandlung, die, begleitet von der wie gewohnt verhüllten Band, eher an der Werkbank als am Operationstisch von statten geht. Dazwischen zeigen andere Aufnahmen den Darsteller mitten in einem Regen von Cupcakes. Es ist die Reproduktion der fortschreitenden Transformation als metaphorische Traumsequenz, wenn man das Backwerk als Verkörperung zweier sehr starker weiblicher Rollenmodelle, dem allumfassenden Hausfrauenideal der 1950er-Jahre einerseits und den modernen urbanen Charakteren  aus Sex and the City andererseits – wie es die Autorinnen Ondine Park und Tonya Davidsonas in ihrem letztjährlichen Artikel “Cupcakes, gender, nostalgia” für das Magazin Briarpatch aufzeigten.

Am Ende negiert das Video den aufkommenden Zeitgeist aber doch wieder, wenn in der Abschlussszene der eben nur vage männliche und nun zur “vollkommenen” Frau mutierte Darsteller eine andere Frau küsst. Letztendlich handelt sich also nur um eine Manifestation der von Monarchy besungenen grenzenlosen Liebe, Geschlechtsumwandlung und Identitätsverschiebung mit eingeschlossen.

Als Minuspunkt verbleit da abschließend, dass leider für die talentierte Gastsängerin Rakhusan kein Platz im Video war. Sie hätte es verdient gehabt.

 

Aber verbleiben wir noch kurz bei jungen weiblichen Stimmwundern und großartigen Videos: Vor etwas mehr als einem Jahr machten uns die subtilen Klänge von “I Go Away” auf MNDR aufmerksam, das Soloprojekt der ehemaligen Triangle-Hälfte Amanda Warner. Über den Zwischenstopp eines Auftritts in Mark Ronsons Single “Bang Bang“, präsentiert sie nun mit “Cut Me Out” ihren nächsten, direkteren Versuch und ihr erstes Video überhaupt. Gewissermaßen befreit sie sich hier aus dem eigenen Kokon, den Warner schneidet sich zu einem beinahe entschleunigten Beat selbst aus einer Art unendlichem Brillen-Editorial heraus.

“Cut Me Out” entstand zusammen mit Timothy Saccenti von Partizian, der zuvor unter anderem die Videos zu “Atlas” von den Battles oder “Dominos” von The Big Pink gedreht hatte. Das Duo zitiert nun vor allem surrealistische und daher fast nostalgische Inspirationsquellen, etwa Luis Bunels Film Un Chien Andalou oder die Werke Salvador Dalis. Die Realisierung des effektreichen Videos verlief aber recht modern: Ein umprogrammierter optischer Videospielcontroller namens Kinect ermöglichte Warners Doppelgängerinnen.

Monarchy I Won’t Let Go ist bei Moda Music mit Remixen von Bag Raiders, Sam Tiba & MYD, Mustang und Jaymo & Andy George erschienen. MNDR Cut Me Out bei Green Label Sound mit einem Remix von Hervé.


Monarchy : I Won’t Let Go


MNDR : Cut Me Out


MNDR : I Go Away

Hot City remixes Monarchy

21:57

Erinnert ihr euch noch an Monarchy? Das Londoner Duo, das zuerst unsere Herzen mit ein paar Popsongs voller Audiograndezza gleich flüssiger Kristalle eroberte und dann kurz vor ihrem allerersten Liveauftritt davonlief in die Staaten entflog, um mit (mutmaßlich) Madonna zu arbeiten? Nun, es gibt sie immer noch, sie sind geschäftiger denn je und neue Wundertaten zeichnen sich schon im morgenrötlichen Horizont ab.

Heute hat aber erstmal dieser sehr heftiger Hot City Remix ihre Semi-Hymne “The Phoenix Alive” bei den geschätzten Herren von Discobelle seine Premiere gefeiert. Hot City sind ebenfalls aus London und haben den Track feinsäuberlich kleingeschnezelt, einmal durcheinandergewirbelt, neu zusammengesetzt und mit einem kräftigen Bass unterlegt. Ein perfekter Start in eine durchtanzte Freitagnacht.

Schaut einmal bei Hot City’s Myspace für noch mehr Raveknüller und lest unser altes Interview mit Monarchy hier.

Monarchy “The Phoenix Alive (Hot City Remix)” (download mp3)

Interview: Monarchy

16:35

monarchyKaum jemand hat uns in letzter Zeit derart fasziniert wie Britanniens aufsehneregendes, aber geheimes Popdou Monarchy, die uns mit fantastischen Popsongs der großen Gesten und dem süßlich-berauschenden Beigeschmack des Geheimnisumwobenen für sich gewannen. Eigentlich sollten sie heute auch ihren ersten Auftritt überhaupt in der Hoxton Square Bar & Kitchen in London spielen, doch statt in Ost-London aufzuschlagen, flog die Band in die USA, um ihren Pressemanager James Penycate zu zitieren: “They’ve been flown out to states to work with a couple of megastars.”

Da steht also noch größeres bevor. Bis dahin gibt es aber erstmal ihre Debütsingle Black The Colour Of My Heart / Gold In the Fire als 7″ beim ohnehin geschätzten Neon Gold Label, die für den 1. Februar ansteht (Vorbestellung sind via Pure Groove hier möglich). Wir wiederum haben deshalb unser Raumschiff mit ein paar Fragen beladen und in die unbekannte Galaxie* geschickt, in der solch kosmische Musik gemacht wird. Das kam zurück:

Was hat euch dazu inspiriert, Monarchy zu gründen?
Wir haben uns nicht wirklich dazu entschieden, Monarchy zu starten. Es erwählte uns einfach nach einer Reihe willkürlicher Zufälle. Vielleicht ist es unser Geburtsrecht oder Schiksal, oder vielleicht eine angeborene Krankheit oder die Konstellation der Sterne – wie auch immer es passierte, am Ende haben wir ohne bewussten Gedanken angefangen als Monarchy Musik zu machen.

Was ist eure höchste moralische Maxime?
Sich selbst treu zu Bleiben. Wenn du dir selbst und deinen tiefsten Gefühlen gegenüber ehrlich bist, nimmt alles andere seinen Lauf.

Wer ist eure historische Lieblingsperson?
Dschingis Khan.

Was ist euer liebstes InstrumentWas ist euer liebstes Instrument / eure liebste Anwendung?
Protools. Es ist zugleich auch unser unliebste Anwendung. Mikrophone kommen uns auch ganz gelegen.

Was ist euer Lieblingsgeräusch?
Der Klang von implodierenden Galaxien einige Millionen Lichtjahre entfernt, bei dem sich das Strahlenspektrum in hörbare Frequenzen transponiert wird. Das klingt abgefahren. Weißes Rauschen kommt dem sehr nahe.

Was war die erste Musik, die ihr jemals gehört habt?
Der Klang der in der Dunkelheit pulsierenden Gebärmutter unserer Mutter, die uns warm hielt und nährte. Seitdem war alles nur noch ein Kampf.

Was seht ihr, wenn ihr euch gegenseitig in die Augen blickt?
Uns selbst.

Als Experten des Verborgenen, was sind eure liebsten Halloween-/Faschingskostüme?
Wir tragen keine Kostüme.

Seit ihr als Band demokratisch organisiert oder ist einer des anderen Sonnenkönig?
Wir haben unsere eigene Form der Demokratie beruhend auf unseren Persönlichkeiten und der Art, wie wir miteinander umgehen.

Wenn MONARCHY die Welt beherrschen würden, was würde sich im Vergleich zu jetzt ändern?
Weniger Apathie, weniger Bürokratie, höhere Bildung und individuelle Erkenntnis und Freiheit. Die heutige Demokratie ist eine Farce, sie ist tot, eine Fassade von Gleichheit, die seit Jahrzehnten ausgehöhlt wurde bis nur noch die Hülle übrigblieb.

Welchen Song eines anderen Künstlers hättet ihr gerne geschrieben?
Da gibt es so viele, aber “I’m Not In Love” von 10CC fällt mir gerade ein.

Nach einer Dekade, in der vielfältige Musikgenre koexistierten; welche Musik wird nun die 2010er Jahre dominieren?
Ich vermute kostenlose Musik wird sehr beliebt sein.

…und werden die Briten jemals aufhören ihre Monarchie zu lieben?
Ja, zur selben Zeit, in der Frieden auf der Erde herrscht.

*Wir wissen, dass einige Leute bereits das frühere Projekt der Band aufgedeckt haben, aber warum sollte man ein solches Konzept hier schon jetzt einreißen?

spielen dort Britanniens aufsehneregende, aber geheime Popband Monarchy

In geheimer Mission

18:53

monarchy

Ein kleiner Gedanke zum Feierabend: Wenn früher einmal ‘sex sells’ der Weisheit letzter, goldener Schluss war so ist es nun wohl eher ‘secret sells’. Denkt mal darüber nach. Wer interessiert sich denn noch für Britney & Co? Und hat sich nicht jeder fast in die Hosen gemacht, wenn neue Musik von Studio oder Burial irgendwo auftauchten? Von neuen Banksy-Werken mal ganz zu schweigen. Was wären all diese Künstler ohne den süß-duftenden Nebel des Mysteriums, der sie umgibt?

Sicherlich noch immer großartige Künstler, aber es gehört zur Natur der menschlichen Psychologie, dass das Geheimnisvolle und Verborgene immer noch die höchsten Wellen schlägt. Man braucht einfach dieses ungewöhnliche Prickeln in Herz und Kopf oder nicht? Hier ist ein bisschen Nachschub in dieser Sache:

1. Den Anfang macht unserer französischer Freund Kolt13. Nachdem wir euch vor kurzem Remix  von Chromeos “Night by Night” präsentieren konnten, sind wir umso erfreuter euch nun den Murdaphunk Remix von “Fancy Footwork” nachzulegen. Das Ganze beginnt als einer sehr entspannte und stimmige Nummer und bricht sich dann um die Hälfte des Songs gen Disco. Gut gemacht, mein Lieber. Oh nebenbei, bevor Kolt mit Disco und Electro für sich entdeckte, hatte er seine DJ-Hände in der hiesigen französischen Hip-Hop-Szene; nicht der schlechteste Lebenslaufseintrag würde ich behaupten.

Chromeo “Fancy Footwork (Kolt13 Murdaphunk Remix)” [download]

2. Ich bin ein wenig spät dran damit (entschuldigt bitte), aber das hier hat sich seit Wochen in meinen Gehörgängen verkrallt und zwar mit einem einfachen, simplen Song: Monarchy sind ein Duo aus London und im Prinzip weiß niemand so recht, wer dahinter steckt. So vermutet Carl Howard wahlweise “Erol and Tiga? Gary Barlow and MNEK? Derek Davies and Starsmith?”dahinter. Ich würde noch gerne Dan Lissvik von Studio zur Liste hinzufügen, schließlich passt er musikalisch perfekt zum Team und lebt auch in London. Darüber, dass das ihr bis dato einziger Song “Gold in the Fire” aber ein echter Ohrenschmaus ist, herrscht aber Einigkeit. Die Mp3 kann man sich wahlweise bei DISCODUST oder Illegal Tender holen. Hoffentlich folgt bald mehr.

3. Während ich das hier schreibe, ist es zwar längst kein Geheimnis mehr, aber eine Erwähnung ist es trotzdem wert: Am Mittwoch hatte das PHANTASY-Label, hinter dem Erol Alkan steckt, seine sechste Veröffentlichung durch einen damals noch geheimen Künstler angekündigt. Nach fünf grandiosen Vorgängerveröffentlichungen (ihr Myspace gibt einen recht gut Überblick über alle), hatte ich also einiges erwartet – zu Recht. Am Freitag erschien PH06 alias “Bangkok” von niemand geringerem als Boris Dlugosch samt eines Remixes von Roska auf Beatport. Eine limitierte Vinylversion soll folgen. Ich glaube, wir haben einen neuen Anwärter für unser Lieblingslabel.

Bangkok by phantasysound