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Apparat : The Devil’s Walk : Albumstream

10:33

Zuletzt waren Apparat bei der Noisey Party und auf dem Berlin Festival zu erleben, so langsam dürfte aber in gespannter Erwartungmit dem Füßen  gescharrt werden, steht die Veröffentlichung des neuen Apparat-Werks doch noch aus. Gemeinsam mit Simfy und ihrem Label Mute, wo The Devil’s Walk am 23. September erscheint, können wir euch nun fünf Stücke des Albums im Vorabstream präsentieren. Neben dem bereits bekannten “Song of Los” und “Black Water” sind das Eröffnungstück “Sweet Unrest”, “Goodbye” und “Candil de la Calle” ganz neu zu hören. Es handelt sich somit um die komplette A-Seite des Albums. Dazu gibt es das aktuelle Video zu “Black Water” zu sehen.



[vimeo 27726160 nolink]
Apparat : Black Water (Video)

Verlosung : S.C.U.M. x Mute Night Berlin

09:31

Wer nach unserem Hurricane-Bericht Lust bekommen hat, ein Konzert der Gruppe Portishead zu besuchen, sollte schnell Flugtickets für den 23. Juli gen London buchen. Dann nämlich beginnt das von der Band kuratierte Zweitagesfestival I’ll Be Your Mirror, eine neue weltweite Veranstaltungsreihe der bekannten All Tomorrow’s Parties, im Alexandra Palace. Zu dem überaus hochkarätigen und recht avantgardistischen Line-up (u.a. die Kuratoren selbst, PJ Harvey, Grindermann, Caribou, Beach House, Liars – ein unten zu downloadendes Mixtape vereint sie alle) gehören dabei auch die Briten von S.C.U.M., benannt nach Valerie Solanas gleichnamigen Emanzipationsmanifest.

Hatten weniger wohlmeinende Geister dem Londoner Quintett noch am Anfang ihrer Karriere Epigonentum gegenüber These New Puritans vorgeworfen, hat sich der Sound der Band stetig weiterentwickelt. Heute sind S.C.U.M. der frischeste Beweis, wie viel Pop-Appeal eigentlich doch in gut gemachtem Düsterwaverock stecken kann. Ohnehin schwingt in ihrem Gestus mit, dass sie sich selbst – vorsichtig formuliert – für keine allzu schlechte Band halten. Folgerichtig erscheint am 9. September ihr Debütalbum beim namenhaften Label Mute. Nun ist obendrein ein neues Video zu “Amber Hands” erschienen, für das sich der selbst ernannte Schamane, Konzeptkünstler und bekennende Optimist (sic!) Matthew Stone als Regisseur verantwortlich zeichnete. Ganz zeitgemäß setzt er dabei auf unscharfe Aufnahmen, die die Undurchschaubarkeit der Band unterstreichen. Die wie Beschwörungsrituale anmutenden Armverrenkungen, die Sänger Thomas Cohen für gewöhnlich auf der Bühne in allerlei Kunstnebel gehüllt aufführt, werden hier jedoch nur angedeutet. Stone hatte zuletzt für (Achtung!) These New Puritans die diesmal nackenden Körperverrenkungen mehrer Schauspieler zum Video “Attack Music” zusammengefügt.

Ob das Versteckspiel nun vollendete Pose oder doch organisches Bedürfnis ist, darf gerne am Dienstag (28. Juni) bei der Berliner Mute Night ergründet werden. Dann spielen S.C.U.M., zuvor u.a. als Support der Horrors in der Stadt, in der Berghain Kantine mit ihren Labelkollegen von Beth Jeans Houghton (großartiger, weil verquerer Pop, man höre “Dodecahedron“) und Big Deal (großartiger, weil ergreifender Pop, man höre “homework“), die Mute DJs legen im Anschluss auf.

Wir verlosen dafür 2×2 Gästelistenplätze auf unserer Facebookseite! (Viel Glück!) Alle Veranstaltungsinfos und Links zum Vorverkauf findet ihr am Artikelende, weitere Videos und Downloads aller Künstler auf der Veranstaltungsmicroseite. Die selbe Konstellation tritt auch tags zuvor im Amsterdamer Bitterzoet und tags danach im Fleche D’Or Paris auf.


S.C.U.M : Summon The Sound


S.C.U.M : Summon the Sound (Grimes Remix)


ATP I’ll Be Your Mirror London Mixtape (Download)
00.00 “…They Don’t Sleep Anymore on the Beach…” / Monheim – Godspeed You! Black Emperor
13.19 We Carry On – Portishead
19.44 A Cold Freezin’ Night – The Books
23.04 Gazzillion Ear – Doom
27.15 You Fucking People Make Me Sick – Swans
32.20 Yang Yang – Anika
35.11 Real Love – Factory Floor
42.32 Infinity Skull Cube – DD/MM/YYYY
45.51 Untilted – Helen Money
51.42 “Four Spirits In A Room” Excerpt – Alan Moore & Stephen O’Malley
56.50 Plaster Casts Of Everything – Liars
60.43 8 Steps To Perfection – Company Flow
65.23 Written On The Forehead – PJ Harvey
68.49 Arabic Emotions – The London Snorkeling Team
71.27 Wulfstan – BEAK>
77.28 When My Baby Comes – Grinderman
84.09 Paris Signals – S.C.U.M.
88.30 Lovers With Iraqis – Foot Village
92.18 Gratitude – Acoustic Ladyland
96.29 Violence – The Telescopes
100.01 Hannibal – Caribou
106.15 Walk In The Park – Beach House

Apparat : Black Water

19:03

Ob die Abbildung Sascha Rings alias Apparat auf dem Cover seiner neuen Single “Black Water” Goethes Dr. Faust nachempfunden wurde, bleibt zunächst ungewiss. Mode-historisch würde es nicht ganz passen, denkbar wäre es dennoch, wuchs der Berliner Produzent doch ursprünglich im Harz auf, jenem Gebirge, das den alten Dichter zu zahlreichen Episoden seines Hauptwerkes inspirierte. Vielleicht soll es aber auch die Symbiose von (ernster) Musik und chemischen Drogen wiederspiegeln, die die deutsche Technokultur so nachhaltig geprägt hat und prägt. Denn das neue vierte Album The Devil’s Walk (da klopft der Faust wieder an) des mittlerweile zur Band mutierten Projekts atmet ebenfalls diesen Geist; ab dem 23. September auch im hiesigen Plattenladen. Verantwortlich dafür ist diesmal das britische Archelabel für elektronische Musik, Mute, was wiederum bedeutet, dass Ring erstmals ein Apparat-Album nicht auf Shitkatapult veröffentlicht, nachdem er sich im Anschluss an sein Drittwerk Walls seiner Teilhaberschaft am Label entledigt hatte. Dafür gab es im Vorjahr einen Beitrag zur renommierten DJ-Kicks-Reihe von !k7, die das internationale Profil des Künstlers weiter schärfte.

Die ersten Skizzen der neuen Stücke sollen kurz zuvor im mexikanischen Surfer-Hotspot Sayulita entstanden sein, mit dabei: Joshua Eustis von Telefon Tel Aviv, dessen Bandpartner Charles Cooper 2009 verstorben war und der später für Rings DJ-Kicks auch das Exklusivstück “Lengthening Shadows” spendierte, sowie Alfredo Noguerira, seines Zeichens Studiomusiker bei TTA. Und so würden wir, neben den beeindruckenden Festivalerfahrungen, die Ring zuletzt mit Modeselektor gemeinsam als Moderat etwa beim Roskilde, Field Day, Berlin Festival oder Melt! sammeln konnte, vor allem die lateinamerikanische Sonne als Haupteinfluss auf “Black Water” und den bereits im April publizierten Vorgeschmack “Ash/Black Veil” verzeichnen, käme die Belehrung via Pressetext nicht umgehend. Demnach strickte Ring das “esoterische” Gewand der Musik erst nach einer kreativen Dürreperiode und wieder daheim in Berlin. Als Partner, Co-Produzent und Katalysator diente ihm dabei Patrick Christensen alias Nackt, ehemals bei der Shitkatapult-Band Warren Suicide.

Warm und melancholisch, großflächig wie tief erscheinen nur die ersten beiden Ergebnisse. Eindeutig strebt streben Apparat dabei nach dem kollektiven Schwelgen in Klangräumen, die man bereits am Donnerstag bei der Kölner c/o pop und bis September bei vier weiteren Liveterminen erleben kann. Bis dahin gibt es “Ash/Veil” und “Black Water”, das am 1. August bei Mute erscheint, nachfolgend als Gratisdownloads.


Apparat : Black Water (Download)


Apparat : Ash/Black Veil (Download)

Apparat live:
23.06. Köln, Philharmonie
30.06. Augsburg, Modular
15.07. Gräfenhainichen, Melt! Festival
29.09. Berlin. Berlin Festival
23.09. Hamburg, Reeperbahnfestival

Liars : Interview

15:42

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Sollte eigentlich jedes Interview oder Gespräch ein dynamisches sein, so ist es unser Treffen mit den samt dem wortwörtlich überwältigenden Album Sisterworld aus dem Moloch Los Angeles zurückgekehrten Liars gleich im doppelten Sinne. Denn während sich Julian Gross in mitten eines heißen Berliner Maitages als ausgesprochen ernsthaft und bisweilen ungeduldig erweist, und Aaron Hemphill gitarrenstimmend den hinterfragenden, intellektuellen Sidekick gibt, steigen Angus Andrews Redefluss und -Tempo mit jeder Minute – der zuvor gezogenen Pfeife sei Dank. Vielleicht verdaut er mit die Schrecken der Herfahrt, passierten sie doch laut Gross auf der quälend langen Anreise von München u.a. auch ein brennendes Auto. Stau inklusive.

Ihr scheint einen siebten Sinn für größere und kleinere Katastrophen zu haben.
ANGUS ANDREW: Ja, wo und wann immer es eine Terrorattacke gab – wir waren da. Wir waren damals in London (2005) und Aaron war an 9/11 in New York (2001).
JG: In Bilbao waren wir auch zugegen. Entweder verfolgt uns das Unheil selbst oder wir sind Terroristen. Ist das etwa ein Zufall? Wer weiß? Ich weiß es nicht.

Als weiteres Puzzlestück des Disasters passt da, dass euer aktuelles Album Sisterworld genau an Weihnachten im Internet auftauchte.
JG: Ich nehme an, das sollte uns sage, dass es ist ein gutes Kirchenalbum ist.
AA: Jedenfalls hat es die Feierlichkeiten nicht ruiniert. Ich war gerade mit meiner Familie in Australien und das hat mich so was bloß noch mehr vergessen wollen.

2010 ist das Jahr von Liars’ zehntem Jubiläum …
[Eine kleine Diskussion darüber, wie und wann man mit dem Jahre zählen anfängt, entsteht und findet keine richtige Lösung]
AA: … wir sind sowieso einfach glücklich damit, dass machen zu können, was wir wollen.

Pavement, die zuletzt wieder tourten, haben sich ursprünglich genau an diesem Punkt ihrer Karriere, an dem ihr jetzt seid aufgelöst. Kam euch schon einmal der Gedanke, diesem Beispiel zu folgen?
AA: Nicht wirklich. Pavement haben uns zwar gefragt, ob wir mit ihnen touren wollen, aber das ist schon die einzige Verbindung, die mir zu ihnen einfällt.
AARON HEMPHILL: Bedauerlicherweise gibt es keinerlei Inspiration von Pavement für uns. Vielleicht können die Hörer welche finden, aber das ist ihre eigene Freiheit.
JG: Außerdem hat sich Pavements Musik nicht wirklich verändert oder? Wir sind da anders. Wir wollen nicht immer das Gleiche machen. Wir nehmen uns da etwas mehr Freiraum.

Also denkt ihr, dass ein Abschied eurerseits vorerst ausgeschlossen werden kann?
JG: In 60 Jahren vielleicht.
AA: Man kann schwerlich sagen, was in der Zukunft passieren wird.
AH: Alles Mögliche kann passieren.

Wie bei Pavement haben die Leute aber mit der Zeit angefangen, euch eine ‘einflussreiche Band’ zu nennen.
AA: So etwas liegt völlig außerhalb unserer Wahrnehmung. An solchen Diskussionen nehmen wir nicht teil.
AH: Ich denke, dass das Konzept einer ‘einflussreichen Band’ eher als Betitelung statt als Wesen ist ein Schlagwort aus den Händen der Rockmedien – genau wie eine ‘Szene’. Wenn du also als Band so einen Titel, so einen journalistischen Begriff akzeptierst, ist das eine Art des Aufhörens, ein Zeichen der Stagnation.

Aber drückt dieser Begriff nicht auch aus, dass andere Leute durch euer Werk einen neuen, für sie unbekannten Zugang zur Musik entdecken?
AH: Das ist möglich. Ich glaube nur, dass unsere Musik da freizügig ist, weil alles, was wir haben, in sie einfließen lassen, und ich hoffe, dass die Leute auch darüber nachdenken. Wenn das für sie zugleich bedeutet, eine neue Art von Musik zu entdecken, ist das ein fantastisches Resultat. Aber wir würden nie behaupten, dass wir ‘einflussreich’ wären. Ich habe Bands gehört, die sich für Musik anderer Leute gerühmt haben – so etwas ist widerlich. So sehr ich etwa the Velvet Underground auch mag, wären sie eben nicht the Velvet Underground gewesen, hätte jemand anderes ihre Musik gemacht. Wann immer man also die Leiche des Einflusses bestellt, bedeutet das nur, dass nichts mehr vorhanden ist, was man weitergeben kann. Es ist, als ob man eine Leiche in der Wüste ist und dem vorbeifliegenden Geier, der auf der Suche nach einem frischen Kadaver ist, zuruft: “He da, ich war zuerst tot!”

Das impliziert dann aber wiederum, die Kunst um ihr Wesen zu berauben, indem mensch sie ihrem Kontext entzieht. Sie würde bedeutungslos werden, denn es würde ja nicht mehr die Liars benötigen, um ein Album wie Sisterworld aufzunehmen. Jemand anderes würde es einfach irgendwann anders machen.
AH: Sicherlich, aber das lässt dich den Moment noch stärker anerkennen und den Bezug stärker zelebrieren.
AA: Gute Kunst handelt nicht vom Einfluss eines Künstlers auf einen anderen. Sie handelt viel eher von maßgebenden Dingen, statt vom schlichten Blick auf die Kunst anderer. Unsere Musik etwa ist nicht von anderer Musik beeinflusst, aber davon, was wir denken.

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Eine jener Bands, zu deren inspirativen Quellen die Liars gerne hinzugerechnet werden, sind die Westküstler von HEALTH (Photo). Und die halten sich an diesem Abend als Vorband anscheinend ehrfürchtig zurück. Zwar wirbeln sie gewohnt wie entfesselte Derwische durch den künstlichen Nebel, doch das immense Tourpensum der letzten Monate macht sich bemerkbar: Im Ansatz wirken sie tatsächlich erstmals ausgebrannt, worüber jedoch bereits die schlichte Tatsache hinwegtröstet, dass selbst ein ordentliches HEALTH-Konzert an Konnektivität und Energie ein außerordentliches Konzert fast jeder anderen Band überstrahlt.

Nur eben das der Liars nicht. Die geben sich in ihrem alten Wohnzimmer Berlin angriffslustig und messerscharf, stürzen wie eine Welle auf die Brandung bzw. das Publikum, fallen zurück und sind wenig später umso lauter wieder da.

Vor und während der Aufnahmen von Drum’s Not Dead habt ihr in Berlin gelebt. Wie findet ihr, hat sich euer altes Exil seitdem verändert?
JG: Oh, wir haben nicht wirklich viel gesehen, da wir direkt zum Theater gefahren sind. Es gibt immer noch viele Baustellen. Die Rave-Szene ist immer noch größer als irgendwo sonst in Europa, was ich gut finde, schließlich bin ich damit aufgewachsen.
AA: Nichts hat sich verändert – wie wäre es mit dieser Antwort?
AH: Ja, ich glaube das kommt der Wahrheit ziemlich nah.

Ich finde, es ist etwas erwachsener geworden.
AH: Aber das ist wie in New York: Die Leute sagten dir früher: “Ich habe hier schon gelebt, als es noch gefährlich war, als noch keine anderen Weißen hierher zogen.”, und nun sagen wir das gleiche zu den Leuten, die herziehen. In dieser Hinsicht hat sich also nichts verändert, der Wandel selbst bleibt die Konstante.

Ihr habt ein sehr beeindruckendes Video für “Scissor” gemeinsam mit Andy Bruntel gemacht, in welchem Angus in einem Rettungsboot über die See treibt und dann aus dem Nichts von Steinen attackiert. Aus aktuellem Anlass muss ich dabei immer an die protestierende, steinewerfende Jugend in Griechenland und anderswo in Europa denken.
AA: Darüber wissen wir nicht viel und das Video wurde davon auch nicht inspiriert. Aber wir begrüßen jede Art von Agenda, die für die Rechte des Individuums aufbegehrt, und es scheint so, als ob solche Proteste fast jeden Tag stattfinden. Das ist definitiv eine gute Sache, ein guter Protest.

Und wohin führt so ein guter Protest idealerweise eurer Meinung nach?
AA: Zu einem Common Sense des egalitären Rechts des Einzelnen. Das ist ein sehr starker Gedanke. Es gibt schließlich immer eine gewisse Angst vor einer Gruppenmentalität und den Kampf für die Benachteiligten.

Das klingt oberflächlich nach der modernen Tea-Party-Bewegung.
AA: Nun, das sind aber nicht die Außenseiter. Das ist eine völlig verschiedene Form der Politik und des Protests. Die Leute, die dort aufbegehren, besitzen viel mehr Macht und Einfluss als die Leute, von denen ich spreche.

Irgendwelche abschließenden Worte?
JG: Ich mag heißen Tee mehr als kalten.

Was ist eure Lieblingssorte?
JG: Karamel.
AH: Ich trinke keinen Tee, aber wusstest du, dass Historiker mit der historischen Boston Tea Party erklären, warum wir Amerikaner weniger Tee trinken als Menschen in anderen Ländern? Ich selbst trinke allerdings nicht deshalb keinen Tee, weil ich mein amerikanisches Erbe nachklingen höre. Ich mag ihn einfach nicht, und das obwohl ich zur Hälfte chinesisch bin, was das Ganze noch seltsamer macht.
AA: Ich versuche, viel Tee zu trinken. Ich mag Earl Grey, aber auf Tour ist es meistens grüner Tee.
AH: Wenn ich doch eine Sorte wählen müsste, wäre das weißer Tee – wegen meinem chinesischen Erbe natürlich.
AA: Meine Mutter wurde in Sri Lanka geboren, also waren meine Eltern mal dort, um eine Teeplantage zu besichtigen. Es ist interessant darüber nachzudenken, wie Tee die Welt zudem geformt hat, was sie heute ist.
AH: Tee und Kaffee haben Großbritannien geradezu gerettet. Es gab eine Zeit, in der dort nur Ale und Bier getrunken wurden und Wasser nur dafür destilliert wurde. Jeder war also praktisch immer betrunken. Erst als Kaffee und Tee erschwinglich wurden, fingen die Leute dadurch wieder an Wasser zu trinken.

Heute Abend legt Angus Andrew im Londoner Alibi auf, ein dazu passender Mix findet sich bei The Quietus. Ab Donnerstag touren sie dann das Königreich – Tourdaten nach CHRISTOPH PAULS’ Bildern vom Berliner Konzert. Ihr fünftes Album Sisterworld ist ebenso wie die aktuelle Auskopplung Proud Evolution – samt Thom Yorke Remix – bei Mute erschienen. Hiermit sei eine Kaufempfehlung unsererseits ausgesprochen.

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Liars Proud Evolution EP

Liars live:
11.11. Heaven, London
12.11. Concorde 2, Brighton
13.11. Static Gallery, Liverpool
14.11. Leeds University, Leeds

We recommend: Liars (live)

15:00

Welche Band kann schon von sich behaupten auf jeder Platte anders, aber gleich gut zu klingen? Liars sind eines der wenigen Beispiele. Mit ihrerem fünften Longplayer Sisterworld haben sie es mal wieder geschafft, sich nicht zu wiederholen und trotzdem viele bekannte Elemente aus vorangegangenen Alben mit in die neuen Songs einzubauen.

Experimentell veranlagt ist das Trio aber nicht nur was das Musikalische angeht, sondern auch ihr aktuelles Video zu „Scissor“ gleicht einem surrealen Trip. Oder wer fühlte sich nicht schon einmal von Steinen verfolgt und angegriffen? Andy Bruntel, der für dieses Video verantwortlich zeichnet, arbeitet vorher auch bereits mit Künstlern wie St. Vincent und Modest Mouse zusammen und entführt uns dieses mal in die Weite und scheinbare Einsamkeit des Meeres.


Video | Liars “Scissor

Im Mai sind die Teilzeitwahlberliner dann ohne Steine, dafür aber mit Sisterworld und ihrem restlich Backkatolog live in Europas Clubs zu sehen. Eine Tour, die man nicht verpassen sollte, vor allem, wenn die Liars am 21. Mai in der Berliner Volksbühne zusammen mit HEALTH(!) auftreten.

Liars on Tour 2010:
12.05. Magnolia, Mailand
13.05. Init, Rom
14.05. Bronson, Bologna
15.05. Nuits sonores, Lyon
16.05. Le Romandie, Lausanne
18.05. La Laiterie, Strassburg
19.05. Le Maroquinerie, Paris
20.05. Kranhalle, München
21.05. Volksbühne, Berlin *mit HEALTH
22.05. Indra, Hamburg
24.05. Tivoli de Helling, Utrecht
25.05. Trouw, Amsterdam
26.05. Botanique, Brüssel
27.05. Shepherd’s Bush Empire, London

Kein andere Band hat im letzten Sommer eine derart energetische, mitreißend-apokalyptische und nahezu roboterhaft-perfekte Liveshow geboten wie HEALTH – da lohnt ein Blick in unsere zahlreichen Konzertrückblicke samt Galerien von ihren Auftritten beim Intro Intim, im Festsaal Kreuzberg, beim Berlin Festival und Dockville Festival.

Wir empfehlen: Yeasayer live

10:21

Um es kurz zu machen: Yeasayer aus Brooklyn sind das derzeit bewusstseinsveränderndste Erlebnis, das wir uns vorstellen können.  Ihren zwei Alben, von denen das erste, All Hour Cymbals, der Auslöser für unseren allerersten (!) aufgemischt!-Artikel war und das zweite, in diesem Februar bei Mute erschienene, Odd Blood, uns den kargen Winter versüßte, bilden gemeinsam ein transzendentales Klangkaleidoskop, das einem ähnlich den Kopf verdreht, wie die Hexe Yeasayers Chris Keating im bereits vorgestellten Radical Friend Video zu “Ambling Alp“. Die Band selbst nennt das “Enya with bounce” und liegt damit wohl gar nicht mal so falsch.

Als i-Tüpfelchen tanzen auf der eigens für das Album eingerichteten Webseite nackte Hippies durch 360° Videomaterial. Ob selbige Anand Wilder, Chris Keating und Ira Wolf Tuton auch live auf der Bühne begleiten werden, können wir nicht mit letzter Gewissheit sagen, wohl aber, wann sie ihre vier Konzerte hierzulande spielen:

28.02. Luxor, Köln
09.03. Knust, Hamburg
10.03. Fritz Club im Postbahnhof, Berlin
11.03. 59:1, München

Tickets dafür gibt es hier.

Nachfolgend könnt ihr noch einmal “Ambling Alp” – einmal in der Originalversion und einmal in einer Liveversion vom exklusiven, ersten Showcase von Odd Blood im New Yorker Guggenheim Museum – betrachten. Ein älteres Interview (genauer: unser allererstes aufgemischt! Interview überhaupt) mit We-Are-Free-Chef Jason Foster gibt es hier (We Are Free ist das US-amerikanische Stammlabel der Band).


Video | Yeasayer “Ambling Alp


Video | Yeasayer “Ambling Alp (Live at the Guggenheim Museum)

Photo by Jason Frank Rothenberg

White Rabbits “It’s Frightening”

16:01

white rabbits it's frightening

Das, was für Paris das Montmartre ist, ist für New York Brooklyn – ein Künstlerviertel. Chairlift, We Are Scientists, Grizzly Bear und Yeasayer haben sich dort gegründet, Inspirationen ausgetauscht und musikalische Wurzeln gesetzt. Die sechsköpfige Gruppe White Rabbits, die aus dieser Künstlergegend stammt, versucht nun auch, über die New Yorker, wie auch über die US-amerikanischen Grenzen hinweg, Popularität zu erreichen.

Ihr neues zweites Album It’s Frightening soll/könnte dabei helfen, muss es aber nicht.

Zu Anfang wäre hier der Produzent der Platte und Sänger des Musikkollektivs Spoon Britt Daniel erwähnenswert, welcher nämlich, so scheint es beim Hören der Songs, die Muse für die Band spielte. Tiefe Piano-Akkorde harmonieren zwar ganz gut zu den leicht melancholisch-stimmlichen Texteinlagen Stephen Pattersons, und ja, auch immanente und frappante Perkussionen klingen im Zusammenspiel interessant, aber nach dem Einsteiger “Percussion Gun” kommt leider kein weiterer akustischer Höhepunkt mehr.

Nächster Song, nächster Song, weiter, weiter. Kurzes Anhalten bei “Lionesse”, welches gespenstisch originell klingt. Doch dann evoziert das Album geradezu eine ideenarme und ennuyante Musiklage. Es reicht eben nicht, eine Analogie zu Spoon herzustellen, um lebhaftes Interesse zu wecken. So bleiben die zwei erwähnten Songs, die diese Kriterien bieten, im Kopf, alle anderen schallen vorbei und sind weniger frightening (und wenn dann eher im negatorischen Sinn).

White Rabbits It’s Frightening ist bei Mute erschienen. Im Februar kommen sie mit Spoon auf Europa-Tournee, darunter drei Termin in Deutschland: Am 19.2. spielt man im Kölner Luxor, am 20.2. im Berliner Frannz Club und am 21.2. im Hamburger Moletow.