Posts Tagged ‘Robyn’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

Robyn : Call Your Girlfriend

10:19

Robyn tanzt im gewohnten Bühnenoutfit durch ihr neues Video zu “Call Your Girlfriend”. Die Sohlen: hoch, die Leggins: knallbunt und eng, das Oberteil: ausladend, die Sängerin als aufrichtige Affäre, die keine Scherben hinterlassen möchte. Am 15. Juli spielt Robyn beim Melt! Festival.

Berlin Festival 2010

19:16

Stadt, Location und natürlich nicht zu vergessen: das LineUp. Alles Argumente, die für das Berlin Festival 2010 sprachen und die meisten der großen Erwartungen wurden auch erfüllt.

LCD Soundsystem, EDITORS, Robyn, Gang of Four und Zola Jesus waren nur einige der vielen Acts, die den Weg nach Berlin gefunden hatten. Adam Green holte sich für seinen Auftritt sogar einen besonderen Gast mit auf die Bühne: Macaulay Culkin performte mit ihm auf der Mainstage. Weniger herausragend war die Organisation der Bühnenzugänge. Mit den aktuellen Ereignissen der Loveparade im Hinterkopf unterbrachen die Veranstalter das Festival am Freitag, da der Zugang zu Hangar 4 dem großen Ansturm nicht stand hielt. Trotz der Folgen für das LineUp (der Auftritt von Fatboy Slim und den 2manydjs viel aus) und die Stimmung bot das Berlin Festival musikalisch alles was man sich wünschen konnte.

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Foto: Christoph Paul

Robyn “Hang With Me”

19:31

[vimeo 13643546 nolink]

Als Brückenschlag zur zweiten von drei Body Talk EPs von Robyn erscheint “Hang With Me”, das auf BT Pt. 1 noch als dramatischer Akustiktrack samt Streicher vorhanden war (siehe unten), nun in einer der markant blonden Sängerin eher zu Gesicht stehenden, elektronischen Version. Die Single wird am 3. September mit Remixen von u.a. Avicii, Kaiserdisco, Starsmith, Reset!, Hot City veröffentlicht werden, Body Talk Pt. 2 folgt dann eine Woche später.


Stream | Robyn “Hang With Me (Acoustic Version)

Im dazugehörigen, neuen Video wird der Titel derweil wortwörtlich genommen: Ein Filmteam rund um ihren “Hausregisseur” Max Vitali hat Robyn in den ersten Tagen und Wochen der AlbumEP-Promo und Tour begleitet, so dass wir ihr nun überall hin folgen können – in den Tourbus, den Club und sogar mit auf die Achterbahn.

Zurück aber zu BD#2: Die EP ist ein kleines, ausgesprochen club- und poptaugliches Featurefestival geworden. Auf gerade mal acht Stücken tummeln sich hier Klas Åhlund, Kleerup, Savage Skulls, Diplo und Snoop Dogg.

Body Talk Pt. 2 Trackliste:
1. IN MY EYES
2. INCLUDE ME OUT
3. HANG WITH ME
4. LOVE KILLS
5. WE DANCE TO THE BEAT
6. CRIMINAL INTENT
7. U SHOULD KNOW BETTER feat. SNOOP DOGG
8. INDESTRUCTIBLE (acoustic version)

Natürlich tourt die schöne Schwedin auch fleißig weiter. Alle aktuelle Daten haben wir hier für euch.

Robyn vs. BSS & LCD vs. Soulwax

10:59

Robyn, die Zweite: Vor kurzem haben Buraka Som Sistema sich ihr “Dancing On My Own” zur Brust genommen und, durchaus konträr zu ihrem Remix von Lykke Lis “Little Bit”, das Tempo gedrosselt, um entspannt in den Festivalsommer zu segeln. Ergänzt um den ebenfalls (nicht ganz) brandneuen, dafür aber großflächigen Soulwax-Remix von Chefironiker James Murphys LCD-Soundsystem-(Nicht)-Hit “You Wanted A Hit”, ergibt das unterm Strich vier der besten Liveacts des Sommers komprimiert in nur zwei Songs oder eben Vorfreude pur.

Robyns neue Tourdaten haben wir soeben hier vermerkt, James Murphys Abschiedstour, die etwa beim Oya mit Robyn ihre Wege kreuzt, ist ebenso wie Buraka Som Sistemas und Soulwax’ Pläne für den Sommer auf Myspace hier, hier und hier gelistet.


Stream | Robyn “Dancing On My Own” [Download]


Stream | LCD Soundsystem “You Wanted A Hit (Soulwax Remix)

CC: PHOTO BY Anthony ADPK

Neue Tourdaten: Robyn

09:34

Während wir hier in Berlin gespannt auf den Bericht der Kollegin Finkenstein von der c/o pop warten, wo sie unter anderem eben auch Robyn beim Spex Live beobachten durfte, sorgen wir schon einmal für den September und den Oktober vor, denn da ist die selbsterklärte Fembot erneut für jeweils vier Termine im Lande und im Vereinigten Königreich. Mit im Gepäck: Das gerade veröffentlichte Minialbum Body Talk Pt. 1 (s. unten) – samt der Leadsingle “Dancing On My Own”, die in einer schwedischen Variante des ZDF Fernsehgartens beinahe genauso gut funktioniert (Video hier) wie in einem deutschen oder britischen Alternativclub, und der neuen Single “Killing Me”, für die es nun auf robyn.com/killingme ein interaktives Video gibt.

Bis zum Herbst sollte dann auch Body Talk Pt. 2, wenn nicht sogar schon Pt. 3, zu hören sein (Robyn hatte für 2010 drei Minialben angekündigt).

Robyn live in Europa:
01.07. Peace and Love Festival, Borlänge, Schweden
03.07. Roskilde Festival, Roskilde, Dänemark
15.07. Arvika Festival, Arvika, Schweden
13.08. Oya Festival, Oslo, Norwegen
14.08. Flow Festival, Helsinki, Finnland
20.08. Pstero Festival, Trondheim, Norwegen
10.09. Berlin Festival, Berlin, Deutschland
11.09. MOH Festival @ Backstage, München, Deutschland
12.09. Mousonturm, Frankfurt a.M., Deutschland
13.09. Große Freiheit, Hamburg, Deutschland
18.10. ABC, Glasgow, UK
19.10. Academy 2, Manchester, UK
21.10. Concorde, Brighton, Concorde, UK
22.10. Shepherds Bush Empire, London, UK

Video | Robyn “Dancing On My Own

Stream | Robyn Body Talk Pt. 1

Robyn: Five new songs from three new albums

23:04

Es gibt Neuigkeiten von Robyn! Nachdem die als geborene Robin Miriam Carlsson schwedische Sängerin einer Mainstreamkarriere – zunächst als Kinderstar, dann als Chartpopsternchen – 2005 entsagte und sich  mit dem selbstveröffentlichten Album Robyn nun auch beiderseits des Atlantiks zu ernstzunehmenden und -genommenen, unabhängigen Künstlerin und Stilikone (die schwedische Elle kürte sie zum Style Icon of the Decade) aufschwang, ist sie jetzt mit einem vollmundingen Versprechen zurück.

Ganze drei Alben hat sie für dieses Jahr angekündigt, wie sie dem schwedischen Magazin Bon in einem Interview verriet. Das erste davon soll schon diesen Juni bei ihrem eigenen Label Konichiwa Records erscheinen. Wie sie allerdings in einem weiteren, heute bei Pitchfork veröffentlichten Interview präzisierte, wird es sich eher um drei Mini-Alben mit knapp weniger als jeweils zehn Songs handeln.

Von diesem Material gibt es jetzt bereits vier fünf Songs (siehe Update unten!) – in Auszügen – zu hören. So wurde heute der Song “Fembot” als Stream auf ihre offizielle Webseite robyn.com gestellt (und kann mittlerweile auch voll gestreamt werden, siehe unten). Drei weitere Songs kann man in einer recht eindrucksvollen und intimen schwedischen Fernsehdokumentation über die Albumarbeiten sehen (siehe unten!), bei der Robyn freizügig zahlreiche Einblicke gewährt.

So lädt sie nicht nur zur Tanzstunde, sondern frühstückt auch mit dem norwegischen Produzententeam Röyksopp, bevor sie mit ihnen ins Studio fährt um den Song “None of Them” aufzunehmen, der auch kurz zu hören ist. In einer weiteren Session mit Klas Åhlund, seines Zeichens Gitarist der Teddybears, Bruder von Caesars-Sänger Joakim, Songwriter für die  Sugababes und Kelly Clarkson und Produzent von Robyn, wird der Song und voraussichtlich baldige Single “Don’t Fucking Tell Me What to Do” vorgestellt. Dazu gibt es das noch das ebenfalls neue “Dancing On My Own” zu hören und eine spontane, öffentliche Liveversion des (alten) Stücks “Show Me Love” zu sehen. Und alle vier bzw. fünf lassen erahnen, dass Robyn wohl qualitativ wieder an das Vorgängeralbum heranreichen wird.

Für die Albenproduktion(en) war Robyn u.a. auch mit M.I.A.-Entdecker und Major-Lazer-Mastermind Diplo nach Las Vegas geflogen. Zudem soll Mr Snoop “Doggy” Dogg, für den sie selbst zuvor bereits sang, mit einem Feature zu hören sein. Als übergeordnetes Thema für das erste Album gibt Frau Carlsson zudem – passend – “body and technology” an.

Erste Liveauftritte von Robyn, die im letzten Sommer beim Way Out West mit Lykke Li im Burka provozierte stehen auch fest: Am 3. Juli geht es zum dänischen Roskilde Festival, am 13. August ins norwegische Oya zum hiesigen Festival. Mehr Daten werden bestimmt bald folgen.

Update: Dank des NME-Magazins, das “Fembot” bei Soundcloud hochgeladen hat und der Spex, die uns auf immer wohl informiert auf selbiges hingewiesen hat, gibt es jetzt den Song noch komplett im Stream zu hören. Und auch das bisher völlig von uns unterschlagene “Dance Hall Queen” (Asche auf unser Haupt!), eine der Kooperationen von Robyn mit Diplo und der bisher stärkste, weil eingängigste Track. Der Song war bereits vor Wochen im Internet aufgetaucht und dann aber immer wieder von Label und Management umgehend entfernt wurden.


Stream | Robyn “Fembot


Stream | Robyn ft. Diplo “Dance Hall Queen

Robyn & Lykke Li covern Queen in Burkas

14:09

robyn lykke li

Während bei der Kölner c/o Pop Patrick Wolf der Strom aus bürokratischen Gründen abgedreht wurde (und er darauf so ziemlich seine guten Manieren verlor),  in Hamburg das Dockville angesichts des Sommers an das Mittelmeer verlegt schien und man in Haldern beim heimischen Festival kurz vor der niederländischen Grenze durch das Spiegelzelt tanzte, fand in Göteborg, Schweden, ein weiteres europäisches Festivalhighlight an diesem Wochenende statt.

Zwar waren wir leider nicht beim Way Out West mit so klangvollen Namen wie Antony and the Johnsons (samt Sinfonieorchester), My Bloody Valentine, Wolfmother, Fever Ray, Arctic Monkeys und und und, aber folgende Impression möchten wir euch dennoch nicht vorenthalten: Die sehr geschätzte Robyn wurde bei ihrem spätnachmittäglichen Auftritt von der ebenfalls sehr geschätzten Lykke Li unterstützt. Dafür haben sich die beiden aber gleich zwei Besonderheiten ausgedacht. Zum einen coverte man Queens “I Want To Break Free”, zum anderen trugen sie dazu passend graue Burkas, derer sie sich später noch entledigen sollten.

Video by MissSophiie, photo of Lykke Li by Andreas Öhlund

Familjen “Vielleicht versuche ich ja poetisch zu sein.”

10:47

Johan Karlsson alias Familjen spielt bald einen einzigen Gig in Berlin. Wir fragten uns, ob es denn nach seinem tollen Debütalbum “Kom snurra i min skalle” überhaupt schon genug Nachschub gäbe. Also riefen wir kurzum mal in seinem Stockholmer Heimatstudio – das passenderweise gerade von herrlichster schwedischer Frühlingssonne beschienen wurde, während Berlin im letzten Schneesturm versank – an und ließen uns einen kleinen Einblick geben.

Herr Karlsson und die Sonne - Frauen spielen im Interview allerdings auch eine Rolle. -c- Jenny Kallman

Herr Karlsson und die Sonne - Frauen spielen im Interview allerdings auch eine Rolle. -c- Jenny Kallman

Hej Johann, woran arbeitest du gerade?
An meinem neuesten Album, ich schreibe neues Material. Derzeit machen wir eine Tour-Unterbrechung, denn ich brauchte eine lange Pause, nachdem wir die ganze Zeit für das erste Album unterwegs waren. Ich glaube es waren sogar über 150 Auftritte.

Wohin entwickeln sich die neuen Songs?
Ah… ich habe keine Ahnung. Ich habe jetzt so viele Projekte und Sessions in meinem Computer, ich bin mir gar nicht sicher, in welche Richtung ich mich wenden soll.

Du bist also kein Purist bzw. Verfechter der analogen Aufnahmetechnik?
Nein, ich würde sagen, ich nutze das beste aus beiden Welten; sowohl analoges, als auch digitales Equipment. Ich benutze das alles jeden Tag und mische es dann ineinander. Solche Software-Tunes benutze ich auch, aber ich nehme auch eine Hi-Hat oder elektrische Röhrensounds live auf. Mich stört das eher wenig, ob es nun digital oder analog ist. Wenn es gut klingt, ist es auch gut.

Gibt es denn auch weiterhin solche schönen schwedischen Texte zu hören?
Ja, ich führe das fort, die schwedische Art. Es fühlt sich gut an. Vielleicht werde ich später mal auf Englisch singen, aber das weiß ich jetzt noch nicht und es wird auch nicht für das Familjen-Projekt sein. Es ist aber dennoch viel einfach in Schwedisch, deiner Muttersprache, zu schreiben und zu singen. Als wir etwa in Australien waren, haben die Leute sich auch nicht daran gestört und sogar mit gesungen – was ziemlich lustig klang. Aber solange es einen guten Beat, einen guten Groove und Harmonien gibt, denke ich, hat die Sprache keinen Einfluss auf die Musik.

Nun, meine Schwedisch-Kenntnisse sind sehr limitiert, aber die Übersetzungen deiner Texte erscheinen mir sehr poetisch. Sehen das die Schweden genauso?
Haha nein, ich bin kein Poet. Ich lese kaum jemals und ich bin auch nicht poetisch. Ich versuche es einfach gewöhnlich zu halten, es sind nur die Spuren des Alltags… Hm vielleicht versuche ich ja poetisch zu sein. Ich war nie wirklich auf einer Schule, bin nicht wirklich gebildet, aber ich gebe mein Bestes.

Bei Familjen denkt man auch immer sofort an die tollen, preisgekrönten Videos; alles sehr experimentelle, gelungene Filmkunst. Wie wichtig sind diese dir?
Ich denke es ist wichtiger denn je, originelle Videos zu kriegen, wegen dieser Youtube-Sache. Du hast sie dort auf deiner Seite und auf deinem Myspace, nicht mehr dein Gesicht bestimmt das Erscheinungsbild von Familjen, sondern die Videos. Ich selbst bin aber nicht wirklich ein Teil des kreativen Prozesses. Man sieht lediglich ein gutes Video und dann fragt man den Regisseur, etwas für einen selbst zu machen. Die Ideen stammen also nicht von mir.

Johan Söderberg hatte sein Video zu „Det Snurra I Min Skalle“ (gewann den schwedischen Grammy 2007 für das beste Musikvideo) ohne Auftrag gemacht. Er hat es mir einfach geschickt und schrieb: ‘Hej, ich liebe deinen Song und habe dazu das Video gemacht. Du kannst es frei verwenden, wenn du magst.’ Ich war total überwältigt. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag das entsprechende Video für den Song drehen, aber ich brach alles ab: ‘Entschuldigt bitte, ich habe schon ein Video!’ Ich denke, ich habe mich einfach in alle meine Videos verliebt.

Auf deine Remixe hast du aber sicher um einiges mehr einen Einfluss. Die zwei aktuellsten stammen von Lykke Li und Fever Ray, ebenfalls Schwedinnen. Kleerup und Robyn haben ja auch zusammengearbeitet. Wie ist es denn um die heimischen Netzwerke bestellt?
Ich denke nicht, dass es grundsätzlich anders ist als zum Rest der Welt, aber Schweden ist so ein kleines Land und alle guten Musiker wohnen in Stockholm. Es ist eine kleine Stadt – jeder kennt jeden. Man geht zusammen aus, betrinkt sich gemeinsam, geht auf Parties und in Klubs. Du machst etwas zusammen, spielst vielleicht ein wenig zusammen, und gehst dann weiter, um dich irgendwie auch selbst zu erkennen. Ich weiß nicht, ob das wirklich anders ist als Berlin oder London.

Naja, Berlin und Stockholm sind dann doch eher Apfel und Birne.
Ja das stimmt. Im Vergleich zu Berlin ist Stockholm eher ein Vorort, aber wie ich sagte: Alles ist hier konzentrierter.

Uns fehlt vielleicht auch die Vielzahl an guten Sängerinnen, mit denen man arbeiten könnte.
Ich habe erst kürzlich mit einigen gesprochen, da wird demnächst noch etwas kommen.

Auf dem neuen Album etwa?
Ja, es sind ein paar Ideen bereits da und ich habe schon mit ein paar Leuten gesprochen.

Kannst du mir auch bereits deren Namen verraten?
Nein, jetzt noch nicht. Das wird erstmal ein Geheimnis bleiben.

Wie gefallen die Kollaborationen der drei genannten Künstlerinnen mit Röyksopp, deinen Labelkollegen, auf deren neuem Album „Junior“?
Ich habe es noch nicht gehört, kann ich nicht beurteilen. Röyksopp haben ein neues Album draußen?

Ja, wusstest du das nicht?
Nein, ich lebe in einer Seifenblase (lacht), in meiner eigenen Welt, im Moment. Das muss ich mir dann wohl mal anhören. Findest du es denn gut?

Ja, es ist offener als seine Vorgänger. Beinahe ein richtiges „Partyalbum“.
Oh, das klingt cool.

Zurück zu dir: Können wir denn schon neues Material auf deinen Deutschland-Konzerten hören?
Zumindest einen, ja. Einen Song habe ich schon fertiggestellt und ich hoffe noch einen zweiten zu schaffen. Wir werden es ausprobieren und dann wissen wir, ob wir es wegschmeißen müssen oder es eben gut ist.

Bist du sehr nervös, wenn du so etwas ausprobierst?
Nein, solange ich es mag und meine Freunde genau das auch tun, solange stört uns das überhaupt gar nicht. Hoffentlich wird es trotzdem gut vom Publikum aufgenommen werden.

Na, das hoffen wir doch auch!

MELT!08 I: Regen, Regen und Robyn

12:50

Melt! 2008: Die 11. Auflage wurde zum Wendepunkt in der Geschichte des Festivals. Erstmals drei Tage, erstmals die maximale Kapazität des Geländes ausgeschöpft, erstmals durchweg Regen; dazu ein vergrößertes Superstaraufgebot rund um Björk und Franz Ferdinand – das Wochenende stand im Zeichen organisatorischer und musikalischer Eskapaden. Ein genauer Blick lohnte sich also.

- Teil I : Freitag-

meltimp1„Timingschwulitäten“, in sowas kommt man, laut VJ und DJ Markus Kavka, beim Melt!-Festival so oder so. Das galt auch für den ersten Tag beim Melt!-2008: Freitag, den 18. Juli. Nicht weniger als 44 internationale wie nationale Künstler und Bands tummelten sich auf insgesamt fünf Bühnen. Nun gut, es waren genauer 42 Bands: Hercules & Love Affair, die New Yorker Supergroup aus der Diskoszene, gehörten zu den meistersehnten Auftritten in diesem Jahr und blieben dann aufgrund technischer Probleme der Bühne fern. Und Ellen Allien lieferte gleich zwei DJ-Sets ab. Die waren dafür, wie erwartet, erstklassig.

Ebenfalls brillieren konnte mal wieder die Kulisse. Die riesigen, stillgelegten Schaufelbagger des alten Kohletagebaus wurden einmal mehr wundervoll inszeniert. Neben ebenfalls gigantischen Diskokugeln und einer blau-grünen Licht- und Lasershow gab es sogar Pyroeffekte auf den Metallgerippen zu sehen. Etwas neues gab es auch noch in puncto Umfeld, nämlich mehrere starke Platzregen, die das ansonsten jahrelange Trockenheit gewöhnte Festival und seine Besucher überaschten.

Das Melt! 2008 präsentiert sich international: Jede Menge Briten, Holländer, Spanier und andere Festivalgäste sind von weit her gekommen. Insgesamt erwarten die Veranstalter 20.000 Gäste an allen drei Tagen zusammen. Die wurden gestern vor allem von großen Namen wie Adam Green, Kate Nash, dEUS oder den Editors angezogen. Folgerichtig traten diese Musiker auch auf der Mainstage auf. Adam Green und Kate Nash konnten aber zumindest hier die ihnen entgegen gebrachten Erwartungen nicht erfüllen: Der Funke sprang nicht über, beide blieben blass. Mit Frau Nash kam dann auch der große Regen, der die Hauptbühne ca. um eine Stunde im Zeitplan zurück warf. Als ob die von Kavka beschworen Zeitprobleme nicht schon groß genug gewesen wären.

Parallel zu diesen Größen traten die begeistert empfangen Hypebands Late Of The Pier und The Teenagers auf. Beide brachten die dünnen Balken, die die Tanzfläche vor der Gemini Stage bildeten, fast zum Bersten – so viele Zuhörer zogen sie. Und das auch zu Recht. Man hüpfte und verausgabte sich enthusiastisch wie pflichtgerecht sowohl vor als auch auf der Bühne. Im Melt!Klub traten die Rockbands auf: Turbostaat, Blackmail. Beide waren gut, beide wurden freudig empfangen. Doch gegen die rohe Kraft von The (International) Noise Conspiracy kamen sie nicht an. Den Schweden rund um Sänger Dennis Lyxzén war es anzumerken, dass sie ihr neues viertes Album endlich live präsentieren wollten und dafür nicht bloß ein paar Gigs im Heimatland während der Wintermonate ausreichten; bislang bester Auftritt auf dem Melt!08.

Den hätten Hercules & Love Affair auch bieten können, sagten dann aber ab. Für Verwirrung sorgte, dass die Veranstalter einfach kommentarlos Alter Ego auf die Bühne ließen, obgeleich zuvor noch Miss Kittin und Booka Shade drangewesen wären. Die kamen dann auch später und der Aufruhr wurde durch gute Auftritte vergessen gemacht. dEUS und Editors egalisierten zu diesem Zeitpunkt den Regen vor der nicht überdachten Hauptstage und boten gewohnt tolle aber kurze Konzerte. Powerfrau Robyn überaschte im Anschluss am selben Ort mit zwei Schlagzeugern und lediglich einem Keyboarder als Begleitband. Viel freundlicher und offener als sie in der Presse oder auf ihren Platten sonst wirkte, ließ sie mit bestechenden Rhythmen zwischen Dancehall und Elektro das Melt!-Publikum sich endgültig trocken tanzen.

Im Klub trat zu diesem Zeitpunkt Myspace-Phänomen Alexander Marcus auf. Tja und was soll man sagen: Schlauer ist man aus ihm dadurch auch nicht geworden. Die Halle musste abgesperrt werden um eine Überfüllung zu vermeiden und Marcus setzte sein gewohntes Dauerlächeln auf und setzte sein Albumprogramm fehlerfrei und emotionslos haargenau um. Die Menge feierte ihn dennoch oder gerade deshalb. Vor ihm waren übrigens Die Türen aufgetreten: Als Geheimtipp den Auftritt begonnen, als verehrte Vereiniger aller Coléur ihn beendet. So muss das sein.

Heute, am Samstag, stehen die Konzerte von Franz Ferdinand, The Notwist, Uffie & Feadz, Boys Noize und Roisin Murphy ganz oben auf der Tagesordnung. Man darf also gespannt. Übrigens: Gerade regnet es – mal wieder. Da müssen sich die Veranstalter noch was einfallen lassen, gestern ließen sie viele Gäste ob des massenhaften Andrangs sprichwörtlich im (Platz)Regnen stehen.

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