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Studio Remix : Am I Just a Man

10:09

Ist das nicht gerade mal fünf Tage her, dass wir uns öffentlichen nach neuem Material vom fabulösen Göteburger Duo Studio sehnten? (Ja, war es und zwar genau hier). Und hier kommt es bereits: Rasmus Hägg und Dan Lissvik haben diesmal an Steve Masons “Am I Just A Man” Hände angelegt und es in einen beinahe Reggae-Dub á la der frühen The Police umgewandelt – wenn The Police in Wirklichkeit ein TerzettDuett kosmischer Djangos gewesen wäre, die niemals einen Gedanken an das Aufnehmen von Weihnachtssongs verschwendet hätten. Sprich, es ist ein großartiger Remix.


Steve Mason “Am I Just A Man (Studio Remix)

Nachfolgend das Original, dass auch hier heruntergeladen werden darf, und ein ebenbürtiger Remix von Hot Chips Alexis Taylor:


Steve Mason “Am I Just A Man


Steve Mason “Am I Just A Man (Alexis Taylor Remix)

Das Album Boys Outside von Steve Mason ist bei Domino erschienen. Das nächste Studio-Häppchen folgt am 14. September, wenn Hometapes ihren Remix von “You Do You” als Teil einer Bonus-Disc für eine Neuauflage des 2009er Bears in Heaven Albums Beast Rest Fourth Mouth veröffentlichen wird. Wir sind darüber hinaus recht optimistisch, dass bald auch ein ganzer, großer, neuer Kuchen folgen wird; Quelle: Bauchgefühl. (Neue Promofotos wären da wohl auch angebracht. Das obige etwa ist schließlich um die sechs Jahre alt und somit für etwaige Fahndungen wohl ungeeignet.)

Sonntagsmusik

14:48

“If you work for a living, why do you kill yourself working,” spricht Tuco (Ellie Wallach) in The Good, the Bad and the Ugly (Zwei Glorreiche Halunken, 1966). Recht hat er, also lehnen wir uns lieber zurück anstatt mit Clint Eastwood in der Wüste zu verdorren und genießen das Leben. Es ist schließlich Sonntag und auch Ennio Morricone muss einmal ruhen.

Eine kreative transatlantische Verbindung ist zwischen den Produzenten Teams alias Sean Bowie aus Knoxville und Star Slinger alias Darren Willy aus Manchester entstanden. Gemeinsam setzten sie dort an, wo sie solo bereits begonnen haben: Beim Aufbrechen tradierter Grenzen im Hip-Hop-Genre. Gerne werden hier nämlich die entstehenden Bruchstellen mit allerhand Soul und Licht geflutet.

Teams vs. Star Slinger “Say Please” [download]

Teams vs. Star Slinger “Close To Me”  [download]

Star Slinger “ Longtime” [download]

Dazu noch etwas Remixkunst aus den Händen von Mount Kimbie, die sich an Andreya Trianas “A Town Called Obsolete” versuchen. Gerade bei Truants (wieder)entdeckt, wo es den Song auch zum Download gibt.

Andreya Triana “A Town Called Obsolete (Mount Kimbie remix)

Noch was zum Tanzen gefällig? Der Londoner Wild Geese mixt seine Landsleute und jüngeren Popgötter von Hot Chip. Das Objekt der Begierde: “Hand Me Down Your Love”.

Hot Chip “Hand Me Down Your Love (Wild Geese Remix)

Zum Abschluss noch ein moderner Klassiker, sechzehn Minuten purer Größer, ein eigener Kosmos: “Out There” von Studio. Wir verzehren uns derweil noch immer nach neuem Material von den Herren Hägg und Lissvik. Every gun makes its own tune.

Studio “Out There

In geheimer Mission

18:53

monarchy

Ein kleiner Gedanke zum Feierabend: Wenn früher einmal ‘sex sells’ der Weisheit letzter, goldener Schluss war so ist es nun wohl eher ‘secret sells’. Denkt mal darüber nach. Wer interessiert sich denn noch für Britney & Co? Und hat sich nicht jeder fast in die Hosen gemacht, wenn neue Musik von Studio oder Burial irgendwo auftauchten? Von neuen Banksy-Werken mal ganz zu schweigen. Was wären all diese Künstler ohne den süß-duftenden Nebel des Mysteriums, der sie umgibt?

Sicherlich noch immer großartige Künstler, aber es gehört zur Natur der menschlichen Psychologie, dass das Geheimnisvolle und Verborgene immer noch die höchsten Wellen schlägt. Man braucht einfach dieses ungewöhnliche Prickeln in Herz und Kopf oder nicht? Hier ist ein bisschen Nachschub in dieser Sache:

1. Den Anfang macht unserer französischer Freund Kolt13. Nachdem wir euch vor kurzem Remix  von Chromeos “Night by Night” präsentieren konnten, sind wir umso erfreuter euch nun den Murdaphunk Remix von “Fancy Footwork” nachzulegen. Das Ganze beginnt als einer sehr entspannte und stimmige Nummer und bricht sich dann um die Hälfte des Songs gen Disco. Gut gemacht, mein Lieber. Oh nebenbei, bevor Kolt mit Disco und Electro für sich entdeckte, hatte er seine DJ-Hände in der hiesigen französischen Hip-Hop-Szene; nicht der schlechteste Lebenslaufseintrag würde ich behaupten.

Chromeo “Fancy Footwork (Kolt13 Murdaphunk Remix)” [download]

2. Ich bin ein wenig spät dran damit (entschuldigt bitte), aber das hier hat sich seit Wochen in meinen Gehörgängen verkrallt und zwar mit einem einfachen, simplen Song: Monarchy sind ein Duo aus London und im Prinzip weiß niemand so recht, wer dahinter steckt. So vermutet Carl Howard wahlweise “Erol and Tiga? Gary Barlow and MNEK? Derek Davies and Starsmith?”dahinter. Ich würde noch gerne Dan Lissvik von Studio zur Liste hinzufügen, schließlich passt er musikalisch perfekt zum Team und lebt auch in London. Darüber, dass das ihr bis dato einziger Song “Gold in the Fire” aber ein echter Ohrenschmaus ist, herrscht aber Einigkeit. Die Mp3 kann man sich wahlweise bei DISCODUST oder Illegal Tender holen. Hoffentlich folgt bald mehr.

3. Während ich das hier schreibe, ist es zwar längst kein Geheimnis mehr, aber eine Erwähnung ist es trotzdem wert: Am Mittwoch hatte das PHANTASY-Label, hinter dem Erol Alkan steckt, seine sechste Veröffentlichung durch einen damals noch geheimen Künstler angekündigt. Nach fünf grandiosen Vorgängerveröffentlichungen (ihr Myspace gibt einen recht gut Überblick über alle), hatte ich also einiges erwartet – zu Recht. Am Freitag erschien PH06 alias “Bangkok” von niemand geringerem als Boris Dlugosch samt eines Remixes von Roska auf Beatport. Eine limitierte Vinylversion soll folgen. Ich glaube, wir haben einen neuen Anwärter für unser Lieblingslabel.

Bangkok by phantasysound

Familjen “Vielleicht versuche ich ja poetisch zu sein.”

10:47

Johan Karlsson alias Familjen spielt bald einen einzigen Gig in Berlin. Wir fragten uns, ob es denn nach seinem tollen Debütalbum “Kom snurra i min skalle” überhaupt schon genug Nachschub gäbe. Also riefen wir kurzum mal in seinem Stockholmer Heimatstudio – das passenderweise gerade von herrlichster schwedischer Frühlingssonne beschienen wurde, während Berlin im letzten Schneesturm versank – an und ließen uns einen kleinen Einblick geben.

Herr Karlsson und die Sonne - Frauen spielen im Interview allerdings auch eine Rolle. -c- Jenny Kallman

Herr Karlsson und die Sonne - Frauen spielen im Interview allerdings auch eine Rolle. -c- Jenny Kallman

Hej Johann, woran arbeitest du gerade?
An meinem neuesten Album, ich schreibe neues Material. Derzeit machen wir eine Tour-Unterbrechung, denn ich brauchte eine lange Pause, nachdem wir die ganze Zeit für das erste Album unterwegs waren. Ich glaube es waren sogar über 150 Auftritte.

Wohin entwickeln sich die neuen Songs?
Ah… ich habe keine Ahnung. Ich habe jetzt so viele Projekte und Sessions in meinem Computer, ich bin mir gar nicht sicher, in welche Richtung ich mich wenden soll.

Du bist also kein Purist bzw. Verfechter der analogen Aufnahmetechnik?
Nein, ich würde sagen, ich nutze das beste aus beiden Welten; sowohl analoges, als auch digitales Equipment. Ich benutze das alles jeden Tag und mische es dann ineinander. Solche Software-Tunes benutze ich auch, aber ich nehme auch eine Hi-Hat oder elektrische Röhrensounds live auf. Mich stört das eher wenig, ob es nun digital oder analog ist. Wenn es gut klingt, ist es auch gut.

Gibt es denn auch weiterhin solche schönen schwedischen Texte zu hören?
Ja, ich führe das fort, die schwedische Art. Es fühlt sich gut an. Vielleicht werde ich später mal auf Englisch singen, aber das weiß ich jetzt noch nicht und es wird auch nicht für das Familjen-Projekt sein. Es ist aber dennoch viel einfach in Schwedisch, deiner Muttersprache, zu schreiben und zu singen. Als wir etwa in Australien waren, haben die Leute sich auch nicht daran gestört und sogar mit gesungen – was ziemlich lustig klang. Aber solange es einen guten Beat, einen guten Groove und Harmonien gibt, denke ich, hat die Sprache keinen Einfluss auf die Musik.

Nun, meine Schwedisch-Kenntnisse sind sehr limitiert, aber die Übersetzungen deiner Texte erscheinen mir sehr poetisch. Sehen das die Schweden genauso?
Haha nein, ich bin kein Poet. Ich lese kaum jemals und ich bin auch nicht poetisch. Ich versuche es einfach gewöhnlich zu halten, es sind nur die Spuren des Alltags… Hm vielleicht versuche ich ja poetisch zu sein. Ich war nie wirklich auf einer Schule, bin nicht wirklich gebildet, aber ich gebe mein Bestes.

Bei Familjen denkt man auch immer sofort an die tollen, preisgekrönten Videos; alles sehr experimentelle, gelungene Filmkunst. Wie wichtig sind diese dir?
Ich denke es ist wichtiger denn je, originelle Videos zu kriegen, wegen dieser Youtube-Sache. Du hast sie dort auf deiner Seite und auf deinem Myspace, nicht mehr dein Gesicht bestimmt das Erscheinungsbild von Familjen, sondern die Videos. Ich selbst bin aber nicht wirklich ein Teil des kreativen Prozesses. Man sieht lediglich ein gutes Video und dann fragt man den Regisseur, etwas für einen selbst zu machen. Die Ideen stammen also nicht von mir.

Johan Söderberg hatte sein Video zu „Det Snurra I Min Skalle“ (gewann den schwedischen Grammy 2007 für das beste Musikvideo) ohne Auftrag gemacht. Er hat es mir einfach geschickt und schrieb: ‘Hej, ich liebe deinen Song und habe dazu das Video gemacht. Du kannst es frei verwenden, wenn du magst.’ Ich war total überwältigt. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag das entsprechende Video für den Song drehen, aber ich brach alles ab: ‘Entschuldigt bitte, ich habe schon ein Video!’ Ich denke, ich habe mich einfach in alle meine Videos verliebt.

Auf deine Remixe hast du aber sicher um einiges mehr einen Einfluss. Die zwei aktuellsten stammen von Lykke Li und Fever Ray, ebenfalls Schwedinnen. Kleerup und Robyn haben ja auch zusammengearbeitet. Wie ist es denn um die heimischen Netzwerke bestellt?
Ich denke nicht, dass es grundsätzlich anders ist als zum Rest der Welt, aber Schweden ist so ein kleines Land und alle guten Musiker wohnen in Stockholm. Es ist eine kleine Stadt – jeder kennt jeden. Man geht zusammen aus, betrinkt sich gemeinsam, geht auf Parties und in Klubs. Du machst etwas zusammen, spielst vielleicht ein wenig zusammen, und gehst dann weiter, um dich irgendwie auch selbst zu erkennen. Ich weiß nicht, ob das wirklich anders ist als Berlin oder London.

Naja, Berlin und Stockholm sind dann doch eher Apfel und Birne.
Ja das stimmt. Im Vergleich zu Berlin ist Stockholm eher ein Vorort, aber wie ich sagte: Alles ist hier konzentrierter.

Uns fehlt vielleicht auch die Vielzahl an guten Sängerinnen, mit denen man arbeiten könnte.
Ich habe erst kürzlich mit einigen gesprochen, da wird demnächst noch etwas kommen.

Auf dem neuen Album etwa?
Ja, es sind ein paar Ideen bereits da und ich habe schon mit ein paar Leuten gesprochen.

Kannst du mir auch bereits deren Namen verraten?
Nein, jetzt noch nicht. Das wird erstmal ein Geheimnis bleiben.

Wie gefallen die Kollaborationen der drei genannten Künstlerinnen mit Röyksopp, deinen Labelkollegen, auf deren neuem Album „Junior“?
Ich habe es noch nicht gehört, kann ich nicht beurteilen. Röyksopp haben ein neues Album draußen?

Ja, wusstest du das nicht?
Nein, ich lebe in einer Seifenblase (lacht), in meiner eigenen Welt, im Moment. Das muss ich mir dann wohl mal anhören. Findest du es denn gut?

Ja, es ist offener als seine Vorgänger. Beinahe ein richtiges „Partyalbum“.
Oh, das klingt cool.

Zurück zu dir: Können wir denn schon neues Material auf deinen Deutschland-Konzerten hören?
Zumindest einen, ja. Einen Song habe ich schon fertiggestellt und ich hoffe noch einen zweiten zu schaffen. Wir werden es ausprobieren und dann wissen wir, ob wir es wegschmeißen müssen oder es eben gut ist.

Bist du sehr nervös, wenn du so etwas ausprobierst?
Nein, solange ich es mag und meine Freunde genau das auch tun, solange stört uns das überhaupt gar nicht. Hoffentlich wird es trotzdem gut vom Publikum aufgenommen werden.

Na, das hoffen wir doch auch!