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Tyler, the Creator : Update

16:17

Mit London und Amsterdam sind die ersten zwei von vier europäischen Termine für Tyler, the Creator und Odd Future absolviert. DUMMY zeigte sich in England zufrieden (“[…] They were tight.“), auf Abeano wurden ein paar Videoaufnahmen rund um den Englandaufenthalt zusammengetragen.

Bevor nun am Donnerstag Paris und Freitag Berlin, jeweils bereits ausverkauft, folgen, hat sich einiges an neuem Material angesammelt. Mit “Tron Cat” ist ein weiteres Stück aus Tylers ebenfalls am Freitag bei XL Recordings / Beggars erscheinendem Album Goblin aufgetaucht, Yours Truly konnte den Künstler vom Klavier aus zudem im Interview ein paar Rückblicke auf seine autodidaktischen Gehversuche in der Musik abgewinnen. Das Video gibt es oben zu sehen, das Lied nachfolgend zu hören.


Tyler, the Creator : Tron Cat (Download)


Tyler, The Creator : Yonkers (Lil Silva Remix) (Download)

Tyler, The Creator : Pakt der Wölfe

16:07

I don‘t want to be the future of „L.A. Hip Hop“ I want to be the future of music“ schrieb Tyler, The Creator Ende April in sein Twitter-Profil. Der Konsens bei Musikjournalisten, Hörern und anderen Rappern wie Mos Def, Kanye West und Pharrell Williams zeigt auch alles andere, als dass er nur die Zukunft des HipHops in L.A. ist beziehungsweise sein wird. Der Konsens suggeriert viel mehr, dass der 19 Jährige die HipHop-Kultur mit seiner düster-ironisierten Art erfolgreich auffrischt.

Tyler sitzt auf einem Barhocker. Er trägt ein gemustertes Shirt und eine Kappe – er sieht eben aus wie ein niedlicher(?) Skater-Boy in der Postpubertät. Die schrillen Töne von „Yonkers“ und Tylers tiefe, von Düsterkeit belegte Stimme lassen den Zuschauer aber alles andere als Niedlichkeit mit ihm assoziieren. Er klingt wütend, benutzt fuck im exorbitanten Ausmaße, isst eine Schabe, woraufhin er sich übergeben muss, trägt schwarze Augenlinsen, die die ganze Attitüde noch mehr verdüstern, so dass Tyler aussieht wie ein Soziopath auf einem Patientenstuhl, von dem aus er sich am Ende selbst erhängt. Für dieses lyrische wie visuell geniale Video bekommt er fast 7. Mio. Klicks. He doesn‘t give a shit. Er möchte Musik machen und damit am besten das ganze Universum erreichen.

I’m feeling like the Bulls, I’ve got a Gang of Wolves
Odd Future is children that’s fucked up on they mental
Simple but probably not, fuck them („Bastard“)

Dass Tylers Lieblingswort fuck zu sein, ist nicht schwierig zu erraten, wenn man seine Lyrics sowie Tweets liest. Das ist im Rap freilich kein Alleinstellungsmerkmal, allerdings begegnen wir momentan keinem Rap-Musiker, der FUCK so bösartig in (Kon)texte einbettet wie er. In Tyler, The Creators Musik kulminieren alle bösen Gedanken und Beschimpfungen zu einem Alterego Mr. Evil.
Sein diabolisch-lyrisches Genius kommt in den Thematiken, beispielsweise Vergewaltigung, vaterlose Kindheit, auf seinem ersten Debüt-Album Bastard sowie in seinen Arbeiten mit dem HipHop-Kollektiv Odd Future (Wolf Gang Kill Them All), kurz: OFWGKTA, zum Ausdruck. Dieses Kollektiv, das aus ca. zehn Rappern besteht und ebenfalls aus Los Angeles, genauer gesagt wie auch Ice T oder Ice Cube, der hier aufwuchs, aus dem sozialen Brennpunkt Crenshaw, kommt, präsentiert sein Talent via Tumblr.
Hier können kostenlose Mitxtapes und Alben heruntergeladen werden. Deren Anzahl dürfte sich in Zukunft aber reduzieren, seitdem sich dieser Tage mit Sony RED, ein Major, die Vertriebsrechte an allen Gang-Produktionen sicherte. Und das lässt sogar ohne künstlerische Beschränkungen die Kassen demnächst kräftig klingeln. Auch Tyler, The Creators am sechsten Mai erscheinendes Nachfolgealbum Goblin wird nicht kostenlos, sondern am 6. Mai offiziell bei XL Recordings / Beggars erscheinen. Wie der zweifellose Erfolg ihn vermeintlich verändern könnte, ironisiert er bereits jetzt in seiner golfenden Kunstfigur Thurnis Haley.

Das Team Odd Future, bestehend aus Videoregisseuren, DJs und Skateboardern, hat sich Intensität und Bösartigkeit zu konstitutiven Merkmalen gemacht. Odd Future schreiben damit nicht nur böse Texte über raping und bitches, mit ihrem extrovertierten Auftreten bei Shows (z.B. Jimmy Fallon-Show) und dem Personifizieren mit Wölfen präsentiert sich das Kollektiv als Extrem. Extrem laut, extrem musikalisch und manchmal auch extrem lustig, wie bei einem Shooting mit dem Fotografen Terry Richardson. Es wird wohl nie langweilig um die Crew werden.

Am 6. Mai bestände ebenfalls die Möglichkeit Tyler, The Creator zusammen mit OFWGKTA im Cossiopeia in Berlin zu sehen, allerdings ist das Konzert bereits ausverkauft. Einen guten Überblick über das Kollektivschaffen bietet das Feature Youth And Young Manhood bei The Quietus.