Posts Tagged ‘White Lies’

Melt! Festival 2011

20:24

Wie bereits im Jahr 2009 und 2010 haben wir euch auch in diesem Jahr wieder mit den wichtigsten und aktuellsten Infos direkt vom Melt!-Festival versorgt. Im gegensatz zu den Jahren zuvor orientierte sich das Festival wieder stärker an seinen elektronischen Wurzeln, doch dies tat seiner Beliebtheit keinen Abbruch. Und so war das melt! auch in diesem wieder Jahr komplett ausverkauft. Trotz der elektronischen Renaissance mit Paul Kalkbrenner, The Koletzkis, DJ Kotze, Boys Noize und vielen mehr waren die Headliner altbekannte Indie-Recken: Pulp.  Eine kleine Rundreise über sämtliche Bühnen des Festivals bietet euch die Galerie zum Melt!.

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Fotos: Christoph Paul

Hurricane Festival 2010

12:50

Die Booker vom Hurricane Festival, in diesem Jahr vom 18. bis 20.6. stattfindend, scheinen dieses Jahr ihre Hausaufgaben sehr gut gemacht zu haben. Während viele Festivals erst jetzt anfangen, die ersten Band-Bestätigungen zu verkünden, purzeln beim Hurricane schon seit Wochen eine Band nach der anderen auf die Line-Up-Liste. Schaut man auf die bisherigen Bestätigungen, fällt einem sofort die Vielseitigkeit an Musikgenres auf. Von Alternative-Rock über Elektro bis hin zum seichten Synthie- und Gitarren-Pop ist so ziemlich alles vertreten.

Eine Gemeinsamkeit teilen sich jedoch viele der Bands: Sie gaben im letzten Jahr ausverkaufte Konzerte in Deutschland. Dies bringt zwei Vorteile mit sich: Einmal haben die Fans, die nicht auf das Konzert ihres Lieblings gehen konnten, die Chance, diesen noch auf dem Hurricane zu bestaunen. Zum anderen wissen die Veranstalter, dass das Festival dieses Jahr zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit schnell ausverkauft sein wird.

Erstes Highlight auf der langen Liste sind mit großer Sicherheit The Strokes. Die New Yorker kündigten schon zum letzten Jahr ein neues Album an, enttäuschten aber viele Fans, da die Mitglieder sich lieber eigenen Solo-Projekten widmeten. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Zurzeit arbeitet die Band noch an einem neuen Album und wird sicherlich auf dem Hurricane einige Songs von ihrer neuen Platte spielen; stellt sich nur noch die Frage, ob der Auftritt genauso energiegeladen wird wie 2006 als Sänger Julien Casablanca eine Kamera zertrümmerte (siehe unten, ab 0:52 min).

Direkt darunter steht auf der Line-Up Tafel ein weiterer Publikumsmagnet. Die Beatsteaks kehren nach ihrer Pause zur Freude vieler Fans in diesem Sommer auf die Bühne zurück. Aber auch die Stone Temple Pilots werden nach ihrer Reunion auf dem Hurricane spielen. Da wir gerade bei Altbewährten sind, kann man gleich noch erwähnen, dass mit den Elektro-Punkern The Prodigy, den beiden Trip Hop Bands Faithless und Massive Attack, den Krawall-Hamburgern Deichkind und der Schwedenkombo Mando Diao weitere Haudegen des Musikgeschäfts dabei sind. Da wirkt Jack Johnson, ebenfalls schon länger im Musikbusiness, zwischen den ganzen härteren Bands beinahe fast wie ein Fremdkörper. Zurzeit ebenfalls überall dabei und immer unter Strom sind die Alt-Rocker Element of Crime um Frontmann Sven Regener, die auf dem Festival sicherlich für eine große Portion Romantik sorgen werden.

Schaut man auf dem Line Up ein wenig weiter nach unten, findet man sehr viele Newcomer des letzten Jahres. Außerdem wird die Musik deutlich ruhiger
Eine der Neuentdeckungen des letzten Jahres sind The XX. Die Londoner begeistern mit ihrem melancholichen Klängen viele Menschen, spielten sogar drei Mal vor ausverkauftem Haus in Berlin vor. Durch Phoenix, den Post Punkern White Lies, der Künstlerin Florence and the Machine und La Roux mit ihrem Sweet-Pop sind vier weitere Aufsteiger des letzten Jahres auf dem Hurricane vertreten. Ein aktueller Geheimtipp sind die Jungs von Two Door Cinema Club, die jetzt ihr neues Album veröffentlichen werden. Die Shout Out Louds sind mit ihrem neuen Album Work am Start. Für härtere elektronische Töne werden Boys Noize und Does it offend you, yeah? sorgen. Auch das Audiolith Label ist mit Frittenbude wieder auf dem Hurricane vertreten.

Das drei-Tages Ticket für das diesjährige Hurricane Festival in Scheeßel kosten 120 € (inkl. 5 € Müllpfand). Diejenigen, die mit einem Wohnmobil oder einem Wohnwagen anreisen, müssen eine zusätzliche Gebühr von 20 € für eine Wohnmobil-Plakette bezahlen. Weitere Infos findet ihr auf der Festival-Website.

Für alle, denen das Hurricane Festival zu weit im Norden liegt, gibt es ein „Zwillingsfestival“, das Southside Festival, in Neuhausen ob Eck mit identischem Line Up und am gleichen Wochenende stattfindend.

UPDATE: Heute kam erneut eine Welle an Bestätigungen an gerollt. Dabei hätten die Bands gar nicht unterschiedlicher sein können. Zum einen haben wir Vampire Weekend. Die New Yorker  sorgten mit ihrem zweiten Album Contra, ein Mix aus Pop, Alternative und afrikanischen Rhythmen, für viel Furore und gute Laune. Für genauso viel gute Laune stehen auch Bonaparte und Timid Tiger bereit. Wesentlich Rockiger sind da die Jungs von We Are Scientists und mit den Deftones für die ganz harten Gemüter und den Ska-Legenden The Specials haben die Organisatoren vom Hurricane noch zwei weitere alte Haudegen des Musikgeschäfts an Bord geholt.

UPDATE 2: In diesem Jahr wird es eine neue Bühne geben. Für die sogenannte White Stage haben Mr. Oizo, The Bloody Beetroots Deathcrew 77, Erol Alkan, Bratze und FM Belfast dem Hurricane zugesagt. Außerdem gaben die Veranstalter heute weitere Bestätigungen, u.a. Biffy Clyro, bekannt. Alle bisherigen Zusagen findet ihr unten im Line-Up.

UPDATE 3: Inzwischen könnt ihr auf der Hurricane Homepage den Zeitplan für das diesjährige Festival finden bzw diesen auch hier als PDF downloaden. Wer sich den Timetable genauer anschaut, wird feststellen, dass sich mittlerweile noch ein paar Bands zum Line-Up gesellt haben.  Besonders freuen darf man sich nun auch unter anderem auf die Auftritte von Good Shoes und Local Natives. Für eine atemberaubende Show wird das Projekt Orbite sorgen, bei dem sechs DartstellerInnen auf einer 17 Meter hohen Bühne agieren.

Line-Up:
Archive, Alberta Cross, Ash, Band of Skulls, Beatsteaks, Biffy Clyro, Bratze, Bigelf, Billy Talent, Bonaparte, Boys Noize, Charlie Winston, Coheed & Cambria, Cosmo Jarvis, Cymbals Eat Guitars, Danko Jones, Deftones, Deichkind, Dendemann, Does It Offend You, Yeah?, Donots, Dropkick Murphys, Element Of Crime, Enter Shikari, Erol Alkan, Faithless, Florence and the Machine, FM Belfast, Frank Turner, Frittenbude, Good Shoes, Horse the Band, Hot Water Music, Ignite, Jack Johnson, Jennifer Rostock, K’s Choice, Kashmir, Kap Bambino, Katzenjammer, La Roux, LaBrassBanda, LCD Soundsystem, Local Natives, Madsen, Mando Diao, Marina & the Diamonds, Massive Attack, Moneybrother, Mr. Oizo, Paramore, Phoenix, Porcupine Tree, Revolverheld, Shout Out Louds, Skinred, Skunk Anansie, Stone Temple Pilots, Tegan & Sara, The Blackout, The Bloody Beetroots Deathcrew 77, The Gaslight Anthem, The Get Up Kids, The Hold Steady, The Prodigy, The Specials, The Strokes, The Temper Trap, The XX, Timid Tiger, Turbostaat, Two Door Cinema Club, Vampire Weekend, We Are Scientists, White Lies, Zebrahead

Update vom 31.03.2010 12:50 Ursprünglicher Artikel vom 08.03.2010 11:30

White Lies neben der Spur

16:31

whiteliesart

„Man merkt, dass heute Mittwoch ist.“ Nicht nur einige Zuschauer hatten an jenem Samstagabend ihre Orientierungsschwierigkeiten, auch White Lies Sänger Harry McVeigh war wohl etwas neben der Spur und musste sich einige seiner Texte ausgedruckt und laminiert vor die Füße legen.

Schon die Publikumszusammensetzung im ausverkauften Astra deutete darauf hin, dass dies ein durchwachsener Abend werden sollte. Eröffnen durften ihn Darker my Love, welche mit ihrer aktuellen Platte „2“ der Rock ´n´ Roll-Liga um The Soundtrack of Our Lives und The (International) Noise Conspiracy ordentlich einheizten. Doch schnell zeigte sich, dass der größte Teil des Publikums auf die White Lies wartete und die fünf Jungs aus Los Angeles nur gelangweilt zur Kenntnis nahm.
Ihre peinlich genau geplante Setlist eröffneten die Londoner mit „Farewell to the Fairground“ und brachten so den Saal so gleich zum kochen, auch wenn der musikalische Fluss etwas fehlte. Ebenso unbedacht erfreute sich das Publikum am massenkompatiblen „To Lose my Life“. Obwohl der Song textlich eher melancholisch verliebt anmutet wurde fleißig auf und ab gesprungen. Einige Lichtblitze und Lieder später war das Konzert auch bereits beendet und bis auf einige Einblicke auf seine Unterhose konnte uns Sänger McVeigh nichts Neues offenbaren.

Wurden die White Lies zum Beginn des Jahres noch als die neuen Joy Division gefeiert, muss man das Urteil, angesichts der Texte und ihres ausgepfeilten massenorientierten Auftretens, wohl nochmals überdenken.

Fotos: Christoph Paul

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White Lies mit Darker My Love

13:52

My Darker Love im Dunkeln und nur zu viert (c) Heather Culp

Da kommt zusammen, was zusammen gehört: Die psychedelischen Darker My Love supporten die vielleicht letzte große Hypeband des Jahrzehnts und lockern so das etwas eintönige Soundkonzept der White Lies auf. Somit trifft der Szenestadtteil Silverlake/L.A.s auf die Londoner Vorstadthölle Ealing und ein Abend voll von Melancholie und Moll-Akkorden ist garantiert.

Die Entdeckung der White Lies, vor allem gepusht durch das heimatliche Majorlabel Universal, gehörte zu den Medienereignissen des letzten Winters. Nun gilt es für die Band zu zeigen, dass man dem Schatten der gerade ebenfalls wiederkehrenden Editors gewachsen ist.

Ganz anders dagegen Darker My Love (s. Bild oben): Die US-Band um Sänger Tim Presley (bekannt von The Nerve Agents, The Fall, Maps) veröffentlichte 2009 ihr zweites Album “2” mit einem Jahr Verspätung nun auch in Europa, was unterm Strich elf wundervolle Gitarrenrocksongs bedeutete, die sich sowohl 2008 als auch 2009 vor niemanden verstecken brauchten bzw. brauchen. Als Beweis dafür hat ihr Label Pias den vielleicht besten Song des Albums, “Talking Words”, zum freien Download zur  Verfügung und Vergnügung gestellt.

White Lies und Darker My Love Deutschland-Tour 2009:
01.11.09 Live Music Hall, Köln
02.11.09 Uebel & Gefährlich, Hamburg
07.11.09 Astra, Berlin
09.11.09 Backstage, München

FOTO: Darker My Love by HEATHER CULP