Posts Tagged ‘Yuksek’

Yuksek : Jägermeister WHT Interview

10:00


PHOTOS: Christoph Paul

Ein wunderschöner Kontrast, ein Aufeinandertreffen der Klischees, das sich unseren Augen bietet: Gegenüber am Tisch sitzt ein gut gekleideter, junger Franzose mit einem Glas Rotwein und vor ihm wartet ein großer Teller voll deutschem Sauerkraut und Kassler auf den abendlichen Verzehr. Yuksek, unser zweiter Interviewpartner bei der Eröffnung der Jägermeister Wirtshaustour im rustikalen Herzen Berlin-Friedrichshains, ist ein weit gereister Mann und sticht mit seinem oft nachdenklichen Hang zu Minimalismus und feiner Popkulturen der aktuellen elektronischen Szene seines Landes merklich heraus.

Nicht ahnend, dass er nur Stunden später die Party bis weit über fünf Uhr morgens an einem ganz normalen Donnerstag anführen würde, haben wir uns mit Pierre-Alexandre Busson für die Zeit eines Glases hingesetzt und darüber gesprochen, was The Cure mit seinem neuen, gerade entstehenden Album zu tun haben und welche Träume er als Kind hatte.

[nggallery id=78]

Heute sollte es sehr voll werden, da die Jägerklause ein eher kleines Lokal ist. Wie gehst du damit um?
Das ist unterschiedlich. Manchmal macht es großen Spaß, kleinere Orte zu spielen, die dafür wirklich voll sind – selbst wenn du dir deine Sporen schon verdient hast. Die Leute ticken hier eher aus und das siehe ich gewissermaßen Clubs vor. Ich bin kein großer Freund von ihnen, dort ist es oft etwas überkandidelt. Für gewöhnlich bin ich also schnell gelangweilt, trinke dann viel und früh und werde schnell betrunken.

Dann sollte der vermeintliche Verfall der französischen Clubszene für dich auch sein Gutes haben. Inwiefern unterscheidet sich die Resonanz in Ländern wie Deutschland oder anderen Teilen der Welt?
In Frankreich ist man nach dieser Art von Musik eh nicht sehr verrückt. Für mich hängt alles von bestimmten Ländern ab, in denen das Album die beste Wirkung erzielt hat. Zum Beispiel habe ich im letzten Jahr sehr viel in Asien gespielt und das war wirklich gut, selbst in Ländern wie Südkorea, wo du nicht gerade erwartest, dass die Leute wirklich alle Lieder kennen. Aber andererseits ist die Nacht überall die gleiche.

Vor kurzem hast du We’re Ready When You Are (ft. Ebony Bones) mit deinem Freund Brodinski als The Krays veröffentlicht und mit ihm getourt. Stimmt es, dass du es nicht magst, alleine zu arbeiten und zu spielen?
Es gibt sogar noch Girlfriend, ein wirklich nicht Club-fokussiertes, sondern eher rockiges Project mit meinem Studiokollegen von ALB. Aber gerade vollende ich mein neues eigenes Album und es gibt da wirklich viele Lieder, die ich wohl nicht alleine auf der Bühne verteidigen könnte. Also wird demnächst eine Band mit mir unterwegs sein. Keine Standardgeschichte, sondern etwas Besonderes.

Wie wird das Album klingen? Werden Songstrukturen und Erzählperspektive weiter ausgebaut?
Ja und es wird häufiger gesungen.

Was war dein besondere Antrieb für diese Umorientierung?
Ich habe Pop und Indierock immer schon geliebt und auch viel öfter gehört als Electro. Selbst mache ich zwar Musik für DJs und Clubs, aber das ich nicht das einzige, was ich machen möchte. Auf diesem Album werden ich mehr mit meiner Stimme experimentieren. Ich singe alle Lieder selbst ein, ohne Effekte. Es wird auch keinen einzigen Gastbeitrag geben.

Über welche Themen singst du?
Es ist ein recht persönliches Album und auch etwas melancholisch. Ich singe über bestimmte Gefühle, die ich erfahren habe. Dabei hatte ich zudem das erste The-Cure-Album Three Imaginary Boys vor Augen. Das neue Werk wird nicht das gleiche sein, aber jenes Album beschreibt noch am besten eine Art und Weise von Musik, zu der die Leute tanzen können, ohne dass es technoartig ist. Sie fährt dir in die Glieder, gleichzeitig aber lässt sie dich die Texte anders aufnehmen und über sie nachdenken. Das ist zum Beispiel nicht hedonistisch.

Die Stücke werden also eher nicht in ein übliches Discoset passen?
Nein, dafür sind sie nicht wirklich gemacht.

Ist die Musik für dich der beste Katalysator eigener Emotionalität?
Ich glaube, ja. Ursprünglich ist es meine einzige Form der Kommunikation, mit der man sich ausdrücken und bestimmte Dinge hervorholen kann. Es ist in gewisser Weise wie ein Besuch beim Psychologen: Du redest und redest und er hört dir nur zu. Im Studio arbeite ich an meinen Sachen ohne großartig darüber nachzudenken, wie ich sie angehe oder nicht; sogar bei den Texten. Ich schreibe, nehme auf, bearbeite und nach einer Woche wird ein Lied das, was es ist, ohne dass ich es geplant habe.

Musik wird zum Medium deines Innern.
Ja, das ist die höchste Art des Schreibens. Etwas geht einfach durch dich hindurch; von tiefsten Böden deines Gehirns direkt in die Maus in deinen Händen ohne dabei das Bewusstsein zu schneiden.

Aber dieser Strom kann manchmal urplötzlich für Tage abbrechen. Wie begegnest du solchen Phasen?
Oh, ich habe viel zu tun. Letztes Jahr habe ich etwa auch das Album Birds & Drums von The Bewitched Hands und andere Dinge produziert. Es gibt für mich immer etwas zu erledigen und ich bin mit allem immer hinten dran, weil ich bisweilen zwei Wochen lang nur an meinen eigenen Sets arbeite. Wenn ich also fühle, dass ich leer bin, widme ich mich einfach meiner Arbeit. Obwohl man das natürlich nicht Arbeit nennen kann, dann ich mag die Tätigkeit ja wirklich.

Du hast zwar schon als Schüler eine klassische musikalische Ausbildung erhalten, aber wie würde dein Leben heute aussehen, wenn du nicht Musiker bzw. Produzent geworden wärst?
Da ich immer Musik gespielt habe, seit ich ein kleines Kind war, kann ich mir mein Leben gar nicht ohne sie vorstellen. Schon damals sah ich mich als zukünftigen Musiker. Allerdings auch als Flugzeugpiloten, denn ich liebe es über den Wolken zu sein, das fühlt sich so natürlich an.

Yuksek Away From The Sea ist bei Barclay erschienen.

Noch mehr Photos und ein weiteres Interview mit We Have Band findet sich hier. Bewegtbilder hat hingegen das Team von i-ref.de eingefangen – nachfolgend das Video. Die Jägermeister Wirthaustour geht indessen nach Köln, wo am 17. März The Subs und Proxy im Dom im Stapelhaus spielen – Karten dafür können bis dato nur auf das-wirtshaus.de/gaesteliste oder Facebook gewonnen werden.


i-ref : Jägermeister Wirtshaus Tour Berlin: Interview WE HAVE BAND & YUKSEK (LONG VERSION)

In Zusammenarbeit mit Jägermeister.

The Creators Project : Yuksek

10:00

Ein weiterer Blick hinter die Kulissen: Ein sehr aufgeräumter, fokussierter Pierre-Alexandre Busson eröffnet The Creators Project in seinem heimatlichen, abgeschotteten Reimser Studio und bei einem obligatorischen anschließenden Glas Champagner das musikalische Konzept hinter Yuksek und gibt beiläufig einen Teil seiner späteren Beweggründe zur Zusammenarbeit mit Brodinski als The Krays preis. Solo ist er allerdings am Donnerstag mit We Have Band und Trashpop bei der Jägermeister Wirtshaustour in Berlin auf zugegen – Gästelistenplätze dafür können noch auf der Tourseite gewonnen werden.

Hier noch ein zweiter Vorgeschmack in Sachen Yuksek:


Yuksek : 10 days off (Liveset 2010 07 06) (Stream)

In Kooperation mit Jägermeister.

Amadou & Mariam : La Realite (Yuksek Remix)

15:51

Ihre Unterstützerliste reicht von Karin Dreijer Anderssons Nichte bis hin zu Kollegen wie Damon Albarn, Theophilus und Manu Chao: Seit nunmehr 30 Jahren gehört das blinde Musikerpaar Amadou & Mariam aus Bamako in Mali zu den inspirierendsten und erfolgreichsten Künstler aus Afrika. Das Jubiläum wurde nun mit einer Remix-Kompilation gefeiert, auf dem u.a. auch der Franzose Yuksek (Photo) das Stück “La Realite” in den landeseigenen Discohouse-Kanon überführen durfte.

Am 17. Februar tritt Yuksek mit We Have Band bei der Jägermeister Wirtshaustour in Berlin auf – Karten dafür könnt ihr bis heute Abend noch hier gewinnen.


Amadou & Mariam : La Realite (Yuksek Remix) [Download via Stoneyroads]

Verlosung : Jägermeister Wirtshaustour : We Have Band & Yuksek

16:07

Es gehört zu Eckkneipen oder Wirtshäuser, dass sie eben etwas miefig, verklebt und in etwa so modisch wie Omas Faltenrock sind. Das hindert uns aber keinesfalls daran, immer wieder legendäre Abende in ihnen zu zelebrieren. Und ähnlich verhält es sich ja auch mit Kräuterlikör, zumindest wenn dieser den Sprung von Paul Breitners sicherlich belockter Brust zu einem jahrelangen Motor der hiesigen Veranstaltungsszene geschafft hat. Mit der Nachfolgerin der Rock:Liga, der Jägermeister Wirtshaustour, wird szenetechnisch an Mutters Busen zurückgekehrt und am 17. Februar der standesgemäße Auftakt zwischen den Dartscheiben und Kickertischen der Berliner Jägerklause gefeiert.

Mit dabei sind We Have Band (Photo), jenes Trio, das uns bereits in mittlerweile verschwundenen, aber schmerzlich vermissten Clubs wie dem Scala oder der Villa zu begeistern wusste und seine zuckende Discoohrwürmer wie “Divisive” auch stets mit ansehnlichen Videos bestückt. Ihre Stilsicherheit beweisen die Briten zudem auf ihrem Debütalbum WHB (bei Simfy zu hören) und einem exklusiven Tourmix, den ihr euch unten anhören könnt. Aus Frankreich stößt Pierre-Alexandre Busson alias Yuksek hinzu. Dieser hat sich in den letzten Jahren mit Produktionen wie “Extraball” und Remixen von Phoenix, Chromeo und Malente zu Auftragsarbeiten für Lady Gaga, Moby & Co hochgearbeitet und zuletzt auch noch mit seinem Kumpel Brodinski zum neuen Projekt The Krays zusammengeschlossen; ein Colt für alle Fälle an den Reglern also. An die dürfen als komplettierendes Kontrastprogramm dann noch die Trashpop-DJs, so dass für nun wirklich jeden etwas dabei sein sollte.

Der Platz wird allerdings arg begrenzt sein, Karten kann man nur gewinnen. Natürlich haben wir davon aber ein Paar (1×2), das wir unter allen Kommentaren bis Sonntagmitternacht (6. Februar) per Zufall verlosen. Und damit euch garantiert nicht langweilig wird, bieten wir uns selbst (quasi als Pausenfüller) obendrein noch für ein kleines Kickerturnier mit euch an und versuchen auch gerne die Bands zum Mitspielen zu bewegen!

Weitere Informationen und Gewinnmöglichkeiten gibt es auf der toureigenen Facebookseite.


We Have Band : Divisive (Video)


We Have Band : JM DJ MIX

In Kooperation mit Jägermeister.

MELT!Festival auf der Ferropolis

01:30

Das MELT!Festival hat sein Lineup für 2009 heute komplettiert. Wieder einmal treffen ein sorgfältig und breit ausgewähltes Lineup und eine wirklich atemberaubende Kulisse – die alten, riesigen Kohletagebaubagger der Ferropolis - aufeinander. Große Namen wie Oasis, Aphex Twin + Hecker, Bloc Party oder Digitalism sollen dabei zusammen mit über hundert weiteren (vor allem jungen) Bands und DJs an die lange und erfolgreiche Festivaltradition anknüpfen.

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Melt!: Festival der bunten Lichter und beeindruckenden Stahlkolosse

Das Melt! von 2009 ist nun die zweite Auflage der “großen” Festivalvariante: 2008 wurde erstmals die maximalmöglichen 20.000 Tickets ausgegeben (und ausverkauft) und erstmals wurde das Festival auf drei Tage ausgedehnt, was mit dem Auftritt von Superstar Björk – wohl einer der wichtigsten des letzten Jahres überhaupt – würdig gefeiert wurde. Überhaupt glänzten 2008 besonders die Frauen, allen voran Robyn und Roisin Murphy. Weniger glänzen tat hingegen das Wetter, dessen heftige Regenfälle und der enorme Menschenandrang die Veranstalter damals vor einige Probleme stellte. Mit der Lehre aus diesen zahlreichen Erfahrung kann 2009 eigentlich nur das beste MELT!Festival überhaupt werden, mit einem entsprechenden Lineup wurde dafür schon mal vorgesorgt.

So ahne ich den großen Kampf um den DJ Olymp im Freistil vorraus: Mit den Duos Digitalism, MSTRKRFT, Simian Mobile Disco, Boys Noize vs. Erol Alkan im exklusiven Duett und Röyksopp messen sich die Solisten Paul Kalkbrenner, DJ Phono (Deichkind), DJ Koze, Matthew Herbert (DJ Set), MELT!Stammgast Ellen Allien, Tiga, Trentemøller, Yuksek so wie unser persönlicher Geheimfavorit Deadmou5 aus Kanada: Hierzulande wartet die auflegende Maus noch auf den ganz großen Durchbruch, aber 2008 heimste er vier Beatport Awards ein und wurde in Ibiza zum besten DJ des Jahres gewählt. Nicht drumherrum kommen wird man wohl auch um das Set von Moderat (Modeselektor + Apparat). Mögen die Götter mit ihnen sein!

Magische Momente wird auch die Performance von Fever Ray verbreiten. Ob die Crystal Castles dafür wieder einen weiteren Auftritt hinrotzen werden? Wir werden sehen. Patrick Wolf jedenfalls wird sich sicherlich große Mühe für eine tolle Show geben. Genauso wie Berlins aktuelle Lieblingsband Bonaparte. Allerdings werden Aphex Twin + Hecker bestimmt auch nicht hinten anstehen wollen, wenn es um die beste Show des Festivals geht.

*Promofilm zum Festival (der Autor dieser Zeilen steckt sogar hinter den hier gezeigten Besucherinterviews)

Für die Gitarrenfraktion wurde die halbe britische Musikszene eingeladen: Angefangen bei den Altmeistern Oasis und Travis, beide gerade in ihrem zweiten Frühling und somit top in Form, über die Oasis-Buddies Kasabian, die zurückkehrenden Bloc Party und Klaxons, die Afrikan Beat Rumpler von !!! (chk chk chk) und den Foals hin zu den düsteren Schotten von Glas Vegas. Gossip werden mal wieder bei einem Festival vorbeischauen, ob Karl Lagerfeld sich mit Beth Ditto in den Schlamm begeben würde? Eher nicht. Dazu gibt es für die großen Gefühle Polarkreis 18, für die Füße die Filthy Dukes und für alles unsere Lieblinge Phoenix und The Whitest Boy Alive.

Wenn man noch empfehlen kann? Das Duo Thunderheist, Bodi Bill, Großbritanniens neues Popsternchen La Roux, die unglaublichen Buraka Som Sistema und und und… Es kann nur für dieses Festival sprechen, dass gerade noch nicht mal die Hälfte aller Gäste aufgezählt wurde. Und auch, dass die Veranstalter wieder zum Bühnenaufbau von 2007 zurrückgekehrt sind, wird wohl von vielen positiv aufgenommen werden. Wenn man jetzt noch für möglichen Regen vorsorgt, wird es ein grandioses Festival.